Die längsten 10 Kilometer eines EV Fahrers

Die längsten 10 Kilometer eines EV Fahrers

Beitragvon ^tom^ » Mo 7. Dez 2015, 12:10

Was in einem anderem Forum von mir über den i-MiEV berichtet wurde, möchte ich nun hier mit dem KIA tun.
Der original Thread startete hier:
http://67183441.foren.mysnip.de/read.php?28653,415929
Der Beitrag des Eröffnungsthreads ist aber hier unten angehängt.
Der Thementitel betrifft den Eröffnungsthread im anderen Forum.

Es geht wiederum um die Fahrt ins Tessin.
Der Einfachheithalber beschränke ich mich auf die Strecke/n von/nach Beckenried nach CH-6592 Sant`Antonino.

Abfahrt in Beckenried bei 4 Grad Aussentemperatur und einer Akkutemperatur von ca. 20 Grad.
Das Fahrzeug ist vorgewärmt auf 21.5 Grad welche für alle hier nachfolgend erwähnten Fahrten gilt.
Der SoC ist bei der Abfahrt 84.0%.
Mit 94kmh (immer gemäss Tacho) geht es dem Gotthard entgegen. DIe Raststätte wo ich noch den i-MiEV nachladete lies ich rechts an mir vorbei gleiten.
Die Gotthardrampe war nur einspurig befahrbar und so passierte es, dass ich dies mit ca. 69kmh passieren durfte und diese Geschwindikeit dann noch bis zur Röhreneinfahrt beibehielt.
Einfahrt in den Gotthardtunnel fand mit 50% SoC statt.
Mit um die 75kmh ging es durch den Gotthard und die Ausfahrt der Röhre fand mit 43% SoC statt.
Weiter mit 94kmh Richtung Bellizona und ohne viel Verkehr kam ich dann in Sant`Antonino mit 22% SoC bei einer Aussentemperatur von 7 Grad an. Die Batterie hatte nach 98 Minuten bei Ankunft eine Temperatur von 23 Grad (was 1 Grad über deren bei Abfahrt liegt).
Gemäss OVMS habe ich auf der 126.5 langen Strecke 16.0kWh aus der Batterie entnommen und 0.9kWh rekuperiert.

Leider war es dort nicht möglich per Chademo zu laden und ich weichte nach Ascona aus wo ich dann mit 12% SoC ankam.

Zur Rückfahrt:
Abfahrt in Sant`Antonino bei 2 Grad Aussen und einer Batterietemperatur von 10 Grad.
Das Fahrzeug ist vorgewärmt und der SoC beträgt 94.0%.
(Ich hatte das vergnügen 90 Minuten an Typ2 zu verbringen)
Wiederum mit 94kmh ging es Richtung Gotthard. Ab dem Autobahnkreuz Richtung San Bernadino fuhr ich dann zwischen Trucks die auch mit 94kmh unterwegs waren mit einem Abstand von ca. 35 Meter bis nach Erstfeld hinterher. Dee beiden 5% Steigungen ging es etwas lansgamer, doch stetig.
Die Einfahrt in Gotthard fand mit 34%SoC statt (also 16% weniger als auf der Fahrt nach Süden).
Ausfahrt mit 28.9% SoC. Der Vebrauch im Tunnel hier ewta 5% und bei der Fahrt nach Süden etwa 7%)
Die Gotthardraststätte bei Erstfeld konnte ich mit 27.8% passieren (zur Not kann hier an CEE nachgeladen werden was mit dem KIA für ein paar % flott ginge, wenn man die nötige Hardware hat).
Soweit verhält sich die Fahrt (ausser mit dem KIA etwas angenehmer und zügiger) richtung Norden etwa gleich wie mit dem i-MiEV (der i-MiEV hätte es aber bei diesen Winterlichen Temperaturen kaum geschafft).
Nun die damalige Zitterpartie im Seelisberg der nicht zu enden scheint.
Die Einfahrt in den Tunnel war bei 21% SoC.
So nimmt es auch hier die Akkuprozente (mehr oder gleich wie im längeren Gotthard) und die Tunnelausfahrt war mit 15%.
In Beckenried waren 127.3km geschafft und ich kam nach 100 Minuten bei 4 Grad aussen, einer Batterietemperatur von 20 Grad und mit 13% dort am Chademoschnellader an.
Hier meldete das OVMS wie folgt Werte:
21.0kWh aus der Batterie entnommen und 1.3kWh rekuperiert.


Die Fahrt in den Süden benötigte ca. 62% SoC was in etwa 18.6kWh entspricht.
Die Fahrt in Norden benötigte ca. 81% SoC was in etwa 24.3kWh entspricht.
Schon die Fahrt mit dem i-MiEV brauchte auf dem Rückweg viel mehr (auch nach Berücksichtigung der Höhenunterschiede). Warum dies so ist......der Soul ist auf jeden Fall ein Schluckspecht, hat aber auch ein grosses Polster zwischen den Achsen.

