Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon Pianist » Do 6. Apr 2017, 08:24

Schönen guten Tag an alle Mitlesenden!

Gestern habe ich mich hier ganz frisch angemeldet, weil ich mich immer mehr für das Thema Elektromobilität interessiere. Bisher lag das für mich noch nicht in direkter Sichtweite, aber wenn ich mir mal so rein nach Aktenlage anschaue, was mit dem Ioniq möglich ist, dann rückt die Vollelektrik wohl für mich in greifbare Nähe.

Ausgangslage:

Ich fahre seit 2014 einen VW Touareg mit dem 6-Zylinder-Diesel. Das ist für mich an sich das ideale Fahrzeug, weil ich damit überall hinkomme, viel Reichweite habe und auch genug Platz für meine Filmtechnik. Ich habe Termine in ganz Deutschland, zum Teil auch in Nachbarländern. Manchmal bin ich eine ganze Woche unterwegs und fahre von Dorf zu Dorf. Natürlich habe ich auch viele Fahrten innerhalb Berlins.

Mehr und mehr verspüre ich den Wunsch, weg vom Diesel zu gehen. Ich bin sicher nicht die schlimmste Umweltsau, verbrauche im Gesamtjahresdurchschnitt 7,8 Liter Diesel und bin mit dem Sechszylinder sicher auch nicht unmittelbar vom Abgasskandal betroffen, dennoch halte ich es bei allem, was man heute über den Schadstoffausstoß weiß, nicht mehr für verantwortbar, mit einem Diesel unterwegs zu sein. Außerdem sind ja die ersten Fahrverbote in Sicht, und von denen wäre ich dann auf jeden Fall betroffen. Es geht mir aber nicht allein um die Vermeidung von Fahrverboten, sondern insgesamt darum, sauberer zu werden.

Optionen:

Im Prinzip sehe ich drei Möglichkeiten, den Diesel zu ersetzen, und dabei meinen speziellen Mobilitätsanforderungen gerecht zu werden: Eine konsequente Lösung wäre ein Toyota mit Prius-Antriebskonzept, also ein Prius, Prius plus oder Auris Touring Sports. Da hätte ich einen Vollhybriden, der konsequent auf niedrigen Verbrauch getrimmt ist und als Saugrohreinspritzer kein neues Feinstaubproblem hat. Der Auris Touring Sports gefällt mir nicht besonders, würde aber funktionieren. Der Prius wäre ein klares Statement, da wäre hinten auch gerade so genug Platz, aber nach einer Probefahrt bin ich mir nicht ganz sicher, ob mir der Langstreckenkomfort reicht. Vor allem im Bezug auf den Geräuschpegel. Der hat einfach ein viel dünneres Gehäuse als mein Touareg, so dass man immer denkt, dass irgendwo ein Fenster offen ist. Man merkt das ja schon, dass man viel weniger in der Hand hat, wenn man die Tür öffnet. Bei den Lexussen sieht das anders aus, allerdings wären das dann SUVs, und da möchte ich eigentlich generell weg von, auch wenn sowas für mich sogar einen gewissen Nutzwert hat, weil ich durchaus mal abseits befestigter Straßen unterwegs bin. Das kann ich aber auch vermeiden, wenn ich muss.

Zweite konsequente Möglichkeit wäre ein VW Caddy mit Erdgasantrieb, der viel Erdgas und wenig Benzin an Bord hat. Da hätte ich garantiert nie ein Platzproblem. Der Fahrkomfort liegt natürlich unterhalb des Touareg, aber nach einer Probefahrt mit einem Diesel-Caddy bin ich so etwa bei 50:50 zwischen "reicht" und "reicht nicht". Nächste Woche habe ich die Möglichkeit, einen Erdgascaddy zu fahren. Auf jeden Fall hätte ich damit kein Feinstaubproblem, kein Stickoxidproblem, kein Reichweitenproblem und halte den CO2-Zielwert ein. Allerdings weiß ich nicht, ob es mir so sympathisch ist, mit 200 bar in den Flaschen unterwegs zu sein. Und was passiert, wenn wieder Leute ihre Briefe aus Wolfsburg ignorieren und weitere Tanks bersten? Dann kriege ich womöglich tagelang kein Erdgas... Also auch nicht ganz frei von Risiken.

