Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon DeLike » Do 14. Jul 2016, 14:47

Badenser hat geschrieben:
Da ich annehme, dass Eure Versuche zum Ziel haben, eine universelle DC-Ladestation zu bauen, würde mich mal folgendes interessieren:
  • Welchen Spannungsbereich muss eigentlich eine Ladestation zur Verfügung stellen? Hintergrund der Frage ist, bei wievielen der Netzteilen im "wahren Leben" später die Spannung geregelt werden muss. Natürlich wäre 0-400V optimal (alle Netzteile werden geregelt), da aber die Zellen eine untere Entladeschlussspannung haben, kann eigentlich bis irgendwo um 250V kein Strom fließen. Dann würde es reichen, nur ein paar der Netzteile zu regeln.
  • Im Moment stellt Ihr die Ausgangsspannung mit den Potis ein. Wie soll die Ausgangsspannung der Netzteile von einem Controller eingestellt werden? Digitalpotis? Welche Spannungen liegen an den Potis an? Halten Digitalpotis das aus?
  • Wie kann man bei diesen Leistungen (möglichst potientialfrei) den Strom messen? Hall-Sensoren?


Hallo,

ich kann nur teilweise die Fragen beantworten.

Wie die Erfahrung gezeigt hat, man braucht 6 Netzteile in Reihe am DC OUT angeschlossen und 2 pro Phase am AC IN, damit man ein Akkupack 96S (Kango, Leaf und andere Modelle) von eine AC Säule mit 3-phäsigen Drehstrom direkt laden kann . Das macht genau max. bis 16A Belastung pro Phase und man kann die Ladeleistung mit paralleler Verbindung von 6 NT vergrößern (6 NT 11kW AC, 12 NT 22kW AC, 24 NT 43kW AC). Die Netzteile liefern 30-25A Strom mit einer Spannung von 38 bis 67V, dass heißt 6 NT in Reihe von 228 bis 402V eingestellt werden können.

Es gibt noch ABER:

- alle Netzteile sind gebraucht und ein Ausfall von ein bis paar NT ist sehr möglich, da es nur eine Frage der Zeit ist. Also man sollte dafür bereit sein und ein paar NT zum Ersatz haben!
- die Netzteile saufen viel Lüft, also eine sehr gute Belüftung mit IP-Schutz ist auch notwendig, wenn es um ein DC-Station handelt.
- Vermessung von Stromstärke ist nach meine Meinung das kleinste Problem, viel schlechter sieht es mit Protokolen für CCS und CHAdeMO aus...

Gruß,

DeLike.
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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon Berndte » Do 14. Jul 2016, 15:20

@ Think:

Ob und wie das beim Drilling möglich ist, kann ich nicht sagen. Muss halt mal jemand anders was probieren oder gibt es schon irgendwo dokumentierte Versuche mit Zusatzladern an den Drillingen?
Ich kenne aber einen in 80km Entfernung, vielleicht ist der ja mutig und besucht mich mal.
Dann kann man das Fahrzeug mal zerlegen und nachsehen.

Mit, meiner Meinung nach!, zu teuren Ladern meine ich explizit die hauptsächlich 10-20kW Chademos für mehrere tausend Euro.
Das Preis- Leistungsverhältnis passt einfach nicht so recht. Wenn man beim Leaf oder eNV zB schon den Doppelschnarchlader (6,6kW) hat, dann gibt man für läppische 3kW mehr Ladeleistung soviel Geld aus?
Wenn es nicht gerade ein Leasingfahrzeug ist, dann doch besser für ein wenig mehr Geld gleich einen 22kW Bordlader einbauen.
Aber das ist nur meine Meinung... die Anwendungsfälle sind halt zu verschieden.

Auch wird ein Drilling mit 10-20kW Chademolader sicher nicht schneller und einfacher zu Laden sein als ein Zoe!
Aber das ist auch nicht Bestandteil dieses Themas.

Zurück zur Eigentlichen Sinne:
Die Freigabe erfolgt mittels "Start"-Taster. Diesen muss man gedrückt halten und das AC-Schütz zieht an.
Die Netzteile fahren hoch und fangen an Strom zu liefern und laden den Akku.
Über ein Stromrelais an einer AC-Phase wird der "Start"-Taster jetzt gebrückt (Selbsthaltung) und man kann ihn loslassen.
Fällt der Ladestrom jetzt ab, öffnet (aktuell bei 12A eingestellt) das Stromrelais und die ganze Mimik deaktiviert sich.
Ein "Stop"-Taster ist auch vorhanden.

Das ist erst einmal ein provisorischer Aufbau, welcher noch ausgiebig getestet werden muss.
Der Vorteil ist, dass man bei jeder Ladung, auch mitten im Ladevorgang, die Zusatzladung ein- und ausschalten kann.
Auch baue ich ja mehrere 11kW Stacks ein, welche man je nach verfügbarer Anschlussleistung am Ladepunkt zuschalten kann.
Eine Auswertung des CP-Signals der Ladesäule ist theoretisch schon mal im Kopf vorhanden und wird dann mittels eines Arduino gesteuert.
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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon kaimaik » Do 14. Jul 2016, 20:41

Berndte hat geschrieben:
@ Think:

Ob und wie das beim Drilling möglich ist, kann ich nicht sagen. Muss halt mal jemand anders was probieren oder gibt es schon irgendwo dokumentierte Versuche mit Zusatzladern an den Drillingen?



Ja es gibt jemanden der einen Zusatzakku bei den Drilligen verbaut hat.

