Hab nun auch einen Stromer! SmartED eine Überführungsfahrt

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Hab nun auch einen Stromer! SmartED eine Überführungsfahrt

Beitragvon erich » Do 21. Jul 2016, 11:23

Hallo,

nach viel einlesen und den Markt beobachten und vielen Fragen (bei denen Ihr mir gut geholfen habt) und viel abwägen und bedenken und hin und her.
Nach einem wochenlangen, andauernden Wechselbad der Gefühle war ich nun an einem Punkt, an dem ich ein Angebot gesehen habe zu dem ich nicht "nein" sagen konnte.

Somit hab ich zugeschlagen. :shock:

Ich bin nun zwar körperlich platt (dazu gleich mehr) aber dennoch ein (immer mehr) solzer Besitzer eines:

2015'er Smart ED mit Kaufbatterie, aber ohne 22KW lader.

Der Jahreswagen stand gute 250km von mir zu hause weg. Also angerufen, eine ad-hock Planung gemacht und los zum anschauen.

Nach der Probefahrt, allen sonstigen Dingen, die alle soweit OK waren hatte ich dann den Wagen.
Er war zum Glück mit 100% voll und somit stand meiner Überführung eigentlich nichts mehr im Wege.

Ich wusste ja schon durch mein einlesen im Vorfeld, dass es keine 3-Stunden Autofahrt wird.

Nach einer kleinen Stärkung bin ich dann am späten Nachmittag los gefahren.
1. Ladestop dann mit ÖKO 100%, SOC 20%, ca 130 gefahrenen Km und ca 33KmRest.
Hab mich gewundert wieso er nicht läd. Nach mehrmaligem probieren und schauen ist mir aufgefallen, dass sich die beiden Ladesäulen nur durch eine kleine Sache unterscheiden. Auf der einen stand "E-Ladestelle mit großem Stecker als Bild" und auf der, an der ich gesteckt war, stand in gleicher Schrift und Größe und Farbe "Bald in Betrieb mit großem Stecker als Bild"... :roll:
OK. Dann noch die Anleitung gebraucht um die Stecker wieder aus der Verriegelung zu bekommen. Denn es war ja das erste mal, da darf man sich noch ein wenig deppert anstellen... Und umgeparkt.
Angesteckt, über plugsurfing app freigeschaltet (hatte ich noch schnell installiert für die fahrt) und das laden ging los. (4 Stunden. Da wäre ein 22kw lader schon schön, aber es ist ja nur für die Überführung. Zu Hause ist und bleibt er Stadtautole.)
Gemütlich essen gegangen und etwas die Beine vertreten. Sonnenuntergang genossen. Man wird entschleunigt.
Leider hatte ich kein Buch oder so dabei. Weil ich etwas überstürzt zugegriffen habe. Das wird sich später in der Nacht auch noch mal unangenehm bemerkbar machen.

0:00 Uhr SOC 100% und wieder los.
Nächste (24h offen) Ladestation angepeilt. ca 70km weg.
ca. 1 Uhr nachts

Dort angekommen und bemerkt, dass die (städtische) Zapfsäule vom Städtischen Wagen blockiert war, der dort scheinbar immer zum schnarchladen steht. Unmöglich für mich zu laden.
Wieso bewerben die 24H Säulen wenn sie die dann Nachts, wo man sie brauchen könnte, offensichtlich täglich exclusiv selbst nutzen. Wenn es noch eine 2. Buchse gäbe OK.. Aber mit einer ist das nicht schön. :(
Es war noch eine E-Fahrrad Steckdose da. Also meinen Smart per Ladeziegel angesteckt. Aber nachdem da was von 7 Stunden Ladezeit stand und mein SOC noch auf fast 40% war entschloss ich mich um dreiviertel zwei nachts doch noch ein Stück weiter zu fahren.
In den beiden Apps "plugsurfing und chargemap" war an der Strecke ein gähnendes Loch mit nur einer 24h Säule darin.
Also genau die angepeilt. ~30km

Um kurz nach zwei Uhr nachts dann dort mit Rest-SOC 10% angekommen.
Aber keine Ladestelle weit und breit! :o Ein Wohngebiet! :shock:
Bin dann etwas rum gestromert und hab dann doch in einer Auffahrt eine Ladestelle gefunden. Leider von einem Benziner des Hauses blockiert. Aber mit langem kabel. hmmm Also umgeparkt und versucht das Kabel an die Strasse vor zu bekommen. Alles problemlos. Bis auf, dass der Stecker kein Typ2 war! :cry: Müde, desillusioniert und vorerst gestranded hab ich mich dann in den Smart gekauert und hab versucht etwas zu schlafen. Ich hoffte auf den nächstem Morgen und dass ich vielleicht, wenn der Besitzer raus kommt, dennoch an die Ladung kommen könnte.