Dritte konsequente Lösung wäre Vollelektrik. Die bisherigen Fahrzeuge incl. BMW i3 sind allerdings hinten weit davon entfernt, meine Ausrüstung aufnehmen zu können. Das würde auch auf den künftigen Opel Ampera e zutreffen. Und die Reichweiten sind auch so begrenzt, dass ich für zu viele Fahrten dann auf Mietfahrzeuge zurückgreifen müsste. Und ein Tesla für 100.000 EUR kommt für mich weder in Frage, noch wäre das finanziell vertretbar.

Falls jetzt jemand einen Plugin-Hybrid wie den Passat GTE in den Raum schmeißen möchte: Sowas lehne ich als riesengroße Mogelpackung ab. Die Konzerne bauen das nur, weil sie damit auf absurde Weise ihre Flottendaten schönrechnen dürfen. Mir nützt es nichts, wenn ich die ersten 40 km elektrisch fahren kann, und auf den nächsten 500 km viel zu viel Benzin verbrauche.

Nun zum Ioniq:

Da taucht nun also ein Fahrzeug auf, welches optisch ausgesprochen gelungen ist, so dass sogar die Dame meines Herzens es anhand der Fotos von innen und außen schick findet, und welches hinten so viel Platz bietet, dass ich der Meinung bin, dass ich damit im Regelfall klarkomme. Meine Kameratasche nimmt incl. Rollen eine Kubatur von 40x40x80 cm ein. Die kann ich quer gegen die Rückenlehne stellen. Davor (wenn ich hinter dem Fahrzeug stehe, also eigentlich dahinter) kann ich quer das Stativ legen, das braucht 96 cm. Darauf passt dann auch sicher noch der Rucksack und eine kleine Lichttasche. Die Reisetasche kann oben auf die Kameratasche rauf. Da wäre es natürlich schön, wenn man da ein festes Gitter installieren könnte, um zu verhindern, dass bei einem Unfall Teile der Beladung nach vorne fliegen. Also für 95 Prozent meiner Fahrten wäre das Platzangebot wohl ausreichend.

Wenn wir mal davon ausgehen, dass die Reichweite bei realen 250 km liegt (die 296 km unseres Musikers würde ich jetzt mal nicht als Regelfall nehmen), sind sämtliche Drehtermine in Berlin und dem Umland überhaupt kein Problem. In meiner Garage würde ich eine Wandladestation installieren, dafür müsste ich vermutlich ein NYY 5x16 vom Haus in die Garage legen, das wären etwa 50 Meter, sollte kein echtes Problem darstellen. Man könnte sogar über Photovoltaik auf dem Garagendach nachdenken, allerdings würde ich ja wohl eher nachts laden, wenn keine Sonne scheint. Ob das also für die Gesamteffizienz was wäre, müsste jemand ausrechnen, der sich damit auskennt. Keine Ahnung, ob man bei einer solchen Konstruktion mit dem Solarstrom auch im Haus was Sinnvolles machen könnte und ob das überhaupt wirtschaftlich ist. Irgendwann eine schwarze Null würde mir ja schon reichen.

Die entscheidende Frage ist nun, wie weit ich mich damit durch Deutschland trauen kann. Ein Termin in Leipzig wäre kein Problem, wenn ich z.B. nachts im Hotel wieder vollmachen kann. Dann wähle ich die Hotels künftig eben nach Vorhandensein einer Lademöglichkeit. Und wenn es immer mehr Schnellladesäulen dort gibt, wo man eh eine Pause machen kann, also an einer Raststätte, McDoof oder dergleichen, dann kann man die 23 Minuten ja sinnvoll nutzen.

Wenn Ihr möchtet, kann ich hier mal eine konkrete Extremwoche vorstellen, so wie ich sie vor Kurzem gefahren bin. Und dann könnten wir versuchen, sowas für den Ioniq nachzubauen.

