Ein FI Typ B für mehrere Keba?

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Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon Jupiter642 » Do 14. Sep 2017, 08:52

Wenn ich einen Ladepark mit mehreren Keba Typ 2 machen will, braucht ja jede diesen teuren Typ B FI?

Wäre es den möglich einen B zu nehmen für mehrere Keba's?

Klar, fliegen dann alle Autos vom Netz wenn eines Fehlerstrom hat, aber das wäre wahrscheinlich mal egal.

5kW ist schon wieder zuviel für eine Schuko, aber bei Keba Typ2 wäre es wiederum möglich.

Und außerdem hat auch fast jeder EAuto Fahrer ein Typ2 Kabel.

Also eine 50kW Anschlussleistung aufgeteil auf 10 Keba's ... das wären dann ja fast 10,000 Euro nur für die Keba's.

Nimmt man einen FI B den man allen Keba's vorschaltet wär's sicher günstiger.
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Re: Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon Tho » Do 14. Sep 2017, 09:09

Wenn du KEBA P30 nimmst brauchst du keinen extra FI B, die Funktionalität ist in der Keba.

Nimmst du P20, brauchst du streng nach VDE für jede KEBA einen FI B.
Wenn du mehrere KEBAs an einen FI B hängst, können sich z.B. Fehlerströme von Zoes so aufsummierem, das obwohl eigentlich alles ok ist dann doch der FI fliegt. Ich würde es nicht machen.

Wenn du einphasig anschließt, 3.7kW was ja deinen 5kW relativ nahe kommt, brauchst du auch keinen FI B.
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Re: Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon EVduck » Do 14. Sep 2017, 09:13

Erkläre doch bitte kurz, was dein Ziel ist, Jupiter642, dann kann man die besser helfen/dich auch beraten.

Grundsätzlich muss jede einzelne öffentliche Ladestelle (in DE) individuell mit einem FI-B oder FI-A EV geschützt werden, wenn sie dreiphasig ausgeführt sind. Und das ist gut so, denn hängst du mehrere dahinter ist die Gefahr groß, dass sich die Ableitungsströme der Ladegeräte addieren und den FI auslösen.

Tho war etwas schneller. Hat die P30 einen echten FI eingebaut oder nur eine Gleichfehrerstromüberwachung per Software? Letztere ist nämlich schön, aber in DE nicht ausreichend, da muss ein echter FI verwendet werden.
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Re: Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon enabler » Do 14. Sep 2017, 10:38

EVduck hat geschrieben:
Tho war etwas schneller. Hat die P30 einen echten FI eingebaut oder nur eine Gleichfehrerstromüberwachung per Software?

DC Leakage Detector
Letztere ist nämlich schön, aber in DE nicht ausreichend, da muss ein echter FI verwendet werden.

Meines Wissens ist das nicht der Fall, bzw. unklar definiert.

Keba sieht das in seinem Installationshandbuch für den Elektriker so:
FI-Schutzschalter mindestens Type A (30mA Auslösestrom).
Sind die zu ladenden Fahrzeuge nicht bekannt (z.B. halböffentlicher Bereich), müssen Maßnahmen zum
Schutz beim Auftreten von Gleichfehlerströmen (>6mA) getroffen werden. Dies kann durch die Geräte-
Variante KC-P30-xxxxxxx2
, die Verwendung eines speziell für Elektrofahrzeuge vorgesehenen FI-Typs
oder mit einem FI Type B realisiert werden. Zusätzlich sind die Vorgaben des Fahrzeugherstellers zu
beachten.

(Quelle: http://www.keba.com/web/downloads/e-mobility/KeContact_KCP20_30_ih_de.pdf)
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Re: Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon EVduck » Do 14. Sep 2017, 11:09

Die Situation ist eindeutig, jedenfalls für Deutschland. In Österreich (KEBA kommt von da) ist die Lage möglicherweise anders, das kann ich nicht beurteilen.
  1. Es muss sichergestellt werden, dass bei Fehlerströmen > 30mA abgeschaltet wird.
  2. Bei dreiphasigem Anschluss können durch das Ladegerät Gleichfehlerströme entstehen, die bei mehr als 6mA einen FI-A erblinden lassen (können).
  3. In Deutschland ist derzeit keine Gleichfehlerstromüberwachung zulässig. Der so genannte Software-FI ist seit Jahren in der Pipeline, aber immer noch nicht zulässig.
Daraus folgt die Notwendigkeit eines FI-B oder FI-A EV. Ebenso ist gefordert, dass ein FI pro Ladepunkt notwendig ist.
Nachlesen kann man das Ganze in den einschlägigen DIN VDE 0100-xxx. Hier auch insbesondere die DIN VDE 0100-722.
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Re: Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon enabler » Do 14. Sep 2017, 20:38