ca. 6 Uhr das Wohngebiet in dem Dorf erwacht... Sonne geht auf. ich friere, hab hunger und muss aufs Klo. Die mangelnde Vorbereitung (keine Decke und nichts dabei fiel nun wieder negativ auf.
Es kam keiner um mich an den Lader zu lassen. Das Haus sah wie verrammelt aus.
Ich nutzte die Zeit um neben dem Frust und dem Überlegen wie ich hier einen Abschleppwagen her bekomme um mal hier im Forum zu schauen. (das hätte ich schon früher machen sollen) Denn da fand ich auf einmal eine (in dem Moment in meinen Augen) golden glitzernd und leuchtende Lademöglichkeit an einer komunalen Ladestation für kostenloses laden von meinem Hausanbieter. Und das beste. Genau da wo ich von der Autobahn nachts abgefahren bin. ca 15km.
Also durchgerechnet... 10%soc (nach der Nacht waren es auf einmal so 13%) 15km, das meiste den Berg runter also rekupieren wie ein Weltmeister... Das könnte klappen.

Allen Mut zusammengenommen, denn schlimmer als jetzt kann es micht mehr werden.
Losgerollt... Rekupiert wie blöde... mit 30kmh hin getuckert.
~6:30 Uhr - Und tatsächlich mit SOC5% die (wirklich in der Morgensonne glitzernde und leuchtende) Säule erreicht! :D
Angesteckt, klick, laden ging los und alles wurde gut.
5,5 Stunden Laden wurde mir angezeigt. Das wäre dann 12:00 Mittags gewesen.
Nach einem leckeren Frühstück beim Metzger, einer Dorfbesichtigung zu fuß und der benutzung der tollen sauberen öffentlichen Toilette beim Rathaus neben der Ladestelle mitten am Marktplatz hab ich dann noch etwas die Sonne am Marktplatz auf der Bank genossen um dann mit 70% SOC um 10 Uhr rum die restlichen 55km nach Hause zu fahren.

Um Elf war ich zu Hause. Ohne liegenbleiben. Aber ich habe viel gelernt bei der Fahrt.
Mehr gelernt als mir auf einmal lieb war, aber vielleicht ist es besser so.

Ich habe KEINEN abschlepper gebraucht! Da bin ich besonders stolz drauf. Es funktioniert! ;-)

Nun erst einmal ausschlafen zu hause und den kleinen schnarchladen lassen. In der Stadt kann er ab nun seine Stärken zeigen.
Zum auslesen des Akkus bin ich noch nicht gekommen. Ich bin echt langsam zu Alt für solche "Hau Ruck" Aktionen. ;-)
Aber das wird nun am Wochenende mal angegangen. Das wiki von odyssey mal genauer lesen und dann den arduino mal anstecken der schon einige wochen hier vor mir liegt und auf seinen Einsatz wartet.

Ich hoffe gut und lange mit meinem Kaufakku und dem Smart allgemein fahren zu können.

Grüße...
...Erich
// Smart-ED mit Kaufakku aber ohne 22kW Lader. & Renault Zoe
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Re: Hab nun auch einen Stromer! SmartED eine Überführungsfah

Beitragvon mweisEl » Do 21. Jul 2016, 11:36

Glückwunsch!

erich hat geschrieben:
Es war noch eine E-Fahrrad Steckdose da. Also meinen Smart per Ladeziegel angesteckt. Aber nachdem da was von 7 Stunden Ladezeit stand und mein SOC noch auf fast 40% war entschloss ich mich um dreiviertel zwei nachts doch noch ein Stück weiter zu fahren.


Das ICCB ist bei jedem neuen Einstecken auf 8A reduziert (zwei blinkende LEDs). Mit Taste auf vier blinkende LEDs sind's dann 13A.

Mods: Thread ggf. bitte ins Smart Unterforum verschieben
Drei Fahrräder, Smart ED3 seit '13, zuvor CityEL und seit 25 Jahren verbrennerfrei.
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Re: Hab nun auch einen Stromer! SmartED eine Überführungsfah

Beitragvon spark-ed » Do 21. Jul 2016, 12:58

Erstmal Glückwunsch zu deinem Auto. Kaufakku ist natürlich klasse.
Aber da ist ja zum Einstieg wirklich alles schief gelaufen, was nur ging.
Warum bist du eigentlich nach dem ersten Ladepunkt nicht durchgefahren?
Gesamt 250km - 130km bis zum ersten Ladepunkt macht doch nur 120 Rest-km?

