DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon Joe-Hotzi » Mo 27. Mär 2017, 22:47

lorn10 hat geschrieben:
Das 22kW DC viel schneller ist als AC hab ich von dieser Seite hier: http://www.schnellladen.ch/de/dc-wallbo ... designwerk Wenn man runter scrollt ...

Na, die Infos sind schon richtig, Du hast sie nur etwas eigenwillig interpretiert. Dort steht keineswegs, "ist 22kW DC grundsätzlich viel schneller als 22kW AC", sondern nur, dass diese angeführten E-Autos an AC sehr lange brauchen - weil sie eben keine Drehstromlader (aber zumindest gegen Aufpreis, teils auch serienmäßig eine DC-Ladesteckdose) onBoard haben!

Sie können daher an einer 11kW-AC-Wallbox alle nur einphasig mit mit 3,6kW laden! Für VW eUp, eGolf, Mitsubishi Outlander, iMieV&Co ist das sogar das generelle Maximum an AC! Je nach Akkugröße dauert das Laden dann natürlich viele Stunden ... :roll:

Für andere E-Autos wie BMW i3 (bis Ende 2016), Leaf, Soul, ... gibt es eine (teils optionale) Aufrüstung der Bordlader auf einphasige 4,6kW (max. zulässige "Schieflast" in D auf dem Papier) bzw. technisch mögliche 6,6kW oder 7,2kW. Dazu brauchen sie aber dann eine 22kW-Wallbox, von der sie maximal 1/3 der Anschlussleistung nutzen können! Da sind wir noch weit von 11kW Drehstromladern oder gar 22kW Drehstromladern entfernt.
BMW bietet mit dem größeren Akku jetzt optional einen 11kW Drehstromlader (+CCS-Combo2-Ladedose, 990€ Aufpreis), der VW eGolf soll bald zweiphasig mit 7,2kW an 11kW/22kW-Ladestellen laden können ... Die CCS-Buchse für den eGolf kostet in der mir vorliegenden Preisliste 610€, den Zweiphasenlader finde ich (noch) nicht. Schnellladen ist dies natürlich nicht. Die Zellhersteller sprechen beim Laden mit 0,5C (meist die Normangabe in den Datenblättern), also einer Ladedauer von 2Stunden, von Normalladen. Alles darunter bezeichne ich als "Schnarchladen" :roll: Zwischen 1-2h ist "beschleunigtes Laden" und echtes Schnellladen dauert <1h, bspw. ca. 30min für 80%. Das geht dann meist nur >43kW und mit DC.

An dieser Stelle setzt die Fa. Designwerk an und bietet halt die CHAdeMO /CCS-Combo2 Gleichstrom-Lader an. Diese stöpselt man an eine CEE400V/32A - AC22kW an und kann (wenn man halt eine passende DC-Ladedose hat) dann etwas schneller laden.

Das Geschäftsmodell hätte sich m.E.n. sofort erledigt, wenn als Bordlader Drehstromladegeräte verbreitet wären. Wenn aber die Hersteller beim Bordlader einsparen und nicht einmal optional Drehstromlader anbieten (und selbst nicht einmal in DC-Ladestrukturen investieren wie Tesla mit seinen SuC), wird der Kundenwunsch nach etwas schnellerem Laden eben (teuer) auf andere Weise von "Drittanbietern" wie Designwerk befriedigt. Eigentlich macht DC-Gleichstromladung erst >43kW Sinn, aber in der Not ...
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Beitragvon 150kW » Di 28. Mär 2017, 10:43

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Die CCS-Buchse für den eGolf kostet in der mir vorliegenden Preisliste 610€, den Zweiphasenlader finde ich (noch) nicht.
Die 7,2kW AC beim e-Golf sind Grundausstattung.
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon lorn10 » Di 28. Mär 2017, 12:11

Und wieder ein Merci für diese ausführliche Erklärung Joe-Hotzi. :) Jetzt ist es klar geworden.

Das Laden mit DC ist bei gleichen kW Werten nicht per se schneller als mit AC. Es bringt vor allem den Vorteil, dass herstellerseitig auf der Autoseite (deutlich) weniger Aufwand betrieben werden muss. Die Abwärme beim Laden fällt kleiner aus, - für die Autohersteller entfällt somit die Thematik der aufwendigen Lade-Kühlung. Zudem kann auch der Bordlader viel einfacher gestaltet werden, - bei DC wird dieser ja eh umgangen.

