Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

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Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon Robi » Di 8. Apr 2014, 10:09

Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil
oder 2287 km durch Deutschland in 6 Tagen


Nach Anschaffung unseres ersten rein elektrisch fahrenden PKW stellte sich nun die Frage, wie langstreckentauglich Elektroautos wirklich sind.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Wir sind nirgends gestrandet, brauchten die Renault-Assistence nicht und sind nicht erheblich von unserem Zeitplan abgewichen. Auch brauchte ich nicht bei irgend jemandem um Strom betteln.

Hier nun unserer Erfahrungsbericht zur Tour quer durch Deutschland:
Ich hatte mich im Vorwege entschlossen (nachdem ich mir den Wetterbericht für die geplante Tour eine Woche zuvor angesehen hatte) das Fahrzeug von Winterreifen auf die Sommer-Leichtlaufreifen umzurüsten. Ich versprach mir hiervon „eine Mehr-Reichweite von 15 bis 20 Km“. Weiterhin hatte ich mir von div. Stadtwerken und Energieversorgern Ladekarten beschafft und mich über das Funktionieren der Ladesäulen informiert, sowie die Route genau geplant. Aufgrund der Ladezeiten sollten nur Ladesäulen angefahren werden, die eine Leistung von mindestens 22 KW zur Verfügung stellten. Um nicht nur an Säulen vom Typ 2 laden zu können, sondern auch Drehstromsteckdosen und Schuko-Steckdosen nutzen zu können, wurde eine Wahlbox to go von Fa. Battermann mit div. Adaptern angeschafft.

Freitag 28.02.14
Start Hamburg mit vollem Akku. Abfahrt 13.40 Uhr in Hamburg Rahlstedt.
Erstes Ziel ist eine private Lademöglichkeit der Drehstromkiste in Kamitz bei Lüchow.
Aufgrund des freitäglichen Berufsverkehrs Ankunft in Karmitz um 15.40 Uhr nach 119 km Fahrstrecke.
Weiterfahrt um 16.56 Uhr ins 101 km entfernte Haldensleben. Laden dort bei den Stadtwerken Haldensleben und Abendessen mit meiner Beifahrerin. Ankunft in Haldensleben um 18.28 Uhr, da aufgrund eines Unfalls die Bundesstraße gesperrt war. Weiterfahrt nach einer Stunde nach Halle/S. ,Entfernung 100 km, Ankunft 21.02 und weiterfahrt um 21.45 Uhr zur letzten Etappe nach Grimma (bei Leipzig) ins Hotel. Dortige Ankunft 22.30 Uhr und Ende der ersten Etappe. Dort war es möglich an einer Schuko-Steckdose den Akku zu füllen.

Samstag 01.03.14
Heute sollte es ernst werden: 514 km rein elektrisch. Soviel bin ich noch nie am Stück gefahren. Geplant waren 10 Stunden, was natürlich in heutiger Zeit für einen PKW über Land keine berühmte Durchschnitts Geschwindigkeit ergibt.
Start 11 Uhr in Grimma zum ersten Ziel, dem Horch-Automuseum in Zwickau. Nur 79 km also kein Problem für die Zoe. Leider mussten wir nach Ankunft am Museum feststellen, dass der Eintrag in der Stromtankstellen App nicht stimmte. Die Säulen dort lieferte nur 11 KW und leider keine 22 kW. Nach kurzer Abstimmung mit meiner Beifahrerin entschlossen wir uns, weiterzufahren und in 6 km Entfernung eine Drehstromkiste anzusteuern. Hier klappte das Laden mit den erhofften 22 KW. Allerdings waren wir erst um 12.50 Uhr dort. Nach 35 min Ladedauer ging es weiter nach Bad Berneck bei Bayreuth. Dieses erreichten wir nach 113 km Fahrtstrecke um 15.06 Uhr. Dort war erstmal Kaffeepause bis 16.08 Uhr angesagt um dann die 122 km nach Hilpoltstein in Angriff zu nehmen. In Hilpoltstein und Bad Berneck stellten jeweils Drehstromkisten zuverlässig 22 KW Ladeleistung zur Verfügung.
Unsere Pause in Hilpoltstein dauerte von 17.44 Uhr bis 18.55 Uhr. Während dieser Zeit hatte meine Beifahrerin Zeit, sich den Tesla Roadster des Drehstromkisten-Betreibers genauer anzusehen.
Der letzte für heute geplante Ladehalt sollte um 20.49 Uhr nach weiteren 114 km in Friedberg bei Ingolstadt erreicht werden. Dort betreibt die Fa. Mc Donald eine Versuchsladesäule mit 22 KW Ladeleistung, die Gästen kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Um 21.48 Uhr ging es zu unserem Hotel nach Kaufbeuren. Aufgrund der Entfernung von nur 84 km konnten wir es uns einmal erlauben, die Innentemperatur auf 22 Grad zu erhöhen und 120 km/h zu fahren. Um 22.30 Uhr wurde die Zoe in Kaufbeuren ins Parkhaus gestellt (mit 11 kW Ladesäule) und wir gingen ins Hotel. Übrigens nur ein Euro Parkgebühr inkl. Strom.....

