Ladestrategie 12V Bordakku

Ladestrategie 12V Bordakku

Beitragvon Fahren mit Strom » Sa 28. Mai 2016, 07:12

Ich bin Soul-Fahrer seit zwei Wochen. Einige Posts hier (z.B. Thread "Batterieproblem?") schildern Probleme mit dem Akku, auch relativ frühe Ausfälle ungeklärter Ursache.
Es ist bekannt, dass Blei-Akkus, egal welcher Bauart, eine temperaturabhängige Ladeschlussspannung haben. Mit zunehmender Temperatur nimmt die empfohlene Ladeschlussspannung ab. Alle guten Solarladeregler beherrschen die "temperaturgeführte" Ladung und sogar mein alter Think City kann das.

Am Minuspol des Soul Bordakkus hängt ein schwarzes Teil, von dem ein steckbares Kabel mit 2 dünnen Adern abgeht. Weiss jemand, was das ist? Ich hielt es natürlich für den Temperatursensor. Messungen während der Ladung haben aber ergeben, dass die Ladespannung stur bei 14.48 bis 14.50 bleibt. Selbst bei Zimmertemperatur ist das schon grenzwertig, vor allem bei der viele Stunden dauernden Ladung am ICCB. Bei sommerlicher Hitze ist es entschieden zu hoch! Wenn man an einem ruhigen Ort mit etwas Verrenkungen das Ohr auf den Akku legt, hört man ihn heftig gasen. Das kann nicht lange gut gehen!
Es ist ein VRLA Typ, in den man kein Wasser nachfüllen kann. Kleine Gasungsmengen werden zwar wieder zu Wasser rekombiniert, aber ich vermute, dass der Akku bei häufiger lange dauernder starker Gasung allmählich austrocknet.

Ich habe den vermeintlichen Sensor am Minuspol mit Eiswürfeln gekühlt und mit dem Haartrockner erwärmt - keine Reaktion! Die Ladespannung bleibt konstant. Ist das vielleicht gar kein Temperatursensor? aber was denn sonst?? Oder verhindert ein Softwarefehler, dass der AC-Lader auf den Sensor reagiert?
Eine CHAdeMO-Ladung führt übrigens zur selben hohen Ladespannung, aber dann wenigstens nicht so lange.

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und Erkenntnisse. Mein KIA Händler weiss darüber leider gar nichts.


Kurt
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Beitragvon el-hp » Sa 28. Mai 2016, 12:32

Hallo Kurt,
ohne die Konstruktion näher zu kennen, würde ich das Teil für einen Stromwandler halten. Vielleicht wird darüber der Lader für den Akku gesteuert.
Wenn es sich, wie ich vermute um einen Gelakku handelt, ist der Spannungswert doch ok. Als maximale Spannung im Zyklenbetrieb sind 14.7V spezifiziert.

Als alter Thinkfahrer hast du doch sicher eine Stromzange für Gleichstrom, wieviel Elektronen sind denn bei 14.5V im Kabel unterwegs?

H.P.
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Re: Ladestrategie 12V Bordakku

Beitragvon Fahren mit Strom » So 29. Mai 2016, 11:25

So ein Mist. Nun habe ich eine Stunde lang eine ausführliche Antwort verfasst und beim Absenden war ich schon wieder abgemeldet. Alles weg! Ist das hier so, dass man nach einer gewissen Zeit automatisch abgemeldet wird? Ich lese zwar viel im Forum, aber habe bisher nur selten geschrieben.

Kurt (ziemlich verärgert)
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Re: Ladestrategie 12V Bordakku

Beitragvon 300bar » So 29. Mai 2016, 11:29

Hallo Kurt,

wenn Du im Browser eine Seite zurück gehst, dann steht Dein Text üblicherweise noch da.
Außerdem solltest Du beim Anmelden den Haken bei "Angemeldet bleiben" (oder so ähnlich) setzen, dann passiert das auch nicht.
Gruß Reinhard
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Re: Ladestrategie 12V Bordakku

Beitragvon Fahren mit Strom » So 29. Mai 2016, 13:08

Danke an Reinhard für den Hinweis. Also nochmal ein Versuch...

Das Teil am Minuspol könnte ein Stromwandler sein. Bei näherem Betrachten sieht man, dass zwischen Minuspol und der an die Fahrzeugmasse abgehenden Leitung ein Isolierstreifen liegt. Dazwischen messe ich eine Spannung im Millivoltbereich. Das werde ich nochmal genauer beobachten. Ich glaube aber kaum, dass es was mit der Ladung zu tun hat. Der Wandler könnte dazu dienen, im Display die Warnung für reinen Akkubetrieb auszulösen, wenn kein Ladekabel angeschlossen und das Auto nicht in Fahrbereitschaft ist.

Auf Bleiakkus drucken Hersteller folgende Ladeempfehlungen auf (in aller Regel bezogen auf 25°C):
Standby use: 13.5 bis 13.8V
Cycle use: 14.4 bis 14.7V
In einem Fahrzeug liegt kein Zyklenbetrieb vor, wie etwa bei einer Inselanlage (Entladung nachts, Ladung tagsüber an PV).
Beim eingeschalteten KIA (Fahrbereitschaft) messe ich ohne Ladung etwa 13.2V am Akku. Ein vernünftiger Wert, obwohl für eine Erhaltungsladung schon fast etwas knapp.
Beim Laden, egal ob CHAdeMO oder AC, steigt die Spannung schnell auf 14.50V (gestern sogar 14.52 gemessen). Für eine einmalige Vollladung vertretbar, aber nicht für 10 oder mehr Stunden am ICCB.

