Welchen Stromer als Zweitwagen?

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Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon Biggi » Fr 20. Mai 2016, 18:53

Hallo,
seit einigen Wochen lese ich mich nun schon durch dieses sehr informative Forum und habe mich inzwischen auch mit dem Virus infiziert...

Über kurz oder lang benötigen wir einen Zweitwagen zu unserem Touran Diesel. Der Zweitwagen wird nur für Kurzstrecken bis maximal 50 oder 60 km benötigt. Den Diesel werden wir vorerst behalten, so dass wir bei längeren Fahrten darauf zurückgreifen können. Die Reichweite ist also nicht das Problem, alles mit 100 km wäre ok.

Durch meine Recherchen bin ich schon auf die Drillinge aufmerksam geworden, ebenso auf den Nissan Leaf. Der Zoe fällt raus, da ich die Batterie kaufen möchte und der Kia gefällt mir optisch nun überhaupt nicht. Außerdem soll es kein Zweisitzer sein.

Da wir eine 8,5 kwp PV-Anlage installiert haben, möchte ich in erster Linie unseren eigenen Strom zum laden nutzen. Wir bekommen jede nicht eingespeiste kwh mit 8 Cent vergütet, da lohnt sich das natürlich erst recht. Eine Garage mit Stromanschluss (sogar zusätzlich noch eine Starkstromsteckdose) ist vorhanden. Ein Schnellladen ist kaum sinnvoll, da unsere Anlage ja keine sooo großen Strommengen produziert. Daher wäre wohl ein normaler Ladevorgang mittels Schukosteckdose in unserem Fall am besten. Der Wagen würde also nachmittags, wenn die Sonne scheint und wir nicht gerade unterwegs sind, als Stromspeicher dienen. Allerdings frage ich mich, ob die Batterie leidet, wenn sie geladen wird, obwohl sie vielleicht noch halb voll ist?

Die Drillinge sehen ja optisch gleich aus, sind denn auch die technischen Bauteile identisch, oder gibt es Vor- und Nachteile bei den Batterien Motoren der verschiedenen Marken? Wie sehen die Batteriegarantien bei den Marken aus? Gibt es bei allen Wagen die Möglichkeit sich vor dem Kauf über den Zustand der Batterie qualifizierte Auskunft geben zu lassen? Wenn ich z.B. einen Gebrauchten aus 2013 kaufen möchte, mit welchen Preisen müsste ich wohl kalkulieren?

Ist es sinnvoll einen jüngeren Gebrauchtwagen zu kaufen oder sollte man im Hinblick auf die Förderung einen Neuwagen bevorzugen? Grundsätzlich wäre finanziell beides möglich, allerdings würde ich die wirtschaftslichste Variante bevorzugen. Meine Autos waren bisher allesamt junge Gebrauchte, bei denen der anfängliche Wertverlust bereits beim Vorbesitzer angefallen war. Ich fahre meine Autos in der Regel nicht länger als max. 5 Jahre.

Gibt es in meiner Umgebung (Deutschland, Kreis Paderborn) evtl. E-Autofahrer, die mir Werkstätten empfehlen können? Schließlich muss jedes Auto ja mal zum Service oder zur Reparatur und da wäre es sicher vorteilhaft, wenn man eine kompetente Werkstatt wüsste.

Vielen Dank für eure Entscheidungshilfe schon im voraus.
Gruß Biggi
Biggi
 
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Re: Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon PowerTower » Sa 21. Mai 2016, 01:21

Hallo Biggi,

bezüglich der Unterschiede bei den Drillingen zitiere ich mich mal eben selbst aus einem anderen Beitrag.

Die mir bekannten technischen Unterschiede (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

i-MiEV (ab 05/2014)
++ 16 kWh Akku (88 Zellen), NEFZ Reichweite 160 km
++ Fahrstufen D, B und C
++ LED Scheinwerfer
++ Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer
++ Fernbedienung für Vorklimatisierung, Ladetimer und Abfrage des Ladestandes in drei Stufen
++ Anzeige der Uhrzeit
-- kein Bluetooth
o Akkugarantie: 5 Jahre / 100.000 km
o mitgeliefertes Schuko Kabel: fix 10 A
===
Listenpreis (05/2016): 23.790 Euro

iOn / C-Zero (ab 2012)
-- 14,5 kWh Akku (80 Zellen), NEFZ Reichweite 150 km // vermutlich aus Kostengründen
-- Fahrstufe nur D
-- Halogen Scheinwerfer
-- Sitzheizung nur für Fahrer
-- keine Vorklimatisierung, kein Ladetimer, keine Abfrage des Ladestandes
-- keine Anzeige der Uhrzeit
++ Bluetooth vorhanden
o Akkugarantie ab Zulassung 01.01.2015: 8 Jahre / 100.000 km, vorher: 5 Jahre / 50.000 km
o mitgeliefertes Schuko Kabel: einstellbar 8-14 A
===
Listenpreis (05/2016): 19.390 Euro


