Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon kassiopeia » Do 20. Apr 2017, 20:48

Dabei fällt mir als Ankündigungsweltmeister in Sachen e-mobilität nur eine Marke ein: Horch - die anderen haben auch kaum was geliefert, aber nicht so offensiv immer wieder 'Teslakiller' an- und wieder abgekündigt.

VW arbeitet mittlerweile mit Hochdruck an BEVs, Tesla & Dieselfiasko sei Dank
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Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon IO43 » Do 20. Apr 2017, 20:56

e-Golf_70794 hat geschrieben:
Ich bin dafür, Ross und Reiter zu nennen. Von pauschalen Verunglimpfungen halte ich nichts.
Und ja, falls jemand wissen will, warum sich die "VW-Fraktion" hier äußert: der Ioniq steht bei mir auf der Favoritenliste als Nachfolger zurzeit ganz oben.


Entschuldige, das war nicht persönlich gemeint. Aber Du musst zugeben, dass es in der Situation schon komisch wirkt, wenn einer eine pauschale Andeutung macht und dann reagiert gleich ein e-Golf- Fahrer. :prost:
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Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon e-Golf_70794 » Do 20. Apr 2017, 21:07

Ich hab's nicht in den falschen Hals bekommen.

Üblicherweise halte ich mich auch aus "markenfremden" Threads raus. Weil es hier aber um die Zulassungsstatistik geht, habe ich mich trotzdem getraut. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass nebulöse Verklausulierungen unserer gemeinsamen Sache - nämlich die E-Mobilität voranzubringen - nicht weiterhilfen, sondern, im Gegenteil, schaden. Deshalb: "Butter bei die Fische", wie man so schön sagt.

Schönen Abend noch.
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Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon IO43 » Do 20. Apr 2017, 21:58

Gut, "Butter bei die Fische":

Hyundai hat drei Monate keine Autos ausgeliefert, also können nicht viele Ioniqs zugelassen werden. Dadurch das Hyundai die Leute unwissend zurücklässt, bereitet man viel Spielraum für Gerüchte und Spekulationen, anstatt mal ein klares Statement zur Situation zu geben. Ich persönlich finde das nicht besonders geschickt.

Auf der anderen Seite:

Es ist doch so, im Grunde genommen eiern aus unserer Sicht momentan alle Hersteller rum. Hyundai liefert nicht die Mengen, die wir hier gerne sehen würden, Opel brauch noch einen Moment, kann dann vermutlich auch nicht so schnell liefern, Mercedes kündigt viel an, Renault hat irgendwie ein paar Problemchen, der i3 ist zu teuer usw. (wenn ich wen vergessen habe, war das keine Absicht). Nur Tesla macht aus Elektroliebhabersicht sehr viel richtig.

Aber viele der deutschen Hersteller haben gerade Rekordabsätze mit ihren Verbrennern gemeldet.

So falsch kann deren Arbeit also nicht sein. Nur halt nicht aus unserer Sicht, aus der Sicht von 0.3% Marktanteil im letzten Jahr. ;)
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Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon corwin42 » Do 20. Apr 2017, 23:07

Ich war diese Woche bei einem Dortmunder Hyundai Händler und habe mir dort endlich mal den Ioniq in der Electric Variante live ansehen können.
Der Verkäufer sagte, dass sie extrem viele Anfragen nach einer Probefahrt hatten. Letztendlich haben aber nur sehr wenige wirklich auch bestellt. Zum Schluss haben Sie für ausgiebige Probefahrten (kompletter Tag) 99€ genommen und das bei einer Bestellung dann verrechnet.

Es hörte sich zumindest so an, dass die Kunden zwar sehr interessiert wären und neugierig auf das Auto. Allerdings sind sicherlich noch sehr viele nicht komplett überzeugt und entscheiden sich letztendlich doch noch für einen Verbrenner oder wollen noch weiter abwarten.

Mit der E-Mobilität gibt es zur Zeit mehrere Probleme.

1. Die Nachfrage kann zur Zeit nicht erfüllt werden wie z.B. bei Hyundai und Opel. Die meisten Hersteller produzieren viel zu geringe Stückzahlen. Die Nachfrage ist meist höher. Die Hersteller und insbesondere auch die Händler sind viel zu vorsichtig. Zum Glück gibt es Ausnahmen und an denen kann man sehen, dass die Nachfrage nach E-Autos durchaus da ist.