Sonntag 02.03.14
Heute nur 263 km. Also Abfahrt erst um 13 Uhr nach Kempten im Allgäu. Die dortige Ladesäule der Stadtwerke Kempten angesteuert-nur leider ließ sich die Ladesäule mit unser Vattenfall-Karte nicht freischalten. Auch die Störungsstelle konnte nicht weiterhelfen. Das Anfahren einer weiteren Säule der Stadtwerke Kempten brachte auch keinen Erfolgt. Zu allem Überfluss war diese auch noch mit Elektroautos der Stadtwerke zugeparkt und damit ganz sicher kein Fremder an die öffentlich geförderten Ladesäulen rankommt, wurde auch noch eine Kette vor die Parkplätze gehängt.
Schade, so hatten wir mehr als 60 min verloren. Sicherheitshalber stoppten wir um 15.16 Uhr bis 15.38 Uhr nach 74 km in Isny an der dortigen Drehstromkiste.
Die weitere Fahrt verlief ohne Besonderheiten mit Stopp von 16.07 Uhr bis 17.05 Uhr an einer neu errichteten Ladesäule der Stadtwerke Lindau/Bodensee. Weitere 93 km waren es bis zum Autobahnrasthof Engen an der A81. Die dortige Ladesäule (2 x 22 kW) wurde vom Rastanlagenbetreiber aus Eigenmitteln finanziert. Mangels zulässiger Ausschilderung der Lademöglichkeit auf der Autobahn kommt ca. nur ein E-Auto die Woche. (Der Milchkaffee dort ist sehr zu empfehlen).
Unser Etappenziel in Villingen - Schwenningen erreichten wir gegen 20.15 Uhr. Die Zoe durfte sich dort über 22 kW Ladeleistung der dortigen Drehstromkiste freuen.