Noch ein Wort zur Außenwirkung: Meine Auftraggeber bewegen sich allesamt in verschiedenen Politikfeldern, ich habe viel mit arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Themen zu tun, aber auch mit Energiethemen und sehr viel im Bereich Eisenbahn und Nahverkehr. Früher dachte ich immer, ich muss ein deutsches Auto fahren, aber inzwischen hat sich wohl die Einsicht herumgesprochen, dass die deutschen Hersteller immer noch nicht den Schuss gehört haben. Von daher setzen immer mehr Unternehmen, Behörden und Organisationen in meinem Umfeld auf ausländische Fahrzeuge, zum Beispiel auf Nissan Leaf, e-NV 200, auf Priusse und so weiter. Da dürfte ich mir mit einem Ioniq also keinen großen Unmut zuziehen, selbst wenn ich mal einen Termin in einem Werk eines Automobilkonzernes habe. Da muss ich mir dann eben den einen oder anderen blöden Spruch anhören, aber das werde ich wohl aushalten. Von der Tendenz her meine ich schon, dass bei Leuten, die einen Blick für gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge haben, die Vollelektrik eher positiv gesehen wird. Und Fahrzeuge wie der Ioniq werden ja vielleicht die deutschen Automobilkonzerne auch zu neuen Höchstleistungen beflügeln.

Das waren jetzt viele Gedanken von mir, nun bin ich auf Eure gespannt.

Matthias
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Re: Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon Helfried » Do 6. Apr 2017, 08:35

Pianist hat geschrieben:
Wenn wir mal davon ausgehen, dass die Reichweite bei realen 250 km liegt


Das wird der Ioniq bei Langstrecke (also Autobahn) nicht schaffen. Wenn du zu deinen Terminen viel Autobahn fährst, wirst du schon mal zwischenladen müssen.
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Re: Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon biker4fun » Do 6. Apr 2017, 08:37

Geh mal vom Worst-Case bei deinem Fahrprofil (also Winterbetrieb, Fahrstil, Topologie etc,) aus und berücksichtige die vorhandenen und in absehbarer Zeit geplanten Lademöglichkeiten in deinem Gebiet. Wenn du dann zu dem Schluss kommst, die Reichweite reicht dir und du kannst dich mit den Umständen arrangieren, dann steht dem Ioniq nichts mehr im Weg.
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Re: Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon hghildeb » Do 6. Apr 2017, 08:44

Klingt generell machbar - die Einschränkungen in Punkto Tourenplanung hast du selbst schon genannt. Allerdings würde ich auf der Autobahn sicherheitshalber eher mit 150km-Etappen kalkulieren als mit 200km.
Wenn dein Terminkalender die Ladezeiten erlaubt und die Routenplanung an CCS-Stationen und Destination Charging im Hotel ausgerichtet werden kann, empfehle ich eine Probefahrt. Sonst lass es lieber, nicht dass du trotzdem angefixt wirst :)
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Re: Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon joa » Do 6. Apr 2017, 08:56

Hallo Matthias,

zunächst einmal finde ich es grandios, dass Du Dir als Touareg-Fahrer solche Gedanken machst. Ich wünschte, es wäre ein neuer Trend, dass die SUV-Fahrer darauf kommen, was für sinnlose Kisten sie fahren und über E-Mobilität nachdenken.

Was ich Dir sagen kann: Du schätzt die Reichweite des Ioniq m.E. etwas zu optimistisch ein. Wie Du sicher schon erfahren hast, hängt bei einem E-Auto die Reichweite extrem stark vom Fahrprofil, der Fahrweise und den Temperaturen ab. Auch wenn ich auf meinen eigenen Ioniq noch warten muss, bin ich ihn lange genug gefahren, um zu sagen, dass er im Mischbetrieb, also Stadt, Land, Autobahn (bis max. 110 km/h) bei, sagen wir, 10°C Außentemperatur, relativ locker 230 km weit kommt. Es sieht aber bei deutlich kälterem Temperaturen schon anders aus, da werden die 200 km auch bei sparsamer Fahrweise knapp. Wenn Du viel Autobahn mit höheren Geschwindigkeiten hast, werden die erreichbaren km auch deutlich weniger, die entsprechenden Zahlen kursieren hier ja in verschiedenen Threads, ich sage mal, bei 140 km/h sind's halt nur noch <150 km etc. Mehr als 250 km sind m.E. nur mit viel Stadtverkehr und Überlandverkehr mit max. 70 - 80 km/h zu erreichen und auch nicht bei kalten Temperaturen.

