CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon Nur_noch_elektrisch » Do 20. Sep 2018, 13:07

thf hat geschrieben:
Zur These 1:
...
Das Laden mit hohen Strömen ist ungesund, das zu lange Laden mit kleinen Strömen auch. Anderswo sagt man, dass das Laden mit 1C (Also Ladestrom entspricht der Kapazität) für Lithiumakkus das am wenigsten schädliche ist. Ob das auf die hier verbauten Zellen auch zutrifft weiß ich nicht.
Wenn ja, wäre 30A der am wenigsten schädliche Ladestrom.
...

Vorsicht, falsche Einheit! Der Ioniq hat 28 kWh Kapazität. 1C wäre demnach 28 kW - nicht 30A!
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Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon kub0815 » Do 20. Sep 2018, 13:17

umrath hat geschrieben:
These 1: CCS-laden ist besonders gut für den Akku

These 2: Rekuperation ist schlechter als Segeln

These 3: Langstreckenfahrten sind auch bei Elektroautos materialschonender


These 1
Halte ich eigetnlich für nicht so relevant solange du nicht vollädst und ihn in der Hitze stehen lässt das BMS verhindert sowiso das du was falsch machen kannst. Dadurch das so nie Balancing gemacht wird. Können eigentlich sogar Zellen kaput gehen also ab und zu mal volladen ist bestimmt kein fehler.

These 2:
Bei normal gebrauch halte ich das für wurscht. Da eh nix signifikantes zusammenkommt.

These 3:
Vorrausschauendes Fahren ist immer besser das hat nix mit Langstreckenfahrten zu tun.
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Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon thf » Do 20. Sep 2018, 13:20

Da hast du Recht, mein Fehler.

Die Kapazität müsste (31.000Wh/380V) bei 79Ah liegen.
Damit sollte der optimale Ladestrom also 79A sein.
Vorausgesetzt, diese Regel trifft hier zu.

Danke für den Hinweis auf meinen Fehler.
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Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon almrausch » Do 20. Sep 2018, 13:20

kub0815 hat geschrieben:
Dadurch das so nie Balancing gemacht wird.

Woher willst du wissen, dass das BMS des Ioniq kein aktives Balancing macht? Dafür muss nicht auf 100% geladen werden.
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Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon Priusfahrer » Do 20. Sep 2018, 14:26

Zu These1: Ich denke schon, dass CCS Laden schädlicher ist als Normalladen. Zumindest bei höheren Temperaturen und wenn im Vergleich bei der Normalladung auch höchstens bis 94% geladen wird. Nur wird der Unterschied kaum messbar sein. Vielleicht wenn man bei einem Fahrzeug 1000 CCS und bei einem anderem 1000 Typ2 Ladungen runter hat und dann vergleicht.

Zu These2: Es stimmt, dass Reku auch ein Ladevorgang ist, der den Akku belastet. Insbesondere wenn er warm ist und man bei SOC über 90% einen Berg hinunter fährt. Aber gebremst werden muss ja. Kommt man ja trotz vorausschauender Fahrweise manchmal nicht drumrum. Ob auf sagen wir 100.000km bei überwiegender Reku im mittleren SOC Bereich dies einen messbaren Unterschied macht, wage ich zu bezweifeln.

Zu These3: Ich denke es hängt sehr stark von der Fahrweise ab. Gerade bei schnelleren Autobahnetappen im Sommer mit CCS Zwischenladung wird der Akku deutlich wärmer als im Stadtverkehr und lässt ihn dadurch geringfügig mehr verschleißen. Fährt man hingegen nur 100-120 aber in der Stadt eher Sportlich, könnte es andersherum sein. Der Rest vom Auto verschleißt sicher eher weniger, da die Bauteile pro km deutlich kürzer beansprucht werden, mal von den Bremsen und Reifen abgesehen. Da meine ich Klimaanlage, Luftfilter, Glühbirnen, Sitze u.s.w.
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Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon LtSpock » Fr 21. Sep 2018, 08:31

almrausch hat geschrieben:
kub0815 hat geschrieben:
Dadurch das so nie Balancing gemacht wird.

Woher willst du wissen, dass das BMS des Ioniq kein aktives Balancing macht? Dafür muss nicht auf 100% geladen werden.

Ich vemute, dass das BMS aktives Balancing macht. Wenn man nach CCS noch mit Typ2 AC lädt ist man in ein paar Minuten auf 100% und es fließt dann auch kein Strom mehr. Und beim passiven Balancing müsste am Ende des Ladevorgangs die Akkutempertatur nochmal ansteigen, was nicht beobachtbar ist. Kann man mit Torque schön beobachten.

