Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon Wackelstein » Mo 23. Okt 2017, 07:32

Hier in Niederösterreich gibt es die Aktion "6 Tage um 60 Euro", d.h. man kann sich bei ausgewählten Händlern ein E-Fahrzeug für 6 Tage um 60 Euro ausborgen. Die Aktion wird scheinbar gut angenommen, denn bei dem von mir favorisierten Fahrzeug - einem Ioniq - war die Warteliste recht lang; ich habe im Juli oder August bei einem Händler angerufen und einen Termin für den 9.Oktober bekommen.

Der Händler war Firma Hasslauer in Schwarzenau um Waldviertel:
https://www.hyundai.at/Dealers/hasslauer/Home.aspx

Der Juniorchef hat mir das Fahrzeug mustergültig und ausführlich erklärt. Obwohl ich schon etliche E-Autos gefahren bin und wir selbst zwei Zoes und einen Twizy besitzen, war doch einiges neu für mich, vor allem die vielen Assistenzsysteme, die Einstellung der Rekuperation, die Fahrmodi usw.
Man merkte schon bei der Erklärung, dass auch er selbst begeistert von dem Fahrzeug ist :-)

Gleich vorab sei angemerkt, dass ich mit dem Fahrzeug keine Langstrecken gefahren bin. Dazu hat mir in dieser Woche leider die Zeit gefehlt, aber auch bei den Kurzstrecken habe ich das Fahrzeug schätzen gelernt.

Zuerst einmal hat mich der Abstandstempomat fasziniert. Der funktioniert sehr intuitiv und sehr zuverlässig. Nur einmal am späten Abend, als es schon dunkel gewesen ist, hat er nicht erkannt, dass das Fahrzeug vor uns gebremst hat und hat ordentlich Gas gegeben. Glücklicherweise vertraue ich so einer Technik nicht zu 100% und hatte den Fuß in der Nähe der Bremse und somit ist nix passiert. Trotz allem ist dieser Assistent echt toll. Ich will sowas in meinem nächsten Auto auf jeden Fall haben!

Dann die Motorleistung. Unsere Zoes mit ihren 88PS gehen schon nicht schlecht; auf jeden Fall ähnlich gut wie der Seat Benziner mit seinen 125PS.
Aber der Ioniq mit 120PS.... WOW! Und das nicht einmal im Sport-Modus, sondern im Normal-Modus. Die Kiste fetzt ja weg, dass es fast nimmer lustig ist ;-)

Den Spurhalteassistenten fand ich nett, aber mehr nicht. Irgendwie hat sich mir sein Nutzen nicht wirklich erschlossen, aber vielleicht macht er auf Langstrecken mehr Sinn.

Laden ging zu Hause auch problemlos. Sogar mit dem mobilen Juicebooster bei 6,6 (oder 7) kW. Dann ist die Batterie in immerhin 4 - 5 Stunden voll. Das hatte ich viel schlimmer erwartet und ist für zu Hause absolut akzeptabel. Trotzdem muss ich sagen, dass hier der Zoe mit seinen 22kW hier von Vorteil ist. Sogar mit den 11kW gehts natürlich deutlich schneller.

Der Verbrauch war bei meiner normalen Fahrweise mit 13 - 14kWh pro 100km sehr niedrig. Mit den Zoes bin ich hier bei rund 16 - 17kWh pro 100km. Man sieht wieder einmal, dass die deutlich höhere Motorleistung bei circa gleichem Fahrzeuggewicht unerheblich ist. Wichtiger ist der geringere Luftwiderstand.
Somit wären 200kW bei herbstlichen Bedingungen durchaus möglich gewesen. Toll!

Man merkt im Vergleich zum Zoe, dass der Ioniq schon deutlich moderner ist. Hyundai hat praktisch alles richtig gemacht. Ich würde das Auto sofort weiterempfehlen.