Ich habe gerade mal nachgesehen, Berlin - Leipzig sind so knapp 200 km, da wirst Du bei einer Autobahnfahrt auch einmal kurz nachladen müssen, wenn Du nicht mit 90 km/h im Windschatten hinter einem Lkw fahren willst. Das Netz an CCS-Ladesäulen wird natürlich weiter zunehmen, da hat sich im letzten Jahr (endlich) ein bisschen was getan. Und natürlich ist der Ioniq einer, der wirklich bis >80% SOC mit voller Leistung lädt.

Viele Forumsmitglieder sind mit dem Ioniq schon quer durch Deutschland gefahren, aber Du musst eben wissen, ob das für Dich zeitlich und vom Willen her in Ordnung ist, alle ca. 150 km (man muss ja noch Reserve einplanen und einen Plan B haben, falls eine Ladesäule mal nicht will oder belegt ist, außerdem lädt der Ioniq an CCS nur bis 94% SoC) kurz Strom zu nuckeln.

Ich hoffe, das holt Dich nicht zu sehr auf den Boden der Tatsachen, aber es bringt auch nichts, wenn Du zu spät merkst, dass das für Dich so nicht funktioniert. Aber vielleicht trotzdem?

Grüße
Joachim
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Re: Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon Pianist » Do 6. Apr 2017, 09:10

joa hat geschrieben:
zunächst einmal finde ich es grandios, dass Du Dir als Touareg-Fahrer solche Gedanken machst. Ich wünschte, es wäre ein neuer Trend, dass die SUV-Fahrer darauf kommen, was für sinnlose Kisten sie fahren und über E-Mobilität nachdenken.

Sagen wir mal so: In meinem Fall ist das SUV nicht mal sinnlos, weil ich zum Beispiel häufig auf Bahnbaustellen bin, und gelegentlich auch in Steinbrüchen und im Wald. Als Filmer muss man letztendlich überall hinkommen, so wie die Vermesser. Aber ich hätte da in den meisten Fällen die Möglichkeit, auf örtliche Fahrzeuge umzuladen, so dass ich das nicht ganz so kritisch sehe, wenn mir diese Eigenschaft künftig fehlt.

joa hat geschrieben:
Viele Forumsmitglieder sind mit dem Ioniq schon quer durch Deutschland gefahren, aber Du musst eben wissen, ob das für Dich zeitlich und vom Willen her in Ordnung ist, alle ca. 150 km (man muss ja noch Reserve einplanen und einen Plan B haben, falls eine Ladesäule mal nicht will oder belegt ist, außerdem lädt der Ioniq an CCS nur bis 94% SoC) kurz Strom zu nuckeln.

Ich hoffe, das holt Dich nicht zu sehr auf den Boden der Tatsachen, aber es bringt auch nichts, wenn Du zu spät merkst, dass das für Dich so nicht funktioniert. Aber vielleicht trotzdem?


Zunächst mal ist mir schon klar, dass ich vermutlich nach einer Ioniq-Probefahrt nie wieder Verbrenner fahren möchte. Das Risiko ist gegeben. Und was die Reichweiten angeht: Ich bin kein Raser, fahre gerne mit 135 km/h auf der Autobahn. Im Sommer liegen eher mehr Langstrecken an als im Winter.

Machen wir es mal konkret: Ich habe manchmal die Situation, dass ich in kurzer Zeit viele Leute/Einrichtungen/Projekte/Unternehmen ansteuern muss, um sie filmisch zu portraitieren. Vor kurzem hatte ich mal wieder zwei solche Wochen. Die stelle ich jetzt mal vor.

