Ladestationen Tiefgarage Eigentümergemeinschaft

Alles rund ums Elektroauto-Laden / Ladeboxen / Ladegeräte

Re: Ladestationen Tiefgarage Eigentümergemeinschaft

Beitragvon Eugenius » Di 10. Okt 2017, 16:36

Hallo zusammen,

auch wir wollen unsere TG "elektrifizieren". Aber alles nach einander:
ich bin einer den Eigentümern in unserem MFH mit 22 Wohnungen und 22 Stellplätzen in der TG. Wir suchen nach einer Lösung unsere TG für die Elektoautos fit zu machen. Ich treibe aktuell das Thema aus Eigeninitiative, da ich wohl der erste sein werde, der ein Elektroauto kauft. Unser aktueller Hausanschluss hat nur 125A und drei Phasen. D.h. wir brauchen auf jeden Fall ein Lastmanagement System, das die Wohnungen und unsere 2 Aufzüge bevorzungt mit Strom versorgt und nur den "Rest" and die Elektroautos abgibt. Aktuell haben nur 2 Eigntümer Interesse an einem eAuto. Somit muss die Anlage nachrüstbar/erweiterbar sein. Der Hausverwalter hat mir folgendes mitgeteilt: "Laut Elektriker ist damit das Laden von E-Autos mit dem Risiko verbunden, dass die Hauptsicherung fliegt, wenn der Gesamtverbrauch zu hoch ist."
Die Sorge kann ich zwar verstehen. wenn man die 2 Aufzüge als 2 Wohnheiten rechnet, dann hat man 3x125A*230V/24 = ca. 3,6 kW pro Wohnheit. somit wären auch 1ph 16A@230V in der Nacht gleichzeitig möglich. Tagsüber muss man entsprechend aufpassen.
Wir haben bei der letzten Eigentümerversammlung (Sommer 2017) den Hausverwalter gebeten ein Angebot für Lastmanagement System einzuholen. Ich glaube nicht, dass da was eingermaßen bezahlbares rauskommt, deswegen suche ich
auch noch parallel. Ich habe sogar schon überlegt ob ich selbst ein Lastmanagement programmieren kann. :) Ich befürchte aber, dass mir das keiner erlauben wird :/

Da ich mir Tesla M3 reserviert habe, habe ich noch mindestens ein Jahr um das Thema zu klären.
Im schlimmsten Fall werde ich wohl auch eine Schukodose einbauen lassen (oder CEE 16A rot/blau einphasig)
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Re: Ladestationen Tiefgarage Eigentümergemeinschaft

Beitragvon mbrod » Di 10. Okt 2017, 17:40

Eugenius hat geschrieben:
wenn man die 2 Aufzüge als 2 Wohnheiten rechnet,

An unserem Allgemeinstrom habe ich mal eine zeitlang einen Datenlogger dran gehabt. Wir haben 3 Aufzüge. Täglich gab es da Verbrauchsspitzen zwischen 6 und 8 kW. 16 mal im Jahr (2014) auch Spitzen zwischen 10 und 12 kW. Nur zur Info, dass Aufzüge kurzzeitig höhere Ströme ziehen.
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Re: Ladestationen Tiefgarage Eigentümergemeinschaft

Beitragvon DiLeGreen » Di 10. Okt 2017, 18:49

@Eugenius: 125A für 22 Wohnungen scheint mir eh schon nicht all zu großzügig, ich schau nachher mal in der Tabelle nach wieviel da noch für die Aufzüge + E-Autos übrig bleibt. Wegen der stark schwankenden Last der Aufzüge würde ich aber auf jeden Fall mit einem Lastmanagement planen, dann können sich Autos und Aufzüge wohl ziemlich gut ergänzen da die Leistung ja eh vorgehalten werden muss aber die Autos jederzeit kurz weggeschaltet werden können.

PS: Herzlich willkommen im Forum ;-)

Nachtrag:
Gemäß DIN 18015-1 sind bei 22 Wohneinheiten ohne elektrische Warmwasserbereitung für Bade- oder Duschzwecke 106,8A Betriebsstrom zu bemessen. Bleiben also 3x 18A für Allgemeinstrom (z.B. Licht, Heizungsanlage, Aufzüge) und die Autos.
Ob das was wird kann glaube ich nur eine Messung des tatsächlichen Lastgangs ergeben. Lieber schonmal ein Angebot für die Erweiterung des Hausanschlusses oder einen zusätzlichen Hausanschluss beim VNB (Stromnetzbetreiber) anfragen.
Persönlicher Tip: Mach es deiner Hausverwaltung so einfach wie möglich, die wollen sich im Zweifel um nix kümmern und keine Verantwortung übernehmen. Präsentiere ihnen also besser eine fertige Lösung, statt sie um Unterstützung zu bitten.
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Re: Ladestationen Tiefgarage Eigentümergemeinschaft

