Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

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Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon different » Mo 30. Okt 2017, 10:50

Hallo,

zu Beginn will ich mich für Eure Hilfe bedanken auch einem Anfänger hier richtig auf die Sprünge zu helfen.

Meine Situation ist folgende:

Mehrfamilienhaus 2014 gebaut; Wohnung im Erdgeschoss mit anliegender Garage an der Hauswand; Küchenwand mit Starkstrom-Anschluss ist anliegend zur Garagenwand und könnte ggf. genutzt werden.

Aktuell haben wir noch kein Auto mit Elektro-Antrieb, wollen nun zuerst die Infrastruktur vorbereiten bevor wir uns das entsprechende Auto zulegen.

Meine Fragen sind folgende:

Wir haben einen Schuko-Stecker in der Garage und können ggf. durch die Hauswand auch noch Starkstrom beziehen, was ist dabei zu beachten?
Mein Plan ist erstmal nur den Starkstrom Anschluss „freizulegen“ und eine Wallbox gemeinsam mit dem Auto zu kaufen.
Wäre der Starkstrom Anschluss dann für eine Wallbox genau so nutzbar wie der reguläre Schukostecker (bzw. der Stecker mit Camping-Adapter)?

Denkt Ihr dass es sich jetzt - unabhängig vom konkreten Autokauf - schon lohnt den Starkstrom Anschluss „freizulegen“?

Danke für Eure Hilfe!

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P.S. Habt Ihr in Euren Garagen / Ladepunkten auch Internet/WLAN verfügbar und wenn ja, für welchen Einsatzzweck lässt sich das mit einer Wallbox nutzen?
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Beitragvon Flünz » Mo 30. Okt 2017, 10:59

Ich habe in der Garage im Zuge der "E-Mobilisierung" ein 400v-Anschluss legen lassen. Da kann ich - wenn es pressiert, und das tut es öfters - schneller laden. Es kommt natürlich darauf an, welches E-Auto Du hast.
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon different » Mo 30. Okt 2017, 11:03

Flünz hat geschrieben:
Ich habe in der Garage im Zuge der "E-Mobilisierung" ein 400v-Anschluss legen lassen. Da kann ich - wenn es pressiert, und das tut es öfters - schneller laden. Es kommt natürlich darauf an, welches E-Auto Du hast.


Mit 400v meinst Du wohl den roten Starkstrom-Stecker den ich im Kopf habe, oder? Da bei uns ja noch nicht klar ist welches E-Auto wir in Zukunft haben sollte der Umbau ja eine grundsätzliche Investition in die Zukunft sein und da ist eben die Frage ob sich so etwas grundsätzlich lohnt...
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon corwin42 » Mo 30. Okt 2017, 11:06

Hier kann man eigentlich keine Empfehlung geben, da die benötigte Ladeinfrastruktur ganz stark vom Nutzungsprofil und dem zu ladenden Auto abhängt.

Üblicherweise wird glaube ich viel zu viel in eine Wallbox und deren Installation investiert. Meist reicht eine Einfache Lösung.

Bei mir z.B. wird es ein Hyundai Ioniq. Der kann eh nur 1-phasig laden, d.h. ein "Starkstromanschluss" wäre völlig unsinnig. Weiterhin wird im täglichen Gebrauch irgendwas zwischen 5 und 8kWh Akkuladung verfahren. Das wäre selbst an einer normalen Schuko-Dose nur täglich 2-4 Stunden laden.

Also besser erst genau analysieren, was man wirklich braucht und danach die Ladeinfrastruktur einrichten.
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon geko » Mo 30. Okt 2017, 11:09

Da es im Allgemeinen nicht empfehlenswert ist, an einer Schuko-Dose längere Zeit unter Volllast zu laden, empfiehlt sich die Installation einer roten CEE-Dose. Diese ist auch (ggf. mit Adaptern) universell einsetzbar für alle E-Autos. Eine Wallbox kann ja im Nachhinein immer noch installiert werden.
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon different » Mo 30. Okt 2017, 11:10

@corwin42: Interessant! Ich hätte erwartet dass mir jeder zum Starkstrom Anschluss rät.

Meine Idee war eigentlich ganz einfach: Wenn ich schon die Möglichkeit habe via Starkstrom mehr Energie zur Verfügung zu stellen und die Autos in Zukunft sicher mehrphasig geladen werden, warum sollte ich dann auf nur 220V verbleiben wollen.

Meine Frage ist dann wohl eher "Ist Starkstrom für die Zukunft so vorteilhaft für meine Wallbox dass sich die Investition lohnt?" 8-)
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon Pharmy » Mo 30. Okt 2017, 11:12

Hallo Different,

für die Zukunft könnte Starkstrom bzw. Drehstrom schon interessant sein, aber...
An einer Schukodose, bzw. ggf. CEE-blau kannst du mit maximal 16A bzw. 3,7kW laden.
Die meisten zur Zeit auf dem Markt befindlichen Autos ( außer Zoe, Tesla, neuer eGolf,
neuer i3) laden an AC nur einphasig. Da wäre eine "schnelle" Wallbox kein wirklich großer
Gewinn.
Drehstrom in der Garage kann aber dennoch im Hinblick auf die Zukunft eine gute Sache
sein. In Zukunft kommen vielleicht mehr Autos auf den Markt, die mehrphasig laden können.

