Blöde Anfängerfrage: Was macht eigentlich eine Wallbox?

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Re: Blöde Anfängerfrage: Was macht eigentlich eine Wallbox?

Beitragvon mlie » Mo 24. Jul 2017, 10:03

Das war halt so nicht vorgesehen, die Normung kommt von der VDE und damit steht Sicherheit an erster Stelle. Dann kommt Sicherheit und dann Sicherheit. Und dann kommt irgendwann Funktion und Design.

Die Notladeziegel, mit denen du an einer normalen Steckdose aufladen kannst, sind ja auch auf Sicherheit getrimmt, maximal 10A, temperaturüberwachter Stecker usw.
Die Lösung, mit denen du anspielst, sind allesamt für Profis, die wissen was sie tun und Nutzung auf eigenen Gefahr. Du kannst damit vollkommen problemlos die Sicherung fliegen lassen oder einen Kabelbrand verursachen. Es gibt nur wenige Lösungen, die so durchdacht sind, dass dieses Gefahren reduziert werden.

Und davon ab, wurde der Elektroautostecker Typ2 eben gemacht, um jedes Fahrzeug genormt und sicher zu verbinden. Die Steckkräfte sind auch "hausfrauentauglich". Man braucht auch eben KEINE Adapter! Alles passt immer.

Perspektivisch werden die Fahrzeuge in naher Zukunft 22kW an Wechselstrom serienmässig laden und 300kW an Gleichstrom - versuch mal, einen 32A CEE-Stecker zu ziehen. Und mach das gleiche mal mit einem Typ2-Kabel, welches 32A übertragen kann. Und dann versuch das gleiche mal deine Frau machen zu lassen. Ihr wäret nicht die ersten, die eine 32A CEE nicht auseinanderbekommen, bei 63A hängt man dann schon mal zu dritt an der Wand, um den Stecker zu ziehen.

Bei Typ2-63A reicht der kleine Finger. Und die Zeit, wo man Adapter von CEE auf Elektroauto braucht, ist vorbei. Einzelne haben eventuell einen Adapterfetisch, aber in aller Regel gibt es momentan stetig wachsend genug Ladepunkte, wo das mitgelieferte Typ2-Kabel ausreicht.
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Beitragvon cpeter » Mo 24. Jul 2017, 10:05

vorsommer hat geschrieben:
.. es gibt ja auch mobile
und die stecke ich doch auch mit Adaptern einfach irgendwo hin

Ja, stimmt schon, aber wo ist "irgendwo hin" dann? Mit Schukosteckdose lädt man ineffizient und langsam und läuft Gefahr, dass es - wenn man das in der Breite so einsetzt - mal öfter wo heiß wird.
CEE Dosen (blau, 16A rot, 32A rot) gibt es zuwenige, sind nicht flächendeckend vorhanden.

Also, ausgehend von der Idee, dass die "vor-EV" Standard-Stromanschlüsse nur bedingt die Anforderungen abdecken hat man sich einen Standard überlegt, wie man dem EV Fahrer nicht mehr zumuten muss, dass er/sie bei jedem Elektroanschluss erst herausfinden muss, wie der abgesichert ist, dass er/sie auch sicher ist, dass er/sie nicht bei laufendem Ladevorgang einen 32A Stromfluss unterbricht. Und: im Gegesatz zu CEE Dosen werden Typ 1 und Typ 2 Stecker beim Laden verriegelt, damit kann auch nicht unbeabsichtigt ein Ladevorgang unterbrochen werden.

Der Standard unterwegs ist ja nicht eine mobile Wallbox angeschlossen an der CEE Dose der lokalen Werkstätte, das ist unterwegs die Ausnahme. Normalerweise lädt man unterwegs an Ladesäulen (AC mit Typ 1 oder Typ 2). Damit ist "automatisch" sichergestellt, dass in jedem einzelnen Glied der Ladekette nur der maximal zulässige Strom auftritt, dass es einen ordentlichen Fehlstromschutz gibt, etc.

Ja, stimmt schon, bei mobilen Wallboxen muss man dann trotzdem wieder aufpassen, dass man den richtigen maximalen Strom einstellt, aber das ist eben die Ausnahme. Auch bei mobilen Wallboxen wird am Auto potentialfrei an- und abgesteckt. Strom fließt erst nach Handshake. Mit einer roten CEE Dose am Auto würde der Strom schon direkt beim Anstecken fließen.

Es gibt natürlich auch Vorteile beim Handling. Eine CCE rot 32A Stevkverbindung braucht schon einiges mehr an Kraft.
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Re: Blöde Anfängerfrage: Was macht eigentlich eine Wallbox?

Beitragvon vorsommer » Mo 24. Jul 2017, 14:09

Ich glaube ich verstehe jetzt womit ich nicht klar gekommen bin.