Ah ja, etwas skeptisch war ich ja bezüglich der Sitzposition. Im Zoe sitzt man recht hoch, fast wie auf einem normalen Stuhl. Das schätze ich sehr. In einem Sportwagen fühle ich mich überhaupt nicht wohl.
Im Ioniq sitzt man etwas tiefer, aber auch noch sehr angenehm. Vor allem aber waren die Sitze wesentlich besser als im Zoe; der Seitenhalt ist sehr gut; man wird in Kurven nicht ständig hin-und-her geworfen.

Apropos Kurven: Der Ioniq liegt sehr gut in Kurven. Die Federung ist nicht annähernd so schwammig wie im Zoe, aber auch nicht so bretterhart wie im Twizy. Ich fand den Fahrkomfort sehr hoch.

Weshalb ich das Auto nicht kaufe?
Naja, zur Zeit fehlt das Geld.... ;-) Aber vor allem ist die Reichweite noch nicht hoch genug um unseren letzten Verbrenner ablösen zu können. Für mich persönlich ist es ab einer Winter-Reichweite von 300km soweit.
Sollte Hyunday den Ioniq wirklich mit einer 40er Batterie ausstatten oder einen anderen Wagen mit einer noch größeren Batterie rausbringen (Kona?), dann.... ;-)

Leider kann man bei "6 Tage um 60 Euro" nur genau ein einziges Mal teilnehmen. Weshalb ich hier den Ioniq gewählt habe? Ich finde generell Hyundai und Kia von allen Automarken am sympathischsten. Zoe besitzen wir ja schon. Eventuell interessant wäre auch noch der neue Golf, aber VW hat bei mir ausgeschissen; die müssten schon ein sensationelles Auto zu einem super Preis rausbringen, um nochmal für mich interessant zu sein.

Zum Abschluss möchte ich noch Firma Hasslauer für den Wagen und die tolle "Einschulung" danken. Wie gesagt - sollten die nächsten E-Autos von Hyundai ähnlich gut sein wie der Ioniq, werde ich mich dort auf jeden Fall noch einmal blicken lassen.
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Re: Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon sensai » Mo 23. Okt 2017, 09:34

hihi,
ich nutze auch gerade diese "6 Tage Testaktion" und muss den Ioniq heute zurückgeben.
Meine Sichtweise zu diesem Auto sind ähnlich zu deinen.

Sitzposition ist sehr gut, Seitenhalt perfekt. Lediglich das Ein/Aussteigen ist aufgrund des tieferen Fahrzeuges
im Vergleich zur Zoe gewöhnungsbedürftig. Die elektrischen Sitze in Verbindung mit Leder und der Heiz sowie Kühlfunktion
ist ein Quantensprung zu unserer Zoe. Die Kids sind von der Sitzheizung hinten ebenso begeistert.

Getestet habe ich das Auto in unserem täglichen Einsatzgebiet.
Ortsverkehr mit den Kids zur Schule/Kiga.
Hier bereits das erste Manko: Meine 4jährige (mit einen Römer Kindersitz) kann sich nicht selber anschnallen,
da die Gurtschnalle zu kurz ausgelegt ist. Da ist die Zoe klar im Vorteil. (bei unserem derzeitigen Familienkombi
mussten wir eine Verlängerung montieren. Damit klappt es)
Die automatische Rückfahrfunktion des Fahrersitzes beim Abstellen musste ich gleich ausschalten, da sonst der Platz
für die 8jährige auf der Rückbank zu eng wird. Aussteigen ist für den Fahrer trotzdem problemlos möglich.