Im Vergleich zur 3,6kW Standard AC Ladeleistung ist sozusagen fast alles "schneller", - das relativiert dann die Performance der Designwerk WDC22. Hätte wirklich nicht erwartet, dass die neueren Elektros meist nur mit 1P AC Lademöglichkeit daherkommen. :( Der AC Schnarchlader im neuen Smart hat da mit 7,2kW ja schon die doppelte Leistung...

Wenigstens bei den Premium Herstellern wäre aus meiner Sicht ein optional auswählbarer Drehstromlader Pflicht. Und was Tesla da beim Model X so anbietet ist einfach schwach. Bei dem Gesamtpreis fällt ein vollwertiger 22kW AC Drehstromlader nicht wirklich ins Gewicht. Viele Tesla Fahrer in Europa würden diese Option vermutlich sogar noch extra zahlen. ;)
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon Joe-Hotzi » Di 28. Mär 2017, 16:12

lorn10 hat geschrieben:
Hätte wirklich nicht erwartet, dass die neueren Elektros meist nur mit 1P AC Lademöglichkeit daherkommen. :(

Bei den asiatischen Herstellern ist Europa derzeit ein kleines Segment. In Asien /Amerika gibt es meist nur eine Phase. Aber dass sich europ. Hersteller damit "herausreden" und im Heimatmarkt (fast) keine Drehstromlader anbieten, zeigt das tatsächliche Engagement. Denn ein serielles (einphasiges) oder paralleles (dreiphasiges) Skalieren von Einzelladekomponenten ist weder eine Hexerei, noch ein ökonomischer Aufwand. Macht ja Tesla auch so - bis hin zum Supercharger, wo auch nur "eine Handvoll" kleine Bordlader-Einheiten skaliert wurden.

lorn10 hat geschrieben:
Der AC Schnarchlader im neuen Smart hat da mit 7,2kW ja schon die doppelte Leistung...

:?:

lorn10 hat geschrieben:
Wenigstens bei den Premium Herstellern wäre aus meiner Sicht ein optional auswählbarer Drehstromlader Pflicht. Und was Tesla da beim Model X so anbietet ist einfach schwach. Bei dem Gesamtpreis fällt ein vollwertiger 22kW AC Drehstromlader nicht wirklich ins Gewicht. Viele Tesla Fahrer in Europa würden diese Option vermutlich sogar noch extra zahlen. ;)

Du vergisst, dass Deutschland für Tesla vor allem medial interessant ist - die Stückzahlen sind derzeit recht überschaubar. AUßerdem gibt es ja in Europa ein ziemlich dichtes SuC-Netz. Klar würde ich einen 22kW-Lader begrüßen. Denn die meisten Ladesäulen haben diesen Anschlusswert. Ich kann die wirtschaftlichen Gründe nachvollziehen - aber auch nicht gutheißen.
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon Super-E » Di 28. Mär 2017, 17:44

Hallo Joe,

ich wollte hier gar keinen Streit schüren, aber ich lasse mir auch nicht gerne nachsagen ich würde Blödsinn schreiben. Ich hatte bei CCS von Anfang an 170kW in Erinnerung (klar, ohne 850V geht das nicht, aber man braucht dafür trotzdem 200A. Macht bei 500V 100kW). Anbei mal eine Quelle dazu, die du ggf. gelten lässt. Sie ist von Januar 2011:

http://www.mennekes.de/index.php?id=akt ... 5acac971cb

Nochmal. Ich habe gar nicht gesagt, dass TESLA CCS hätte verwenden sollen. Ich habe sogar gesagt ich hätte es an ihrer Stelle auch nicht getan, denn sie haben es ja viel eleganter gelöst. Außerdem war es noch in Arbeit, aber eben durchaus bekannt! Ich möchte nur dem allgemeinen gerne verstärkten Meinungstrend entgegenwirken Combo2 wäre irgendwie nachzüglermäßig trotz TESLAs proprietärer Typ2 Erweiterung entstanden. Das ist meiner Meinung nach eine unnötige Meinungsmache und ich bitte dies zu überdenken! Combo2 ist früher bekannt gemacht worden als die TESLA Lösung!

