Wallboxen für Mehrfamilienhaus

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Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon Beachwood » Di 31. Okt 2017, 13:51

Hallo zusammen :-)

Mein Elektriker scheint mit dem Wallboxen Thema etwas unschlüssig zu sein. Ich dachte ich frage mal hier nach, was Ihr an Wallboxen bzw. Systemen empfehlen würdet. Hier ein paar Eckdaten:

- 8 Familien Haus mit jeweils einer Doppelgarage pro Whg.
- Jede dieser Doppelgaragen soll eine eigene Wallbox bekommen
- Bau ist in Planungsphase, bin also noch flexibel mit Verkabelung usw.

Vielen Dank bereits vorab für Eure Mühe.
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Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon cpeter » Di 31. Okt 2017, 14:23

Noch ein paar Fragen dazu:
  • Du möchtest je Doppelgarage eine Wallbox installieren, also 8 Stück?
  • Ich nehme an, die Wallboxen hängen geplanter Weise am Zähler der jeweiligen Familie.
  • Unter dieser Annahme: ist ein zählerübergreifendes Lastmanagement angedacht/gewünscht um die Summe der Ladeleistungen zu begrenzen?

Grundsätzlich bietet sich an, wenn es allgemein verwendbare Wallboxen sind (nicht Fahrzeug-spezifisch), Wallboxen mit Typ 2 Steckdose einzubauen. Dann kann man auch Elektroautos mit Typ 1 Anschluss anstecken (z.B. den bisherigen Nissan Leaf, Drillinge, Kia Soul EV, etc.).

Bequemer wären natürlich fest angeschlagene Typ 2 Kabel, aber dann kann man offiziell keine Typ 1 Fahrzeuge damit laden.

Um zukunftssicher zu sein sollten die Wallboxen dreiphasig sein. 11 kW sollte reichen (8 x 22 kW, die potenziell paralell laden sind voraussichtlich nicht nötig).

Es gibt einige Wallboxen, die diese Spezifikationen haben.
Einige können per LAN, WLAN oder Bluetooth angebunden werden, liefern Statistiken, Stromverbrauch, können Lastmanagement, etc.
Beispiele für solche Wallboxen sind Keba, go-e, Wallbox Pulsar oder Copper, etc.
Seit 01/2017 Nissan Leaf Tekna 30 kWh mit 6,6 kW AC Lader
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Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon Henry2926 » Di 31. Okt 2017, 14:31

Hallo auch von meiner Seite :)

So ein Greenfield-Projekt ist natürlich immer spannend, weil man alle Voraussetzungen noch selber schaffen kann.
Ein paar weitere Anforderungen zu wissen, wäre noch gut. Würdest du eher ein möglichst günstiges Konzept bevorzugen oder ein möglichst flexibles?

Wenn ersteres der Fall ist, dann würde ich einfach jeder Garage eine Wallbox zum einphasigen Laden mit 3,7kW verpassen. Eine Einschränkung ist die niedrige Leistung, die bspw. nur rund 200km in 8 Stunden zulässt. Wie cpeter schreibt, sind 11kW schon zukunftsfähiger (aber eben auch teurer). Eine Absicherung z.B. mit 3x63A für die gesamte Immobilie würde dir immerhin noch die Möglichkeit bieten, später Wallboxen nach- oder in der Leistung aufzurüsten.

Für mehr Flexibilität gibt es Ladestationen mit Lastmanagement. Dann könntest du 8 11/22kW-Wallboxen installieren und auch bei schwächer dimensionierten Installationen immer noch sichergehen, dass alle Fahrzeuge mit der maximal verfügbaren Leistung laden.

Auch ecopowerprofi wird dazu auch noch eine Menge sagen können. Aber vielleicht kannst ja du in der Zwischenzeit einfach noch erzählen, was dir vorschwebt. ;)
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Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon Major Tom » Di 31. Okt 2017, 16:16

Wichtig wäre auch zu wissen was die Rahmenbedingungen bzgl. des Netzanschluss sind.
Was ist an zusätzlicher Leistung möglich?
Ohne Lastmanagement würde die 8x11 kW eine benötigte Anschlussleistung von 3x128 A bedeuten.

Abhängig von den Örtlichkeiten (Kabelwege zu den Garagen,...) würde ich nicht den Aufwand treiben und die Wallboxen an jeden einzelnen Zähler im Haus anbinden. Ein getrennter Zähler und Wallboxen mit eingebautem Zähler zur (manuellen) Abrechnung sollten ausreichen.
ciao
Tom
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Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon Beachwood » Di 31. Okt 2017, 18:10

Vielen Dank für die raschen Antworten und Infos, das hilft schon mal weiter.

@cpeter und Major Tom:
- Ja, 8 Wallboxen. Eine pro Garage.
- Eine dickes Kabel (ca. 25m) vom Haus zur Garage -> Verteiler -> dann zu den 8 Wallboxen. Anbei ein CAD Rendering vom Rohbau, zur groben Vorstellung.
- Jede Wallbox sollte ihren eigenen Zähler bekommen. Ich denke dass eine Stromabrechnung (Firmenwagen o.ä.) früher oder später so einfacher ist. Liege ich da richtig ?
- WB mit Typ 2 Stecker ok. Daran dachte ich auch. Ist das Kabel bei den meisten Autos im Kofferraum ? Falls ja, dann WB eher ohne Kabel ?
- Der Netzanschluss erfolgt komplett neu im Zuge der Kernsanierung. Die 8x 11 kW sollten machbar sein.