Fazit: Mit dem Soul EV jederzeit möglich, doch die fehlende Wartung der Schnellader und auch die nur 20kW Leistung der bestehenden Ladesäulen machen es nach wie vor zu einem Geduldspiel.
Mit funktionierenden 50kW Säulen würde es die Fahrt je Richtung lediglich um maximal 30 Minuten verzögern.
Die 20kW Säulen sind bis und mit 2015 allenfalls Stand der Technik, doch an Schnellstrassen sind dies für Transitreisende mit den entsprechenden Fahrzeugen sind dies eher Schnarchlader.
Da mir die nächtliche Auflademöglichkeit im Tessin nicht gegeben war und auch die Ticino mässige Park und Charge möglichkeit nicht für einmalige Wochenendausflügler vorgesehen ist, verlängerte sich meine Fahrtzeit nochmals um 2 Stunden. Wegen der defekten Chademo Säule zusätzlich gleich nochmals um mindestens 1 Stunde.
Für den Wochenendaufenthalter eher noch keine Option und für den Geschätsmann auch nicht, denn Kunden haben kaum Verständis wenn ich mein Auto nicht (oder nicht schnell genug) laden kann!
Es liegt hier meines erachtens nicht am Fahrzeug, sondern an der Lade-Infrastruktur. Auch ein Auto das 300 Kilometer weit kommen würde, ändert daran rein gar nichts!




[quote=^Tom^]
Wenn Sekunden zu Minuten werden stimmt irgend etwas nicht.
So passiert von der Fahrt vom Tessin in die Deutschschweiz.

Das Tatwerkzeug war ein Mitsubishi i-MiEV und die Tat soll ganze 128km andauern.
Angefangen hat es mit 99% Akkufüllung und dem verlassen der Ladesäule in CH-6592 Sant`Antonino.
Das Höhenmeter besagt um die 230müM und es sollen rund 63km bis zur Gotthardröhre sein.Die Höhendifferenz von 900 Meter gilt es gleichzeitig auch noch zu bewältigen.
Die Autobahn-Fahrt Richtung Gotthard gestaltete sich mit rund 70kmh nicht wirklich aufregend und da es Samstag Nacht war gab es auch keine Windschatten von ewta 80kmh fahrenden Ungetümen.
Bei der Ausfahrt von Airolo waren es dann noch 29.5% Akkufüllung und ich entschloss mich spontan ohne Zwischenladung den 16,9 Kilometern langen Tunnel zu befahren.
Auch hier; kein Windschatten zu finden und um den Verkehr hier nicht übermässig zu behindern fuhr ich entsprechend mit dem Verkehr mit
Der Tunnel scheint etwas mehr als die Erdkrümmung sich zu wölben und so geht es erst mal weiter bergauf.
Eine Rechtskurve scheint dem ein Ende zu bereiten und der Verkehr wird schneller und es geht endlich abwärts.
21.5% Akkufüllung verbleiben bei der Tunnelausfahrt und so fahre ich beruhigt Talwärts Richtung Gotthardraststätte wo ich schon bei der Fahrt Richtung Süden einen Tankzwischenstopp einlegte.
Da sich dieser Lade-Stopp bei der Fahrt nach Süden nicht wirklich als notwendig herausstellte, beschloss ich auch hier in angesichts der Uhrzeit ohne Ladestopp direkt richtung Beckenried zu halten.
Schliesslich waren über 35km Talfahrt immer noch 21% Akkufüllung vorhanden und es geht bestimmt noch weiter hinunter.
Noch rund 24km bis zum Schnellader in Beckenried und wie erwähnt noch 21% Akkufüllung ergibt die perfekte Paarung.
Zielsicher fuhr ich dem Ziel entgegen und der Weg führt ausschliesslich über die Autobahn!
Der letzte Tunnel befand sich im Visier und das Ziel kurz danach war schon fast zu riechen.
Die Akkuprozente schwanden im Verhältnis zu der Tunnellänge von über 9000 Meter.
Das Tunnelende war noch nicht in Sicht und schon sind nur noch 10% Akkufüllung vorhanden.
Bestimmt ist das Ende der Röhre gleich zu erblicken und es kann aufgeatmet werden, denn in dem Tunnel stehen bleiben wäre nebst gefährlich auch teuer.
Doch es half alles nichts, 9%, 8.5% und schliesslich mit 8% Akkufüllung auch noch die Schildkröte, der Tunnel war aber immer noch nicht zu Ende!
Der Schreck war kaum noch abzuwenden, der Tunnel endete nicht. Doch dann tauchte das Tunnelende doch noch auf und es waren noch 7% Akkufüllung übrig.
Nur nichts falsches jetzt und bis zur Ausfahrt stetig mit der Geschwindigkeit runter.
Zum See hinunter kam der Akku nochmals mit 8% auf einen aktuellen Höchststand und mit 7% fuhr ich dann den Schnellader in Beckenried an.
Dank 35 Grad warmen Akku war der in 40 Minuten wieder auf 80% und ich konnte um 01:35 morgens die letzte Etappe nach Hause bewältigen.
Es ist also möglich mit dem kleinen Flitzer ausschliesslich mit den Chademo Lader in Beckenried und Sant`Antonino die Alpen zu durchqueren![/quote]
--
Ab Jan.2016 BMW i3 BEV WP, AC+, DC. I001-15-11-504, dato 13'000km
Ab Juli 2015 KIA Soul EV, Sitzbelüftung, Chademo, dato 33'000km
Bis Juli 2015 i-MiEV 13'500km
2015 1. Verbrenner verkauft (für den KIA)
2016 2. Verbrenner verkauft (für den BMW)
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Re: Die längsten 10 Kilometer eines EV Fahrers

Beitragvon Alex1 » Mo 7. Dez 2015, 13:03

Abenteuer der Neuzeit :lol:

Im Ernst: Abenteuer erlebt man dort, wo die Verhältnisse "noch Luft nach oben haben", sprich miserabel sind :roll:

Viel Erfolg weiterhin und weniger Abenteuer :D :mrgreen:
Herzliche Grüße
Alex
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