Beitragvon ecopowerprofi » Di 10. Okt 2017, 22:06

Eugenius hat geschrieben:
Unser aktueller Hausanschluss hat nur 125A und drei Phasen. D.h. wir brauchen auf jeden Fall ein Lastmanagement System,

Nee, braucht ihr nicht.
Erstens: Die Zuleitung ist garantiert für 250 A ausgelegt. Aber die 125 A = 84 kW reichen vollkommen.
Zweitens: Bei einem Verbrauch von 4000 kWh pro Jahr und WE hat man eine mittlere Belastung von 0,5 kW pro WE
Drittens: Ein E-Auto verbraucht ca. 3000 kWh pro Jahr. Großzügig ca. 0,5 kW im Mittel.
Viertens: Die Aufzüge ziehen max. 16A kurzzeitig entspricht ca. 11 kW. Bei neueren ist das wesentlich weniger.
Fünftens: Eine WE hat ohne DE ca. eine Anschlussleistung von 15 kW. Der Gleichzeitigkeitsfaktor liegt bei ca. 0,15.
Sechstens: Mit einem 3,7 kW Ladepunkt wird das Auto im Jahr nur ca. 810 Std. geladen. Das sind weniger als 10%.
Siebtens: Das Auto wird überwiegend nachts geladen. Der Haushaltsstrom des Tags verbraucht.

Rechnen hilft und erspart das Lastmanagement. Unsere Datenaufzeichnungen zeigen, dass ein MFH mit 20 WE eine Belastung von ca. 25 kW in der Spitze hat. Daher sind die 125 A nicht aus Belastungsgründen gewählt worden (63 A würden es auch tun) sondern wg. der Selektivität (z.B. im Kurzschlussfall soll nur die direkt betroffenen Sicherung fallen und nicht die vorgeschaltete).

An jedem Garagenstellplatz eine Lademöglichkeit mit 3,7 kW (auch ein Tesla wird damit über Nacht mit Strom für ca. 150 bis 200 km geladen) und man kann auf jegliches Lastmanagement verzichten.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Ladestationen Tiefgarage Eigentümergemeinschaft

Beitragvon Eugenius » Mi 11. Okt 2017, 15:03

Danke an alle für die Infos!

@ecopowerprofi: ich kann dein Rechnerbeispiel nachvollziehen., außer 0.15 Gleichzeitgkeitsfaktor. Ich habe was von 0.5 gelesen. Wo kommt die Info her?
Ich bin mir auch nicht sicher ob man es einfach so rechnen kann. Mal angenommen: Langes WE, alles waren untwergs. Am Sonntag Abend kommen viele zurück, stöpseln die Autos an und fangen an zu kochen. Jemand kommt noch auf die Idee eine WaMa oder sogar Trockner anzumachen. Mein Backofen (3.6kW) und Induktiosnkochfeld (7.2kW) können alleine schon 1/8 von dem Maximum des Haushaltsanschlusses verbrauchen. Und eine Kochvorgang kann ja auch länger dauern... D.h. die Wahrscheinlichkeit dass es mehrere WE gerade gleichzeitig kochen ist sehr groß...

Allegemenine Infos:
Unser Haus wurde 2015 fertig gestellt. Die Aufzüge sind von 2014.
Warmwasser und Heizung werden über "Fernwärme" bezogen. Somit steht nur eine kleine Wärmetauscheranlage und Pumpe(?). Wir haben auch noch in der TG 3x Doppelparker (2x davon sind sogar 2x2).
Sonst gibt es keine nennenswerte Verbraucher.

Diese Info habe ich von unserem Energieversorger gefunden:
https://www.main-donau-netz.de/static-resources/content/vp_mdn/resources/doc/Strom_Ergaenzende_Bedingungen_Preisblatt.pdf
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Re: Ladestationen Tiefgarage Eigentümergemeinschaft

Beitragvon ecopowerprofi » Mi 11. Okt 2017, 18:16

Eugenius hat geschrieben:
außer 0.15 Gleichzeitgkeitsfaktor. Ich habe was von 0.5 gelesen. Wo kommt die Info her?

Nix Info sondern reale Messergebnisse aus von uns installierte Anlagen. 15 WE haben einen Spitzenbedarf von 15 kW und 20 WE einen von 25 kW (gemessen und nicht geschätzt). Die 15 WE hätten einen Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,07 und die 20 WE von 0,08. Mittelwert wäre 0,75. Den habe ich zur Sicherheit verdoppelt und daher 0,15. Vielleicht hast Du 0,05 gelesen was der Praxis sehr nahe kommt. Die Netzbetreiber rechnen mit 2 kW pro WE zur Berechnung des Netzes. Das würde 0,13 entsprechen. Bei 4000 kWh pro Jahr und WE liegen wir im Mittel unter 0,5 kW.