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Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon bm3 » Fr 21. Sep 2018, 09:11

LtSpock hat geschrieben:
almrausch hat geschrieben:
kub0815 hat geschrieben:
Dadurch das so nie Balancing gemacht wird.

Woher willst du wissen, dass das BMS des Ioniq kein aktives Balancing macht? Dafür muss nicht auf 100% geladen werden.

Ich vemute, dass das BMS aktives Balancing macht. Wenn man nach CCS noch mit Typ2 AC lädt ist man in ein paar Minuten auf 100% und es fließt dann auch kein Strom mehr. Und beim passiven Balancing müsste am Ende des Ladevorgangs die Akkutempertatur nochmal ansteigen, was nicht beobachtbar ist. Kann man mit Torque schön beobachten.

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Das glaube ich nicht, wäre das erste E-Auto in Serienproduktion welches über ein aktives Balancing verfügt. So schön aktives Balancing auch ist, es ist aufwändiger und teurer in der Produktion, der Kunde bemerkt kaum einen Unterschied oder erst viele Jahre später. Ihr scheint auch falsche Vorstellungen vom passiven Balancing zu haben, das läuft mit relativ geringen Verlustleistungen an den Widerständen und bei (am Schluss) noch sehr geringen Ladeleistungen ab, bewirkt kaum eine Akku-Erwärmung .

Zu den 1 C oder ungefähr 70-80A, das ist schon einen ganze Menge an Strom bzw. Ladeleistung. Bei CCS liegt man dann so bei 2 bis maximal 3 C. Das ist ja auch nicht so weit davon weg.
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Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon NatroN » Fr 21. Sep 2018, 09:22

Das könnte man doch sehr leicht probieren. Irgendjemand mit einem möglichst altem Akku (meiner hat erst 10k) auf 10% runterfahren und dann auf 90% laden - dann mit Torque die Zellenspannung ansehen. Wenn die alle seehr nahr (2te Kommastelle) beieinander sind, sprechen wir wohl von aktivem Balancing.
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Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon bm3 » Fr 21. Sep 2018, 09:31

Nein, es gibt auch Zellchemie die sehr homogen beim Laden ist, sollte sogar die Regel bei einem neuen E-Auto sein, das hat etwas mit der Zellqualität zu tun und auch auch mit der speziellen Chemie. Von aktivem Balancing spricht man wenn Ladungsenergie innerhalb der Zellen vom BMS umverteilt wird.
Beim Leaf läuft beispielsweise das Balancing immer, also Tag und Nacht, beim Stehen,beim abgeschlossenen Stehen des Autos, beim Fahren, beim Laden, aber immer mit sehr geringen Entladungs-Strömen pro Zelle im Bereich kleiner 10 mA. Das Balancing stoppt einzig wenn alle Zellen des Packs sich auf exakt gleicher Spannung befinden. Das ist aber ebenfalls kein aktives Balancing, da die Ladungsenergie nicht zwischen den einzelnen Zellen umverteilt wird sondern nur in Widerständen in Wärme umgewandelt wird.
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Re: CCS-Ladung ist gut - ein Erklärungsversuch

Beitragvon almrausch » Fr 21. Sep 2018, 09:40

Ich verfolge regelmäßig mit Torque die Zellspannungen sowohl beim Laden als auch beim Entladen. Letzte Woche hatte ich den ersten "Stresstest", wo ich nach dem Laden auf 82% die höchste Temperatur mit 38° erreicht hatte. Dann bin ich ca. 80 km gefahren, davon gut 50 km mit 170 km/h. Die höchste Temperatur fiel während der Fahrt nicht ab, wie es sonst immer der Fall ist, stieg aber auch nicht weiter an. An der nächsten Ladestation stieg die höchste Temperatur auf 44° an. Natürlich noch kein Einbruch der Leistung, die wohl erst bei 50° einsetzt.

Während der ganzen Zeit (Laden, schnelle Autobahnfahrt, Laden) habe ich die Zellspannungen verfolgt. Es gab keinen Moment, wo die Differenz mehr als 0,02 V betrug (das ist wohl auch die geringste Auflösung).

Ob das nun ein Anzeichen für aktives Balancing ist oder alle 96 Zellen identische Eigenschaften haben bzw. das System für Abweichungen noch zu jung ist, vermag ich nicht zu beurteilen.

Aktive Balancer sind seit über 5 Jahren auf dem Markt und kosten nicht viel im Vergleich zu den Zellen. Da halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass Hyundai die Kosten dafür aufgewendet hat, um möglichst wenige Garantiefälle zu haben.
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