1. Woche:

Am Sonntag aus Berlin-Spandau losgefahren und abends Hotel in Magdeburg genommen. Am nächsten Vormittag Termin im Ostharz. Danach weitergefahren nach München, also abends Hotel im Norden Münchens.

Dienstagvormittag Termin in München, danach weitergefahren nach Ettlingen ins nächste Hotel. Mittwochmorgen Termin in Ettlingen, danach weitergefahren nach Wittlich ins Hotel. Donnerstagmorgen Termin in Wittlich, nachmittags Termin in Trier. Danach noch Fahrt nach Nürnberg ins Hotel. Freitagmorgen Termin in Nürnberg, und am Nachmittag noch ein Termin in Oberbayern. Danach Rückfahrt nach Berlin, um Mitternacht war ich zuhause.

2. Woche:

Sonntag losgefahren nach Hennef (Sieg). Dort am Montagvormittag Termin gehabt. Danach nach Essen gefahren ins Hotel. Dienstagmorgen Termin in Essen, am frühen Nachmittag nächsten Termin in Köln. Einmal in Köln übernachtet, am nächsten Tag Termin in der Eifel. Danach weiter nach Marsberg ins Hotel. Donnerstagmorgen Termin in Marsberg, am frühen Nachmittag Termin in Paderborn. Einmal in Paderborn übernachtet, dort weitergemacht am Freitagvormittag und einen weiteren Termin in der Nähe am Freitagnachmittag. Dann nach Emsdetten ins Hotel gefahren, am Sonnabend bis zum frühen Nachmittag dann dort noch was gedreht, und danach zurück nach Berlin.

Das waren jetzt zwei Extremwochen. Sowas geht nicht mit der Bahn, weil die Ziele zu ungünstig liegen und ich mehr dabei habe, als ich auf einmal tragen kann. Punktuelle Einzeltermine mache ich eher mit der Bahn. Da solche Extremwochen selten vorkommen, könnte ich mir dafür dann auch einen Diesel mieten. Aber würde man diese beiden Wochen auch mit einem Ioniq bewältigen können? Ich hatte eigentlich immer genug Puffer, kam nie irgendwo zu spät, war eher ein bis zwei Stunden früher am nächsten Ort.

Matthias
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Re: Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon Tho » Do 6. Apr 2017, 09:13

Magst du es vielleicht mal mit einer Langzeitmiete über z.B. 4 Wochen praktisch ausprobieren?
Das ist doch immer noch der beste Weg herauszufinden ob ein Fahrzeug in der Realität passt oder nicht.
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Re: Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon nodojo » Do 6. Apr 2017, 09:33

Vielleicht so als kleinen Motivationsschub. Ich bin auch Filmer und Fotograf, wenn auch nicht hauptberuflich und fahre ca. 30000 Kilometer im Jahr durch die Norddeutsche Region zu meinen Auftraggebern. Das mache ich alles mit meiner ZOE und es klappt ganz gut, da das AC Schnelladenetz gut ausgebaut ist. Natürlich könnte ich so eine Extremtour nicht wuppen. Insofern ist der Ioniq schon eine gute Wahl. Und den solls ja auch bald mit grösserem Akku geben.
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Re: Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon joa » Do 6. Apr 2017, 10:00

Sagen wir mal so: In meinem Fall ist das SUV nicht mal sinnlos, weil ich zum Beispiel häufig auf Bahnbaustellen bin, und gelegentlich auch in Steinbrüchen und im Wald. Als Filmer muss man letztendlich überall hinkommen, so wie die Vermesser.


Klar, hattest Du ja geschrieben, ist aber unter SUV-Fahrern die Ausnahme, bei mir im Dorf sind das zu 99% Hausfrauenpanzer. Und der Touareg ist natürlich schon eine ziemlich fette Kiste.