2 x 30 km tägliche Autobahn Pendlerstrecke:
Gefahren zu den typischen Stoßzeiten mit dichtem Verkehr und mehrfachen Stillstand wegen Verkehrsüberlastung.
Genial und Stressfrei mit dem Ioniq.
Tempomat auf 120 km/h, Abstandsensor eingestellt, Spurhalteassistent aktiviert und los geht's.
Das Auto erkennt problemlos die Spur, reduziert bzw. beschleunigt selbstständig. Und das wichtigste, bei einem
Verkehr Stillstand bleibt das Auto selbstständig stehen und fährt auch wieder an, wenn der Vordermann losfährt.
(nach ein paar Sekunden Stillstand muss man lediglich einmal eine Taste betätigen)

Ladezeiten:
an einer 11 oder 22 kW Säule ist die Zoe stark im Vorteil. An meiner Firmensäule (11 kW) braucht der Ioniq rund 7,5 Stunden
bis 100%, die Zoe im Vergleich etwa 2,5 Stunden. Da mein Arbeitstag +8 Stunden beträgt, geht sich das natürlich trotzdem
aus. Und aufgrund der größeren Reichweite muss ich aber auch nicht mehr täglich laden.
Beim Streckenfahren braucht man CCS. Mit den 11/22 kW Typ 2 Ladesäulen dauert eine Zwischenladung einfach zu lange.

Heizung:
Ebenfalls ein Quantensprung zur Zoe. Nur mehr geringe Reichweiten Verluste und dank der Sitz/Lenkradheizung kann man
teilweise sogar auf die Heizung verzichten.

Innenausstattung:
tja, typisch asiatisch und damit etwas viel "bling bling". z.b. die Taste EV mit den relevanten EV Funktionen kann man
auf drei unterschiedlichen Arten aktiveren. zweimal Zuviel somit....

Resumee:
Bei einem passenden Angebot werden wir zuschlagen und unseren Familienkombi ersetzen. Die Kofferraumgröße
für 3 Tagesurlaube (zu viert) sowie Skiurlaub ist ausreichend. Für den 14 Tage Familienurlaub wird eine Mietauto geholt.
Die Zoe bekommt die Gattin für den "kleinen Ortsverkehr". Den Ioniq werde ich nutzen.
Niedrigstenergiehaus (17 kWh/m²) mit Wärmepumpe und Tiefenbohrung

Zoe Intens 12/2014 mit 17" TechRun und Folierung
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Re: Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon Justus65 » Mo 23. Okt 2017, 11:18

sensai hat geschrieben:

Die Zoe bekommt die Gattin für den "kleinen Ortsverkehr". Den Ioniq werde ich nutzen.

Träumer :lol:
Noch stinkt es hinten.
Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. (Albert Einstein)
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Re: Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon sensai » Mo 23. Okt 2017, 13:46

@Justus65, hast eh recht. :lol:
Im Winter wird's schwer der Gattin die Zoe schmackhaft zu machen.
Lenkrad und Sitzheizung vorne/hinten...... :( :?
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Re: Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon Pepe-VR6 » Mo 23. Okt 2017, 18:18

Wackelstein hat geschrieben:
Den Spurhalteassistenten fand ich nett, aber mehr nicht. Irgendwie hat sich mir sein Nutzen nicht wirklich erschlossen, aber vielleicht macht er auf Langstrecken mehr Sinn.


Den Eindruck hatte ich bei einer ersten Fahrt auch. Habe dann aber später festgestellt, dass die Stufe 2 von 3 aktiviert war. Er also bei einem Verlassen der Spur sanft gegen gesteuert hat. Bei Stufe 3 ist der Ioniq vollaktiv und lenkt selbstständig. Er bleibt auch bei dreispuriger Autobahn zwischen den Spuren. Alle 13sek. erinnert er dann nett daran doch bitte die Hände am Lenkrad zu lassen. Finde das schon sehr beeindruckend ;)
Der wohl weltweit erste offiziell tiefergelegte Ioniq ;)
Damit es nicht so langweilig wird: Kona Sangl-Nr. 61 bestellt :D
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Re: Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon Helfried » Mo 23. Okt 2017, 18:31

Ich benutze den Lenkassi auch gerne, man kann damit im Falle manchen Falles doch entspannter und ein paar Sekunden länger aufs Handy schauen, als wenn man selber lenkt.