Ansonsten hat mweisEI schon recht. Der ICCB ist nur unmerklich langsamer als Typ2. Hattest wohl tatsächlich nicht hochgeschaltet, da lohnt das umparken normalerweise kaum.

Egal. Ab jetzt kann es ja nur besser werden :D
Viel Spaß mit dem Kleinen.
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Re: Hab nun auch einen Stromer! SmartED eine Überführungsfah

Beitragvon erich » Do 21. Jul 2016, 13:49

spark-ed hat geschrieben:
Warum bist du eigentlich nach dem ersten Ladepunkt nicht durchgefahren?
Gesamt 250km - 130km bis zum ersten Ladepunkt macht doch nur 120 Rest-km?


Nicht ganz. Die 250km waren Autobahn und am Rückweg wollte ich keine Autobahnen nehmen weil er ja so viel verbraucht wurde mir gesagt. Also im Google Maps "Autobahnen vermeiden" angeklickt und dann los.
Hab mich nach 70km dann gewundert, dass ich effektiv erst so 40km weit gekommen bin. Denn Google hat mich Zickzack kürzeste Luftlinie navigiert. Das war aber keine Gerade, sondern mehr ein Fraktal. :roll:

Somit dann händisch routen über Bundesstrassen und dann Nachts doch auf die leere Autobahn gemütlich hinter LKW's crusen.

Da hab ich dann am Beginn der Fahrt schon viel an Strecke verspielt und die 250 Autobahn km hinwärts waren dann am Ende für mich so knapp 300km (gut 130 + knapp 80 + knapp 80) Fahrstrecke nach Hause. Plusminus das was ich nicht mehr so auf die Reihe bekomme wegen Übermüdung. :lol:

Deswegen musste ich 3 mal laden.
Wollte auch keine Risiken mehr eingehen nach der Aktion in der Nacht.

...erich
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Re: Hab nun auch einen Stromer! SmartED eine Überführungsfah

Beitragvon eve » Do 21. Jul 2016, 16:34

Schöner Bericht! Ja, das will man nicht jeden Tag machen und danach ist man immer mehr wissend als davor (aber nicht unbedingt klüger...). Ne Decke wäre fein gewesen, aber so kalt war es sicher auch nicht.

Denk auch an dies: Es gibt auch Fahrzeuge ohne geschlossene Kabine und Sitze mit zurückklappbaren Rückenlehnen. Zum Beispiel den Twizy

http://www.goingelectric.de/forum/renault-twizy/370-km-fuer-320-meine-einstieg-in-die-e-mobilitaet-t17788.html

Dagegen ist so ein Smart dann schon bald Luxus - vor allem bei Wind und Wetter.

erich hat geschrieben:

Nicht ganz. Die 250km waren Autobahn und am Rückweg wollte ich keine Autobahnen nehmen weil er ja so viel verbraucht wurde mir gesagt.


Hier gehe ich schwer davon aus, dass der Verbrauch nicht linear mit der Durchschnittsgeschwindigkeit abfällt. Macht er zwar ohnehin nicht, aber vergleicht man gleichmäßiges Segeln bei 90 km/h hinter einem Elefanten mit einer Landstraßenfahrt, so wird auf der Landstraße im Normalfall viel mehr beschleunigt und verzögert. Dazu ist die Topographie viel durchwachsener und zudem - wie von dir angemerkt - sind die Strecken über weite Distanzen oft auch länger. Von daher ist Landstraße nur etwas für Genießer. Das Zeit/Verbrauchsoptimum findet sich eher auf der BAB. Wobei man letzteres jetzt wieder nicht im Zusammenhang mit Laden mit 3,6 kW sehen darf. Da sieht es dann wieder anders aus.
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Re: Hab nun auch einen Stromer! SmartED eine Überführungsfah

Beitragvon AndiH » Do 21. Jul 2016, 17:12

Hallo und Willkommen,

eine wichtige Lektion daraus lautet : Verlasse dich *nie* auf kostenlose, öffentliche Ladestationen, der Leidensdruck diese freizugeben oder zu reparieren ist gering und führt dazu das diese Stationen meist wenig zuverlässig zu nutzen sind.

Ansonsten viel Spaß mit dem Elektro Flitzer

Gruß

Andi
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