Meines Wissens wollte man mit den dedizierten DC Pins erstens mehr Power erreichen und das durch Verzicht von Umschalteinrichtungen zwischen AC und DC günstiger machen.

Nochwas: Nur weil im Lastenheft des MissionE "bis 350kW Ladung" stand und auch schon ein Prototyp/showcar auf der Messe stand heisst das ja auch nicht, dass der das schon kann...
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon Joe-Hotzi » Mi 29. Mär 2017, 12:23

Danke für diese Quelle.
Super-E hat geschrieben:
Hallo Joe, ... nicht gerne nachsagen ich würde Blödsinn schreiben. Ich hatte bei CCS von Anfang an 170kW in Erinnerung (klar, ohne 850V geht das nicht, aber man braucht dafür trotzdem 200A. Macht bei 500V 100kW). Anbei mal eine Quelle dazu, die du ggf. gelten lässt. Sie ist von Januar 2011:
http://www.mennekes.de/index.php?id=akt ... 5acac971cb

Natürlich "lasse ich sie gelten" - belegt sie doch eindrucksvoll das damalige "Normengerangel" in der EU.
Du warst es allerdings, der mir für meine persönliche Einschätzung "Meinungsmache" und "Unwahrheit" vorgeworfen hat.

Super-E hat geschrieben:
Nochmal. Ich habe gar nicht gesagt, dass TESLA CCS hätte verwenden sollen. Ich habe sogar gesagt ich hätte es an ihrer Stelle auch nicht getan, denn sie haben es ja viel eleganter gelöst. Außerdem war es noch in Arbeit, aber eben durchaus bekannt!

Was war denn nach Deiner Quelle 2011 tatsächlich als beschlossen bekannt? Dass die dt. Autobauer, Zulieferer und Normgremien ganz vieles ankündigten und bekundeten?
Was liest man denn in der Quelle:
- "Typ2 AC bis 43 kW" - wurde umgesetzt und stand mit Abmaßen und elektrischer Spezifikation fest - war aber noch kein verbindlicher europ. Standard (siehe Italien /Frankreich)! Ein Argument in der Diskussion war damals auch das "verdrehsichere" Typ2-Kabel mit zwei identischen Steckern. Ich darf daran erinnern, dass das Typ2-Autoinlet nachträglich geändert wurde! Deshalb besitzt mein Stromos aus 2011 (!) noch die ursprünglich "beschlossene" Typ2-Einbaubuchse!

- "Typ2 DC bis 38kW", also DC-Mid über Typ2:
Sogar die Nutzung als DC-Ladesteckvorrichtung für Leistungen bis 38 kW ist vorgesehen. Die hierfür relevante Norm 62196-3 für DC-Ladesteckvorrichtungen ist jedoch noch in Arbeit.

Das ist also der damals noch nicht beschlossene "Standard", an den sich Tesla anlehnte und leistungsmäßig "aufbohrte", um seine 90-130kW DC-Ladung zu realisieren. Typ2 war mit seinen Maßen und für AC komplett definiert, für DC-Mid waren allenfalls die elektrischen Kennwerte /Protokolle noch in Arbeit. Du schreibst selbst, dass die Normen noch nicht endgültig festgelegt waren. Ich schrieb, man musste bei Tesla gezwungenermaßen eine eigene Lösung umsetzen -da sehe ich keinen Widerspruch.

Ergänzt um zwei zusätzliche Leistungskontakte, entsteht das Combo-System, mit welchem Ladeleistungen bis 170 kW bei 850V DC möglich sind

Ja, dieses DC-Laden wollte man nach dieser Quelle also schon 2011, als "Combo" realisieren. Realisiert hat man dann "Combo2" und seit 2014 (!) hat man tatsächlich die schon 2011 angestrebten Leistungswerte definiert. Wann die zwei zusätzlichen Leistungskontakte mit welchen Abmaßen für "Combo2" definiert wurden, lese ich da allerdings nicht, sondern:
1.3 IEC 62196-3 – Anforderungen und Hauptmaße für DC-Ladesteckvorrichtungen
Teil 3 der IEC 62196 ist zurzeit noch in Arbeit. Hierin werden die zukünftigen Anforderungen und Hauptmaße für DC-Steckvorrichtungen definiert.
Um den schon verabschiedeten Typ2-Stecker (auch für DC-Mid vorgesehen) mit seinen damals schon festgelegten Maßen kann es sich dabei ja nicht gehandelt haben ...