Cool wäre freilich, wenn es alternativ zum lästigen Lenkzucker alle 13 Sekunden beispielsweise möglich wäre, das Lenkrad einfach ein wenig fester zu drücken oder so. Die Impedanz-Sensoren dazu wären längst entwickelt (BMW) und sind keine Raketenwissenschaft.
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Re: Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon St3ps » Mo 23. Okt 2017, 18:57

Der Lenkassi ist aber keine Legitimation für ein Handy. xD
Hyundai IONIQ Elektro (Marina Blau) mit Schiebedach und in Premium-Qualität. Bestellt am 07.06.17 (31.01.17) beim Autohaus Darmas in Wattenscheid. Elektrisch unterwegs im schönen Sauerland seit 11.12.2017.
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Re: Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon Riedmuehle » Mo 23. Okt 2017, 21:49

Die Händler in Österreich scheinen ja wirklich aktiv zu werden und zu werben. Das Lob oberhalb find ich gut. Irgendwo stand auch, daß die Ioniq in AT relativ rasch verfügbar sind. Glaub auch ein Händler in Niederösterreich hat die nächsten Wochen 6 Stk am Hof zu verkaufen.
Gasthaus Riedmühle, AT-3822 Karlstein - Obergrünbach 60
Führungen durch Wasserkraftwerk, PV Anlage und Elektriztitätsmuseum
https://www.facebook.com/riedmuehle
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Re: Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon sensai » Di 24. Okt 2017, 07:49

Bei der Rückgabe nach der 6 Tage Testaktion hatte ich ein längeres und sehr offenes Gespräch mit dem Verkaufsleiter
hier in der südlichen Steiermark.

Ja, sie sind sehr bemüht die E-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, werden aber vom Hauptkonzern massiv eingebremst.
Konzernseitig sind Prozente nicht erlaubt. d.h. er kann die Fahrzeuge nur zum Listenpreis anbieten.
Der Preisunterschied zu D ist somit so gravierend, das der Verkaufsleiter von sich aus, ohne Hinweis von mir, bereits
von einem Privatkauf in D gesprochen hat.
Der Händler hat zwar eine kleine Anzahl von Fahrzeugen vorbestellt und könnte diese auch in Q1 2018 ausliefern,
aber bei der Vorbestellung musste er Namen angeben. Somit sind seine Vorläufer auf die Mitarbeiter des Autohauses
bestellt. Im ist aber bewusst, dass er diese Autos aufgrund des Preisunterschiedes nicht verkaufen wird können.

Zum Schluss des Gespräches hatte er noch eine sehr ehrliche Bitte:
Ich soll mit dem Auto hier im Bezirk fahren und Aufmerksamkeit für die E-Autos erregen. (Mit Folierung anlog zu unserer Zoe)
Ich soll mit jedem Problem in seine Werkstatt kommen. Auch wenn er am Service nicht viel verdient will er
weiterlernen und sich selber uns seiner Mannschaft das maximale Wissen ermöglichen.

Das habe ich ihm sehr gerne versprochen.
Niedrigstenergiehaus (17 kWh/m²) mit Wärmepumpe und Tiefenbohrung

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Re: Ioniq, mein Senf dazu (= mein subjektiver Test)

Beitragvon St3ps » Di 24. Okt 2017, 08:41

Ich kann mir durchaus vorstellen, das es auch Käufer in Österreich gibt. Nicht Jeder hat Lust ein Auto weit fernab zu kaufen und dann noch in Deutschland, wo womöglich noch andere Probleme? dazukommen. Auch in Deutschland und das ist sicherlich auch gut so, kauft nicht Jeder beim günstigsten Händler und sei es aus nur aus Bequemlichkeit statt Händler vor Ort unterstützen.

Aber vllt. wurde es ja schon mal irgendwo erwähnt, aber wieso dürfen se in Österreich keine Prozente geben in DE aber schon?
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