Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon CO2-Muffel » Do 17. Aug 2017, 17:34

Am vergangenen Wochenende hatten wir auf einem Ausflug nach Tirol die Möglichkeit, den Verbrauch auf einer längeren Bergfahrt und die anschließende Rekuperation mal selbst auszutesten. Da ich davon einen Video gedreht habe, konnte ich im Nachhinein die Zeiten, die Strecken und die Verbräuche gut nachvollziehen. Ich habe dann mal unten stehende Rechnung in Excel aufgestellt.

Dabei sind zwei Schätzungen beinhaltet: der Verbrauch in der Ebene für die beiden Strecken. Hinaufzusteigen ging es recht flott und mit wenigen Kurven, hinunter mit engen Kehren und vielen Kurven und zu einem großen Stück mit einem langsamen Vordermann. Ihr könnt das alles in diesem Roadtrip-Video ansehen, wenn Ihr Zeit und Muße habt. Wen nur die hier berücksichtigte Bergstrecke interessiert, kann bis ungefähr 12:00 Minuten vorspulen.
https://youtu.be/yA0G9OwPIoQ

Die Faustformeln, die sich daraus ergeben, sind ja so oder ähnlich schon mehrfach hier im Forum genannt worden. Hier mal unsere Rechnung:
Hinauf muss man je 1.000 Höhenmeter mit einem Zusatzverbrauch von 15-16% des Akkus rechnen, bergab mit einem Zusatzgewinn von 13-14% durch die Rekuperation. Hinzu kommt immer der normale Verbrauch, der vom Tempo abhängt.

Das Ganze ergibt eine Rekuperationsquote von 88% bei der Bergabfahrt. Am Ende der 312 km Tour hatten wir dadurch einen Durchschnittsverbrauch von 10,7 kWh/100km obwohl wir zusätzlich noch drei kleinere Pässe fuhren.
Dateianhänge
Verbrauch am berg.jpeg
Exceltabelle zu den Verbräuchen auf einer Fahrt über den Kühtaisattel
Ioniq Elektro Premium Polar White, produziert 21.2., Ankunft Bremerhaven Anfang April. Auslieferung am 01.06.
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Re: Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon AmperaEoderZoe » Do 17. Aug 2017, 21:33

Super Beitrag.
Habe, ohne diese Genauigkeit der Daten, auf kurvenreichen Strecken beim Schnellfahren auch den Eindruck, dass man einen großen Teil der Energie, die man beim Herausbeschleunigen verbraucht beim Anbremsen der nächsten Kurve wieder in den Akku bekommt. Im Vergleich zum Verbrenner echt geil.
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Re: Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon corwin42 » Fr 18. Aug 2017, 09:31

Ja, wirklich ein super Beitrag.

Auch eine tolle Landschaft in dem Video. Vielleicht verschlägt es uns ja doch in den nächsten Jahren mal in die Berge. Da ist das echt eine super Info.

Solche Berge hauen dann ja ganz schön rein beim Verbrauch. Gut das es das meiste davon bergab wieder zurück gibt. Solche Einflüsse fehlen leider noch in heutigen Navis. Ich hoffe, dass es in Zukunft da auch Weiterentwicklungen geben wird, so dass der Bordcomputer dann mit Hilfe des Navi und dem Höhenprofil der geplanten Strecke die Restreichweiten genauer berechnen kann.
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Re: Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon bm3 » Fr 18. Aug 2017, 10:12

Hallo,
der Anteil der wieder zurückgewonnenen elektrischen Arbeit liegt ja hier ziemlich hoch. Höher als von mir erwartet, der Nutzungsgrad wird wahrscheinlich auch je nach E-Auto-Marke / Typ recht unterschiedlich ausfallen ? Hier scheint der IONIQ auch ganz vorne dabei zu sein.

VG:

Klaus
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Re: Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon Solarmobil Verein » Fr 18. Aug 2017, 10:29

Solche Reku-Quoten habe ich mit dem Ampera auch.
Bei meinen Teststrecken war die Quote mit dem i-MiEV etwas niedriger. Der Grund dafür ist aber auch darin zu suchen, daß die Reku-Leistung beim i-MiEV geringer ist und die Abfahrt so steil war, daß die mechanischen Bremsen früher einsetzen als beim Ampera.

Wenn das Gefälle also paßt, habe ich bei beiden Fahrzeugen um die 90% Reku-Quote (im Vergleich zu identischen Strecke bergauf).

Wie habe ich es gemessen?
Unten den SOC gemessen, raufgefahren, SOC gemessen, wieder unter, SOC gemessen.

Wenn man das Fahrzeug den Berg hoch prügelt, ist die resultierende Reku-Quote, wenn man wieder unten ist, natürlich niedriger.
Man sollte ungefähr mit der Geschwindigkeit hochfahren, wie man auch runter fährt.
Aber es macht hin und wieder Spaß, den Verbennern zu zeigen, daß sie spätestens nach der zweiten Kehre in den Serpentinen das Nachsehen haben.
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Re: Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon Helfried » Fr 18. Aug 2017, 10:38

Solarmobil Verein hat geschrieben:
Wenn man das Fahrzeug den Berg hoch prügelt, ist die resultierende Reku-Quote, wenn man wieder unten ist, natürlich niedriger.
Man sollte ungefähr mit der Geschwindigkeit hochfahren, wie man auch runter fährt.