Und wo bleibt die Temperaturführung?? Hersteller geben als Richtwert für die Temperaturkorrektur 4mV/°C je Zelle an. Für unseren 6-Zeller also 24mV/°C. Bei 10° Temperaturerhöhung muss demnach die Ladespannung um 0.24V reduziert werden. Im stehenden Auto an der prallen Sommersonne kann der Akku unter der Haube ohne weiteres mal 40° haben. Eine unkorrigierte Ladespannung führt dazu, dass bei winterlichen Minusgraden der Akku nie voll wird und in der Sommerhitze ständig am Gasen ist.
Bei meinen früheren Stinkern (lange her!) habe ich bei laufendem Motor 13.9 bis 14.1V gemessen. Eine Temperaturführung gab es bei den alten Kisten noch nicht. War auch unnötig, denn die offenen Flüssigsäureakkus konnte man ja nachfüllen.

Wer selbst eine Inselanlage mit Blei gebaut hat, besitzt selbstverständlich eine Stromzange :-)
Ich habe den Akku mit einer externen 8A Last direkt an den Klemmen auf knapp unter 12V entladen. Beim anschliessenden Einstecken des ICCB lieferte der DC/DC-Wandler einen Ladestrom von über 50A. Ganz schön heftig! Hersteller empfehlen als "Max.initial current" etwa die Hälfte der Kapazität, das wären beim KIA rund 20A. Die Ladespannung steigt dann schnell wieder auf 14.5V, der Ladestrom sinkt kontinuierlich ab. Bei den üblichen Ladezeiten ist ein derart hoher Anfangsstrom überdimensioniert und könnte die Lebenserwartung verkürzen.


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Re: Ladestrategie 12V Bordakku

Beitragvon ^tom^ » So 29. Mai 2016, 16:38

Es ist schon eine ganze Weile her, da wurden die ersten Ausfälle von den 12V Batterien gemeldet.
Darauf gin ich mit dem DMM mal die Ladespannung messen.
Wie Du festgestellt hast, liegt volle kanne eine dauernde Ladespannung von etwa 14.5V an.
Dem aber nicht genug, denn bei mir liegen auch 14.5V an, wenn der KIA betriebs-fahr-bereit ist.
Ich halte 13.9V hier als mehr als genügend und die Batterie würde wohl die 7 Jahren Garantiezeit locker überstehen.

Doch nun habe ich auf den Service Blätter in den USA gefunden, dass an den DC DC Wandler was gemacht wurde.
"""
Recall SA201 - PESEV low voltage DC-DC converter, SA206 - PSEV rear center seat belt cover, SC125 - pinion plug inspection and repair N/C
Page"""
https://avt.inl.gov/sites/default/files ... 908BEV.pdf
Interessant ist auf jeden Fall das es sich um einen Rückruf handeln soll!
Ob dies nun Hard- oder Softwaremässig passierte ist unklar.
Klar ist aber, dass offenbar hierzulande das Softwareupdate dies berücksichtigen soll, doch aber die Ladespannung immer noch über 14.4V liegen soll.
Ich hoffe alle Zahlen richtig zusammen gefügt zu haben.
--
Ab Jan.2016 BMW i3 BEV WP, AC+, DC. I001-15-11-504, dato 13'000km
Ab Juli 2015 KIA Soul EV, Sitzbelüftung, Chademo, dato 33'000km
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Re: Ladestrategie 12V Bordakku

Beitragvon Fahren mit Strom » So 29. Mai 2016, 18:31

@^tom^

Erstaunlich was es da für Unterschiede gibt. Dein KIA scheint älter zu sein, wie ich der Signatur entnehme. Meiner ist Erstzulassung Januar 2016. Man hat also die zu hohe Spannung im Fahrbetrieb inzwischen reduziert, bei meinem auf 13.2V

13.9V würde ich auch als guten Kompromiss sehen, sowohl beim Laden wie auch Fahren. Kurzfristig darf es durchaus mal bis 14.7V gehen zum Zellenausgleich, aber nicht bei jedem Ladevorgang und auch nicht stundenlang. Hochwertige Solarladeregler machen das in konfigurierbaren Abständen automatisch.

Schade trotzdem, dass offensichtlich keine Temperaturführung eingeplant wurde.

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Re: Ladestrategie 12V Bordakku

Beitragvon JejuSoul » Fr 3. Jun 2016, 08:58

^tom^ hat geschrieben:
Recall SA201 - PESEV low voltage DC-DC converter, SA206 - PSEV rear center seat belt cover, SC125 - pinion plug inspection and repair

SA201 is a Service Advisory not a recall. It is a software update that is optional. I do not have it. It has never been mentioned by the mechanic when my car was serviced or when I had the steering wheel recall done.
The codes for using Torque Pro with an OBD2 adapter to display battery info are here - https://github.com/JejuSoul/OBD-PIDs-for-HKMC-EVs
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