2011 - ein Jahr vor dem Verkaufsstart des Tesla ModelS und dem Aufstellen der ersten SuC ... :roll: Willst Du tatsächlich noch behaupten, Tesla hätte damals auf CCS-Combo2 umschwenken können?!?

Super-E hat geschrieben:
Ich möchte nur dem allgemeinen gerne verstärkten Meinungstrend entgegenwirken Combo2 wäre irgendwie nachzüglermäßig trotz TESLAs proprietärer Typ2 Erweiterung entstanden. Das ist meiner Meinung nach eine unnötige Meinungsmache und ich bitte dies zu überdenken! Combo2 ist früher bekannt gemacht worden als die TESLA Lösung!

Das ist Deine Meinung und andere Meinungen bezeichnest Du als "unnötige Meinungsmache" und "Unwahrheit".

Warum lese ich dann aber in Deiner Quelle aus 2011:
1.3 IEC 62196-3 – Anforderungen und Hauptmaße für DC-Ladesteckvorrichtungen
Teil 3 der IEC 62196 ist zurzeit noch in Arbeit. Hierin werden die zukünftigen Anforderungen und Hauptmaße für DC-Steckvorrichtungen definiert.

Ich gehe mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass Anfang 2011 die technische Lösung für Teslas DC-SuC feststand und praktisch umgesetzt war. Denn ab 2012 wurde das Tesla ModelS frei verkauft und erste SuC aufgestellt.
Combo2 existierte dagegen lt. Deiner Quelle (!) 2011 noch nicht einmal als fertig beschlossene Lösung, sondern eher als "Willensbekundung" mit noch nicht einmal festgelegten mechanischen Maßen für die DC-Combo-Erweiterung!

Es geht hier also nicht um einen "Meinungstrend", sondern um die Tatsachen. Wann die Hauptmaße für die heutige DC-Steckvorrichtung verbindlich beschlossen wurde, kann nicht in Deiner Quelle aus 2011 stehen. Denn Januar 2011 waren diese mechanischen Abmessungen für das künftige "CCS-Combo2" ja noch nicht beschlossen!

Fakt ist: als Tesla die SuC praktisch umgesetzt und die ersten Ladesäulen gebaut /errichtet hat, war noch nicht eine einzige nutzbare CCS-Combo2-Ladesäule verfügbar! Es gab weltweit nicht ein einziges Auto, welches über einen CCS-Combo2-Anschluss verfügte! Teslas ModelS konnte man dagegen ab 2012 tatsächlich kaufen und kurze Zeit später an den Tesla SuC mit damals 90kW (heute 130kW) DC laden ...

Fakt ist auch, dass Tesla mit dem Typ2-Stecker (eben nicht wie in Amerika mit einem eigenen Stecker) sich bewusst für den sich abzeichnenden Normanschluss in Europa entschied! Weil man eben kein eigenes Süppchen kochen, sondern möglichst kompatibel sein wollte! Denn Tesla möchte möglichst viele Tesla-EV auch in Europa verkaufen und da ist die Kompatibilität ein echtes Argument. Das macht den Vorwurf, man wollte mit den SuC bewusst inkompatibel sein, m.M.n. unlogisch.

Super-E hat geschrieben:
Meines Wissens wollte man mit den dedizierten DC Pins erstens mehr Power erreichen und das durch Verzicht von Umschalteinrichtungen zwischen AC und DC günstiger machen.

Jeder darf seine Meinung haben. Fakt ist, dass "Combo2" erst oberhalb 130kW notwendig geworden wäre - Tesla hat dies praktisch nachgewiesen.

Super-E hat geschrieben:
Nochwas: Nur weil im Lastenheft des MissionE "bis 350kW Ladung" stand und auch schon ein Prototyp/showcar auf der Messe stand heisst das ja auch nicht, dass der das schon kann...

Da gebe ich Dir völlig Recht! Das liest sich allerdings in den Presseveröffentlichungen irgendwie anders.

Falls Du damit andeuten willst, dass der Tesla ModelS Prototyp 2009 noch keine DC-Schnelllademöglichkeit hatte, kannst Du ebenso Recht haben. Das Ziel wurde aber offen publiziert. Man war dann mit der Entwicklung und praktischen Umsetzung in ein marktfähiges Produkt auch irgendwie schneller als die europäischen Normgremien ...