Kommt aus dem Raum Cuxhaven.
Er war auch auf der WAVE 2016 mit dem Fahrzeug dabei.
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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon Think » Do 14. Jul 2016, 21:33

Scheinbar gibt es nur fehlgeschlagene Versuche mit Zusatzladern bei den Drillingen.....die sind auch irgendwo hier im Forum dokumentiert.....Zusatzakku wäre auch nicht uninteressant aber noch wichtiger ist schneller laden zu können!!
Selbst der bekannte "Elektroauto-Papst" Gero Kleinertz der sich wirklich verdammt gut in der Materie auskennt kannte hierfür keine günstige Lösung :roll:
Deshalb finde ich ca.3000.-€ für ein CE-geprüftes handiches 15Kw-ChaDEMO-GERÄT nun nicht wahnsinnig teuer......
Selbst ein Projekt mit Delta-Ladern kostet mit dieser Leistung auch immerhin fast 1000.-€ u.bei so vielen Geräten in Bastellösung
wäre es mir ohnehin etwas mulmig :oops:
Wieso soll ein Drilling mit einem 15KW-Chademo-Ladegerät langsamer laden als ein ZOE mit 22KW im Verhältnis zur Akkugrösse???
In Kilometern geladener Leistung/Zeit hast Du zwar recht, aber ansonsten sehe ich keinen Unterschied.
Ausserdem gibt es deutl.mehr Lademöglichkeiten mit Chademo als mit 43Kw AC :idea:

Allerdings falls es nichts wird mit der Sammelbestellung der Chademo-Lader oder der Preis zu hoch wird, könnte es bei mir auch ein ZOE werden.... :lol:
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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon e-beetle » Di 16. Aug 2016, 09:39

Kurze Rückmeldung zu meinen Ladegeräten:
Habe mir 2 "Einheiten" á 3 Netzteile in Serie gebaut, jeweils 63V bei 24A (1512W) Ausgang.
Aus dem Netz gezogen wird pro Einheit 5,5kW über drei Phasen, also ca. 1670W pro Netzteil.

Schließe ich beide Einheiten zusammen (parallel), ziehe ich aus der Ladesäule mit ziemlich genau 10kW und liege damit im Rahmen jeder 11kW Säule und CEE16/5 Steckdose.

Während der Ladung wird ordentlich Wärme erzeugt, daher lade ich mit leicht geöffnetem Kofferraum, wenn möglich.

Seit Februar lade ich mit einem Dreierblock, in seltenen Fällen mit zwei Blöcken parallel.
Von meinen bisher 7 Netzteilen ist eines ziemlich früh mit einem Defekt ausgefallen, die anderen 6 laufen bisher problemlos.

Wenn es hier jemanden gibt, der sich an die Reparatur herantraut, bitte gern eine PN schreiben :-)
Würde gern ein Ersatz Netzteil im Regal stehen haben, für den Fall eines weiteren Ausfalls.

Ansonsten für die Flexibilität und Leistung ein gutes Angebot, denke ich.
Vielen Dank an DeLike, für die Organisation.

Gruß,
Michael
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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon Berndte » Di 16. Aug 2016, 10:20

Hallo,

ich habe noch ein wenig rumexperimentiert.
Die beiden seitlichen Poti habe ich mal testweise ganz nach Links gegen den Uhrzeigersinn gedreht.
Jetzt ist auch die interne Strombegrenzung deaktiviert. Testweise habe ich ganz kurz über 37A rausgekitzelt.
Mehr wäre sich auch noch drin, aber ich mag meine PSU ;)
Intern ist ja auch eine Halbleitersicherung vorhanden, die wollte ich nicht himmeln... hatte die 30A, oder sogar mehr?

Zum Testen habe ich mir mal eine Energievernichtungsmaschine gebaut.
Da kann ich die 68V und über 30A verheizen und so die PSU dauerhaft testen.
IMG_20160814_194517.jpg


Bei 30A und meinen gewünschten 68V pro PSU sollten dass dann maximal 12kW an DC pro 6er Stack sein.
Das wäre dann ca. 13-14kW an AC. Davon dann zwei Stacks und ich kann mit 28kW laden.
Vielleicht werde ich ja noch schwach und baue noch einen Stack mehr zusammen, aber mit dem kleinen ungekühlten 18kWh Akku will ich nicht unbedingt mit 43kW reinballern. Also nächstes Projekt: Zusatzakkus!

IMG_20160814_194539.jpg
Zuletzt geändert von Berndte am Di 16. Aug 2016, 12:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon Joe-Hotzi » Di 16. Aug 2016, 11:10

Tolle Sache. Ebern eingelesen, da ich auf Langstrecke auch gern etwas schneller laden würde als 11kW.

Aber wenn ich auf ca. 350V beim Stromos kommen will, bräuchte ich ja 6Stück (dafür nur ca. 60V) in Reihe und diese sollten je zwei auf den verschiedenen Drehstromphasen laufen. Kann das ohne Ärger funktionieren?!?
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!
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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon e-beetle » Di 16. Aug 2016, 11:44

Ja, warum denn nicht? Das gleiche mache ich mit den 6 Stück die ich als "3s2p" zusammenschalte.
Dabei liegen jeweils zwei Netzteile auf einer der drei Phasen und belasten diese gleichmäßig.
Besser kann es nicht laufen :-)

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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon Oliver » Di 16. Aug 2016, 11:56

Wie sieht das spannungsmässig aus? Ist die Isolationsspannung genug hoch? (für 6s)
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Re: Ladegeräte auf Basis von Delta Electronics ESR-48/30D

Beitragvon Berndte » Di 16. Aug 2016, 12:09

Lest mal hier das ganze Thema.
Hier habe ich über die 6 Stück in Reihe geschrieben:
ladeequipment/ladegeraete-auf-basis-von-delta-electronics-esr-48-30d-t15620-60.html#p365017
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