Montag 03.03.14 Pause

Dienstag 04.03.14.
Heute wird ein sehr spannender Tag. Die Zoe darf zum ersten Mal mit 44 kW laden.
Leider gibt es von diesen Ladern nur 4 Stück in Deutschland. (Und alle von Privaten Betreibern errichtet)
Aber dieser Tag sollte mir zeigen, dass der Reifenwechsel wohl zu früh war. Es schneite im Schwarzwald. Aber der Schnee schmolz auf der Straße. Also auf ins 78 km entfernte Berghaupten (b. Offenburg).
Auf dem Wege legten wir noch einen kurzen Stopp in Gutach an einer EnBW Ladesäule ein, um unsere Prepaid-Karte zu testen.
Da stand sie nun: Die privat gebaute 44 kW Ladesäule in Berghaupten. Und es funktioniert wirklich: alle 20 Sekunden springt der Prozentzähler der Zoe weiter. Wir hätten die Abfahrt um 12.03 Uhr fast verpasst.....
So, und nun nach Straßburg. Dort soll es in einem Einkaufszentrum am Stadtrand ebenfalls einen 44 KW-Lader geben. Und es stimmt. Leider von einer anderen Zoe besetzt. Nebenan gibt es einen weiteren 50 kW Chademo Anschluss. – und für Kunden kostenlos.
Also weiter nach Rastatt an eine EnBW Ladesäule. 119 km stehen um 14.38 Uhr auf dem Tacho seit unserem Stop in Berghaupten. Uns kommen die 22 KW Ladeleistung richtig wenig vor. Um 15.31 Uhr ist der Akku wieder voll um weiter ins 83 km entfernte Mannheim zu fahren. Dort wurde eine weitere Mc Donald-Versuchs-Säule angesteuert. Leider liefert diese nur 11 kW. Nach einem Kaffee entschließen wir uns, eine 22 KW-RWE- Säule, in der Nachbarschaft, anzusteuern. Mannheim verlassen wir um 17.58 Uhr. Um ins 62 km entfernte Albig (bei Bingen) zu gelangen. Sicherheitshalber noch mal „volltanken“ vor den Höhenmetern des Hunsrücks. Nach 50 min Ladeweile geht es um 19.45 Uhr weiter nach Plaidt bei Koblenz. Und wie befürchtet braucht die Zoe am Berg „sehr“ viel Strom. Um 21.00 Uhr erreichen wir Plaidt. Dort gehört die Säule wieder RWE. RWE übrigens stellt in Deutschland das größte Ladesäulen-Netz zur Verfügung. Und alle Säulen 22 kW Leistung. Dieses werden nicht mit einer Rfid Karte, sondern mit einer App freigeschaltet.
Nach 20 min Laden geht es ins Hotel in Andernach am Rhein. Dieses erreichen wir um ca. 22 Uhr. Heute waren es nur 470 km. Soviel kam uns das gar nicht vor.

Mittwoch 05.03.14
Start 10.00 Uhr, erstes Ziel ist Bonn am Rhein. Dort steht auf dem ADAC-Gelände eine RWE-Säule. Während der Öffnungszeiten ist der Strom für ADAC-Mitglieder umsonst. Außerdem gibt es guten Milchkaffee und eine Toilette. Und für meine Beifahrerin einen Shop zum Stöbern. Also war dieser Stopp von 11.00 bis 11.56 Uhr sehr kurzweilig. 51 km waren es nur von Andernach nach Bonn.
Das nächste Etappenziel sollte das heutige highlight sein. Die Bäckerei von Hr. Schüren in Hilden.
Hr. Schüren hat bei seiner energetischen Sanierung im Jahre 2013 seine Bäckerei umgebaut. Mittlerweile werkelt eine 140 KW-Solar-Anlage auf dem Dach. 5 E-Autos versehen den Dienst zu seinen Verkaufsgeschäften und an der Hauptniederlassung wurden 14 Lademöglichkeiten ( in Worten vierzehn) für E-Autos geschaffen (7 x 22 KW Typ, 7 x Schuko).
Bei Bio-Kaffee und Kuchen brachten wir dort 45 min zu. Das lange Gespräch mit dem dortigen Betriebsleiter draußen vor der Tür, ließ meinen Milchkaffee erkalten. Um 13.35 Uhr ging es weiter nach Bottrop 2 Std. Pause. Der nächste Ladehalt sollte wieder bei RWE in Recklinghausen sein. Von 16.42 Uhr bis 17.23 Uhr wurde der Akku der Zoe wieder mit Strom befüllt.
Von 19.15 bis 20.15 Uhr stoppten wir an einer Ladesäule der Stadtwerke Bielefeld in der Bielefelder Innenstadt.
Die Stadtwerke Bielefeld gehören zum Ladeverbund Ladefox. Nach vorheriger Anmeldung nur die Säule anrufen und Tanken. Auch hier fließt der Strom umsonst. Leider waren beide Säulen mit Verbrennern zugeparkt. Jedoch fuhr der erste nach 2 min weiter. Um 21.00 Uhr erreichten wir unser Hotel in Löhne / Westf.