Nichts anderes war /ist meine vertretene Meinung!

Es gab für Tesla in der Entwicklungsphase keinen in Europa veröffentlichten verbindlich beschlossenen Ladeanschluss außer Typ2 - den haben sie genutzt und für Ihre Erfordernisse clever angepasst.
Hätten sie mit sehr viel gutem Willen und Vertrauen kurzfristig vor dem Markteintritt des ModelS in 2012 einen evtl. schon veröffentlichten, in der Diskussion befindlichen "CCS-Combo2"-Ladeanschluss noch ins Auto integriert, hätten sie das Risiko getragen, dass dieser klobige Stecker bis zur tatsächlichen Verabschiedung nochmals (inkompatibel) modifiziert würde.
Denn nicht einmal die Hauptmaße lagen ja bis 2011 schon fest ...

Mit Typ2 hat man bei Tesla ein solches Risiko minimiert und letztlich sind die Tesla die verfügbaren Serien-EV, die am universellsten an fast allen möglichen Ladestellen mit sinnvollen Ladeleistungen ihre Traktionsbatterien aufladen können.

Super-E hat geschrieben:
ich bitte dies zu überdenken!

Kann ich nur empfehlen - die Fakten hast Du selbst geliefert.
Zuletzt geändert von Joe-Hotzi am Mi 29. Mär 2017, 13:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon Joe-Hotzi » Mi 29. Mär 2017, 13:02

Das muss jetzt noch als Nachtrag zu Deiner Quelle sein. auch wenn es nicht direkt dazugehört:

Aufgrund der umfassenden elektronischen Sicherheitsarchitektur verzichtet Typ 2 auf einen beweglichen Berührungsschutz in Ladestecker und -kupplung. Die Folge: Ladesteckvorrichtungen Typ 2 sind langlebig und wartungsfrei.

Ein echter "Gag" - das Foto in der Quelle zeigt glatt eine Typ2-Ladesäule mit mechanischem Shutter! :roll:
Da in anderen Ländern Shutter als Berührungsschutz vorgeschrieben waren /sind (Frankreich, Italien), wurde der Shutter für Typ2 nachträglich "dazuentwickelt" und sitzt nun vor den Typ2-Dosen. Daher verschwindet an solchen Ladepunkten fast der halbe Stecker in der Ladesäule ebenso wie das Argument der mechanischen Einfachheit.
Kleine Anekdote am Rand:
Meine Frau hat an einer solchen Ladesäule nur (glücklicherweise vorhandene) Schukoladung genutzt, da Sie den Schlitz in den großen schwarzen Löchern für einen Kartenschlitz zur Freischaltung hielt ... :shock:

Shutter Typ2 ist ein (eher schlechter) Kompromiss, da sonst einige Länder nicht einmal Typ2 als "Europanorm" mitgetragen hätten, wie einige Anmerkungen gegen parallele Entwicklungen in der Quelle ja auch andeuten. Die Fa. Mennekes als maßgeblicher Entwickler von Typ2 ist hier nicht ganz unparteiisch, obwohl sie nun auch selbst Typ2-Shutterlösungen anbietet:
http://www.mennekes.de/index.php?id=101 ... mmerce_pi1[mapid_dummy_0]=2000044&tx_asimcommerce_pi1[mapid_dummy_1]=2000001&tx_asimcommerce_pi1[mapid]=000000060000c7e100010023%3A000000060000c7e70001003a%3A2
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon Super-E » Mi 29. Mär 2017, 16:57

Hallo Joe-Hotzi,

ich respektiere dein Wissen und Deine gut begründete Meinung genauso wie ich Dein Auto saugeil finde. Stein des Anstoßes, bei dem bei mir die Hutschnur hochgegangen ist war folgender Satz:

"Nur die Deutschen haben sich flugs dazu den „Combo 2“-Stecker ausgedacht und als europ. Norm durchgedrückt."

Das ich dies als "Blödsinn" bezeichnet habe war unsachlich und dafür habe ich mich entschuldigt. Aber ich denke, du musst zugeben, dass Deine Aussage in Anbetracht der Quellen, die du auch teilweise selber geliefert hast, so nicht korrekt ist und zumindest dem unbedarften Betrachter ein falsches Bild über die Historie vermittelt. Ja. Teilsatz zwei ist sicherlich korrekt. Es wurde massive Lobbyarbeit betrieben dies als EU Standard durchzudrücken, aber "mal eben flugs ausgedacht" ist anbetracht der jahrelangen Diskussionen darüber nicht haltbar.