@Henry2926:
- Ich werde die Kosten von 3,7 kW zu 11 kW vergleichen. Wobei ich eher zu 11 kW neige.
- Ein Lastmanagement lieber nicht. Dies würde dann zum Gemeinschaftseigentum gehören (müssen). Ein relativ einfaches System, 8 mal unabhängig voneinander, sehe ich als Vorteil. Wenn beim Lastmanagement irgendwann eine Störung vorliegt, ist 8x Schluss mit laden. Liege ich da richtig ?

Allgemein sehe ich das mit den Elektroautos sehr positiv und habe mich dazu entschieden die Wallboxen bei diesem Projekt zu integrieren.
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Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon Pharmy » Di 31. Okt 2017, 18:43

Ohne Lastmanagment müsste Dir der Energieversorger nur für die Garagen eine Leitung
mit 128A zur Verfügung stellen. Da würde hier bei uns so mancher EV erst einmal
Schnappatmung bekommen...
Nein, Spaß beiseite...kläre erst einmal ab, was Dir der Versorger bewilligt! Das hängt
ein wenig von eurer Wohnstruktur und dem Alter eures Versprgungsnetzes ab!
Grüße aus dem tiefen Westen,
Heiko


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Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon Henry2926 » Di 31. Okt 2017, 19:01

In 11kW sehe ich auch einen guten Weg, denn dort geht der Trend für AC-Laden in Eigenheimen und bei Einzelhändlern/Büros hin.

Das Lastmanagement muss dir keine Sorgen bereiten. Natürlich, sofern dein Anschluss stark genug ist und dein VNB da mitspielt, wirst du es nicht brauchen. Aber wenn das nicht zutrifft und du dennoch höhere Ladeleistungen willst, erhöhst du mit so einem System die Verfügbarkeit jeder einzelnen angeschlossenen Wallbox.
Ein Master-Slave-System wie von Keba dürfte dir auch keine Sorgen bzgl. der Eigentumsverhältnisse bereiten, da das Lastmanagement dort direkt in einer der acht Wallboxen sitzt.
Eine Störung in einem solchen System muss nicht gleich zum Ausfall des ganzen Systems führen. Fällt der Master aus, können die Slaves noch ohne Lastmanagement arbeiten. Dann müsstest du z.B. den Ladestrom manuell reduzieren, bis alles wieder im Lot ist. Fällt einer der Slaves aus, arbeiten die anderen problemlos auch mit Lastmanagement weiter.
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Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon Schwani » Di 31. Okt 2017, 19:18

Erkundige dich früh genug, bevor du irgendwas bestellst und kalkuliere alles durch.
Bei 3x128A dürftest du bei den meisten EVU eine Wandlerzählung bekommen - die kostet schon einiges!
Da sich die Garagen nicht direkt am Wohngebäude befinden, wird es wohl auf eine Unterverteilung hinauslaufen. Wandlerzählung, 8 Zähler, Schrank dafür - da sind einige tausend Euro weg.

Wenn die Garagen günstiger an den Wohnungen liegen würden, käme eine jeweils separate Zuleitung vom Wohnungszähler wahrscheinlich günstiger. Vielleicht lohnt es sich aber auch bei deinem Fall. Lass das mal durchrechnen - evtl. kommst du ja mit 5x10qmm hin und dem Graben ist es ziemlich egal ob da 8 Kabel drin liegen...

Der Zählerschrank für die Wohnungen ist doch bestimmt im Keller - oder? Von da aus dann direkt separat zu den Garagen.
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Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon Ilchi » Di 31. Okt 2017, 19:46

Ich würde eher nur 3,7 er Anschlüsse vorsehen, allerdings nicht nur 8 Stück, sondern 16. Denn wenn ich jetzt plane, dann doch bitte nicht nur für die Hälfte der Stellplätze. Grund für die Anschlüsse ist, dass der Aufwand hierfür sehr überschaubar ist. Jeder kann die Ladetechnik einsetzen, die er will, man ist nicht wie beim Lastmanagement auf ein System angewiesen. Insofern kann man auch Ladeziegel an einer Steckdose nutzen. Der wichtigste Grund ist aber der notwendige Anschluss, der ansonsten sicherlich deutlich teurer wird.

Die Ladeleistung hört sich erst einmal sehr gering an. Wir fahren aber ca 35 Tkm je Jahr. Die Ladeleistung war noch nie ein Problem, da das Auto immer am Morgen voll ist. Die Diskussion kennt man ja aus dem Forum zur Genüge, will ich gar nicht beginnen. Um den 'ich will meinen Akku ganz schnell wieder voll haben-Fraktion' den Wind aus den Segeln zu nehmen, würde ich eine 22 kW-Box bzw perspektivisch einen 20 kW-DC-Lader auf einem Gästeparkplatz einrichten. Diesen kann dann jeder nutzen, der ihn dann doch mal braucht, bzw natürlich die Gäste, welche eher schneller wieder laden wollen. Den Anschluss kann man ja per NM abrechnen, Rest über gesonderte Zähler in der UV.
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Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus

Beitragvon Schwani » Mi 1. Nov 2017, 10:46

DAS wäre natürlich DIE Idee :!:
2x3,7kW für die Garagen auf den Wohnungszähler und eine Lolo von NM in den Hof. Die Schlüssel sind dann einfach individuell zu programmieren und die Ladekosten werden bei den Schnelllade-Sonderfällen von jedem Nutzer abgebucht. Der Preis pro kWh ist ja frei wählbar.
Sehr günstig zu realisieren und netzdienlich.

In ein paar Jahren einen günstigen DC-Lader in den Hof mit einem Preis, bei dem die kWh die Anschaffung und den Unterhalt abdeckt. Bin mir sicher, dass dann weitestgehend die 3,7 Variante genutzt werden würde... ;)
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