Was spricht gegen 3P Ladung?

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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon andi_hb » Do 23. Mär 2017, 16:51

Ein 3 Phasen Lader hat in meinen Augen fast nur Vorteile- einzige Argument gegen 3 Phasen ist das der teurer ist.
Aber es gibt deutlich mehr Argumente die für den 3 Phasen Lader sprechen.
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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon Joe-Hotzi » Do 23. Mär 2017, 17:11

Es spricht absolut nichts gegen 3P-Ladung! Erst recht nicht optional gegen Aufpreis.
Mit den skalierbaren EInzellader-Modulen in Reihe bzw. parallel deckt man zu geringsten Kosten den gesamten Markt und die Kundenbedürfnisse ab. Wenn dies nicht gemacht wird, ist es nicht wirklich gewollt, EV in hohen Stückzahlen (in Europa) zu verkaufen.
Anschlussprobleme in der Tiefgarage, weil nicht jeder 22kW gleichzeitig nutzen kann? Ein Witz! Entweder nutzt man Lastmanagement, oder man installiert eben nur 3,6kW für die vielen Anschlüsse.
Es geht doch nicht um die Schnarchladung über Nacht (da reichen fast immer 3,6kW), sondern um die öffentlichen Ladesäulen in der Fläche, die man kürzer blockiert, durch die man mit 3P schneller wieder geladen hat und die vom höheren Stromumsatz eigentlich noch profitieren. Ein 3P-Lader kann daheim auch 3,6kW, ein 3,6kW-Schnarchlader kann unterwegs auch nur 3,6kW ...
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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon Solarstromer » Do 23. Mär 2017, 17:32

andi_hb hat geschrieben:
Ein 3 Phasen Lader hat in meinen Augen fast nur Vorteile- einzige Argument gegen 3 Phasen ist das der teurer ist.


Das ist beileibe nicht alles. Z.B. Mehrgewicht, höherer Platzbedarf im Auto, höherer Kühlbedarf, höhere Ressourcenverschwendung, mehr Fehlermöglichkeiten, teurere Reparaturen, schlechter (herunter-) regelbar als 1p-Lader (PV Anlagen), die Leistung ist nach oben begrenzter (im Vergleich zu DC), wegen dem schnelleren Ladevorgang darf man nicht so lange auf Ladeplätzen stehen, ...
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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon Simon1982 » Do 23. Mär 2017, 17:35

Ich habe in einem Podcast gehört, dass es Ladeplätze gibt auf denen man nur stehen darf, wenn geladen wird (ist das so?). Eine langsamere Ladung (1P) bringt hier unter Umständen für denjenigen Vorteile (längerer kostenloser Parkplatz). Allerdings um den Preis, dass dann für potentiell andere EV Fahrer eben dieser Ladeplatz länger blockiert wird.
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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon Karlsson » Do 23. Mär 2017, 17:42

Solarstromer hat geschrieben:
Das ist beileibe nicht alles. Z.B. Mehrgewicht, höherer Platzbedarf im Auto, höherer Kühlbedarf, höhere Ressourcenverschwendung,

Siehe dazu hier
http://www.brusa.biz/produkte/ladetechnik/ladegeraete-400-v/nlg664.html
Der 3P Lader wiegt 12kg. Ich meine das sind 5kg mehr als bei der 1P Variante (nicht mehr angeboten)

Bild

Simon1982 hat geschrieben:
Ich habe in einem Podcast gehört, dass es Ladeplätze gibt auf denen man nur stehen darf, wenn geladen wird (ist das so?).

Das ist unterschiedlich. So sollte es IMO sein und der Anstand gebietet es eigentlich, die Ladesäule nach der Ladung auch wieder frei zu machen, auch wenn es nicht explizit vorgeschrieben ist.
Wenn nach Zeit abgerechnet wird, ist der Anreiz natürlich vorhanden. Und dann ist die geladene Kilowattstunde mit 3P Lader natürlich auch günstiger.
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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon Super-E » Do 23. Mär 2017, 17:44

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Wenn dies nicht gemacht wird, ist es nicht wirklich gewollt, EV in hohen Stückzahlen (in Europa) zu verkaufen.


Ich finde es etwas hart Nissan zu unterstellen, sie wollen keine EVs in Europa verkaufen.

Es ist halt für internationale Konzernlenker etwas schwer vermittelbar, wieso das höchste der Gefühle in den meisten Teilen der Welt in Europa unzumutbar ist. Nissan ist ja nichtmals bereit Typ2 zu verbauen...

3ph Lader sind toll und werden kommen und sind irgendwann weder teurer noch schwerer als 1ph Lader heute. Aber EVs sind stand heute eine Geldverbrennungsnische und so lange der Konzernchef kein EV Nerd ist, wird halt nicht aus dem möglichen geschöpft, sondern das Nötige getan... Die nächste Generation von EVs (wenns langsam zum Massengeschäft wird) wird da schon ganz andere Ausstattung haben...