Ganz im Gegenteil. Man ist den ganz langen Weg des Konsens gegangen und es wurde zwar von den Deutschen erfunden, aber als Vorschlag zur Normung eingereicht, den man dann zusammen mit den Amis als zukünftigen Standard von einem Haufen Automobilhersteller verabschiedet hat. Erst danach hat man diesen Standard dann als EU Norm durchgedrückt (ja, natürlich mit Lobbyarbeit - genau wie Typ2 an sich).

Zum Thema TESLA und Wissen:
Das war damals eigentlich zur Hochzeit des EV-Hypes. Da war meiner Meinung nach nicht klar, dass Firmen wie Audi dann so jämmerlich einknicken würden und das alle wieder auf Sparflamme runterregeln. TESLA war es (verständlicherweise) zu blöd auf Ergebnisse zu warten. Und es ist auch vollkommen egal, ob TESLA nun noch in der Lage gewesen wäre zu wechseln. Darum ging es ja eigentlich nie. Diese Teildebatte ist an daran entbrannt, dass ich ein Interview von Musk zitiert habe in dem er gesagt hat Chademo und CCS sind für ihn zu hässlich. Daher hätte TESLA sein eigenes System. Ob das wieder nur ein Muskser Spruch war und er nicht besser hätte sagen sollen, dass sie schon viel zu weit waren um noch auf Combo2 zu wechseln (er diese Begründung aber nicht cool genug fand) liegt nicht in meiner Macht zu beantworten. Ich habe dieses Interview jedenfalls nicht erfunden, aber leider finde ich den Artikel nicht mehr...

Er hat CCS mit 350kW ja auch als "childrens toy" bezeichnet (mit Bezug auf den next Gen SC). Man darf also nicht alles zu ernst nehmen, was er sagt ;-)

Ich verstehe Deinen Ärger über meine angreifende Wortwahl und möchte nochmals ausdrücken, dass ich diese bedauere. Etwas weniger davon hätte uns vermutlich eine seitenlange Debatte ersparrt. (Allerdings habe ich im Gegensatz zu manch anderen Debatten hier tatsächlich noch was gelernt - Danke dafür)

Da Du dich scheinbar mit den Normen ja ganz gut auskennst kannst Du mir vielleicht mit folgender Frage helfen: Was für mich irgendwie noch nicht ganz nachvollziehbar ist, ist welche Leistungsfähigkeit denn nun wann offiziell spezifiziert wurde. Hat man tatsächlich satt der geplanten 850V/200A zunächst nur 63kW spezifiziert?
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon Super-E » Mi 29. Mär 2017, 17:09

Nachtrag:
Joe-Hotzi hat geschrieben:
Ich gehe mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass Anfang 2011 die technische Lösung für Teslas DC-SuC feststand und praktisch umgesetzt war. Denn ab 2012 wurde das Tesla ModelS frei verkauft und erste SuC aufgestellt.Combo2 existierte dagegen lt. Deiner Quelle (!) 2011 noch nicht einmal als fertig beschlossene Lösung, sondern eher als "Willensbekundung" mit noch nicht einmal festgelegten mechanischen Maßen für die DC-Combo-Erweiterung!


Ja natürlich! Das sehe ich genauso. Aber mir ist keine Quelle bekannt, dass TESLA gesagt hätte - hey, ihr könnt mit dem Combo2 aufhören. Wir schaffen das auch über den Standard Typ2! Und genau darum ging es mir eigentlich. Nicht das TESLA hätte wechseln können, sondern das die Aktivitäten an Combo2 bekannt waren, während niemand wusste was TESLA macht. Und selbst wenn man es gewusst hätte, dann hätte man sie fälschlicherweise vermutlich nicht ernst genommen (Das meinte ich damals mit "Lotus-Umrüster" aus sicht der "etablieren" Autoindustrie)

Es wird hier auch teilweise geschrieben (nicht von Dir), dass man Combo-2 erfunden hat, obwohl TESLA schon längst bewiesen hat, dass man ihn gar nicht braucht...

