Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Säule

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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon Hasi16 » Di 26. Mai 2015, 14:23

Wozu gehört das Ladekabel denn? Zur Infrastruktur oder zum Auto? Ich denke zur Infrastruktur, so dass der Leitungsschutz dieses Kabel schützen muss.

Technik (die Zähler) kann leicht versagen (z. B. durch ein abgefallenes Bus-Kabel, so dass der fließende Strom nicht mehr gezählt wird oder eine falsche Eichung - kommt selten vor, passiert aber). Und defekte Software im Auto, welche das Ladegerät falsch ansteuert, gibt es definitiv!
So ist als letzte und hoffentlich nie benötigte Instanz ein Leitungsschutz immer notwendig ist, um im schlimmsten Falle Brände zu vermeiden.

Viele Grüße
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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon EVduck » Di 26. Mai 2015, 14:54

M.E. gehört das Ladekabel zur Infrastruktur, wenn es fest an der Säule angeschlossen ist und zum Gerät (Auto), wenn an der Säule eine Steckdose ist.

Ist mir zwar im Grunde egal, aber ich sehe derzeit die Tendenz, alles durch die so genannte 'Sicherheit' zu verkomplizieren oder teilweise unmöglich zu machen. In der nächsten Normungsstufe soll für Typ 2 Stecker beidseitig eine Temperaturüberwachung vorgeschrieben und auch der Kabelqurschnitt soll noch mal erhöht werden. Mir sind bisher noch keine Unfälle/Brände o.Ä. durch überhitzte Typ 2 Stecker oder durch zu geringe Kabelquerschnitte bekannt. Was soll das also?

Edit: Und es müssste bei den üblichen Ladekabellängen auch noch mehrere Umstände zusammenkommen, bis durch einen Fehler am Auto bei einem 16A Ladekabel etwas passieren würde weil der LS 32 noch nicht auslöst, wenn das Kabel Normgerecht mit 5g2,5 + 1x0,5 bzw. 3g2,5 5g2,5 + 1x0,5 ausgeführt wurde.
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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon Hasi16 » Di 26. Mai 2015, 15:06

Man sollte es sicher nicht übertreiben, von den geplanten "Erweiterungen", die du ansprichst, höre ich jetzt auch das erste Mal etwas. Wo wird das beschrieben/gefordert?

Dass das Ladekabel mal zur Infrastruktur und mal zum Auto gehören soll finde ich nicht konsequent. Woher soll das Auto wissen, ob das Ladekabel fest verbunden ist? Und wie soll ein Auto den Leitungsschutz sicher stellen? Kannst du ja mal am Fall der fehlerhaften Software erklären! Ist ja praxisnah! ;)

Viele Grüße
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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon EVduck » Di 26. Mai 2015, 15:22

Hasi16 hat geschrieben:
Man sollte es sicher nicht übertreiben, von den geplanten "Erweiterungen", die du ansprichst, höre ich jetzt auch das erste Mal etwas. Wo wird das beschrieben/gefordert?

Ich kenne jemanden aus dem entsprechenden Gremium, er ist bei einem der Hersteller für solche Komponenten und ist natürlich begeistert darüber, gibt die Möglichkeit die Preise nach oben anzupassen.
Dass das Ladekabel mal zur Infrastruktur und mal zum Auto gehören soll finde ich nicht konsequent. Woher soll das Auto wissen, ob das Ladekabel fest verbunden ist? Und wie soll ein Auto den Leitungsschutz sicher stellen? Kannst du ja mal am Fall der fehlerhaften Software erklären! Ist ja praxisnah! ;)

Wozu muss das Auto das wissen? Das Kabel meldet dem Auto ja in jedem Fall welche Stromtragfähigkeit es hat. Und was das Praxisbeispiel angeht: Who cares, ist immer noch in einem Bereich wo nichts passiert.

Warum ist es immer so problematisch, wenn es die Ladeinfrastruktur betrifft, aber zu Hause kümmert sich kein Mensch?

Warum haben wir z.B. nicht die sicheren englischen Stecker mit integrierter Gerätesicherung, voreilendem Schutzkontakt, verpolungssicherem Anschluss und gegen Berührung verriegelten Steckdosen sondern die veralteten Schukosteckdosen?

Edit: Nochwas, woher soll die Säule wissen welchen LS sie für das Auto nutzen soll, wenn man es schon so genau nimmt? Vielleicht ist ja die Verkabelung zum Ladegerät nur mit 1,5mm2 ausgeführt aber es ist eine 32A Ladesäule und ein 32A Ladekabel. Durch einen Softwarefehler zieht das Auto jetzt aber 32A?!?
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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon Hasi16 » Di 26. Mai 2015, 15:40

EVduck hat geschrieben:
Who cares, ist immer noch in einem Bereich wo nichts passiert.

Das trifft es dann wohl ganz gut: Es muss erst was passieren. Ich kenne jemanden, dessen Vater (im Ausland) durch eine "landestypische" Elektroinstallation beim Lampenwechsel gestorben ist. In Deutschland wäre das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht passiert. Die Sorglosigkeit von manchen Forenteilnehmern (insb. im privaten Bereich) finde ich gerade bei so gewaltigen Wallbox-Stromstärken teils erstreckend.

Leider ist die Frage, ob das Ladekabel zur Infrastruktur oder zum Auto gehört nicht geklärt - wir wissen nur, dass wir unterschiedliche Ansichten haben. Vielleicht weiß ja jemand (anderes), ob es in irgendeiner Norm niedergeschrieben ist.