So einfach ist das auch in Deutschland nicht:

Bender GmbH ("Bender - The Power of Electric Safety" sic) sieht mit den (auch in Keba verbauten) DC Leakage Detektoren die deutschen Normen als erfüllt an:
"Entsteht im Ladestromkreis im Falle eines Isolations­ fehlers ein Fehlergleichstrom größer I Δn DC ≥ 6 mA, ist eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) Typ B erforderlich oder es sind andere geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Hintergrund dafür ist die Tatsache, dass die Funktion einer Fehlerstrom-Schutz­ein­richtung (RCD) Typ A durch Gleichfehler­ströme größer I Δn DC ≥ 6 mA negativ beeinflusst werden kann.

Mit dem Differenzstrom-Überwachungsgerät RCMB420EC steht die Lösung zur Verfügung, mit der Gleichfehlerströme I Δn DC ≥ 6 mA erkannt und ausgewertet werden. Durch Abschaltungsmaßnahmen wird eine Fehlfunktion der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) Typ A verhindert."

(http://www.bender-emobility.com/fileadmin/products/b/d/Emobility_PROSP_de.pdf, Seite 8)

@jupiter: ein "Typ A FI" pro Box und das war's. Wenn sogar der Hersteller der Wallbox und der Hersteller der Fehlerstromschutzeinrichtung sagen, dass es passt, dann passt's.
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Re: Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon EVduck » Fr 15. Sep 2017, 09:14

Ich wollte über dieses Thema doch nichts mehr schreiben...
Ist ja schön, dass Bender mit den netzspannungsabhängigen DC-Leakage-Detectors die deutschen Normen als erfüllt ansieht (obwohl ich das in dem Ausschnitt nicht lese.). Leider (und ich meine wirklich Leider!) fordert die deutsche Norm netzspannungsUNabhängige FIs. Daher würde ich immer mit FI-B arbeiten, der in Zukunft immer mehr gefordert werden wird, so wie ich die Weiterentwicklung der Normen sehe. Habe ich wirklich Kostendruck, würde ich evtl. auf einen FI-A EV gehen, aber niemals auf einen FI-A (ohne EV).

NB.: Ich verstehe es nicht, warum immer an den Sicherheitsfeatures gespart werden muss...
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Re: Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon EVduck » Fr 15. Sep 2017, 09:14

Ich wollte über dieses Thema doch nichts mehr schreiben...

Ist ja schön, dass Bender mit den netzspannungsabhängigen DC-Leakage-Detectors die deutschen Normen als erfüllt ansieht (obwohl ich das in dem Ausschnitt nicht lese.). Leider (und ich meine wirklich Leider!) fordert die deutsche Norm netzspannungsUNabhängige FIs. Daher würde ich immer mit FI-B arbeiten, der in Zukunft immer mehr gefordert werden wird, so wie ich die Weiterentwicklung der Normen sehe. Habe ich wirklich Kostendruck, würde ich evtl. auf einen FI-A EV gehen, aber niemals auf einen FI-A (ohne EV).

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Re: Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon Tho » Fr 15. Sep 2017, 09:23

Die Frage ist ob ein FI A EV oder FI B wirklich einen Sicherheitsvorteil gegenüber dem DC-Leakage-Detector bietet.
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Re: Ein FI Typ B für mehrere Keba?

Beitragvon EVduck » Fr 15. Sep 2017, 09:33

Tho hat geschrieben:
Die Frage ist ob ein FI A EV oder FI B wirklich einen Sicherheitsvorteil gegenüber dem DC-Leakage-Detector bietet.

Ja, Bieten sie. Ein (zugegebenermaßen seltener Fall), Ich habe einen DC Fehler und in der Versorgunsspannung fehlt eine Phase, nämlich genau diejenige die der Leakage Detektor braucht um auszuwerten.
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