Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

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Re: Kabel für CEE Rot 22 kW

Beitragvon mlie » Mo 3. Aug 2015, 15:07

Wir sollten das Thema wohl besser echt abtrennen.

Würden einphasig auch glatte Gleichfehlerströme auftreten wegen der aktiven PFC, dann müsste ja der Logik nach JEDER PC und jede USV jünger als 15 Jahre auch einen FI Typ B benötigen. Und das habe ich noch nie gesehen, nicht mal in Rechenzentren. Und eine USV kommt ja einem ladenden Elektroauto schon durchaus Nahe, nur mit etwas weniger Akkukapazität. Kann natürlich sein, das wir die letzten 15 Jahre die Serverräume falsch verdrahtet haben...
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Re: Kabel für CEE Rot 22 kW

Beitragvon m.k » Mo 3. Aug 2015, 15:10

Ich kenne Typ B eigentlich auch nur von dicken Frequenzumformern oder 3phasigen PV Anlagen.
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Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon MichaRZ » Mo 3. Aug 2015, 15:23

Die FI-Thematik scheint allgegenwärtig zu sein. Ich sehe das Problem in den vielen individuellen (Fehl-) Interpretationen des Themas. Natürlich kann jeder machen was er will, aber bitte nicht als allmächtige Weisheit im Forum verbreiten....

Ich versuche dann mal etwas zur Aufklärung beizutragen:

Die VDE 0100-722 beschäftigt sich mit der "Stromversorgung von Elektrofahrzeugen".
Im Anhang A zu Absch. 722.531.2 des Entwurfs vom Januar 2013 heißt es für Deutschland:
- der Anschlusspunkt muss mindestens durch einen FI vom Typ A geschützt sein
- bei drei Phasen oder wenn Gleichfehlerströme auftreten können, müssen Maßnahmen zum Schutz vor diesen getroffen werden
- dieses kann beispielsweise durch einen FI Typ B erreicht werden

Der "Anschlusspunkt" ist übrigens die Stelle, an welcher ein Auto mit der ortsfesten Installation verbunden wird.

Meine Interpretationen dazu:
- Eine Steckdose, die zum Laden von Elektrofahrzeugen verwendet wird, muss durch einen FI Typ A geschützt sein
- eine zusätzliche Maßnahme zum Schutz vor Gleichfehlerströmen muss bei dreiphasigem Laden getroffen werden
- diese Maßnahme muss bei einphasigem Laden getroffen werden, wenn Gleichfehlerströme nicht ausgeschlossen werden können (das gilt ausdrücklich nur in Deutschland!)
- diese Maßnahme kann hinter dem Anschlusspunkt (z.B. im ICCB-Ladegerät) liegen
- diese Maßnahme kann elektronisch ausgeführt werden
- diese Maßnahme darf die einwandfreie Funktion eines vorgeschalteten FI nicht beeinträchtigen.

Die deutsche Sonderregelung zum einphasigen Laden wird in der Norm übrigens ausdrücklich damit begründet, dass praktische Erfahrungen gezeigt haben, dass der Gleichfehlerstrom ein generelles Problem sein kann, welches durch einphasige Ladegeräte mit PFC ( Leistungsfaktorkorrekturfilter) verursacht werden kann.

Mich interessiert, ob es andere Interpretationsmöglichkeiten gibt. Ich würde gerne eine konkrete normgerechte Aussage dazu formulieren. Ich bin gespannt....
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon Mittelhesse » Mo 3. Aug 2015, 18:02

danke Micha, bin gespannt was jetzt kommt :twisted:
LG Stefan

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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon mlie » Mo 3. Aug 2015, 18:06

Irgendwie hab ich den Eindruck, hier ist eine Schallplatte*) mit Sprung in der Rille, auf genau den Post von MichaRZ habe ich doch vorhin entsprechend geantwortet. Soll ich meinen Post jetzt auch kopieren und wir machen einen Battle of Strg-C+V? ;-)

Für die jüngeren: Das waren im letzten Jahrtausend die schwarzen, runden Scheiben, die man in manchen Diskotheken noch als Deko an der Decke hängen hat. Damit konnte man damals verscheißbehaftet Musik hören, sogar rückwärts, wenns sein musste...

Übrigens Danke an Micha für das herauskopieren der wesentlichen Elemente aus der unter Verschluss gehaltenen Normenempfehlung des Beut-Verlages.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon MichaRZ » Mo 3. Aug 2015, 18:11

mlie hat geschrieben:
und wir machen einen Battle of Strg-C+V?

Hört sich auch spannend an :D
Aber das wäre nun wirklich off-topic ;-)

Ich hatte einen neuen Faden aufgemacht, bevor eDevil sich die Mühe gemacht hatte und die Posts einzeln extrahierte. Da konnte ich doch nicht mit rechnen :roll:
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon eW4tler » Mo 3. Aug 2015, 20:05

Hallo Leute,

ich hatte da nach dem letzten Thread vor der Abtrennung so eine Idee. Können wir mal alle Infos sammeln und so gut wie alle Möglichkeiten dokumentieren, damit der Laie ein Art Zusammenfassung (Wiki) zu dem Thema FI hat?

Wichtig wäre auch, dass wir so zusammenschreiben, dass der elektrotechnische Laie es versteht und bei seinem Elektriker die richtige Variante für seinen Anschluss mit den entsprechenden Schlüsselwörter für den Elektriker bestellen kann.

Ziel ist es, dass wir das Thema einmal mit viel Aufwand dokumentieren, es aber dann ein Nachschlagewerk bildet und endlich einmal abgeschlossen ist. (falls wir das jemals schaffen sollten) ;-)

Was meint ihr dazu?

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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon MichaRZ » Mo 3. Aug 2015, 20:15

Danke! Genau das hatte ich beabsichtigt. Das jetzige Durcheinander hilft wirklich niemandem.... Und mich nerven die ewigen ergebnislosen Diskussionen...
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon eDEVIL » Mo 3. Aug 2015, 20:46

Die Essenz ins Wiki ist ne super idee.
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon m.k » Mo 3. Aug 2015, 20:49

mlie hat geschrieben:
Für die jüngeren: Das waren im letzten Jahrtausend die schwarzen, runden Scheiben, die man in manchen Diskotheken noch als Deko an der Decke hängen hat. Damit konnte man damals verscheißbehaftet Musik hören, sogar rückwärts, wenns sein musste...


Für die älteren: Schallplatten sind in, also nutzen junge Menschen vermutlich wesentlich häufiger Schallplatten wie ihr :P
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