Als Anfänger suche ich Infos wo es nur geht
und habe dabei zuwenig beachtet
von wann diese Infos stammen!

Die E-Mobilität ist eben noch so neu und im Fluss,
dass es schon relevant ist ob eine Info aus 2014 stammt
oder eben aktuell ist.

Aber mit Eurer geduldigen Hilfe schaffe ich das noch!
:danke:
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Re: Blöde Anfängerfrage: Was macht eigentlich eine Wallbox?

Beitragvon ecopowerprofi » Mo 24. Jul 2017, 20:27

Die eigentlich Norm für die WB stammt aus der USA und ist schon ca. 20 Jahre alt. Mennekes (der Herr Mennekes) hat dann überlegt wie man die 1-phasige Lösung Typ1 aus der USA verbessern und die in EU vorhandene 3 Phasen besser nutzen kann. Daraus wurde dann Typ2. Wichtig war ihm eben das leichte Stecken und Ziehen der Stecker.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Blöde Anfängerfrage: Was macht eigentlich eine Wallbox?

Beitragvon Nordstromer » Mo 24. Jul 2017, 21:00

@mlie

Wie kommst du darauf, dass BEV perspektivisch 22kW AC laden werden? War da der Wunsch Vater des Gedanken? Aktuell sieht es angebotstechnisch eher danach aus das es eher weniger wird und Richtug DC (CCS) geht. Wetten der Inoiq mit größerem Akku (2018) wird vermutlich auch so laden wie der Jetzige?


@cpeter

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Re: Blöde Anfängerfrage: Was macht eigentlich eine Wallbox?

Beitragvon mlie » Mo 24. Jul 2017, 22:26

Weil der Markt das fordert. Nur weil einzelne sich ein Hobby draus machen, CCS-Säulen zu suchen, ist das eben nicht massentauglich. Die Einkaufszentren stellen lieber 5x 2x22kW auf statt einmal Trippellader für's gleiche Geld, da bekommt der normale Nutzer am Wochenenendeinkauf schon den halben Akku wieder voll.
Bis 22kW gehört der Lader zu praktisch keinen Mehrkosten bei Serienfertigung ins Auto, darüber ist DC sinnvoll. Wenn du nur zu Hause lädst, musst du eben über Nacht den Akku wieder voll bekommen, und mit 100kWh Akku, welches sich mittelfristig als normaler Standard rausstellen wird, geht das eben nur mit brauchbarem Onboardlader. (Ja, einzelne brauchen wohl weniger, diese Sonderfälle sind hier ausreichend diskutiert. Die fahren alle schon City EL oder Drilling. Alle anderen wollen sich nicht entscheiden müssen, ob Sie nach der Arbeit noch mal kurz zur Oper fahren oder doch besser eine Döner zu Fuß holen, weil der Akku leer ist. Und es muss eben IMMER 399km Reichweite im Display stehen. Egal, ob man zur nächsten Stadt zum Kino/Oper/Einkaufszentrum hin und zurück nur 140km hat.). Und bei manchen hat die Nacht nur 5 Stunden, gerade, wenn man sich das Auto teilt.
Das Konzept "Ich fahre zum laden irgendwo an einen spezielle Ort" ist überholt, du lädst da, wo du stehst. Und da bekommst du mit dem eGolf eben 3,7kWh und dem Ionic eben 7kWh je Stunde einkaufen rein. Mit 22 kW haben andere in der Zeit den Akku praktisch voll, selbst nach 4 Stunden Baumarkttour bekommt man einen Tesla wieder fast voll.
Das wird dann entscheidend, wenn es VIELE VIELE Elektroautos gibt. Ich meine mal im Ernst, manche reden sich den kastrierten Lader aber auch wirklich schön. Ist ja nicht so, dass eine CCS-Säule eine touristische Attraktion wäre.
Oder warum sollte man sich in der Hälfte des Einkaufes aus dem EKZ bewegen, das Auto zur Ladesäule fahren, die gerade freigeworden ist und sich dann abstöpseln und 30 Minuten später wieder umparken, um in der Rush-Hour dem nächsten das Laden zu ermöglichen? Oder 3mal umparken, weil die Säule zwischenzeitlich belegt ist und dann mit leerem Akku nach Hause fahren und der besten Ehefrau von allen sagen, dass der Restaurantbesuch heute Abend nix wird, weil die CCS-Säule ewig benutzt wurde und kein Zeitschlitz für einen selbst frei war? Glaub mal nicht, dass jeder die paar DC-Säulen immer sofort freimacht oder deine momentane Currywurstbudensäule immer frei ist, sobald es nenneswerte Anzahl an Elektroautos gibt. Das wird noch Lernkurven und viel Gezeter hier im Forum geben... ("Der Plugin-Hybrid hat meine CCS-Säule über 4 Stunden blockiert!" )

Nee, da stecke ich lieber ein und bin nach meine Einkauf wieder komplett voll. SO kann man das nämlich auch dem unnormalen Volk (also die, die mit krebserregenden explosiosfähigen Substanzen rumfahren) schmackhaft machen. "Nie mehr tanken, das passiert kurz nach der Arbeit". Und ne AC-Säule, selbst mit nur 11kW ist ja schon deutlich eher aufgestellt als die DC-Lader.

