Lügen Ladesäulen?

Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon Smartkosen » Do 30. Nov 2017, 12:17

Leute, an der Tankstelle bezahlt ihr auch die Herstellung , Transport, und den Tankstellenbesitzer. Nur die reine Energie die in den Tank fliesst zu bezahlen ist Illusion. Falls irgendwann auf der DC-Seite gemessen wird, wird der Preis halt höher weil der Verlust durch den Ladevorgang ansich auch bezahlt werden muss. Die Ladesäule zu unterhalten kost Geld.

Benzin wird vom Bodentank in den Autotank gepumpt(Ladeverlust). Die Zapfsäule selbst braucht Strom. Das bezahlt jeder über die Spritkosten. Wer meckert da? Ausser dass Benzin viel zu Billig ist wenn man die Kwh zugrunde legt. Zum vergl.: Zu Hause am Stromzähler kost die kwh etwa 30 Cent. Ein Liter Benzin hat einen Brennwert von etw 9kwh, sollte also dann etwa 2,70€ kosten wenn man die Energie bezahlen würde. Dann wäre aber die Energie die die Tankstelle verbraucht und die Herstellung des Benzin (1,5kwh pro Liter) , Transportkosten zur Tankstelle noch nicht inbegriffen. Geschweige denn die kosten bis das Rohöl erstmal an der Raffinerie ist.

Das wäre mal ein Schritt in Richtung mehr e-Mobilität, wenn nach Arbeit (kwh) des Energieträgers abgerechnet würde.
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Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon Heavendenied » Do 30. Nov 2017, 12:36

@Hein:
Also ich habe diverse Ladevorgänge an DC Schnelladern für mich dokumentiert und da hatte ich "Abweichungen" zwischen den Werten an der Säule und den am Ioniq abgelesenen Ladehub von 3-6%. Das müssten also entweder extrem effiziente Gleichrichter sein oder es wird eben tatsächlich die gelieferte Strommenge auf der DC Seite angezeigt (was aufgrund des Wortlauts (meist "Gelieferte kWh") auch anzunehmen wäre. Abweichungen wie sie der Threadstarter hier angibt konnte ich noch nie beobachten und halte daher wie bereits mehrfach geschrieben die Säule für defekt oder eben er hat sich verguckt/verrechnet was auch immer. Auch andere User hier hatten ja noch nie von solchen Abweichungen berichtet, und einige haben das ebenso wie ich auch schon vielfach nachgerechnet.
Hier mal zwei Beispiele von mir:
Geladen von 3% auf 83%, Menge laut Säule 23,31kWh, Menge berechnet 22,4kWh, Abweichung 4%
Geladen von 15% auf 85%, Menge laut Säule 20,77kWh, Menge berechnet 19,6kWh, Abweichung 6%
Ich denke solche Abweichungen können durchaus durch die Verluste durch Nebenverbraucher, innerhalb der Kabel, des Akkus etc. zustande kommen bzw sind auf Ungenauigkeiten der SOC Anzeige im Fahrzeug zurück zu führen.ich bin mir daher sehr sicher, dass zumindest alle Säulen an denen ich bisher geladen habe auch wirklich die Strommenge auf DC Seite angegeben haben.
Da die Säulen aber ohnehin alle nach zeit oder pauschal und nicht nach kWh abgerechnet haben ist es für die Abrechnung auch vollkommen irrelevant, was die Säulen da angezeigt haben.
Gruß,
Jürgen
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Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon Schwani » Do 30. Nov 2017, 13:15

Heavendenied hat geschrieben:
@Hein:
Abweichungen wie sie der Threadstarter hier angibt konnte ich noch nie beobachten und halte daher wie bereits mehrfach geschrieben die Säule für defekt oder eben er hat sich verguckt/verrechnet was auch immer.


