Kaufempfehlung Pendlerwagen

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Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon niehof » So 4. Feb 2018, 16:35

Hallo liebe Community,
ich habe derzeit einen altersschwachen Corsa (BJ 1999), mit dem ich täglich 2 mal 40 km zur Arbeit fahre. Die Strecke besteht zu 80% aus Autobahnanteil.
Auf meiner Strecke liegt eine kostenlose Ladesäule (U.a. CHAdeMO), die ich problemlos für eine kurze Pause ansteuern könnte. Eventuell kann ich auch bei meinem Arbeitgeber in der Tiefgarage laden. Ansonsten ist zuhause ein privater Stellplatz mit Zugang zu einer Steckdose vorhanden.
Der neue Elektrowagen sollte mit möglichst geringen laufenden Kosten (am besten keine Batteriemiete) zu betreiben sein.

Budget liegt bei max. 10k Euro. Dieser Betrag soll finanziert werden und gleicht die derzeitigen Benzinkosten aus.

Bislang habe ich einen Drilling als passend eingeordnet. Bin mir aber bei den Gebrauchtangeboten nicht sicher ein gutes Angebot zu erwischen. Die meisten Angebote in meinem Budget sind BJ 2011/2012. Das dürfte daher noch die alte Akkugeneration sein. Die Laufleistungen sind ganz unterschiedlich (von ca 15k bis knapp 100k).
Einen USB Dongle OBDlink LX habe ich mir bereits bestellt. Aber die meisten Angebote sind weiter weg, da kann ich nicht mal eben auf blauen Dunst hinfahren. Und wenn ich es bisher richtig gelesen habe, muss man auch mind. eine Akku Ladung verfahren, um richtige Werte zu erhalten.

Habt ihr vielleicht noch eine gute Drilling Alternative für mich? Falls ein Drilling schon am besten passt, freue ich mich hier auch noch über Tipps. Eventuell möchte auch jemand von euch einen Drilling verkaufen (gerne PN).

Danke im Voraus und Gruß
Niels
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Re: Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon benwei » So 4. Feb 2018, 17:35

Puh, unter 10.000€ bleiben echt nur Drillinge, Smart und ein paar Exoten. ZOE und Fluence sind immer mit Akkumiete.
Renault ZOE Intens R240, EZ 09/16, seit 07/17
Hyundai IONIQ Elektro Premium - bestellt: 13.06.18 - zugelassen 27.06.18 - abgeholt 02.07.18
Wallbox ABL eMH1 11kW mit 7m Typ2
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Re: Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon Misterdublex » So 4. Feb 2018, 19:13

Ich würde dir empfehlen einen Smart ED zu nehmen. Die Akkus sind wohl sehr, sehr robust. Deinen alten Corsa könntest du ja als Reserve behalten, wenn du mal mehr als nur eine/n MitfahrerIn hast.

Beim Smart gibt es Angebote mit und ohne Miete des Akku.
E-Golf300-Fahrer als [b]Familienerstwagen[\b]
smart Ed (451) als Pendelauto
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Re: Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon iOnier » So 4. Feb 2018, 22:06

Smart dürfte wahrscheinlich nicht in Frage kommen, Niels hat offenbar andere Vorstellungen von "Auto" als einen reinen Zweisitzer. Schlau gemacht hat er sich offenbar auch schon ("2011er Drillinge noch die alten Zellen").

EIne Detailsuche bei mobile.de mit den Einschlusskriterien "Elektro, ab EZ 2013, Preis 8-10.000 €, Kleinwagen" und den Ausschlusskriterien "nicht Renault (Twizy, ZOE und Fluence passen halt auch nicht) und nicht Smart" bringt ganze 11 Ergebnisse zutage, von denen ich mir dieses an seiner Stelle genauer ansehen würde. EZ 06/14 (also sogar noch Batteriegarantie!), nur 4.500 km gelaufen (OK, hoffentlich verteilt über die Zeit und nie zu lange gestanden) und ist mit 9.400 € sogar das drittgünstigste Angebot.

Aber auch alle anderen sind C-Zero bzw. iOn, sollten bei EZ ab 2013 also 80-Zeller mit den neuen LEV50N-Zellen sein und alle haben Laufleistungen unter 20.000 km und werden als "unfallfrei" angepriesen. Außer dem Üblichen - alle Wartungen zeitgerecht gelaufen? wegen Garantie! und natürlich: Sichtkontrolle auf Auffälligkeiten (doch Unfall? Übermäßige Abnutzung Innenraum? und dgl.) - und natürlich Probefahrt - wird man die alle kaufen können ohne einen Fehler zu machen.

