AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

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AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon Badenser » Do 29. Okt 2015, 22:35

Hallo zusammen,

ich habe in einem von Rolands Workshops zwei gut funktiontionierende OpenEVSE Ladeboxen gebaut. Vor ein paar Wochen kam jetzt der Wunsch nach zwei weiteren Ladeboxen (für die Arbeit) auf. Roland rückt seine Platinen nur im Rahmen von Workshops raus (wofür ich volles Verständnis habe), aber ich wollte weder bis zum nächsten warten noch in den Norden fahren. Daher habe ich untersucht, ob ich eine OpenEVSE mit einem Arduino aufbauen könnte. Es gibt sogar eine Anleitung auf instructables.com, aber leider bin ich an der Software gescheitert. Obwohl ich Softwareentwickler bin, muss ich zugeben...da blick ich nicht durch. Zu viele #defines....

Also habe ich mir überlegt, ob man das ganze nicht auch viel einfacher mit einer analogen Schaltung aufbauen kann (und dann keine Firmware braucht). Die Bettermann-Platine scheint das schließlich auch zu tun. Ich habe das Internet abgesucht, aber nichts brauchbares finden können. Es gibt eine paar Ansätze für analoge Steuerungen, allen voran BareEVSE, bei der mir allerdings nicht nur die Kopfhaare zu berge stehen. Im Gegensatz dazu wollte ich eine sichere Steuerung bauen mit Schütz und Diodentest.

Das ganze hat sich als nicht besonders schwierig erwiesen. Der J1772 Standard ist wahrscheinlich mit analoger Technik im Hinterkopf geschrieben worden. Man bedenke nur, aus welcher Zeit er stammt. Ich habe die Schaltung am Steckboard entworfen, mit dem EV-Simulator getestet und ein Platinenlayout (einseitig) dafür gemacht. Damit habe ich zwei Steuerungen zusammengelötet und mittlerweile zwei komplette Ladeboxen daraus aufgebaut, die ich erfolgreich mit zwei ZOEs getestet habe. Und wenns mit ZOEs geht, dann sollte es mit anderen E-Fahrzeugen erst recht gehen...

Um einen dauerhaften Anlaufpunkt für Interessenten zu haben, habe ich eine Webseite mit allen Details erstellt: http://analogevse.xyz

Viele Spaß beim Nachbauen,
Bernhard
Zuletzt geändert von Badenser am Do 29. Okt 2015, 23:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon bernd » Do 29. Okt 2015, 22:50

Interessant!
Ausprobiert ob die Zoe der Ladestärke folgt wenn du am Wiederstand drehst?
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Re: AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon Jogi » Do 29. Okt 2015, 23:13

:thumb:
Ganz nach meinem Geschmack!

Ein Softwareentwickler, der eine analoge Steuerung baut, daß ich das noch erleben darf... :hurra:
Hinterher findet sich immer Einer,
der es schon vorher gewusst hat.
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Re: AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon lingley » Do 29. Okt 2015, 23:19

Super !
Eine tolle Arbeit und ... analog ... Klasse 8-)
Für mobile Ladehelfer geradezu prädestiniert.
Nicht umsonst ist die Bettermannplatine so beliebt.
Jogi ... +1
lingley
 

Re: AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon Badenser » Do 29. Okt 2015, 23:30

@bernd: nein, ich habs nicht ausprobiert. Das ist auch nicht mein Anwendungsfall. Die Impulsbreite ändert sich aber kontinuierlich mit dem Widerstandswert, das sagt mir das Oszilloskop. Bei der Bettermann-Platine folgt die ZOE brav der Einstellung, also sollte es mit meiner Steuerung auch so sein.
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Re: AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon Jogi » Do 29. Okt 2015, 23:37

In Deiner Beschreibung schreibst Du:

Der Not-Aus Knopf schaltet das Schütz aus. Dies ist leider keine perfekte Lösung, weil das Auto im Moment des Ausschaltens eventuell noch lädt. Das Schütz wird deshalb unter Last getrennt, was zu Funken und verbrannten Kontakten führt.


Das Schütz schaltet, wofür es gebaut ist, nämlich 50Hz Sinus, wobei der Lichtbogen im Nulldurchgang (der 100 Mal pro Sekunde statffindet) erlischt.
Ein Qualitätsschütz, das innerhalb seiner Spezifikation, also nicht mit höheren Strömen/Spannungen als angegeben, betrieben wird, sollte mehrere tausend Schaltvorgänge unter Last überstehen.
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Re: AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon Badenser » Do 29. Okt 2015, 23:42

Danke für die Info, da hast Du natürlich recht. Das ist beruhigend. Ich werde die Beschreibung bei Gelegenheit ändern.
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Re: AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon Berndte » Do 29. Okt 2015, 23:43

Genau... das Schütz kann das locker ab, da brauchst dir keine Gedanken zu machen.
Wenn du nicht gerade die 10€ Variante von eBay nimmst ;)

Alternativ würde ich die Versorgungsspannung zur Platine mit dem Not-Aus kappen... das ist lt. VDE Nr.*schiessmichtot* auch in Ordnung und eigentlich richtiger.
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Re: AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon Badenser » Do 29. Okt 2015, 23:52

Ich hab das von eBay für 12€ genommen ;-)

Auch eine gute Idee. Ich würde das zusätzlich tun, denn wenn das kleine Relais auf der Steuerung hängt, bleibt das Schütz an. Man könnte auch das Pilotsignal kurzschließen, dann würde die rote LED leuchten...
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Re: AnalogEVSE Eigenentwicklung Ladesteuerung

Beitragvon Grejazi » Fr 30. Okt 2015, 00:25

Schöne analoge Lösung - finde ich toll.

2 Fragen / Denkanstöße hätte ich da aber noch.

1. Der "Not-Aus" Schalter
Bezeichne ihn einfach nur als AUS-Schalter - denn für ein Not-Aus / Not-Halt gibt es klare Vorschriften, die in der von dir verbauten Form nicht erfüllt werden können.
Wenn Du einen "Not-Aus"-Schalter mit Schloss nimmst kannst Du dir den Schlüsselschalter sparen

2. Störung bei Lüftung
Ich muss zugeben, dass ich selber es nicht weiß - vielleicht kann aber jemand anders für Aufklärung sorgen, ansonsten werde ich im nächsten Sommer mal selber kontrollieren.
Gibt es Fahrzeuge, wie z.B. den Fluence, der über den 3V-Pegel eventuell eine externe Kühlung anfordern?
Oder ist das wie beschrieben ein reine Lüftungsfunktion für Lüfteranforderung beim laden von ausgasenden Akkus?
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