Und ich denke (analog zu Deinen TESLA Gedanken), dass das CCS System im BMW i3 zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung des TESLA "Europa-Standards" auch schon längst fertig war...
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Re: DC-Ladung über Typ 2? Nicht Tesla!

Beitragvon Joe-Hotzi » Mi 29. Mär 2017, 23:41

Du hast ja Recht!
"Flugs ausgedacht" ist in Verbindung mit CCS-Combo2 eine unglückliche Formulierung gewesen. Aber in Anbetracht dessen, dass die Normierung jahrelang auf der Stelle trat, ist es schon bezeichnend, dass man einen eigentlich beschlossenen Standard (DC-Mid über Typ2) "beerdigte" und einen neuen Stecker als verbindlichen europ. Standard recht zügig durchsetzte, als Tesla mit dem SuC über Typ2-DC-Mid schon erfolgreich war ...

Super-E hat geschrieben:
Hat man tatsächlich satt der geplanten 850V/200A zunächst nur 63kW spezifiziert?

Ja, hat man. Denn zur Spezifikation gehören neben den reinen mechanischen Abmessungen (die Tesla zum Entwicklungszeitpunkt der SuC für "CCS-Combo2" eben nicht verbindlich vorlagen!) auch Materialvorgaben für Kontakte, Verschleißanforderungen /Haltbarkeit, ...
Es wurde ja viel gemutmaßt, dass Tesla längere Kontakte einsetzen würde - dem ist nicht so! Tesla verbaut 100% Typ2-konforme Autoinlets. Sie nutzen aber hochwertigeres Kontaktmaterial und können damit problemlos die hohen Leistungen übertragen.

Super-E hat geschrieben:
... Aber mir ist keine Quelle bekannt, dass TESLA gesagt hätte - hey, ihr könnt mit dem Combo2 aufhören. Wir schaffen das auch über den Standard Typ2! Und genau darum ging es mir eigentlich. Nicht das TESLA hätte wechseln können, sondern das die Aktivitäten an Combo2 bekannt waren, während niemand wusste was TESLA macht. Und selbst wenn man es gewusst hätte, dann hätte man sie fälschlicherweise vermutlich nicht ernst genommen (Das meinte ich damals mit "Lotus-Umrüster" aus sicht der "etablieren" Autoindustrie)

Da hast Du Dir die Antwort doch selbst gegeben. Tesla hat doch Patente offengelegt und Zusammenarbeit /Nutzung der SuC angeboten ...
Es geht da nicht einmal nur um "ernst nehmen", sondern auch um das Ego und die Eigeninteressen der Europäer. Nichts kam m.M.n. vor allem den dt. Autobauern so ungelegen wie das ModelS, denn es widerlegte die meisten der vor allem von dt. Autobauern vorgebrachten Argumente gegen EV ...

Super-E hat geschrieben:
Es wird hier auch teilweise geschrieben (nicht von Dir), dass man Combo-2 erfunden hat, obwohl TESLA schon längst bewiesen hat, dass man ihn gar nicht braucht...
Und ich denke (analog zu Deinen TESLA Gedanken), dass das CCS System im BMW i3 zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung des TESLA "Europa-Standards" auch schon längst fertig war...

Der BMW i3 ging Ende September 2013 in Produktion und da war CCS-Combo2 beschlossen. Klar könnte man meinen, dass bessere System müsste sich in einem solchen Prozess durchsetzen. Aber das ist in der Realität nicht so, wo viele Einflüsse mitspielen. In Europa ist ein großer Einfluss die deutsche Automobilindustrie mit ihren gut vernetzten Lobbyisten.
CCS-Combo2 wurde jedenfalls nicht forciert /als europ. Standard durchgedrückt, weil er etwa technisch so überzeugend /überlegen gegenüber anderen Lösungen wäre.

Es wäre m.E.n. sinnvoll gewesen, DC-Mid als schon 2010 fixen Standard (deutlich vor "CCS-Combo" bzw. "CCS-Combo2") für mittlere DC-Ladeleistungen wie ursprünglich geplant einzuführen. Da wurden die unsinnigsten Gegenargumente wie bspw. Sicherheit angeführt ...
Schon durch die neuen notwendigen Steckverbinder (Stückzahlen!!!) für Combo2 wurde sehr viel Geld verbraten.
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