Eugenius hat geschrieben:
Am Sonntag Abend kommen viele zurück, stöpseln die Autos an und fangen an zu kochen.

Alle um 18.00 Uhr ??? Wohl kaum. Es wird immer weniger zu Hause gekocht. Und wenn Sonntags gekocht wird dann überwiegend zur Mittagszeit. Die Mittagsverbrauchsspitze fängt fast auf die Sekunde genau um 11.30 Uhr an und ist wesentlich höher als die Morgen- und Abendspitze.

Eugenius hat geschrieben:
Jemand kommt noch auf die Idee eine WaMa oder sogar Trockner anzumachen. Mein Backofen (3.6kW) und Induktiosnkochfeld (7.2kW) können alleine schon 1/8 von dem Maximum des Haushaltsanschlusses verbrauchen.

Erst mal verbrauchen die Geräte alle nicht die Leistung dauernd sondern immer nur kurzzeitig. Wenn die 1/8 des Maximums verbrauchen dann sind ja noch 7/8 = 87,5% Reserve. Die 87,5% sollten für eine WB mehr als reichen.
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Re: Ladestationen Tiefgarage Eigentümergemeinschaft

Beitragvon Eugenius » Do 12. Okt 2017, 13:32

Ok, danke für die Infos und Erklärung. Jetzt muss ich nur noch meinen Verwalter und unseren Eli davon überzeugen.
Parallel hole ich mir noch eine paar Angebote für das Lastmanagement ein damit man besser vergleichen kann.

@ecopowerprofi: du hast ja im Shop Bilanzpunktregler, kann man ihn in meinem Fall nutzen?
So wie ich verstanden habe, braucht man dafür auch noch eine "Auf Anfrage Ladebox"... Und zu jeder Box auch noch RCD Typ A EV? Kann man deine 11kW Boxen auch nur mit einer Phase betreiben?
Ich habe noch bei keinem Ladebox Hersteller gesehen, dass nicht nur Strom von 6A bis x A geändert wird, sondern auch zwischen 1x und 3x Phasen umgeschaltet wird. Ist so schwer oder unzulässig? In meinem Fall wäre es Cool, wenn nachts keiner lädt 11kW zu nutzen, aber tagsüber oder abends nut 2,3kW-3,7kW.

Ich brauche Plan B für den Fall (der höchst wahrscheinlich) eintritt, wenn die Eigentümer gegen ein Lastmanagement (wegen Kosten) abstimmen. In so einem Fall will ich (vorerst zumindesst) gar keine WallBox haben. Da würde mir eine Blaue oder besser noch Rote CEE16A Dose (aber einphasig) reichen. Ich habe gelesen, dass in diesem Fall auch stink normaler Typ A (ohne EV) ausreicht. Richtig? Ziel ist: Ich lasse mir 5x2.5mm² Kabel legen. Die Abrechnung erfolgt über mein Wohnnungszähler. L1 geht an die rote Dose, L2 geht an die Schuko (für z.B. PowerLan Adapter). Dann könnte ich in der Zukuft immer noch auf 3ph umklemmen. An die rote Dose wird Mobile Box angeschloßen. Evtl. bastele ich mir selber ein Ladekabel (mit openEVSE oder so).
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Re: Ladestationen Tiefgarage Eigentümergemeinschaft

Beitragvon ecopowerprofi » Do 12. Okt 2017, 20:47

Eugenius hat geschrieben:
du hast ja im Shop Bilanzpunktregler, kann man ihn in meinem Fall nutzen?

Ja kann man und haben wir dafür auch schon eingesetzt.

Eugenius hat geschrieben:
Kann man deine 11kW Boxen auch nur mit einer Phase betreiben?

Kein Problem.

Eugenius hat geschrieben:
Ich habe noch bei keinem Ladebox Hersteller gesehen, dass nicht nur Strom von 6A bis x A geändert wird, sondern auch zwischen 1x und 3x Phasen umgeschaltet wird.

Davon baue ich sehr viele aber meistens in Verbindung mit geregeltem Laden nach PV-Leistung. Die Umschaltung dient dann dazu im eiligen Fall auch mal schnell dreiphasig mit Netzstrom zu laden. Informationen dazu auf unsere Homepage.

Eugenius hat geschrieben:
Die Abrechnung erfolgt über mein Wohnnungszähler. L1 geht an die rote Dose, L2 geht an die Schuko (für z.B. PowerLan Adapter). Dann könnte ich in der Zukuft immer noch auf 3ph umklemmen.

Ich würde direkt dreiphasig anklemmen und eine WB mit Umschalter nehmen.
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