Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon ecopowerprofi » Mi 8. Feb 2017, 22:24

Das Thema will ich noch mal aufgreifen, da mir die aktuell gültige deutsche Fassung der Norm DIN-EN 61851-1 (VDE 0122-1) vom 01.2012 (u.a. Konduktive Ladesysteme für Elektrofahrzeuge) vorliegt.

Unter Pkt. 7 "Schutz gegen elektrischen Schlag" im Unterpunkt 7.4 "Sonstige Maßnahmen" Abs. 2 steht folgendes:
Bei geerdeten Systeme muss ein RCD (Idn < 30 mA) als ein Teil der konduktiven Stromversorgungseinrichtung des EV vorgesehen werden. Die Charakteristik der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) muss mindestens der vom Typ A entsprechen und mit IEC 60364-4-41 übereinstimmen.

D.h. ein FI vom Typ B oder EV ist nach der Norm gar nicht erforderlich. Es reicht einer vom Typ A. Die 250€ für den Typ EV bzw. 450€ für den Typ B kann man sich getrost sparen.

Meine Empfehlung ist, dass man auf jeden Fall, wenn es geht, die Wallbox einen eigenen FI, Zuleitung und Absicherung verpassen sollte.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon mewi » So 27. Mai 2018, 09:46

Typ A sollte für die Leitung zur Wallbox ausreichend sein.

Siehe auch hier:
https://www.schnellladen.ch/Content/Ima ... P30_V2.pdf
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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon JoDa » So 27. Mai 2018, 17:30

@mewi
Willkommen im Forum :tanzen:
Vielen Dank für den Link.
Ja, ein netzseitiger günstiger FI (30mA FI TypA um 30-50€) ist normkonform.
Dies wurde bereits im Wiki-Artikel "Fehlerstromschutzeinrichtungen (FI=RCD)" berücksichtigt.

Ich bin ja schon lange der Meinung der netzseitige Gleichfehlerstromschutz ist sinnlos!
Aber besser der Laie zahlt ein paar € zusätzlich für eine unnötige Schutzmaßnahme, als er hat Angst beim Laden des Elektroautos.
Ursprünglich (bis ca. 2013) musste man einen netzseitigen FI TYP B Schalter mit einen Listenpreis von ca. 400€ kaufen, wenn man einen Gleichfehlerstromschutz wollte!
Mittlerweile hat eine Ladelösung egal ob mobil (=Mode 2) oder stationär (=Mode3) mit oder ohne integriertem Gleichfehlerstromschutz den selben Preis.
Damit hat sich das Thema nun wohl endgültig erledigt. :hurra:
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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon Elektrofix » So 27. Mai 2018, 20:41

Da hier die VDE 0100T722 aus Okt 2016 greift, verweise ich einfach mal aus „nochmal-Fi-Schalter“, muss ja nicht alles doppelt schreiben :D
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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon winwou » Mo 28. Mai 2018, 06:27

JoDa hat geschrieben:
Ich bin ja schon lange der Meinung der netzseitige Gleichfehlerstromschutz ist sinnlos!

Ich frage mich auch, was ein Gleichfehlerstromschutz bringt, wenn das Fahrzeug sicher geerdet wird (ohne Erdverbindung zum Fahrzeug funktioniert eine Wallbox doch gar nicht) und eine separate Zuleitung incl. eigenem FI hat. Ich versuche nur zu verstehen was für einen Sinn diese Vorschrift hat, denn bei eigenem FI und sichere Erde bringt der Gleichfehlerstromschutz bezogen auf den Personenschutz nichts. Dem Netztrafo sind die paar mA Gleichstrom egal.

JoDa hat geschrieben:
Mittlerweile hat eine Ladelösung egal ob mobil (=Mode 2) oder stationär (=Mode3) mit oder ohne integriertem Gleichfehlerstromschutz den selben Preis.

Wenn ich Dich jetzt richtig verstehe, dann braucht man nur noch einen FI vom Typ A, weil die Wallbox den Rest macht.
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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon EVduck » Mo 28. Mai 2018, 09:35

Führe dir bitte die Funktionsweise eines RCD zu Gemüte, die im Falle eines RCD Typ A nicht mehr gegeben ist, wenn ein glatter Gleichfehlerstrom größer 6mA auftritt. Oder genauer: glatter Gleichableitstrom.
Das ist der Grund für die entweder 6mA Grenze bei einem vorgeschaltetem Typ A oder 30mA bei einem Typ B.
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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon JoDa » Mo 28. Mai 2018, 17:34

winwou hat geschrieben:
Wenn ich Dich jetzt richtig verstehe, dann braucht man nur noch einen FI vom Typ A, weil die Wallbox den Rest macht.

