Sinn von 43 kW Ladepunkten

Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon 300bar » Di 26. Mai 2015, 22:27

Auch auf die Gefahr hin, dass ich nun Stockhiebe erhalte und mit Gewichten im See versenkt werde.. ;) ;)
Ebenso will ich gleich vorwegschicken, dass dieser Thread nicht das crowfunding in Frage stellen soll. Ganz im Gegenteil!

Vor einigen Tagen habe ich hier die Frage gestellt ob eine Ladestation mit 43 kW auch eine 22 kW Anschlussdose hat,
damit solche ladepunkt von weitgehend allen Fahrzeugen genutzt werden können.
Dies wurde verneint und als Ergänzung wurde auf eine Erweiterung um eine CEE 32 Dose hingewiesen. So weit, so gut.

Seit dem spukt immer wieder folgende Frage im Hinterkopf herum:
Welchen langfristigen Sinn haben 43 kW Ladepunkte mit Typ 2 ?

Das einzige Fahrzeug, welches diesen Anschluss unterstützt, ist meines Wissens der Zoe.
Die Letzten dieser Art gehen jetzt gerade über den Ladentisch. Danach kommen keine neuen EVs mehr, welche diese Art der Schnellladung unterstützen.
Letztlich dienen diese Ladepunkte dann "nur" den auf dem Markt verbliebenen Fahrzeugen.
Sicherlich ist das eine staatliche Anzahl, jedoch ab Stand heute mit gleichbleibenden bzw. rückläufigen Bestand.

Im zukünftigen, stetig wachsenden EV-Markt haben diese Ladepunkte dann eine nur eingeschränkte Wirkung.
Dies bedingt durch festes Typ2 kabel eingeschränkten Nutzerkreis und Leistung die nicht abgerufen werden kann.

Mir ist bewusst, dass ideale Schnellader /triplelader ein vielfaches an Kosten verursachen.
Trotzdem lässt mich diese Fragestellung nicht mehr los und hemmt mich bei der Argumentation zu diesen Ladepunkten.
Ich konnte mir diese Frage beim Lesen der verschiedenen Threads nicht befriedigend beantworten
und denke das sich andere diese Gedanken auch schon gemacht haben.

Ready for input...
Gruß Reinhard
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Re: Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon umberto » Di 26. Mai 2015, 22:34

Du kannst da auch 22 kW, 11 kW und 7.4 kW AC laden. Das klärt Dein Auto mit der Säule.

Die Säule sind 24/7 ohne schwachsinnige Abrechnungssysteme und von Leuten betrieben, die etwas Liebe dabei haben, d.h. Störungen werden schnell behoben.

Wenn die Autoindustrie zu blöd ist, schnelle AC-Lader zu verbauen, um eine billig zu erstellende Infrastruktur zu nutzen- sondern stattdessen mit der Regierung um die Wette wartet, wer den Aufbau einer teuren DC-Ladestruktur ohne absehbares Geschäftsmodell macht - soll das nicht der Fehler der Leute sein, die ein Auto mit hoher AC-Ladeleistung gekauft haben.

Gruss
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Re: Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon lingley » Di 26. Mai 2015, 22:40

Die CCS Fraktion verbaut doch gerne Einphasenlader.
Also auf ... noch einen zweiten, dritten dazu, dann geht dort auch 14.5kW einphasig und das mit drei Autos gleichzeitig :lol:
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Re: Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon Berndte » Di 26. Mai 2015, 22:51

Was veranlasst dich zu der Aussage, dass es bald keine 43kW AC ladenden Fahrzeuge mehr gibt?
Der Bestand an 43kW Zoes ist sehr groß... schau dich mal bei den Treffen um, die Quote ist locker 1 zu 10!
Die beiden Fahrzeuge welche für Langstreckenfahrten tauglich sind ist Tesla und Zoe. Tesla baut Supercharger und wir jetzt auch selber.

Und wenn wir fleißig 43kW Ladepunkte selber bauen, dann haben wir das Henne-Ei Problem selber gelöst... sind wir halt die Henne (oder das Ei?). Kein Hersteller kann so mehr sagen "Es gibt doch keine Ladestationen für 43kW Typ2".

Langfristig gesehen ist also alles möglich:
Mehrere Hersteller springen auf den Typ2 43kW Zug auf.
Mobile CCS/CHAdeMO Lader kommen endlich zu akzeptablen Preisen.
Feste CCS/CHAdeMO Lader werden günstiger und können zusätzlich installiert werden, die Anschlusskosten entfallen ja, der Strom liegt schon ausreichend vor Ort.

