Erdspieß beim Laden notwendig ?

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Erdspieß beim Laden notwendig ?

Beitragvon novalek » Di 6. Okt 2015, 16:40

Betreiber von Verkaufswagen, also Fahrzeugen, die im öffentlichen Raum stehen und mit Betriebsspannung versorgt werden, müssen nach VDE einen lokalen Erder (Erdspieß, Staberder) mit der leitenden Fahrzeughülle verbinden. Dem Käufer wird der Spieß mit GelbGrünKabel und Flügelschraube und Merkblatt auch übergeben.

Grund: Verkehrsicherungspflicht.

Ein zu ladendes Fahrzeug ist doch nichts anderes,
zumal, wenn die Zuleitung zu einer möglichweise externen Ladebox bei Gleichwechselspannungsbetrieb nur unzulässigerweise mit einem Fehlerstromschalter Typ A ausgerüstet ist, also real keinen funktionierenden FI hat.

Die Argumentation, warum gerade bei Elektrofahrzeugen nix einzuhalten sei, wäre ja mal interessant.

Obwohl,welch grausige öffentliche Verteilungen an Märkten und auf Campingpllätzen zu finden sind, ich kenne recht viele.

Und an Verkaufswagen oder gar Wohnwagen, die z.T. über 50-70 Meter Kabel an der Verteilung hängen, habe ich seltenst Erdspieße gesehen.
Zuletzt geändert von novalek am Di 6. Okt 2015, 16:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Michael_Ohl » Di 6. Okt 2015, 16:45

Aus diesem Grund prüfen die Fahrzeuge vor dem Laden das Vorhandensein einer Erdung und laden nicht falls unterbrochen. Aber im Gegensatz zum Grillmobil sind auch nicht so viele Kunden mit einer Hand auf dem Tresen und mit der anderen im Mund unterwegs - zumindest bei mir nicht.

mfG
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Re: Erdspieß beim Laden notwendig ?

Beitragvon novalek » Di 6. Okt 2015, 16:56

Michael_Ohl hat geschrieben:
Aus diesem Grund prüfen die Fahrzeuge vor dem Laden das Vorhandensein einer Erdung
Wie denn, das Fahrzeug steht auf Isoblöcken ?
Es wird doch nur die Schleife Schutzleiter zum N-Leiter geprüft. Und was mobile Ladeboxen anstellen, will ich garnicht wissen, wenn da N mit Schutzerde verbunden sein mag.

Ob nun Kinder am Verkaufswagen nuckeln oder beim Spielen einen Ball unter dem ladenen Kfz herausholen - kann's ja nicht sein.
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Re: Erdspieß beim Laden notwendig ?

Beitragvon Elektrofix » Di 6. Okt 2015, 19:57

Ich weis zwar nicht wie Du auf den Gedanken kommst, daß ein Auto isoliert steht da die Autoreifen leiten und nicht isolieren.
Die Überprüfung des PE wird während des ganzen Ladevorganges getan. Verändert sich diese, wird die Ladung abgebrochen.
Die ZOE hat sogar eine Fehlerspannungschutzschaltung wegen des in Frankreich verbreiteten TT-Netz. Bei einem TT-Netz ist der Widerstandswert des PE schlechter als das im übrigen Europa meist verwendetet TN-Netz.

Nun zum Fachlichen:
Schausteller- und Verkaufswagen gehören in Richtung VDE0100-704 und Ladestationen für E-Autos in die VDE0100-722. Die VDE ist stand der Technik, eine Diskussion erübrigt sich.

Gruß
Elektrofix

Ps. beide VDE habe ich auf dem Schreibtisch, und morgen muss ich wieder eine E-Prüfung machen, dann ist der Monat wieder um.
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Re: Erdspieß beim Laden notwendig ?

Beitragvon Michael_Ohl » Di 6. Okt 2015, 21:16

Das Reifen vernünftig leiten gehört eher zu den Gerüchten. Wenn das Fahrzeug auf Beton oder Asphalt trocken steht liegt der Isolationswiderstand bei mehr als 10Mohm. Mit dem Isolationstester bei 500V hab ich's noch nicht gemessen könnte ich bei Bedarf Nachlesen ob ich über die 1000Mohm des Messbereichs komme.
Das Isoliert nur bei nur bei Regen nicht so gut.
Die klassische Nullung ist bei richtiger Montage des RCD auch nicht schlechter als andere Lösungen. In vielen Bundesländern kommen nur 4 Leiter ins Haus. Der Gelbgrüne ist der Nulleiter und der Erdanker der Verbindungspunkt liegt im Verteilerkasten.

mfg
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Re: Erdspieß beim Laden notwendig ?