Ich habe das schon einmal getestet, also den Unterschied zwischen langsam und schnell den Berg rauf zu fahren. Es macht nicht so viel Unterschied, da man ja am Berg die Energie sozusagen zum Raufheben der Masse des Autos benötigt. Und die bleibt ja beim schnellen und langsamen Fahren gleich.

hyundai-ioniq-allgemeines/berg-und-tal-t25242.html

Man kann den Ioniq (wie wohl die meisten anderen E-Autos auch, speziell den BMW i3) am Berg durchaus beherzt fahren, ohne unmäßig Reichweite zu verlieren.
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Re: Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon CO2-Muffel » Fr 18. Aug 2017, 11:15

Danke an @AmperaEoderZoe und @ corwin42 für das Lob. Das freut uns natürlich sehr und motiviert für weiteres.

AmperaEoderZoe hat geschrieben:
Habe, ohne diese Genauigkeit der Daten, auf kurvenreichen Strecken beim Schnellfahren auch den Eindruck, dass man einen großen Teil der Energie, die man beim Herausbeschleunigen verbraucht beim Anbremsen der nächsten Kurve wieder in den Akku bekommt.


Das nehme ich gleich mal als Anregung für einen der nächsten Videos auf. Da muss ich aber dann meine Frau und die Hunde zu Hause lassen. Die mögen das gar nicht gerne und den Hunden wird es immer schlecht. :D

corwin42 hat geschrieben:
Auch eine tolle Landschaft in dem Video. Vielleicht verschlägt es uns ja doch in den nächsten Jahren mal in die Berge. Da ist das echt eine super Info.

Am Sonntag fahren wir, wenn alles klappt über den Silvretta-Pass. Der soll angeblich die Traumstraße der Alpen sein. Wir werden sehen und natürlich alles festhalten.

corwin42 hat geschrieben:
Solche Berge hauen dann ja ganz schön rein beim Verbrauch. Gut das es das meiste davon bergab wieder zurück gibt. Solche Einflüsse fehlen leider noch in heutigen Navis. Ich hoffe, dass es in Zukunft da auch Weiterentwicklungen geben wird, so dass der Bordcomputer dann mit Hilfe des Navi und dem Höhenprofil der geplanten Strecke die Restreichweiten genauer berechnen kann.

Die meisten Navis berücksichtigen nicht mal das Streckenprofil in der Ebene, sprich Kurven, Straßenbreite, usw. Manchmal schlägt mir die App Navigon zum Beispiel extrem kleine Straßen als Abkürzung vor und rechnet dort mit ca 60 oder 70 km/h, was aber vollkommen unrealistisch ist. Ich kenne noch keine App, die das vernünftig rechnet, wobei Google Maps schon ganz gut ist, da die auf Basis der großen Userbasis sehr gute Echtzeitdaten haben.
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Re: Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon Helfried » Fr 18. Aug 2017, 11:54

CO2-Muffel hat geschrieben:
Ich kenne noch keine App, die das vernünftig rechnet


Waze nimmt für jedes Straßensegment die von den Leuten gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten und rechnet damit recht gut.
Mit der Einschränkung, dass Waze auch Straßen drin hat, wo noch nie jemand gefahren ist und dann auch der Durchschnitt schwierig zu berechnen ist. :)
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Re: Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon CO2-Muffel » Fr 18. Aug 2017, 14:46

Helfried hat geschrieben:
Waze nimmt für jedes Straßensegment die von den Leuten gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten und rechnet damit recht gut.
Mit der Einschränkung, dass Waze auch Straßen drin hat, wo noch nie jemand gefahren ist und dann auch der Durchschnitt schwierig zu berechnen ist. :)

Danke für den Tipp, hab ich gleich mal geladen und bin zum Schnelllader gedüst. Waze hat schon mal den schnellsten Weg gewählt und sogar bis auf eine Minute zu viel richtig gelegen. Datenverbrauch im mobilen Netz war auch im Rahmen.
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Re: Rekuperationsquote - gemessen am Kühtaisattel

Beitragvon neutrino » Sa 19. Aug 2017, 12:16

CO2-Muffel hat geschrieben:
Am vergangenen Wochenende hatten wir auf einem Ausflug nach Tirol die Möglichkeit, den Verbrauch auf einer längeren Bergfahrt und die anschließende Rekuperation mal selbst auszutesten. Da ich davon einen Video gedreht habe, konnte ich im Nachhinein die Zeiten, die Strecken und die Verbräuche gut nachvollziehen. Ich habe dann mal unten stehende Rechnung in Excel aufgestellt....


Hi!

Solche Postings mit Zahlen, Daten, Fakten sind wirklich extrem hilfreich, super Beitrag, vielen Dank für die Mühe!!
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