2. Die Entwicklung geht gefühlt extrem schnell. Wenn ich mir heue ein E-Auto kaufe, wird es in 3 Jahren vom Nachfolger oder anderen Modellen vermutlich in der Reichweite und evtl. auch anderen technischen Daten erheblich übertroffen. Deshalb werden vermutlich viele skeptisch sein.

3. Die Ankündigungsweltmeister verunsichern die Kunden. Ich möchte nicht wissen, wie viele Hersteller wie viele Modelle mit 500km Reichweite für 2020 angekündigt haben. Ich könnte mir vorstellen, dass viele deshalb zögern. Ob 2020 auch nur eine von diesen Ankündigungen tatsächlich real erhältlich sein wird, steht jedoch völlig in den Sternen. Wie das aussehen kann (und vermutlich auch wird), sieht man jetzt beim Opel Ampera-e.

Es gibt sicherlich noch viele andere Punkte wie zu schlechte Ladeinfrastruktur für Langstrecken etc. Ich denke, viele trauen sich einfach noch nicht, sich endgültig vom Verbrenner zu trennen. Leider sieht man noch viel zu viele Probleme mit der E-Mobilität, auch wenn diese Probleme nur bei einem Bruchteil aller Fahrten auftreten werden, aber man kann sie halt noch nicht komplett vernachlässigen.
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Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 20. Apr 2017, 23:25

Was mich wundert: Es gibt doch heute sicher schon mehrere 100.000 Fahrer, für die ein Elektroauto schon heute ohne Frage die beste und günstigste Lösung wäre - und zwar alle Haushalte, die zwei Autos haben (davon einen Verbrenner für längere Strecken oder wenn mehr Platz im Kofferraum benötigt wird), einen eigenen Stellplatz haben wo ein Ladepunkt installiert werden kann, und das Elektroauto dann zum täglichen, relativ weiten Pendeln benutzt wird. Wenn dann dieses Pendelauto auch noch sowieso in einer guten Ausstattungsvariante neu angeschafft werden würde, dann nimmt man doch besser gleich ein Elektroauto, und hat nur Vorteile. Wieso passiert das nicht? Das wären doch die "low hanging fruit", die man auf jeden Fall "pflücken" sollte.

Bis auch Nicht-Enthusiasten sich für ein Elektroauto als einziges Auto entscheiden, werden die Elektroautos noch besser und/oder günstiger werden müssen, um auch auf der Langstrecke mithalten zu können.
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Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon eIsNext » Fr 21. Apr 2017, 00:22

Mein Kommentar zur Vapoware Ampera-e passt hier thematisch ganz gut rein, denke ich. :roll:

Ich weiss immer nicht, ob ich lachen oder weinen soll, wenn ich hier im Forum mal wieder etwas lese in der Art von "Ich verstehe Hersteller XY gar nicht. Der könnte doch viel mehr seines BV-Modells verkaufen, wenn er nur ... (irgend was schlaues)"

Ja.
Klar.
Schon.

Könnte er.

Aber, ... wie soll ichs sagen ... er will halt einfach nicht.
BVs verkaufen, meine ich.
Wirklich nicht.
Echt nicht.
Möglichst gar keins.

Aber ein paar wenige muss er halt.
Wegen Marken-Image und blöden Gesetzen und all so einem lästigen und ärgerlichen Kram.

So einfach ist das.
Ioniq Elektro bestellt am 23.12.16 (Sangl Nr.68) - Produziert 21.02.17, Ankunft Bremerhaven 05.04.17, Zulassung 04.05.17, Abholung in Landsberg 17.05.17 :thumb:
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Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon drilling » Fr 21. Apr 2017, 04:01

Langsam aber stetig hat geschrieben:
Wenn dann dieses Pendelauto auch noch sowieso in einer guten Ausstattungsvariante neu angeschafft werden würde, dann nimmt man doch besser gleich ein Elektroauto, und hat nur Vorteile. Wieso passiert das nicht? Das wären doch die "low hanging fruit", die man auf jeden Fall "pflücken" sollte.