Donnerstag 06.03.14 „Der letzte Tag“
Start 11.30 Uhr
Erster Stopp um 13.00 Uhr bei der Sparkasse in Stolzenau. Hier gibt es den Strom umsonst, allerdings nur mit 11 KW Leistung. Die Wartezeit schien uns zu lange. Nienburg/Weser versprach uns eine 22 KW Säule. Also zum dortigen Renault Händler. Nur der wusste nichts von einer Ladesäule. Also weitergesucht und schließlich bei Fa. Bürgel gelandet. Der Junior-Chef stellte der Zoe gerne seine 22-KW-CEE-Dose und uns sehr guten Milchkaffee zur Verfügung. Aufgrund des netten Gespräches über Elektromobilität sind wir länger als eine Stunde geblieben.
Letzter Stopp dieser Reise war das Snow Dome in Bispingen. Auf dem Parkplatz hat der Energieversorger EWE eine 22 KW Installiert. Auch bei EWE gibt’s den Strom gratis.
Um 17.50 Uhr waren wir wieder zu Hause.
Die Zoe hatte knapp 2300 km mehr auf dem Tacho.
Insgesamt hatten wir 38,90 € für Strom ausgegeben. Das hinkt natürlich, da viele Anbieter (EWE, Mc Donald, Bäckerei Schüren, einige Drehstromkistenbetreiber, der ADAC, .....) kein Geld für den Strom haben möchten.
Insgesamt hat die Zoe 360 KWh Strom verbraucht und 25 KWh Strom beim Bremsen und Bergabfahren erzeugt. Macht einen Verbrauch von 335 KWh oder 14,60 KWh pro 100 Km. Wenn man einen Strompreis von 0,25 € pro KWh zugrunde legt und von 6 % Ladeverlust ausgeht, kommen wir auf Stromkosten von 3,87 € pro 100 km. Das würde einem Dieselverbrauch von unter drei Litern gleichkommen und das mit einem vollwertigen Auto...... Wenn wir unsere 38,90 € tatsächliche Ausgabe zu Grunde legen sind wir bei 1,70 € per 100 Km. (Natürlich unrealistisch)

Dank Allen, die uns bei dieser Tour behilflich waren. Ganz besonderer Dank gilt natürlich meiner sehr geduldigen Beifahrerin....(gem. ihrer Aussage freut sie sich auf die nächste Tour )

Fazit aus dieser Tour
Folgende Dinge sind verbesserungswürdig.

a) Das Auto
Der Zoe ist zwar nicht mein Traumauto doch er/sie hat alles was ein E-Auto braucht. Jedoch müsste der Akku mehr Kapazität haben um auch mal längere Zeit 130 Km/h fahren zu können und im Winter eine größere Reichweite zu bieten. Wünschenswert wären hier 44 KW, was in der Praxis 300 km Reichweite ermöglichen würde.
So würde man sich jeden zweiten Ladestopp, der natürlich immer ein Umweg ist, sparen.
Den Kaufpreis von 21700 € ist angemessen und verglichen mit einem Renault Clio mit selber Ausstattung nur um 700 € höher. Die Wallbox ist bereits im Fahrzeugpreis inkl..
Dazu kommt natürlich noch die Batterie-Miete von mindestens 79 € im Monat.
Hört sich erstmal viel an. Wenn man aber bedenkt, dass ein E-Auto etwa 100 € Inspektionskosten pro Jahr verursacht, 10 Jahre keine KFZ-Steuer kostest und ca. 3 – 4 Euro Energiekosten pro 100 km verursacht, sind diese 79 € schnell wieder eingefahren. Im Übrigen ist im Batteriepaket auch eine lebenslage Garantie für den Akku inkl. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, bei einen Reparaturwert von ca. 10000 € Wert, der natürlich der Alterung unterliegt