Ja, so habe ich das gemeint. Genauer formulliert: In allen neuen Wallboxen(=Mode3) ist üblicherweise ein Gleichfehlerstromschutz eingebaut. In allen neuen ICCBs(=Mode2) muss sogar laut der aktuellen internationalen Norm IEC ein 6mA Gleichfehlerstromschutz eingebaut sein.

Da dieser Gleichfehlerstromschutz heute kaum Mehrkosten mehr verursacht, wurde der entsprechende Wiki-Artikel "Fehlerstromschutzeinrichtungen (FI=RCD)" entsprechend vereinfacht. Es wird dort nicht mehr erklärt, warum der Gleichfehlerstromschutz unnötig ist. Stattdessen wird erklärt welche Möglichkeiten es gibt den Gleichfehlerstromschutz normgerecht umzusetzen. Dies ist mittlerweile auch unnötig, da der Gleichfehlerstromschutz sowieso schon vom Hersteller der Ladelösung eingebaut wird.

Früher habe ich Stunden hier im Forum verbracht um zu erklären, warum glatte Gleichfehlerströme gegen Erde beim einphasigen Laden unmöglich sind und beim dreiphasigen Laden erst bei Mehrfachfehlern aufträten können. Und das bei einem "30mA FI TypA" erst glatte Fehlerströme >30mA zu einer Erhöhung des Auslösestroms des FI TypA führen ...
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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon villus » Mo 28. Mai 2018, 17:51

Hallo,

JoDa hat geschrieben:
winwou hat geschrieben:


Früher habe ich Stunden hier im Forum verbracht um zu erklären, warum glatte Gleichfehlerströme gegen Erde beim einphasigen Laden unmöglich sind und beim dreiphasigen Laden erst bei Mehrfachfehlern aufträten können. Und das bei einem "30mA FI TypA" erst glatte Fehlerströme >30mA zu einer Erhöhung des Auslösestroms des FI TypA führen ...


wenn Du das so stehen lassen willst, musst Du gleich wieder anfangen mit dem erklären....

Gruß

Thomas Vill
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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon Elektrofix » Mo 28. Mai 2018, 21:03

Die VDE spinnt sowieso z.Z. Und wollen schon wieder die 0100T722 ändern. Okt’12, Okt’16, Feb’18 (Entwurf), die Abständen werden kürzer.
Diesmal wird unter Schutzmaßnahmen ein FI-B, ein FI-A mit RCD-DD oder FI-F mit RCD-DD empfohlen.
RCD-DD habe ich auf die Schnelle von Döpke und Bender

JoDa hat geschrieben:
Ich bin ja schon lange der Meinung der netzseitige Gleichfehlerstromschutz ist sinnlos!

winwou hat geschrieben:
Ich frage mich auch, was ein Gleichfehlerstromschutz bringt, ... denn bei eigenem FI und sichere Erde bringt der Gleichfehlerstromschutz bezogen auf den Personenschutz nichts. Dem Netztrafo sind die paar mA Gleichstrom egal.

Da bin ich mit Euch einer Meinung, jedoch willst Du das dem Richter erklären, wenn was passiert? Es geht doch immer nur darum, wie der Kopf aus der Schlinge kommen.

Bei mir zu Hause gibt es ein FI-A für die Garage und da hängt auch die Ladestation dran.
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Re: Wallbox/ICCB,CEE, FI Typ A,(EV) B wie muss es sein?

Beitragvon Joe-Hotzi » Mo 28. Mai 2018, 22:32

Es gibt halt eine Fraktion, die durch Angst Umsatz generiert.
Nicht Du musst dem Richter in einem von Dir in den Raum gestellten Verfahren irgend etwas erklären, sondern man müsste Dir eine Schuld /kausalen Zusammenhang für irgend etwas nachweisen.
Da dürftest Du bei ordnungsgemäßer Installation inkl. RCD Typ A keine Sorgen bekommen.

Elektrofix hat geschrieben:
Bei mir zu Hause gibt es ein FI-A für die Garage und da hängt auch die Ladestation dran.

Sinnvoll wäre ein eigener RCD für die Ladestation - Typ "B" oder "EV" muss es aber eben nicht sein.
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!
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