Daneben gibt es noch einige kleinere Differenzen im Design, so unterscheiden sich der Peugeot iOn und der Citroen C-Zero bei Scheinwerfern, Rückleuchten, Heckklappe und Farbgestaltung des Innenraums. Ältere Modelle haben teils abweichende technische Eigenschaften, die alten PSA Varianten (bis 2012) hatten z.B. ebenfalls einen 16 kWh Akku mit 88 Zellen.

Von den genannten Listenpreisen sollte noch die Förderung abgezogen werden können. Damit gibt es iOn und C-Zero als Neuwagen für 15.390 Euro inkl. 8 Jahre Akkugarantie. Gar nicht so schlecht, wie ich finde. Gebraucht gibt es sie teilweise schon für die Hälfte, dann aber als 2011er Modell ohne Akkugarantie

Gruß
Micha
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Re: Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon Biggi » So 22. Mai 2016, 20:00

Hallo Micha,
Danke für deine übersichtliche Gegenüberstellung. Der Mitsubishi scheint ja technisch einige Vorteile zu haben, allerdings gibt es ja auch einen 4000 Euro unterschied im Preis. Ausserdem finde ich 3 Jahre längere Akkugarantie bei Peugeot und Citroen auch vorteilhaft. Von der Laufleistung komme ich in 5 Jahren keinesfalls auf 100000 km, wahrscheinlich noch nicht einmal in 8 Jahren. Ich tendiere eher zu einem Neuwagen und werde jetzt mal Probefahrten vereinbaren.
Gruß Biggi
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Re: Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon m.k » So 22. Mai 2016, 20:06

Biggi hat geschrieben:
Allerdings frage ich mich, ob die Batterie leidet, wenn sie geladen wird, obwohl sie vielleicht noch halb voll ist?

Nein das stört garnicht. Li-Ion Akkus mögen am liebsten nicht ganz voll und nicht ganz leer sein (der Hersteller hat da schon Grenzen gesetzt), Memory-Effekt gibt es nicht mehr...
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Re: Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon wp-qwertz » So 22. Mai 2016, 21:57

moin moin,

also, so wie sich das für mich liest, wäre einer der drillinge der richtige für dich/ euch.
ich gebe noch den hinweis, dass es gut wäre, wenn du einen gebrauchten kaufst, der schon isoliert ist! isoliert sind nämlich alle drei so gut wie gar nicht, sodass viel energie im winter flöten geht. aber einige hier haben das selber gemacht/ machen lassen - auch dazu gibt es hier themen.
und ob die neuen isoliert sind? keine ahnung.

einer der drei hat einen etwas größeren akku, als die anderen beiden. der iMieve?!?

soweit.
ich finde es eine gute entscheidung, hier nach beratung zu fragen, denn die bekommst du niergends so umfassend. schon gar nicht vom autohändler :D

halte uns doch auf dem laufenden, wozu du dich/ ihr euch entschieden habt. fänd ich klasse!
werde kunde: http://links.naturstrom.de/lm4j und tu gutes: die "Andheri-Hilfe Bonn e.V." bekommt den bonus.
- Zoe 13.02.15 - 30.12.16.
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Re: Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon yoyo » Di 21. Jun 2016, 10:05

Moin Biggi,

wir hatten uns im letzten Jahr eigentlich schon fest für eine Zoe entschieden weil die Drillinge damals noch zu teuer waren, aber dann kam im September 2015 die große Preissenkung bei Citroen und Peugeot.
So haben wir dann den iON probegefahren und waren sehr angetan von der Länge 3,43 (statt vier Meter bei der Zoe), der Schmalheit und des kleines Wendekreises.
Nachdem wir unser Anforderungsprofil (Nutzung als Zweitwagen auschließlich in der Sadt, ca .60 - 80 Km Fahrten am Tag, kurzes Auto für kleine Parklücken) noch mal durchleuchtet hatten, haben wir uns für einen C-Zero entschieden.
Der steht nun beim Händler und wir warten noch auf die Entscheidung über die Kaufprämie ab, ob wir die auch noch bekommen können. Erst dann wird er gekauft und zugelassen.