Beitragvon mlie » Di 6. Okt 2015, 21:31

Der Verband deutscher Elektrobastler, kurz VDE, hat sich schon was dabei gedacht, Elektroautos und Schausteller nicht in dieselbe Normenecke zu stellen.
Nicht zuletzt deswegen, weil beim Laden des Elektroautos betriebs- und planmässig kein Publikumsverkehr an, auf oder im Fahrzeug stattfindet, bei einer Losbude schon. Und der PE bei einer Würstchenbude kann auch problemlos unterbrochen sein ("Aber es funktioniert doch!!!"), das Auto unterbricht sofort die Ladung, sobald der PE unterbrochen ist.
Das war auch der Grundgedanke der fest installierten Wallboxen, Sie sollten ursprünglich vom Fachbetrieb vernünftig und sicher angeschraubt und angeschlossen werden und werden als Bestandteil der Gebäudeinstallation ja auch Regelmässig überprüft. Und die gefährliche, nicht vom Betreiber beeinflussbare Strecke (Ladekabel) wird eben mit PE-überwachung versehen.
Das alles kann CEE und eine tragbare Wallbox oder eben ein Imbisswagen nicht. Wobei ich auch schon genug Erdspieße gesehen habe, die auf Betonboden lagen, den Erdungswiderstand möchte ich da eher nicht wissen...
145 Mm elektrisch ab 11/2012.

Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Erdspieß beim Laden notwendig ?

Beitragvon novalek » Di 6. Okt 2015, 21:48

Na gut, wenn das aus fachlicher Sicht einwandfrei ist.
Ein verborgenes Fragezeichen bleibt - denn der eine Fachmann zieht dieses VDE-Blatt hervor und der andere jenes.
(begehrtes Beispiel: ein absolutes MUSS -Drehstromabsicherung mit FI Typ A - richtig wäre - niemals im Spezialfall Gleichspannungüberlagerter Drehstrom - jeder Typ A versagt).

@mlie: Sehr gute Darstellung - Also wären dann externe CEE-Ladeboxen mit der Betriebsumgebung eines Imbißwagens gleichzusetzen und Nutzer müßten Erdspieße setzen .

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Re: Erdspieß beim Laden notwendig ?

Beitragvon Grejazi » Di 6. Okt 2015, 22:41

Die VDE-Normen sind eindeutig.
Nur sind diese nicht das einzige Regelwerk das zu beachten ist sondern vielmehr die Mindestanforderungen die für die Errichtung und den Betrieb elektrischer Anlagen.
Weder ein Auto noch ein Verkaufswagen / -Anhänger werden darin explizit betrachtet.

Bei Verkaufsständen auf öffentlichen Plätzen ist neben der rein elektrischen Absicherung auch der Blitzschutz zu berücksichtigen, weshalb im Normalfall eine Verbindung zur Erdung der Einspeisung mit mindestens 6 ggf 10mm² zu erfolgen hat - alternativ über einen eigenen Erdspieß bei zu großen Kabellängen oder zu geringem Querschnitt.

Beim Laden des Elektrofahrzeuges reicht die normale Erdung über das Ladekabel aus - Blitzschutz ist nicht gefordert, weil hier individuell reagiert werden kann durch trennen von der Ladestation, was übrigens auch in den Bedienungsanleitungen des Fahrzeuges zu finden ist.
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Re: Erdspieß beim Laden notwendig ?

Beitragvon Elektrofix » Mi 7. Okt 2015, 19:12

Michael_Ohl hat geschrieben:
… In vielen Bundesländern kommen nur 4 Leiter ins Haus. Der Gelbgrüne ist der Nulleiter und der Erdanker der Verbindungspunkt liegt im Verteilerkasten.
Ich kenne nur Häuser wo 4 Leiter ins Haus kommen, ob Niedersachsen, Rheinland-Pfalz oder Bremen, der Grüngelbe ist der PEN-Leiter. Im Hausanschlußkasten entscheidet sich dann, ob der Fundament-/Kreuzerder mit dem PEN verbunden wird. Wenn Ja, dann wird es im Haus ein TN-Netz; wenn Nein, dann wird der PEN-Leiter zum N-Leiter und es ist ein TT-Netz. Welche Netzform entscheidet der Netzbetreiber. Ab dem Hausanschlußkasten wird dann ein 5-Leiter zum Zähler gelegt.

Zum Thema Erdspieß:
Da alles ortsveränderlich ist, muss dann die Verbindung mit flexiblere, schwerer Gummileitung geschehen (VDE0100-704.522.8.9). Die Leitung heizt dann H07RN-F1G16. Als ich meinen Elektrodealer danach fragte, schüttelte er nur mit dem Kopf, also musste ich etwas anderes nehmen. :( Bei jedem Wechsel ist dann auch eine Messung des Erdwiderstand vorgeschrieben.
Du siehst eine zusätzliche Erdung eines E-Auto ist gar nicht möglich, oder willst Du wie ein Schausteller bei jedem Standortwechsel einen Elektriker beauftragen, der dann die Erde mißt und seinen Segen gibt.
Auch im Hinblick auf die Bauweise der Autos mit GFK, Kunststoff oder Kohlefaser, macht einen zusätzliche Erdung kaum sinn.
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