:danke: :applaus:
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Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon nr.21 » Do 30. Nov 2017, 14:46

Ich habe bisher nicht sehr oft an DC geladen, und wenn, dann nur an den kostenlosen. Ich hatte mit der gleichen Rechenmethode immer Abweichungen größer als 10 %. Möglicherweise liegt das daran, dass der Strom eh kostenlos war und deshalb kein teurerer Zähler an der Abnahmeseite verbaut war.
Wie auch immer: gewundert habe ich mich, aber nicht geärgert.
Und natürlich ist es egal, was an Strom bis zum Stecker gebraucht wird. Abgerechnet werden muss die tatsächlich an den Kunden abgegebene Menge zu einem entsprechenden Preis. Der Strombedarf bis zur Abgabe hat mich als Kunde nicht zu interessieren, genauso wenig wie die Leitungs-und Transformationsverluste der Energieversorger.
Das wird eingepreist, und damit hat es sich.
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Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon HeinHH » Do 30. Nov 2017, 19:20

Heavendenied hat geschrieben:
@Hein:
Also ich habe diverse Ladevorgänge an DC Schnelladern für mich dokumentiert und da hatte ich "Abweichungen" zwischen den Werten an der Säule und den am Ioniq abgelesenen Ladehub von 3-6%.

Endlich mal 'ne konkrete Aussage. Die 3-6% Verluste durch im Fahrzeug bedingte Prozesse (Rechner, Heizung usw.) sind auch aus meiner Sicht im absolut erwartbaren Bereich.

nr.21 hat geschrieben:
Und natürlich ist es egal, was an Strom bis zum Stecker gebraucht wird. Abgerechnet werden muss die tatsächlich an den Kunden abgegebene Menge zu einem entsprechenden Preis. Der Strombedarf bis zur Abgabe hat mich als Kunde nicht zu interessieren, genauso wenig wie die Leitungs-und Transformationsverluste der Energieversorger.
Das wird eingepreist, und damit hat es sich.

So ist es. Auch bei einem Zeittarif erwarte ich, dass die Säule nach 1h nicht 1:15 anzeigt mit dem Argument "Ich habe mich aber viel doller angestrengt als alle andern Säulen". Für mich als Kunde sind für die Abrechnung Zeittarife zwar leichter auch ohne Eichung prüfbar, aber relativ intransparent, was mir tatsächlich geliefert wurde (Natürlich nur, wenn die reine Ladung im Vordergrund steht). Eine Vergleichbarkeit der Marktpartner erscheint mir als Kunde dann recht aufwändig. Bin sehr gespannt, wie es hier weiter geht.

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Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon Karlsson » Do 30. Nov 2017, 22:27

Priusfahrer hat geschrieben:
Warum soll das nicht zulässig sein? Steht das irgendwo?

In den Artikel wie diesem
https://www.electrive.net/2017/07/11/eichrecht-kein-problem/
ist zumindest die Rede davon, dass eirechtkonforme Gleichstromzähler für die DC Ladung benötigt werden wenn man nach Kilowattstunden abrechnen will. Deshalb machen manche Zeittarife oder Pauschalen.
Bloß werde reine Zeittarife eben nicht den unterschiedlichen Ladeleistungen gerecht und Pauschalen sind extrem unpraktisch für Nutzer, die nur etwas aufstocken wollen. Weil man muss ja damit rechnen, dass da auch einer mit nem 100kWh Tesla ankommt und ganz voll macht.
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Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon Priusfahrer » Fr 1. Dez 2017, 08:50

Wer der Meinung ist, dass an seiner Steckdose zu Hause exakt die kWh rauskommen, die am Zähler im Keller gemessen werden, wird eine böse Überraschung erleben.

Auch hier sind 3% Verlust einzurechnen. Bei schlechter Installation können die Verluste noch höher sein.

Mittelspannungskunden werden auf der 10KV Seite gemessen. Nach der Umwandlung in Niederspannung und Weiterleitung im Objekt, bleiben nicht selten 5-10% auf der Strecke.

