Wallbox-Anfängerfragen

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Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon Jorin » Di 7. Apr 2015, 14:12

Und zwar totale Anfängerfragen! :lol:

Also, der Kauf eines Kia Soul EV steht nicht mehr in den Sternen, sondern wird derzeit echt überlegt. Nun stellt sich mir aber die Frage: Wie lade ich den zuhause am besten?

Er kann ja Typ 1 und Chademo. Ich bin kein Elektriker, auch wenn ich ne Steckdose auswechseln kann. Was muss ich denn tun, um den Soul zuhause schneller als mit 10-14 Stunden Wartezeit laden zu können? Ich hab ein Eigenheim, leider noch keinen Carport, aber einen Stellplatz auf dem Grundstück.

Bitte für Deppen wie mich erklären, danke! ;)
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Re: Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon Spüli » Di 7. Apr 2015, 14:50

Moin!
Für zu Hause würde ich ein festes Kabel empfehlen. Also in Deinem Fall eine Wallbox mit festen Typ1-Stecker. Bezüglich der Schieflast gibt es da in Deutschland ein Limit bei 20A. Damit wäre das hier wohl eine Möglichkeit: KLICK
Gruß Ingo
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Re: Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon Bibothebird » Di 7. Apr 2015, 15:06

Hallo!

Erstmal, es ist sicher eine gute Entscheidung für den Soul EV. Bei mir liegt diese nun schon ein paar Wochen zurück und ich bereue es nicht eine Sekunde. Ein wirklich tolles Auto!

Zur Frage:

Chamdemo wirst Du für zu Hause zunächst mal außen vor lassen können. Diese Art von Lader sind (derzeit) für privat nicht erschwinglich. Wenn Du die Möglichkeit zu Hause benötigst, in einer halben Stunde auf über 80% zu laden, dann solltest Du Deine Entscheidung für ein E-Auto vielleicht auch noch einmal überdenken! ;)

Bleibt also die AC-Ladung (sprich mit Wechselspannung) für Dein Heim.
Mit dem "Notladekabel" ist eine Ladung an einer gebräuchlichen Schuko-Steckdose möglich. Da diese im Normalfall zwar mit 16A abgesichert ist, auf Dauer aber nur mit max. 10A belastet werden sollte, sind die von den Autoherstellern mitgelieferten "Notladekabel" meist fest auf 8A oder 10A Ladestrom eingestellt. Dies überfordert eine fachgerechte Elektroinstallation in der Regel nicht, der Ladevorgang dauert aber von leer bis voll rund 14 Std.
Je nach Fahrzeugnutzung reicht das aber vielleicht auch schon! Denn meist kommt man nicht ganz leer an. Benötigst Du am Morgen dann ein Fahrzeug mit maximal 80% Ladezustand um Deine täglichen Fahrten zu schaffen, ist das Laden über Nacht überhaupt kein Problem, trotz der Schuko-Schnarchladung!
(Bei uns ist die einstellbare Ladebox bislang fast immer auf 10A eingestellt!)

Der Soul kann die AC-Ladung aber auch mit bis zu 6,6kW (max.) aus einer Phase bewerkstelligen und wäre damit auch in ca. 5 Std. vollgeladen. Für die 6,6kW benötigst Du eine Leitung mit einer Absicherung von 32A und einem entsprechendem Leitungsquerschnitt (auch abhängig von der Länge der Zuleitung). Eine einzelne Phase (das Leitungsnetz hierzulande besteht ja aus drei Phasen) mit mehr als 20A zu belasten entspricht nicht den gängigen Regularien (Anschlussbedingungen des Netzbetreibers). Man spricht hier von einer "Schiefbelastung" des Netzes (im Idealfall sind alle drei Phasen des Leitungsnetzes gleichmäßig belastet!). Ob man diese Regel zwingend einhalten muss, muss jeder für sich selber entscheiden oder ggf. der Elektriker des Vertrauens beantworten oder gar der Energieversorger selbst.
Des Weiteren sollte diese Leitung mit einer Fehlerstromschutzeinrichtung (FI oder auch RCB) als Personenschutz ausgerüstet sein. Ein hier viel zitierte FI Typ B (sehr teuer) ist nach meinen Nachforschungen beim Soul EV nicht erforderlich, das dieser TypB nur für dreiphasige Betriebsmittel vorgeschrieben ist, wenn diese von Hause aus keine galvanische Trennung zwischen Gleich- und Wechselstrombereich mitbringen (wie z. B. bei der Renault Zoe).
Zum Laden kannst Du Dir nun eine Ladestation installieren lassen, die es in mannigfaltiger Ausführung zu kaufen gibt. Diese gibt es als festinstallierte Box mit festem Ladekabel (Typ1) oder mit Ladebuchse (Typ2) zu der Du dann noch ein Ladekabel (Typ1 auf Typ2, 32A-Codierung) benötigst. Oder als Portable Lösung zum flexiblen Anstecken an eine CEE Dose (blau oder rot). Mit bereits vorinstallierten Schutzeinrichtungen (FI etc.) mit Zähler, mit Steuerungsmöglichkeiten (z. B. für PV-Stromnutzung) mit Schlüsselschalter oder RFID-Authentifizierung und und und.
Du siehst, es gibt einige Möglichkeiten, die von Deinen individuellen Bedürfnissen und nachtürlich auch Deinem Geldbeutel abhängen.
Ich habe eine Portable Box mit Wandhalterung. Einstellbar von 6A bis 32A mit Typ1-Kabel dran. Angeschlossen über einen 32A-CEE-Blau. Die kann ich zur Not (z. B. Urlaubsfahrt) mitnehmen und mit diversen Adaptern auch auf CEE-Blau-16A (üblicher Camping-Stecker), CEE-Rot-16A und CEE-Rot-32A nutzen.