b) Anzahl der Ladesäulen / Standorte
Ist eigentlich das größte Problem. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass man mit einem Typ 2 Lader, der Drehstrom verträgt (ca. 3000 Ladepunkte) hier in Deutschland noch gut beraten ist. Sollte man auf das japanische Chademo (ca.105 Ladepunkte) oder vielleicht auf die neue Erfindung CCS von VW und BMW (ca. 26 Ladepunkte) angewiesen sein, sieht es ganz schlecht aus.
Obwohl:selbst bei Ladesäulen ab 22 KW aufwärts sieht es im Norden und Osten der Republik düster aus.
Ein echtes Autobahnprojekt gibt es nur zwischen Hamburg und Dortmund. Dort hat RWE an jedem Rasthof einen 22 KW Typ 2 Lader, sowie an den meisten Rasthöfen einen Chademo Lader aufgestellt.
Aber leider nur da. Ganz schlecht sieht die Infrastruktur in Mecklenburg aus. Dort gibt es noch nicht mal in der Landeshauptstadt eine betriebsbereite Typ 2-Ladesäule. Man redet sich dort mit der Schuko Steckdose als Lademöglichkeit heraus. Und zwischen Hamburg und Berlin stehen überhaupt keine Ladesäulen. Eine Fahrt zwischen den beiden Metropolen (290 km) wäre mit einem Ladestopp möglich,. z.Z. jedoch nur mit dem Umweg über Salzwedel, Magdeburg. Was diese Tour zur Tagesreise werden lässt.
Dafür baut man in Stuttgart 250 Ladesäulen für das dortige Car to go-Projekt. Nur 50 von diesen Säulen hätten die Infrastruktur an Deutschen Autobahnen erheblich verbessert. Des weiteren gibt es fast überhaupt keine 44 KW Drehstromlader in Deutschland. Alle „vier“ mir bekannten beruhen auf Private Investoren.

c) Die Zugänglichkeit der Ladesäulen.
Ganz ehrlich: Ein einziges Chaos. Fangen wir mal im Norden an:
In Hamburg gibt es die Fa. Vattenfall. Mit deren Ladekarte ist ein Laden in Hamburg an Vattenfall und Hamburg Energie Ladesäulen sowie in Berlin nur an Vattenfall-Ladesäulesäulen möglich. Seit 6 Monaten gehört Vattenfall dem ladenetz an. Nun ist es weiterhin möglich, bei ca. 20 Stadtwerken in Deutschland zu laden. Abrechnung erfolgt weiterhin über Vattenfall. Leider nur ein Flickenteppich, aber immerhin in die richtige Richtung.
In Schleswig-Holstein gibt es fast überhaupt keine Ladeinfrastruktur. In Neumünster die dortigen Stadtwerke, die eine Freischaltung ihrer zwei Säulen mittels Telefon gewährleisten. In Lübeck die Stadtwerke, bei denen nur ein Laden während der Öffnungszeiten möglich ist. Und in Kiel gibt es nur private Lösungen (z.Z. Citti Supermarkt) die nur begrenzte Öffnungszeiten bieten. Und so geht es in Schleswig-Holstein weiter.

Im Süden von Hamburg beginnt das große Gebiet von EWE, zu denen auch die Stadtwerke Bremen gehören. Dort gibt es in jedem größeren Ort eine Ladesäule, ca. 60 Stück gesamt. Die Ladekarte und den Strom gibt’s bei EWE gratis. Und so zieht sich das durchs ganze Land. Der einzige der ein einigermaßen dichtmaschiges Netz in Deutschland mit 22 KW Lader hat, ist RWE (z.Z. ca. 600 Ladesäulen) . Bedient werden die Säulen über eine eigene App. Für Leute die selten bei RWE zum Tanken stoppen, ist auch eine Abrechnung per SMS möglich.
Bei EnBW gibt’s eine Prepaid Karte zum Guthaben-runter-tanken. EnBW ist nur in Baden-Württemberg.

Nun stellt sich der ein oder andere vielleicht die Frage, wieso wir die ersten zwei Tage fast nur bei Drehstromkisten getankt haben. Einfache Antwort: Es gibt immer 22 KW Leistung / teilweise sogar 44 KW, man kann rund um die Uhr ohne Anmeldung laden, die Säulen werden nicht zugeparkt und sie funktionieren immer. Der Zugang ist mit einem einzigen Schlüssel möglich.
So sollte die Zukunft aller Lademöglichkeiten aussehen. Ach ja, einen Haken hat die Drehstromkiste: Man muss um Mitglied zu werden, selbst einen Ladehalt zur Verfügung stellen. Der Strom wird auf Spendenbasis vergütet. Üblicher Preis pro kWh sind 25 Cent. Die Mitgliedschaft selbst ist kostenlos.
Daran kann man leider sehen, dass ein Zusammenschluss von Privatleuten der Industrie und den Stromkonzernen zeigt, wie man es machen sollte. Und das ohne Fördergelder......

d) und ich.
Und noch was ganz wichtiges in eigener Sache – Bei Ferntouren mit dem E-Auto trinke ich einfach zuviel Kaffee. :D

Viel Spaß beim Selber-Machen... Es geht mit der richtigen Technik und ein bisschen Planung tatsächlich!