Weil die Meisten fürs Zweitauto nicht mehr als 10-15.000 Euro ausgeben wollen/können. Die einzigen E-Autos die da noch passend wären sind der Peugeot iOn und der Citroen C-Zero, deshalb verkaufen die sich ja immer noch relativ gut trotz ihres Alters.
Die Zoe ist wegen der Batteriemiete für viele schon zu teuer und der Smart kostet mehr als die Drillinge und bietet weniger Platz (und gleichzeitig nur unwesentlich mehr Reichweite).
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Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon zottel » Fr 21. Apr 2017, 07:56

Weil die Meisten fürs Zweitauto nicht mehr als 10-15.000 Euro ausgeben wollen/können.


Genau das.

Anders gesagt: Soll ich als Zweitwagen einen up für € 12.000,– oder einen e-up für € 27.000,– nehmen? Da müsste man schon extrem viel fahren, dass sich dieser Preisunterschied amortisieren könnte.

Das ist jetzt natürlich VW-Extrembeispiel, aber trotzdem: Die Realität ist noch viel schlimmer. Wir haben fürs Zweitauto bisher nie mehr als € 5.000,– ausgegeben (gebraucht, natürlich). Dafür gibt es einfach kein Elektroauto. Mit viel Glück einen Drilling mit ganz vielen Kilometern.

Klar: Wer mindestens gut ausgestattete Mittelklasse als Zweitwagen fährt, könnte (!) evtl. Angebote finden, wo sich das Elektroauto tatsächlich rechnet (ehrlich verglichen mit einem Verbrenner, also nicht Sonderausstattungen gegenrechnen, die man eigentlich gar nicht haben will, oder ein gebrauchtes E-Auto mit einem neuen Verbrenner vergleichen etc.), auch schon nicht einfach, vor allem, weil Zweitwagen ja meist gar nicht so viel fahren. Im Luxussegment ist es eh kein Problem.

Aber Kleinwagen? Keine Chance.
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Re: Ein Blick aus der Filterblase in die Zulassungstatistik

Beitragvon Segeberger » Fr 21. Apr 2017, 08:46

Moin ,
Dann möchte ich auch mal meine Sicht der Dinge zusteuern ,

Wir haben 2 Pkw im Haushalt ,beide ca 20.000 Laufleistung im Jahr .
Täglich keine 100 km pro Fahrzeug
Eigenheimbesitzer ,Heimladen möglich ,Kinder schon groß .
Also keine klassische 1./2.Wagen Konstellation ,kein "Familienkutschen" Bedarf .

Im laufe der Jahre wurde es uns möglich Fahrzeuge neuerer Bauart zu besitzen .
1x Opel Astra Kombi ( Neukauf -26.000€)
1x Opel Corsa ( Neukauf -15.000€)
Haltedauer jeweils ca. 5 Jahre dann Neukauf in der genannten Preisklasse

Ich habe schon früh Interesse an EV`s gehabt ,meiner Frau wäre es egal

Als Opel den Ampera E ankündigte war ich Feuer und Flamme :)
ungeduldiges warten auf mehr Info`s folgte
Als sich zum Jahreswechsel abzeichnete das es noch dauern wird ,stolperte ich über den IONIQ ;)
Ich war begeistert und bestellte
Der IONIQ wird den Astra ersetzen ( passt gerade noch vom Preis 26 zu 30tsd )

Gäbe es ein EV ohne Batteriefolgekosten im Verhältnis Corsa-Größe für max 20.000€ wäre der Schritt zum zweit EV nah ;)
Aber was wird stattdessen massenweise angekündigt ? E-SUV :(

Was ich zum Ausdruck bringen will , mehr bezahlbare EV`s würden den Markt voran bringen ,nicht die teuren "schaut her wir können E-Luxus" Fahrzeuge !
Der IONIQ ist ein bezahlbares Ev für die "Mittelschicht" - bitte mehr davon !!

Solange es wie im Moment nur Ankündigungen für Ü 40.000€ Fahrzeuge gibt wird das Thema ein Nischenprodukt bleiben .
Im meinem Bekanntenkreis höre ich viel zu teuer ,wenn ich dann vom IONIQ seinen Eckdaten berichte ist das Interesse oft geweckt :)
Ioniq Style Phoenix-Orange mit Schiebedach, bestellt am 07.01.17 in Hamburg AH Bopp+Siems, auf der Straße seit dem 27.06.17 :D
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