Was man aber sagen muss: bei dem Fahrprofil (tgl. 80 km Pendelfahrt, davon 80% Autobahn) wird die Reichweite im Winter nicht hinlangen ohne Zwischenladung (aber das scheint Niels ja auch schon ein Stück weit eingeplant zu haben und tolerieren zu können) oder Leidensfähigkeit (Heizung aus).
Gruß
Werner
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Re: Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon Isomeer » So 4. Feb 2018, 22:19

Wenn Du die 10k sowieso finanzieren musst, würde ich alternativ über eine neuen Smart ED (453) im Leasing nachdenken.
159€/Monat Leasing (48/40.000/ohne Anzahlung und keine Batteriemiete)
Mehrkilometer (brauchst Du ja bei 5*80km/Woche) sind sehr günstig.
Billiger und risikoärmer kann man kein BEV fahren.

Nachteil: Auto hat Fehler, die Daimler bisher nicht abstellen kann und ein Jahr Lieferzeit.

OK, kauf Dir einen gebrauchten Drilling oder sieh Dir mal einen e.Go Life an, wenn Du warten kannst ;)
BEV-Einstiegsdroge: Smart 42 ED von 11/2017
Pendlerfahrzeug: HNF XD2 Urban "S"
Zukünftig: Irgendwas zwischen 64er Kona/Niro, Leaf E-Plus, M3/MY oder Byton M-Byte.
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Re: Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon niehof » So 4. Feb 2018, 22:49

Vielen Dank für eure Antworten. Einen Smart hatte ich mir auch bereits überlegt, sehe bei den Drillingen aber dann doch Vorteile. Es sollten ggf auch mal zwei Kindersitze rein passen. 80 km Reichweite hätte ich beim Drilling auch im Winter erwartet, wenn man sich an LKWs auf der Autobahn hängt.


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Re: Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon iOnier » Mo 5. Feb 2018, 00:45

niehof hat geschrieben:
Vielen Dank für eure Antworten. Einen Smart hatte ich mir auch bereits überlegt, sehe bei den Drillingen aber dann doch Vorteile. Es sollten ggf auch mal zwei Kindersitze rein passen.

Irgendwas in der Richtung hatte ich mir doch schon gedacht :mrgreen:
Was mir allerdings gerade auffällt: das Angebot des 2014er iOn mit nur 4.500 km auf der Uhr lautet "Peugeot iOn Active LKW" => das ist einer der wenigen Drillinge, die als "Lastenfahrzeug" auf 2-sitzig mit fester Ladefläche umgerüstet wurden. Kommt also für Dich leider nicht in Frage. Aber 10 weitere zur Auswahl, und Autoscout24 gibt's ja auch noch (wobei die meisten eh doppelt inseriert werden).

Das Folgende bleibt aber doch relevant:

80 km Reichweite hätte ich beim Drilling auch im Winter erwartet, wenn man sich an LKWs auf der Autobahn hängt.

Wenn ich mit Familie (Frau und Tochter) unterwegs bin und entsprechend "komfortabel" heize sind's nach Restreichweitenanzeige eher so 70-75 km. Und dann fahre ich nicht mal Autobahn ... allerdings sind die Strecken hier ("holsteinische Schweiz") reich an Kurven, Ortsdurchfahrten, Abbiegungen und vielen kurzen, aber oft "knackigen" Steigungen. Was häufiges Beschleunigen und ebenfalls häufige (verlustbehaftete) Rekuperation mit sich bringt. Einigermaßen konstant 85 km/h rechts auf einer halbwegs ebenen Autobahn mag sparsamer sein als die 50-70 km/h, die ich hier im Hügelland meist fahre.

Allerdings sind bei "---" auf der Restreichweitenanzeige tatsächlich noch 10% Ladung im Akku. Er schaltet dann aber in den "Energiesparmodus" (am Armaturenbrett leuchtet die Schildkröte auf), was bedeutet, dass die Heizung deaktiviert und die max. Motorleistung begrenzt wird. Letzteres wäre ja noch tolerabel, aber ohne Heizung will man auch die letzten paar km nicht mit Familie im Auto zurücklegen müssen. Im Winter würde ich mit ca. 7-9 km auf "Reserve" rechnen, mehr nicht.