Dirk und Annette
Zoe 12/2013 - 04/2016, Twizy ab 01/2015, Leaf ab 04/2016, Smart ED 453 ab 06/2017, 10 KWP Solar Anlage ab 11/2013, Stromtankstelle 43 KW Typ 2, Ladepunkt mit CEE rot 22 KW und Schuko, 24 Std. zugänglich. Mittlerweile 14 Länder elektrisch bereist :D
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Re: Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon fbitc » Di 8. Apr 2014, 10:34

:thumb:
Grüße Frank
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Re: Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon ATLAN » Di 8. Apr 2014, 10:49

Toller Bericht, weiter so!
:thumb:

MfG Rudolf
Ab 18-11-2013 Fluence, seit 16-6-2015 MS 85D, seit 16-6-2017 MX 90D :-D Gratis SuC gefällig? :) http://ts.la/rudolf798
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Re: Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon rolandk » Di 8. Apr 2014, 11:12

Toller Bericht.

Eine Einschränkung hätte ich bei der Zusammenfassung. Du schreibst, das eine Batterie mit 44kWh besser wäre, weil man dann eine größere Reichweite hätte. Solange es aber so gut wie keine 44kW Ladepunkte gibt, bringt das IMHO nichts. Denn die Ladezeit, die Du benötigst (bei 22kW) musst Du dann auch wieder einkalkulieren. Du hast dann mehr Lade- als Fahrzeit. Ähnliches Problem hat ja der Tesla ohne Supercharger. Oder stelle Dir vor, Du würdest den Zoe nur mit 11kW laden können. In der Situation wäre man dann auch wieder.

Also 44kWh Batterie mit 63A Ladestationen wären top. Nur wenn das stimmt, das der/die Zoe zukünftig nur mit einem Lader mit max. 22kW ausgerüstet werden soll, und Schnellladung nur noch auf Gleichstrombasis laufen soll (CCS), sehe ich da für die Zukunft schwarz.

Ich bin gespannt wie unsere Tour von Bremen nach Salzburg klappt. Am 30.04. geht's los.

Gruss
Roland
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Re: Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon green_Phil » Di 8. Apr 2014, 11:38

rolandk hat geschrieben:
Du schreibst, das eine Batterie mit 44kWh besser wäre, weil man dann eine größere Reichweite hätte. Solange es aber so gut wie keine 44kW Ladepunkte gibt, bringt das IMHO nichts. Denn die Ladezeit, die Du benötigst (bei 22kW) musst Du dann auch wieder einkalkulieren.

Das sehe ich anders! Denn 1. kann man mit 44kWh fast doppelt so weit fahren, das ist schon ein großer Erfolg!, und 2. kann man die etwas längeren Ladepausen dann sinnvoller verbringen (Schwimmbadbesuch, Kino, Schläfchen etc.).
Dazu kommen Synergieeffekte, wie z.B. dass ich nur noch halb so oft laden muss für eine Strecke X und mit damit die Hälfte der Ladesäulenanfahr-Zeiten spare. Auch kann ich mir mehr aussuchen, welche Ladesäulen ich nutze.
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Re: Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon rolandk » Di 8. Apr 2014, 11:52

green_Phil hat geschrieben:
rolandk hat geschrieben:
Du schreibst, das eine Batterie mit 44kWh besser wäre, weil man dann eine größere Reichweite hätte. Solange es aber so gut wie keine 44kW Ladepunkte gibt, bringt das IMHO nichts. Denn die Ladezeit, die Du benötigst (bei 22kW) musst Du dann auch wieder einkalkulieren.