Kennst Du den Routenplaner von goingelectric.de?

http://www.goingelectric.de/stromtankstellen/routenplaner/

Der ist ziemlich genial und Du kannst ja mal genau Deine Etappen eingeben und sehen, ob z.B. entlang Deiner Routen jeweils 50 kW CCS-Lader vorhanden sind. Auch die Fahr- und Ladezeiten werden Dir angezeigt (wobei man da immer einen Zeitpuffer mit einplanen sollte). Ich denke, wie gesagt, nicht die Machbarkeit ist das Problem, aber Du musst Dir eben im Klaren darüber sein, dass Du mehr planen musst (das kann aber auch Spaß machen) und mehr Zeit brauchen wirst (wegen Ladepausen). Andererseits kenne ich keinen, der ein E-Auto wieder entnervt abgeschafft hätte (gibt es aber sicher vereinzelt auch).

Du weißt aber auch, dass die Lieferzeiten beim Ioniq momentan frustrierend sind?

Die Vertröstungen auf 2018 allerdings sind immer so eine Sache. Wie schon so oft in anderen Threads geschrieben, wird es in Zukunft immer etwas Besseres geben. Aber während die einen noch auf das ultimative E-Auto warten, fahren die anderen schon zig-tausende Kilometer entspannt und emissionsfrei. Und auch die Modelle, die für 2018 angekündigt sind, werden sich in der Auslieferung verzögern.

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Re: Ioniq electric als Fahrzeug für einen Filmemacher?

Beitragvon juliusb » Do 6. Apr 2017, 11:42

Wie eilig hast Du es denn mit dem EV-Kauf? Wann möchtest Du spätestens zuschlagen? Denn wenn Du wirklich bis 2018 Zeit hättest, wäre es schon ein großer Unterschied in der Auswahl der EVs. Bis dahin gibts einen neuen Nissan Leaf, und den Ioniq mit ca. 50% mehr Reichweite. Außerdem bringt Kia/Hyundai je ein SUV heraus, welches - selbst wenn nur Frontantrieb - mit der höheren Bodenfreiheit in den meisten Fällen für schlechte Wege reichen, und somit die Anfahrten zu Deinen abgelegenen Drehorten ermöglichen.

Zum Caddy CNG: mein Bruder und sein Partner - übrigens machen die insbesondere auch Filme für die Industrie - fahren jeweils mittlerweile den zum 3. Mal neu gekauften Caddy CNG. Die aktuelle Garnitur ist sogar der Maxi mit langem Radstand, und dem neuen 1.4l Motor anstatt dem alten, etwas lahmen 2.0l. Der Laderaum ist super, und bei niedrigen Tempi auf der AB ist er auch komfortabel und sparsam genug. Der Wunsch der beiden, 2018 vom Caddy wegzugehen, liegt aber in seiner schwachen Traktion im Winter begründet. Durch die schweren Gasflaschen im Heck, plus die schwere Beladung hat er zu wenig Gewicht vorne, und man kommt bergauf bei rutschigen Wegen schlecht bis gar nicht rauf. Deswegen wird dort der nächste Wagen kein Caddy CNG mehr, sondern irgend etwas anderes mit mehr Traktion. Vorzugsweise ein EV.

Außerdem ist ein Erdgas-Auto nur dann auch nur ansatzweise mit einem EV zu vergleichen, wenn Du ein Biogas-Zertifikat kaufst, damit Du bilanziell CO2-neutral fährst. Und der aktuelle Caddy mit dem 1,4 TSI Motor ist ja ein Direkteinspritzer, nix Saugrohr, somit gibt es dort das Thema Feinstaub durchaus. Ich weiß nicht, wie viel weniger Feinstaub emitiert wird im Gasbetrieb. Aber oft wird das ja gar nicht richtig gemessen, weil der DI-Benziner-Feinstaub ja wesentlich feiner (und gesundheitsgefährdender!) ist als die gemessene Partikelgröße beim Diesel.

Von allen genannten nicht-EVs finde ich den Auris Hybrid Kombi als beste, weil sparsamste und sauberste Alternative, falls ein EV noch nicht passen würde.

Alles Gute! LG Julius
Zuletzt geändert von juliusb am Do 6. Apr 2017, 21:06, insgesamt 2-mal geändert.
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