Edit: Platz wäre vermutlich hauptsächlich dann ein Problem, wenn der 3-ph Lader nicht dort hinpasst, wo man derzeit den 1/2ph Lader verbaut. Ich bleibe dabei. Man will einfach jeglichen (aus Entscheidersicht) unnötigen Aufwand vermeiden...
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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon Karlsson » Do 23. Mär 2017, 17:54

Verstehe die Denke nicht - einerseits seien E-Autos eh Geldvernichtungsmaschinen, aber beim 3P Lader muss dann plötzlich höchst wirtschaftlich vorgegangen werden?
Und ich bin dazu ja auch halt der Meinung, dass Teslas Vorgehen in dem Fall wirtschaftlich sinnvoll ist - mit 3P Lader.
Überhaupt ist Musk ja eigentlich ein absoluter Könner darin, Kosten zu senken. Auch mit SpaceX haben sie das Preisgefüge für Raketenstarts völlig durcheinander gebracht.
Wer auch die Biographie gelesen hat, wird wissen, was ich meine.
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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon andi_hb » Do 23. Mär 2017, 20:36

Das ist beileibe nicht alles. Z.B. Mehrgewicht, höherer Platzbedarf im Auto, höherer Kühlbedarf, höhere Ressourcenverschwendung, mehr Fehlermöglichkeiten, teurere Reparaturen, schlechter (herunter-) regelbar als 1p-Lader (PV Anlagen), die Leistung ist nach oben begrenzter (im Vergleich zu DC), wegen dem schnelleren Ladevorgang darf man nicht so lange auf Ladeplätzen stehen,



1. Mehrgewicht ist meines Erachtens zu vernachlässigen da gering.
2. Höherer Platzbedarf ist sehr wahrscheinlich in den meisten Fällen lösbar (selbst im Renault Zoe machbar).
3. Ressourcenverschwendung lasse ich gelten auch wenn ich es nicht Verschwendung sondern sinnvollen Einsatz von Ressourcen nennen würde.
4. Mehr Fehlermöglichkeiten - glaube ich kaum - ein einphasiges Ladegerät muss nicht zwangsläufig zuverlässiger sein.
5. Reparaturkosten sind sehr wahrscheinlich tatsächlich etwas höher jedoch sehe ich den größeren Nutzen als Ausgleich dafür an.
6. Wieso sollte ein 3 Phasen Lader schlechter zu regeln sein? Sehe ich ganz anders. Der 3 Phasen Lader hat höchstens einen anderen (größeren) regelbaren Bereich.
7. Die Leistung ist nach oben zwar begrenzt- liegt jedoch deutlich über der Grenze eines Einphasen Laders [SMILING FACE WITH OPEN MOUTH AND TIGHTLY-CLOSED EYES]
DC - Ladung wird dadurch ja nicht ausgeschlossen.
8. Man braucht nicht so lange auf Ladeplätzen stehen und diese blockieren.
Ausserdem gibt es weniger Probleme mit Netzschieflast.
Ferner sind 400V Drehstrom sehr weit verbreitet und können vielfach auch auf Privatgelände genutzt werden.
Das der Rest der Welt mit dem einphasen Lader lebt dafür können wir doch nichts. In Sachen Energieversorgung brauchen wir uns sicher nichts bei denen abzugucken. Da waren wir mit dem Drehstromnetz schon lange weiter als viele andere.

Gruß Andi
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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon Volt » Do 23. Mär 2017, 20:56

Leute,
3-phasen sind fast nur in Deutschland gewünscht.
dieses land ist jedoch nicht der markt.
der trend geht zu 1-phase und dc.
derzeit passen in Deutschland jedoch die ladepreise nicht zu diesem trend.
dies wird die e-autos in D blockieren.
Stefan

ps:
ja, es gibt schon 3-phasen modelle, aber der marktanteil wird in Zukunft halt geringer werden.
Zum berechnen der Ladekosten an öffentlichen Ladesäulen ist eine Excel Tabelle sinnig.
Flatrates können keine Lösung sein, sind für viele aber Interessant.
Anstelle zu Hause zu laden werden dann die Ladesäulen verwendet,
das erscheint mir falsch.
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Re: Was spricht gegen 3P Ladung?

Beitragvon Poolcrack » Do 23. Mär 2017, 21:12

Der größte Markt der Welt ist China, deswegen baut auch BYD den E6 mit einem 43 kW AC Bordlader.

Tesla zeigt ja, dass man mit dem gleichen Lader einphasig mit sehr hohen Strömen oder dreiphasig mit niedrigeren Strömen laden kann. Der i3 94Ah kann mit seinem 11 kW Drehstromlader auch einphasig mit 32A laden, eventuell gehen sogar 48A. Ob es da auch der gleiche Lader weltweit ist, weiß ich leider nicht.

Und zum Thema Kühlung des Bordladers: In ein Auto, das es nicht schafft den Bordlader zu kühlen, will ich mich nicht reinsetzen, denn es schafft auch im Sommer nicht den Inneraum auf angenehmere Temperaturen zu kühlen.

Und zum Platzbedarf: wenn ein 22 kW AC-Lader in einem Smart ED untergebracht werden kann, dann passt der in jedes Auto.
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