Keine Ahnung wie viel so ein Gleichrichter und die Steuerung verschluckt. Aber mehr als 10% werden es wahrscheinlich nicht sein.
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Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon HeinHH » Fr 1. Dez 2017, 11:42

Priusfahrer hat geschrieben:
Wer der Meinung ist, dass an seiner Steckdose zu Hause exakt die kWh rauskommen, die am Zähler im Keller gemessen werden, wird eine böse Überraschung erleben.

Der Zähler zeigt aber an, was der Lieferant Dir am Hausanschluss geliefert hat und in Folge berechnen wird (im Gegensatz zur Säule des TO). Das Deine Hütte schlecht verkabelt ist, ist ja nicht sein Problem bzw. auf das Auto bezogen, hat die Gurke eine Gruselheizung/-kühlung wird die Ladung eben teurer als bei effizienteren Fahrzeugen. Wenn BEVs "normal" werden, gehe ich davon aus, dass auch diese neuen Parameter in Autotests Eingang finden werden.

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Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon energieingenieur » Fr 1. Dez 2017, 19:23

Jogobo hat geschrieben:
[...]zwei Stunden 16A gebucht.[...]

Ergebnis nach 2 Stunden laden:
Laut App und Fahrzeug 5,8 kWh geladen (Reichweite +40 km)
Erwartet: 6,5 - 7 kWh
Kosten: 9,90€

Fazit für mich: Zeittarife (und jede Mischform daraus) sind völlig unkalkulierbar. Man ist ausschließlich davon abhängig, wie viel Strom die Säule liefert und erfährt einen vergleichbaren Preis erst am Ende des Ladevorgangs.


So wie ich das verstehe, hast du hier AC geladen. In diesem Fall ist aber dein Fahrzeug für die Abweichungen ganz allein verantwortlich und nicht die Ladesäule! Die steuert hier nämlich nichts. Die Ladesäule gibt als PWM-Signal 16A an das Fahrzeug ab. Was das Fahrzeug dann mit der 16A-Freigabe macht, ist alleine deinem Fahrzeug überlassen. Wenn dies wirklich 16A zieht, dann bekommt es die auch. Die Ladesäule hat bei AC - außer dem PWM-Signal - technisch bedingt keine Eingriffs- oder Drosselmöglichkeiten für die Ladung. Und eine dynamische Anpassung des PWM-Signals ist nur dann sinnvoll, wenn die Ladesäule mit anderen im Lastmanagement hängt. Dies ist aber bei den öffentlich, typisch bekannten "2x22kW"-Ladesäulen in der Regel nicht der Fall und wäre bei einem gebuchten 16A-Zeittarif auch nicht in Ordnung.
D.h., wenn dein Fahrzeug - wie hier in diesem Fall - scheinbar im Schnitt nur mit 12A geladen hat, dann ist der Fehler beim Fahrzeug zu suchen und nicht bei der Ladesäule. Die Gründe dafür sind vielfältig: Akku zu kalt, Akku zu voll, vergessen eine bewußte Reduzierung der Ladeleistung im Fahrzeug wieder aufzuheben oder ein Ladetimer, der dazwischengefunkt hat.
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Re: Lügen Ladesäulen?

Beitragvon mlie » Sa 2. Dez 2017, 01:11

Oder es gibt die Möglichkeit, dass man an der DC-Säule aus Versehen weit über 90% geladen hat oder an AC gar bis 100%, wo es immer wieder balancing gibt

Beispiel: Beim eNV200 ist das Balancing mit ca 1,5-2 kWh zu veranschlagen, bei nutzbaren 20kWh sind das 10%, bei Ladung von 2kWh nach einer Kurzstrecke und direkt wieder auf 100% Laden sind das dann mal eben 50% Verlust.
Wenn man dann noch beim DC-laden im Fahrzeug sitzt und die Heizung ne Stunde mitläuft, kommt man schon mal auf 22 (im Akku!) genutzen und 26 gelieferten kWh...
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Nach Diktat verreist. Aus Steinen, die einen in den Weg gelegt werden, soll man ja angeblich etwas schönes bauen können. Und wer vermietet den dazu nötigen Baukran?
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