Weitere entscheidende Vorteile:
goingelectric-crowdfunding/neuer-crowdfunding-ladepunkt-in-bad-falligbostel-t9858-10.html#p187075

Und was das Thema Typ1 versus Typ2 Stecker angeht: Typ1 kann halt nur eine Phase und damit ist bei 7,4kW (32A) Schluss.
Warum Hersteller auf dem deutschen Markt noch Typ1 Dosen einbauen ist mir echt ein Rätsel und meiner Meinung nach eine Sackgasse. Ist halt Kostensparpolitik, weil diese Fahrzeuge meist aus Typ1 geprägten Ländern kommen.
Wenn du an einer Säule mit festem Typ2 Kabel laden möchtest, dann einfach einen Adapter bauen (lassen). Das geht ohne Probleme und die Tesla-Roadster Fahrer kennen das auch. Die können übrigens an 43kW Typ2 auch schneller laden als an 22kW Typ2.
Auch ist es halt mit den Fahrzeugen mit Typ1 Buchse (Leaf, eNV, Soul, ...) nicht gerade zweckmäßig einen 43kW Ladepunkt extra anzusteuern, da das Fahrzeug sowieso maximal 7,4kW laden kann. Der einzige Vorteil ist hier nur die 100% Verfügbarkeit, aber die kann schon viel ausmachen!
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Re: Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon umberto » Di 26. Mai 2015, 22:54

@lingley: ??? Kapier ich um die Uhrzeit so nicht mehr.

Vielleicht hätte ich noch ergänzen sollen, daß für EVs in Europa der Typ2-Anschluss demächst Vorschrift wird, die können also alle die Station auch nutzen. Von wegen eingeschränkter Nutzerkreis....

Gruss
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Re: Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon Berndte » Di 26. Mai 2015, 23:03

.... und seien wir mal ehrlich: Ein festes Ladekabel an der Station ist um längen bequemer!

- keine Sorge, weil das eigene Kabel abgewiesen wird (machen Säulen weisen sogar zu große Kabel ab! :shock: )
- schnellerer Ladevorgang an sich... Kabel aus dem Auto wühlen und verstauen entfällt (liegt mal wieder das ganze Gepäck oder die Bierkisten drauf)
- Kein nasses oder verschneites Kabel ins Auto verstauen und vorher trocken wischen
- Verschleiß liegt an der Ladestationsseite ... das eigene Kabel sieht nach Jahren noch wie neu aus

Wer täglich wie ich daheim laden muss und keinen Carport hat und jeden Tag bei Wind und Wetter entweder nur schnell den Stecker vom Halter nimmt und ins Auto steckt, oder jedes mal einmal ums Auto und Kofferraum laufen muss.... der weis, wovon ich rede!
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Re: Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon STEN » Di 26. Mai 2015, 23:08

Ja - oder 12 mal CEE blau mit 16 A, wenn die ganze Strasse zugeparkt werden kann. :lol:

Warte eigentlich das Brusa endlich ein 43kW Ladegerät in kompakter luftgekühlter Version
anbietet (am besten für unter 4kEuro). Dann ist aus meiners Sicht die Luft aus CCS und Chademo raus.
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Re: Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon Berndte » Di 26. Mai 2015, 23:20

Schraub dir halt zwei unters Auto... beim eNV oder Kangoo ist Platz genug.
Die Brusa kann man kaskadieren, kein Problem. Kostenmässig wäre diese Variante mit 44kW günstiger als so mancher "mobiler" CCS/CHAdeMO!
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Re: Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon 300bar » Di 26. Mai 2015, 23:27

@ Berndte,

Danke für Deine Rückmeldung. Über typ1 müssen wir nicht sprechen. Da hast Du vollkommen recht.
Es beruhigt mich, dass Du auch keine Glaskugel zu Hause hast, welche verrät wie es in 2,3,4 jahren aussieht...

Eine Erweiterung des ladepunktes, wenn andere Standards bezahlbar werden, ist ein gutes Argument.
Stelle ich mir zwar nicht ganz so einfach vor, klingt aber logisch.

Ein festes Kabel ist auf jeden Fall sehr angenehm. Geniesse ich bei Chademo ebenso gerne.

Das Zoe aktuell eine Macht ist steht ausser Frage, nur als echte Schnellader ist jetzt eben schluss bei Neufahrzeugen.
Für die Zukunft ist da, natürlich bisschen ordentlich Winschdenken dabei.

Meiner Meinung nach brauchen wir in 3-4 jahren deutlich mehr Dampf als 43 kw für Schnellader. Ich denke mit Typ2 ist nicht mehr rauszuholen.

Nichts desto trotz, hast Du mir ein paar gute Gedanken gegeben.
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Re: Sinn von 43 kW Ladepunkten

Beitragvon STEN » Di 26. Mai 2015, 23:30

Kaskadieren - ach so.
Warum hat dann der MB EDrive nur 11kW (bei 30kWh/100km Verbrauch) bekommen.
(Am Preis kann es wohl nicht liegen; statt mit Xenonlicht wäre ich da wieder lieber wieder bei Tageslicht
heimgekommen.)
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