Das sehe ich anders! Denn 1. kann man mit 44kWh fast doppelt so weit fahren, das ist schon ein großer Erfolg!, und 2. kann man die etwas längeren Ladepausen dann sinnvoller verbringen (Schwimmbadbesuch, Kino, Schläfchen etc.).
Dazu kommen Synergieeffekte, wie z.B. dass ich nur noch halb so oft laden muss für eine Strecke X und mit damit die Hälfte der Ladesäulenanfahr-Zeiten spare. Auch kann ich mir mehr aussuchen, welche Ladesäulen ich nutze.


Gut, wenn man diese Annehmlichkeiten tatsächlich auf der Strecke hat, gebe ich Dir recht. Aber meine Erfahrungen sehen eher so aus, das ich in den meisten Fällen nur die Möglichkeit habe etwas zu essen und zu trinken. Außerdem bin ich bei Kino auf feste Zeiten angewiesen, und beim Schwimmbadbesuch habe ich meist das Problem, das Verbrenner den Platz nutzen.

Btw.: hast Du denn beim Laden die Zeiten tatsächlich so genutzt? Eine Stunde Ladezeit ist eigentlich ideal für einen kleinen Snack, Entspannung, Spaziergang oder Mails checken. Zwei Stunden ist meiner Meinung nach eine Stunde zuviel.

gruss
Roland
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Re: Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon Michael70 » Di 8. Apr 2014, 12:17

Hallo Robi,

vielen Dank für den ausführlichen und gut stukturierten Reisebericht! So eine Deutschlandrundfahrt ist schon nochmal eine ganz andere Hausnummer als mein Smart ED im Praxistest für 1 Woche, u.a. mit einer Fahrt durch die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und NRW. Eure Erfahrungen decken sich zum Großteil mit meinen.

Erschreckend finde ich die totale Unterversorgung mit Ladesäulen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Von einer Reise dorthin mit einem Elektroauto sollte man momentan also noch absehen, obwohl es klassische Urlaubsregionen sind, die zusätzliche Einnahmen aus dem Fremdenverkehr sicher gut gebrauchen könnten. Nur wer dort wohnt und eine Lademöglichkeit daheim hat, kann sich mit einem E-Auto im näheren Umkreis bewegen- das Tesla Model S mal ausgenommen.

Viele Grüße
Michael
ZOE Intens in arktis-weiß, EZ 19.03.2015
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Re: Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon Alex1 » Di 8. Apr 2014, 12:36

super, danke :!: :D :mrgreen:
Herzliche Grüße
Alex
Neue Zoe R90 Intens 15" 06/17
So gelingt die Energiewende. Alternativlos.
Echten Ökostrom: http://www.ews-schoenau.de/ Fast Alternativlos.
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Re: Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon energieingenieur » Di 8. Apr 2014, 12:37

rolandk hat geschrieben:
Nur wenn das stimmt, das der/die Zoe zukünftig nur mit einem Lader mit max. 22kW ausgerüstet werden soll, und Schnellladung nur noch auf Gleichstrombasis laufen soll (CCS), sehe ich da für die Zukunft schwarz.

Was wo wie wer? Lese das grad im Nebensatz. Woher hast du die Infos?
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Re: Langstreckenfahrten mit dem Elektromobil

Beitragvon AbRiNgOi » Di 8. Apr 2014, 12:42

Hi, ich glaube die Verwirrung kommt aus der Ankündigung die CCS Ladesäulen neben 50kW DC mit nur 22kW AC auszustatten, was ich zwar für einen Blödsinn halte, da die Leistung primär, also vor der Ladestation mit mehr als 50kW AC vorhanden sein muss, ist es aber scheinbar wirklich so, dass diese neuen Ladesäulen die CCS können, die AC Kontakte nur mit 22kW bestromen... Mit der ZOE selber hat das denke ich wenig zu tun, weil hier die Ladeleistung von der Antriebsleistung abhängig ist, weil der Antriebsstromsichter (50kW) als "Ladegerät" missbraucht wird. Diesen auf 22kw zu reduzieren macht daher ZOE seitig keinen Sinn.
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