Zusammenfassung:
Leitungsschutzschalter mit 32A zusammen mit einem passenden FI (hier evtl. eine langsamere Auslösecharakteristik wählen) in den Zählerschrank.
Eine 5x6mm^2 (bitte den Querschnitt individuell ermitteln lassen) vom Zählerkasten zur gewünschten Tankstellenposition verlegen. (5 Adern für den Fall der Späteren Aufrüstung. Für den Soul benötigst Du aber erstmal nur 3 Adern (L1, N, PE))
Ladebox nach Gusto kaufen und installieren.
Freude am elektrischen Fahren genießen! 8-)

Ich hoffe ich konnte die Verwirrung in Grenzen halten!
Viele Grüße
Kay
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Re: Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon Berndte » Di 7. Apr 2015, 15:12

... und am besten eine möglichst dünne Zuleitung zum Carport legen, dann kannst du in 5 Jahren, wenn du dir mal ein anderes Elektroauto kaufst alles wieder aufreißen und auch eine neue Box kaufen ;)

Sorry, nicht persönlich Spüli, ich habe heute meinen zynischen Tag ;)

Jetzt mal im Ernst:
Ich würde als Zuleitung mindestens 5x6mm² Leitung legen und eine CEE32A Steckdosen montieren (lassen).
Daran dann eine Wallbox mit Typ2 Dose und 22kW Leistung. Das ist der übliche Standard.
Hier steckst du vorerst ganz normal dein Ladekabel ein. Das hat ja beim Soul leider fahrzeugseitig einen Typ1 Stecker.
Wenn dich das rauskramen dann irgendwann nervt, dann einfach noch ein zusätzliches Ladekabel kaufen.
Vielleicht auch länger nehmen, wegen zugeparkten Ladesäulen?

Mit dieser Variante bist du vielleicht 300,-€ teurer, aber dafür ist das auch was für die nächsten Jahre/Fahrzeuge gesichert.

Gruß Bernd
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Re: Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon Spüli » Di 7. Apr 2015, 15:40

Eine CEE-Dose sehe ich hier nur als Fehlerquelle an und sieht zudem immer gebastelt aus..

Man braucht ja nicht alle Adern auflegen, aber eine fest verdrahtete Box würde ich auch jeden Fall empfehlen. Das die Zuleitung zukunftssicher sein sollte, setzte ich mal voraus. Daher 5x10mm² oder 5x6mm² vorsehen in Abhängigkeit von Entfernungen, Biegeradien, Durchdringungen, Absicherung und Co.
Gruß Ingo
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Re: Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon Elektrolurch » Di 7. Apr 2015, 15:45

Bibothebird hat geschrieben:
Wenn Du die Möglichkeit zu Hause benötigst, in einer halben Stunde auf über 80% zu laden, dann solltest Du Deine Entscheidung für ein E-Auto vielleicht auch noch einmal überdenken! ;)

Oder eine ZOE v1 in Betracht ziehen, da halten sich die Kosten für eine 43kW AC Lademöglichkeit zu Hause in überschaubaren Grenzen. ;)
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Re: Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon rolandk » Di 7. Apr 2015, 15:54

Grübel.... interessant, das diese Frage von jemandem kommt, der ein Elektroautoforum als Administrator verwaltet ....

naja...

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Re: Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon Jorin » Di 7. Apr 2015, 17:21

Dass ich mich um die Software eines Forums kümmere, ist ja was ganz anderes, als sich mit der Elektroinstallation für ein E-Auto auszukennen, oder nicht? Ich habe bisher viele Hybride gefahren und nun kommen langsam die Elektrofahrzeuge ins Spiel. Dass ich da jede Menge Fragen habe, ist doch nicht verwerflich?
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Re: Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon marxx » Di 7. Apr 2015, 20:08

Jorin hat geschrieben:
Dass ich da jede Menge Fragen habe, ist doch nicht verwerflich?


Keineswegs, ging mir haargenauso ...

Ich habe mich für eine 22kW Typ2 Station entschieden (380 Volt mit 3 x 32 Ampere). Am besten mit eingebautem FI-B und mit 5x6 Quadrat-Millimeter Kabel direkt am Hausvertreiler angeschlossen. Ich denke ich bin damit momentan am flexibelsten. Ich kann von 220 V 16 A über 220 V 32 A bis 380 V 32 A alles bedienen. Typ2 direkt, oder Typ1 mit einem Typ2/Typ1 Adapter.

Beispiele wären:

Renault Fluence Z.E. 220 V 16 A Typ 1
Ford Focus Electric 220 V 32 A Typ 1 (Schieflage)
Renault ZOE 380 V 32 A Typ 2

Gleichstromschnellladung wie CCS oder Chademo geht nur Aushäusig ...

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OVMS Leaf http://www.arachnon.de/ovms.html
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Re: Wallbox-Anfängerfragen

Beitragvon eW4tler » Mi 8. Apr 2015, 15:19

Dein Ziel/Strategie muss sein, dass du mit 6,6kW laden kannst. Damit kannst du den Soul EV auch über Nacht (wenn ich mich richtig erinnere sind 5,5h angegeben) wieder vollladen.

Damit du mit 6,6kW laden kannst, brauchst du
a) eine mobile Lösung mit 230V/32A
z.B. http://www.e-station-store.com/de/tragb ... 74-kw.html

oder
b) die bereits erwähnte und zukunftssichere 22kW Wallbox mit Typ2 Buchse und einem "Typ2-zu-Typ1-Kabel"

PS: In Europa haben wir mittlerweile 230V (einphasig) und 400V (dreiphasig)! ;-)

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