Und da mich ja manche immer gerne falsch verstehen wollen (Und ich mich letzte Woche bei einem sprachbegabten Menschen kundig gemacht habe: Ich spreche definitiv kein Kisuaheli, weder vorwärts, noch rückwärts, daran liegt es also nicht):
- Für die geringen Serienfertigungsmehrkosten hat der 22kW Lader mindestens eine Verdopplung des Fahrzeugnutzwertes, von den Leuten mal abgesehen, die wirklich nur und immer 20km fahren. Die gibt es aber praktisch kaum, gerade, wenn das Elektroauto erstmal da ist.
- Nur weil das Fahrzeug 22kW laden KANN, ist es kein MUSS. Über Nacht kann ganz normal mit 5-10 kW geladen werden, ausser der Netzbetreiber wünscht es anders, dann wird eben Abends mit 2kW und nachts um 3 mit 22kW geladen, wenn die Netzsteuerung das für sinnvoller erachtet. Natürlich ist es jetzt noch egal, aber bei 1-5 Mio Autos mit 22kW Regelleistung wäre das schon ein Modell, das die erneuerbaren Energien sinnvoll einbinden kann und auch wird.
- DC ist dann sinnvoll, wenn es um echte Leistung geht, also ab 150kW aufwärts. Da hat DC enorme Vorteile, deswegen spreche ich mich ja auch immer für die Kombination 22kW AC+DC aus. So wird das Auto universell nutzbar und jeder kann da laden, wo es ihm am sinnvollsten erscheint. Zu Hause nachts 4kW, beim einkaufen 22kW aus der PV vom Einkaufszentrum und unterwegs 300kW CCS zum weiterkommen. Damit wäre wirklich für jeden was drin.

- Wenn es Wallboxen mit CCS und 35kW für zu Hause gibt für unter 2k€, DANN kann man mich überzeugen, dass ein 3kW Ladegerät im Auto ausreicht. Davon sind wir aber noch ein Stückchen entfernt, also gehört die nächsten 15 Jahre der 22er Lader ins Auto. Einfache Sache.
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Re: Blöde Anfängerfrage: Was macht eigentlich eine Wallbox?

Beitragvon cpeter » Mo 24. Jul 2017, 22:54

Nordstromer hat geschrieben:
@cpeter
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Ja, da stimme ich schon zu, ich mache das auch so. Zu Hause AC über die Wallbox, unterwegs DC (CHAdeMO), nur wenn kein CHAdeMO verfügbar ist, verwende ich unterwegs AC (oder wenn AC Destination Charger angeboten werden). Im Thread hier geht es allerdings um Wallboxen, also um AC-Ladevorgänge und um die Frage, warum die Wallbox Funktionalität (für AC) nicht gleich im Auto eingebaut ist.

Mein Kommentar "Normalerweise lädt man unterwegs an Ladesäulen (AC mit Typ 1 oder Typ 2)." ist offenbar ohne diesen Kontext missverständlich - sorry. Der Klammerausdruck war als Hinweis gedacht, dass ich von AC Ladevorgängen schreibe.
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Re: Blöde Anfängerfrage: Was macht eigentlich eine Wallbox?

Beitragvon Nordstromer » Di 25. Jul 2017, 06:02

Wer fordert das? Ok es gibt welche, aber es gibt auch viele die nicht mal zu Hause laden können. Die werden noch viel mehr auf DC angewiesen sein. Ohne DC kannst du noch weniger überzeugen.

AC wird dann wohl an Bedeutung verlieren was man auch den aktuellen Angeboten entnehmen kann. Ich denke das wird eher noch weniger und noch eingeschränkter. Ich habe zu Hause theoretisch 3,6kW, am AC 7kW und DC bis zu 70kW. Das reicht völlig und am wichtigsten ist DC, obwohl ich das am seltensten nutze. Ohne das wäre es nur für Stadt und maximal Umland geeignet.

Genial wären zu Hause natürlich DC Lader, aber das der Staat tatenlos zusieht wie ich zu Hause für 0,28€ die kWh schnell lade glaube ich nicht.

Und wenn man auf der Arbeit sich mit 7kW mit mehreren eine AC Säule teilt haben auch mehr was davon. In 3-6 Stunden ist jeder voll und nach maximal 1-2,5 Stunden hat jeder den Rückweg wieder drin.
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