Aber Vorsicht. Dein Herdanschluss in der Küche dürfte wahrscheinlich mit 16A abgesichert
sein. Da wäre dann Handlungsbedarf, solange der Leitungsquerachnitt das hergibt. Du kämst
aber um eine Unterverteilung in der Garage kaum herum. Für den Betrieb einer mehrphasigen
Wallbox sollte ein FI(A)-EV oder FI(B) davor hängen. Am besten dann von der Küche erst in die
Garage und dort den Herd separat absichern. Ansonsten wäre der Herd mit mit 32A abgesichert,
Das wäre nicht im Sinne des Erfinders...

Sofern die Schukoleitung ordentlich verkabelt ist, wärst Du zunächst durch Installation einer
hochwertigen Schukodose oder einer CEE-blau-Dose schon mal gut aufgestellt. Da kannst
Du über Nacht in 8 Stunden bis zu 30kWh nachladen. Das reicht im Alltag meistens aus. Es
entspricht einer Fahrstrecke von etwa 150-200km.
Grüße aus dem tiefen Westen,
Heiko


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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon different » Mo 30. Okt 2017, 11:12

geko hat geschrieben:
Da es im Allgemeinen nicht empfehlenswert ist, an einer Schuko-Dose längere Zeit unter Volllast zu laden, empfiehlt sich die Installation einer roten CEE-Dose. Diese ist auch (ggf. mit Adaptern) universell einsetzbar für alle E-Autos. Eine Wallbox kann ja im Nachhinein immer noch installiert werden.


Danke für die Info! Lädst Du Deinen i3 auch mit CEE-Dose via Wallbox und wird sich das für Deinen Tesla ändern?
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon different » Mo 30. Okt 2017, 11:15

Pharmy hat geschrieben:
Hallo Different,

für die Zukunft könnte Starkstrom bzw. Drehstrom schon interessant sein, aber...
An einer Schukodose, bzw. ggf. CEE-blau kannst du mit maximal 16A bzw. 3,7kW laden.
Die meisten zur Zeit auf dem Markt befindlichen Autos ( außer Zoe, Tesla, neuer eGolf,
neuer i3) laden an AC nur einphasig. Da wäre eine "schnelle" Wallbox kein wirklich großer
Gewinn.
Drehstrom in der Garage kann aber dennoch im Hinblick auf die Zukunft eine gute Sache
sein. In Zukunft kommen vielleicht mehr Autos auf den Markt, die mehrphasig laden können.

Aber Vorsicht. Dein Herdanschluss in der Küche dürfte wahrscheinlich mit 16A abgesichert
sein. Da wäre dann Handlungsbedarf, solange der Leitungsquerachnitt das hergibt. Du kämst
aber um eine Unterverteilung in der Garage kaum herum. Für den Betrieb einer mehrphasigen
Wallbox sollte ein FI(A)-EV oder FI(B) davor hängen. Am besten dann von der Küche erst in die
Garage und dort den Herd separat absichern. Ansonsten wäre der Herd mit mit 32A abgesichert,
Das wäre nicht im Sinne des Erfinders...

Sofern die Schukoleitung ordentlich verkabelt ist, wärst Du zunächst durch Installation einer
hochwertigen Schukodose oder einer CEE-blau-Dose schon mal gut aufgestellt. Da kannst
Du über Nacht in 8 Stunden bis zu 30kWh nachladen. Das reicht im Alltag meistens aus. Es
entspricht einer Fahrstrecke von etwa 150-200km.


Vielen Dank für die ausführliche Antwort, ich bin überwältig von der Anzahl und auch Qualität der Antworten auf meine doch so "einsteiger-hafte" Frage ;)

Genau für die Frage wo wie was abgesichert werden muss wende ich mich dann an den Elektriker meines Vertrauens, da will ich nicht selbst rumpfuschen.

Grüße aus dem Süden!
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Re: Anfängerfrage: Bringt Starkstrom etwas vs. Schuko?

Beitragvon geko » Mo 30. Okt 2017, 11:16

Ich lade ausschließlich an öffentlichen Ladestationen. In der Firma haben wir aktuell 3 Typ 2 Wallboxen sowie 3 Schukos. Zwei der Schukos werden wir gegen CEE32 tauschen lassen, eine Schuko bleibt für das Laden eines twizy.

Unterwegs habe ich schon an allem möglichen geladen, wobei Schuko am nervigsten ist. Man kennt nie die Hausinstallation genau, kann selten abschätzen, wie gut die Kontakte in der Dose sind etc. Wenn ich Schuko lade, dann mit 9A. Das dauert dann natürlich lang.

Tesla liefert bei seinem UMC immer CEE32 mit aus (neben Schuko).
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