DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon zitic » Do 30. Mär 2017, 18:38

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Aber in Anbetracht dessen, dass die Normierung jahrelang auf der Stelle trat, ist es schon bezeichnend, dass man einen eigentlich beschlossenen Standard (DC-Mid über Typ2) "beerdigte" und einen neuen Stecker als verbindlichen europ. Standard recht zügig durchsetzte, als Tesla mit dem SuC über Typ2-DC-Mid schon erfolgreich war ...

Spätestens seit September 2011 ist der Combo-Stecker bekannt(hab ich jetzt gefunden: http://www.mennekes.de/uploads/media/ME ... ung_02.pdf ),im Oktober bekennen sich die deutschen und amerikanischen Hersteller dazu. In der Standardisierung wird bereits vom Combo-Stecker mit zwei Zusatzkontakten gesprochen, ohne die finale Spezifikation, aber der Weg ist schon eindeutig vorgezeichnet. Ergibt es unter der Prämisse einen Grund auch noch DC-Mid zusätzlich zu unterstützen, was ja das ganze Stecksystem nicht unbedingt vereinfachen würde? Da halte ich den Schritt für logisch DC universal über eine Steckerkonfiguration mit Ausbauperspektive anzubieten.

Dass Tesla gerade vor dem kurzfristigen Aufbau ihres Systems stehend hier andere Wege geht, kann man natürlich verstehen. Aber es ist natürlich auch klar, dass die proprietäre Umsetzung eines einzelnen Herstellers auch ganze andere Möglichkeiten bietet als ein universaler Standard, der durch Gremien koordiniert über diverse Hersteller laufen muss. Das hier erwähnte Beispiel um den quälenden Prozess hin zu Typ 2 (Typ 3 ist ja auch im Standard und wird nicht genutzt) kann man schon als Fingerzeig sehen. Über Standardisierungswidrigkeiten mit x Ansprüchen aus anderen Bereichen können sicherlich viele berichten. Im Mennekesansatz waren ja sogar nur 70 kW vorgesehen, im Standard sogar nur 38kW!

Beim Combo1 hätte man ohnehin nicht mit einem äquivalenten DC-Mid-Modell arbeiten können.

Weiterhin finde ich paradox, dass hier lange, größtenteils zu recht, gelästert wird, dass die Großen Tesla nicht ernst nehmen, was sich ja erst seit 1-2 Jahren geändert hat, aber dann schon 2011 vermeintlich entsprechend großen Aufwand betrieben haben, um Tesla mit dem Combo-Stecker nur eins auszuwischen. Letztlich juckt das Tesla doch auch nur wenig. Ihre Adapterflexibilität haben sie ja bewiesen. Der Aufwand beim Model 3 die beiden Combo-Stifte mit zu integrieren und damit eine riesige Flexibilität zu haben ist ja auch nicht sehr groß. Mit dem Chademo-Adapter zusammen kann man dann wirklich überall laden. Und dann hat man proprietär ultralangfristig sogar die Möglichkeit zusammen 350 kW + 140 kW anzubieten. Wow! :)
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Beitragvon Joe-Hotzi » Do 30. Mär 2017, 19:18

Ja, wo es hinging, zeichnete sich ab. Nur beschlossen war eben noch nichts.
Und lustig liest sich auch die Mennekes-Presseinformation (Entwickler von Typ2 !) zur DC-Combo-Version:
DC-High Ladung
... mit zwei zusätzlichen DC-Kontakten für Leistungen bis 140kW DC vor. Dieses Konzept wird derzeit von Mennekes nicht angeboten. ...

Kompakte Bauform auch für DC-Anwendung
Der große Vorteil der Konzepte DC-Low und DC-Mid liegt darin, dass diese Lösungen im Vergleich zu heute gebräuchlichen DC-Ladesteckvorrichtungen durch eine äußerst kompakte Bauweise und absolut überzeugende Handlingvorteile besticht. Die Steckvorrichtung liegt gut in der Hand und kann dank des geringen Gewichts und der ergonomischen Formgebung auch mit einer Hand bedient werden.

Vermutlich sah Tesla die Vorteile von DC-Mid ebenso ... ;)

DC-Mid hätte eben gerade den Vorteil gehabt, mit einer (schon standardisierten) Steckerlösung beide Möglichkeiten AC+DC zu nutzen. Deutliche Kosten- /Stückzahlenvorteile für die Produzenten und Handlingvorteile für die Nutzer. Dass es irgendwann "zu eng wird" ist natürlich abzusehen. Aber bisher nutzen außer den Tesla kaum EV Ladeleistungen >50kW und wenn, dann meist nur kurz am Anfang. Bis heute wäre man also mit DC-Mid gut ausgekommen ...

Der Rest der Geschichte wird wohl zumindest zum Teil Spekulation bleiben.
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon zitic » Fr 31. Mär 2017, 08:55

Die Zyklen von normalen Autofirmen kennt man ja. In den USA hätte es ja wie gesagt auch nicht funktioniert. Bis heute hätte das vielleicht gereicht. Aber für die Hersteller ist der Markt bis heute noch winzig. Insgesamt gesehen auch die Steckermengen. Es wäre aus deren Sicht quick and dirty gewesen für einen beschränkten Zeitraum und beschränkten Markt. Und dann hätte man die DC-Mid-Technik langfristig auch noch weiter mitschleifen müssen.

Wie gesagt aus der Sicht von Tesla ergibt das alles Sinn, aber für die Breite ergibt sich daraus kaum Logik hinter einem kleinen Zwichenschritt.

Aber ich muss dir zustimmen, dass weiterhin wie bei so vielen viel Raum für Spekulationen um Verschwörungstheorien bleibt. Das macht sie ja so attraktiv ^^
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon 150kW » Mo 3. Apr 2017, 12:07

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Tesla hat doch Patente offengelegt und Zusammenarbeit /Nutzung der SuC angeboten ...
Das mit den Patenten kam doch m.E. erst viel später.

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Es geht da nicht einmal nur um "ernst nehmen", sondern auch um das Ego und die Eigeninteressen der Europäer.
Das Tesla mit der möglichen Nutzung der SC durch Fremd-Hersteller keine Eigeninteressen gehabt hätte, kann man aber auch nicht sagen ;)
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon Joe-Hotzi » Mo 3. Apr 2017, 17:55

Nein, das sagt niemand.

Was bleibt sind die "Erinnerungen" aus jener Zeit:
- Akku >60kWh, als in Deutschland /Europa noch ca. 20kWh als "maximal möglich" dargestellt wurden
- reale Reichweiten (und Fahrleistungen) schon beim Roadster, die bis heute nicht als Standard gegeben sind
- Reichweiten beim ModelS, die in den dt. Medien noch lange als "unmöglich" dargestellt wurden
- DC-Schnellladenetz "SuC", dass als einziges System flächendeckend eine überregionale Nutzung des ModelS ermöglichte ...
...

Ich würde nie behaupten (trotz blumiger Medienfloskeln), dass E.M. /Tesla nur die "uneigennützige" Verbreitung der Elektromobilität im Sinne hätte und keine Eigeninteressen vertritt. Aber darum ging es hier ja gar nicht.

Die Entwicklung /Verabschiedung der europ. Steckernormen ist ebenso wenig ohne Eigeninteressen (vor allem der dt. Autobauer) passiert und von der dt. Ladestelllenverordnung oder dem SLAM-Förderungen fange ich lieber gar nicht erst an ... :roll:
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