Wenn Du genau wie wir über einen mittelfristigen Zeitraum von 5 Jahren planst, käme nur ein Drilling in Deine engere Wahl.
Was 2021 sein wird, wissen wir doch alle nicht. Ich denke, dass es dann auch nch ganz andere Elektroautos gibt und Du dann vielleicht auf einen neuen Stromer wechselst oder den Touran gegen einen dann vernünftige und preisgerechten Stromer wechselst.

Wer immer nur abwartet und sich nicht entscheiden kann, kommt nie ans Ziel.
Und habt Ihr euch schon entschieden?
Es ist bereits alles gesagt worden - nur noch nicht von jedem. ;)

Gesendet von meinem Atari ST :geek:
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Re: Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon e-mike » Di 21. Jun 2016, 10:25

Hallo Biggi,
gratuliere zu Deiner Entscheidung. Mir persönlich gefällt der Citroen am besten. Ich würde Dir einen gebrauchten empfehlen. Da bekommst Du gute Autos schon zwischen 8 und 10 t€. Neu würde ich mir keinen der drei neu kaufen, da der Wertverlust doch arg groß ist.
Ich persönlich würde zwar die Zoe vorziehen, aber wenn Dich die Batteriemiete stört, gibt es halt nichts von Renault.
Gruß Maik
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Re: Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon EV-Jens » Di 21. Jun 2016, 14:07

PowerTower hat geschrieben:
i-MiEV (ab 05/2014)
++ Fahrstufen D, B und C

iOn / C-Zero (ab 2012)
-- Fahrstufe nur D


Servus,

die fehlenden Fahrtstufen bei den Franzosen lassen sich nachrüsten in dem man entweder die Schalthebel-Abdeckung des i-MiEV einbaut oder die vorhandene mit der Laubsäge nachbearbeitet. Elektrisch und mechanisch sind sie nämlich vorhanden :shock: !

Ansonsten entweder einen isolierten Gebrauchten nehmen oder einen Neuen vor dem 1. Winter isolieren. Es gibt Anleitungen zum Selbermachen, oder einige Werkstätten z. B. eine in Berlin oder in CH bieten es an zum Festpreis.
Sonst ist die Winterreichweite drastisch kleiner weil das Heizelement unter dem Auto im Fahrtwind hängt (totale Fehlkonstruktion :evil: ).

Gruß Jens
"Unkraut ist die Opposition der NaturBildgegen die Regierung der Gärtner." (O. Kokoschka)

[Ex: Scootelec, EVT168, Saxi, Renault Express, Th!nk. Zoe R90 seit 24.02.17]
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Re: Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon motoqtreiber » Di 21. Jun 2016, 20:12

Ich war in der gleichen Situation und wollte den e-up kaufen als Zweitauto zum Diesel.
Weil VW, weil Probefahrt überzeugend, weil CCS.
Habe auch die Hausstrecken damit getestet und hatte dicke Reserven.


Dann wurde es ein Etron, weil dann kein Zweitauto notwendig. Und immer REX an Bord ;-)
Inzwischen 12.000 km und 90% elektrisch! Hätte ich mit 2 Autos nicht geschafft.
Ok, ich fahre etwas mehr Bahn als früher auf längeren Strecken (100% elektrisch)
Ciao,
motoqtreiber

(Dieses Jahr wird es ein VW e-up, Golf GTE, i3Rex oder ...) -> Es wurde ein etron!
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Re: Welchen Stromer als Zweitwagen?

Beitragvon Biggi » Di 21. Jun 2016, 21:12

Na, was ist denn ein etron? Muss ich mich noch mal schlau machen..

Leider kann ich meinen Mann noch nicht von der Notwendigkeit eines Elektroautos überzeugen. Er will nicht so viel Geld für einen Zweitwagen ausgeben, zumal dieser vorerst vor allem von unserer Tochter gefahren wird. Als Fahranfängerin reicht eigentlich ja ein günstiger Gebrauchter für diese Zwecke erstmal aus. Da ich auch noch nicht weiß, wie sich ihre Berufswahl entwickelt und wie lang dann ihre Pendelwege werden, wäre ein Stromer evtl. auch die falsche Wahl. Ich denke sie bekommt einen günstigen Benziner und wenn im nächsten oder übernächsten Jahr der Kauf eines anderen Autos für mich ansteht, wird es auf jeden Fall ein Elektroauto. Bis dahin sollten die Reichweiten auch schon größer sein, so dass es dann eher auf einen Alltagstauglichen (nicht nur für Kurzstrecken) herauslaufen wird. Das Thema werde ich weiter aufmerksam verfolgen und auch die Gebrauchtwagenseiten stöbere ich öfters durch. Vielleicht gibt es ja mal ein Schnäppchen, bei dem ich nicht nein sagen kann.

Gruß Biggi
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