Viele Grüße
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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon TeeKay » Di 26. Mai 2015, 16:00

EVduck hat geschrieben:
Ist mir zwar im Grunde egal, aber ich sehe derzeit die Tendenz, alles durch die so genannte 'Sicherheit' zu verkomplizieren oder teilweise unmöglich zu machen. In der nächsten Normungsstufe soll für Typ 2 Stecker beidseitig eine Temperaturüberwachung vorgeschrieben und auch der Kabelqurschnitt soll noch mal erhöht werden. Mir sind bisher noch keine Unfälle/Brände o.Ä. durch überhitzte Typ 2 Stecker oder durch zu geringe Kabelquerschnitte bekannt. Was soll das also?

Brände vielleicht nicht. Aber der eForce LKW, der 6h mit 43kW lädt, hat schonmal einen Stecker geschmolzen. Im Tesla Forum gabs auch schon zwei Fälle geschmolzener Stecker. Da war zwar die Ladesäule schuld, aber eine Temperaturüberwachung hätte es verhindert.

Elektroautos dürften die ersten Anwendungsfälle sein, in denen teils mehrere Stunden ununterbrochen 32A oder gar 63A fließen, in denen es viele Steckzyklen gibt und in denen Teile der Infrastruktur der Witterung ausgesetzt sind. Zudem handhaben manche Hersteller die Fertigung etwas lax. Typ2 war daher möglicherweise etwas zu optimistisch dimensioniert. Eine Temperaturüberwachung sollte allerdings in Säule und Auto und nicht ins Kabel kommen. Es wird mehr Kabel als Säulen geben, also muss der teure Überwachungsteil in die Säulen wandern.

Wozu größere Kabelquerschnitte nötig sein sollen, ist mir allerdings ein Rätsel.
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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon EVduck » Di 26. Mai 2015, 16:09

Hasi16 hat geschrieben:
EVduck hat geschrieben:
Who cares, ist immer noch in einem Bereich wo nichts passiert.

Das trifft es dann wohl ganz gut: Es muss erst was passieren. Ich kenne jemanden, dessen Vater (im Ausland) durch eine "landestypische" Elektroinstallation beim Lampenwechsel gestorben ist.

Das ist gerade eine saubere Nebelkerze von dir Hasi16. Der Vater ist sicher nicht deswegen gestorben, weil ein 5g2,5 mit 32A belastet wurde, weil die Ladesäule nicht auf den 16A Zweig mit den entsprechenden Leitungsschutzschaltern umgeschaltet hat.

Das ist nämlich oft das Problem, die echten Gefährdungen werden nicht erkannt - aus Nebensächlichkeiten werden aber große Gefährdungen konstruiert. Daher auch mein Beispiel mit den Steckdosen, das was hier auf dem Kontinent gemacht wird (Schukos) ist nämlich hochgradig gefährlich... Und da sterben jedes Jahr genügend Leute dran!

BTW: bis in die 80er Jahre waren CEE32A Verlängerungen mit 5g2,5 noch zulässig, und ich wette, davon sind noch genügend im Umlauf. Deswegen habe ich vorher gesagt: Who cares. Es wird einfach nichts passieren, wenn nicht noch andere Umstände dazukommen.

Und die Frage mit der Infrastruktur ist ganz einfach, wie bei jeder Installation: Ist es fest dran, gehört es zur Installation (Infrastruktur), ist es drangesteckt, gehört es nicht dazu.
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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon Hasi16 » Di 26. Mai 2015, 16:47

EVduck hat geschrieben:
Und die Frage mit der Infrastruktur ist ganz einfach, wie bei jeder Installation: Ist es fest dran, gehört es zur Installation (Infrastruktur), ist es drangesteckt, gehört es nicht dazu.

Da greifst du einfach zu kurz. Die DIN VDE 0100-722 (VDE 0100-722):2012-10 ist für Elektromobilität zuständig. Die 40 Euro möchte ich jetzt nicht ausgeben, aber nach einigen Präsentationen usw. die im Internet zu finden sind heißt es "Der maximale Ladestrom bedingt die Dimensionierung" [des Leitungsschutzes]. Das würde bedeuten, dass ein 16 Ampere-Kabel mit 16 Ampere LS abgesichert sein muss. Vielleicht findet sich ja jemand, der das sachkündig beurteilen kann.

Ich gehe mit dir auf jeden Fall nicht konform, dass "weil Schuko unsicher ist brauchen wir über Typ 2-Kabel gar nicht reden" ein guter Diskussionsansatz ist. In Deutschland sterben so wenige Menschen, weil die Anforderungen an elektrische Einrichtungen halt so verdammt hoch sind.

Viele Grüße
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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon barneby » Di 26. Mai 2015, 17:48

Das handelsübliche Typ2 Ladekabel hat bereits standardmäßig eine zweifache Sicherung eingebaut.
Die Codierung !
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Re: Anschluss/Absicherung einer 16 A Ladeleitung an 22 kW Sä

Beitragvon EVduck » Di 26. Mai 2015, 19:52

Hasi16: Du brauchst mit mir auch nicht mit etwas konform gehen, was ich weder gesagt noch gemeint habe.
Und ich wusste ja schon bei meinem ersten Post - ich lasse mich damit auf eine unsinnige Diskussion ein.
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