Ich rechne also mit einer Winterreichweite von insgesamt maximal ca. 80 km, wenn ich "komfortabel warm" fahren will - davon aber die letzten km mit Komforteinbuße und nur für den Notfall.

Wenn ich allein bin und mir ein "leicht temperiert, Scheiben frei" reicht sind es ca. 85 km plus Reserve. Wenn ich auf das Heizen verzichten kann und dazu noch sehr sparsam fahre komme ich auch im Winter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf gut über 100 km (habe ich vor 2 Jahren bei meiner Überführungsfahrt in der norddeutschen Tiefebene geschafft - aber nur kleine ländliche Straßen, Tempo streng zwischen 50-60 km/h gehalten und die Strecke war insgesamt topfeben! - da hatte ich nach 84 km noch 24 km Restreichweite in der Anzeige).

Im Sommer komme ich an sich immer so 120-130 km weit, Autobahn bei konstant >100 km habe ich allerdings noch nie ausprobiert.

Wenn Du Dir einen Drilling ins Visier nimmst:
- rechtzeitig vorher mit dem Händler besprechen, dass er ihn voll auflädt, ist ja an der Steckdose kein Problem über Nacht
- ausgiebig probefahren bis "möglichst kurz vor leer"
- dann mit CaniOn auslesen, sehen ob die Zellspannungen stark auseinanderdriften, am Schnelllader (den musst Du Dir vorher ausgucken und reichweitentechnisch anpeilen!) wieder aufladen und zum Händler zurückbringen.

Wenn die Zellspannungen einigermaßen beieinanderliegen (etwas Drift entsteht immer bei forciertem Leerfahren, aber es sollten nicht eine bis wenige einzelne Zellen erheblich "ausreißen") und die Kapazität (die zeigt CaniOn Dir auch an, in Amperestunden = Ah) auch in Ordnung ist (bei dem Alter / der Laufleistung würde ich 41-42 Ah als gut einschätzen, alles über 40 Ah als ausreichend) und nichts anderes gegen das Auto spricht (Gesamtzustand, Wartungsheft!) würde ich das Auto nach entsprechender Verhandlung kaufen.

Du kannst ja über die nach der Probefahrt doch etwas "enttäuschende" Reichweite "jammern", auch die Ausstattung - der "Bordcomputer" ist ja in der Tat jämmerlich, und das Auto hat nicht mal eine Uhr - kann man "beklagen"; vielleicht hilft das, den Preis noch etwas zu drücken.

Wichtig wäre noch zu klären, ob der Rückruf für den Beifahrerairbag schon abgearbeitet wurde. Außerdem gab es Rückrufaktionen wegen der Batteriehalterung (Korrosionsproblem bei einem Teil der Serie), wegen der Unterdruckpumpe für den Bremsservo und wegen Problemen mit dem Wechselrichter.

Meine Empfehlung: bei der Probefahrt die VIN notieren und vor dem Kauf prüfen,
- ob genau dieses Auto von Rückrufaktionen betroffen war
- ob alle Rückrufaktionen, von denen es ggfs. betroffen war abgearbeitet wurden
- falls nicht: ob die ausstehenden Rückrufaktionen noch laufen.

- Die Airbag-Aktion läuft aktuell ganz sicher noch
- der Rückruf betreffend die Unterdruckpumpe wahrscheinlich auch, weil sicherheitsrelevant
- aber z.B. mit dem Batteriehalter könnte es anders aussehen: wenn damit zu lange gewartet wurde können die sagen, dass die Korrosion seitdem fortgeschritten ist und wenn man's früh genug gemacht hätte ein Nacharbeiten ausreichend gewesen wäre - dann können Kosten auf Dich zukommen, denn gemacht werden muss es, die Batterie darf ja nicht unterm Auto 'rausfallen!)
- auch bzgl. des Wechselrichters würde ich, falls das Auto betroffen ist, eher von einem Kauf absehen wenn das nicht gemacht wurde und die Aktion nicht mehr läuft. Oder ggfs. den Preis noch mal ordentlich drücken. Das Teil ist teuer. Betraf wohl "nur" die Ladeeinheit für die 12V-Batterie, aber die ist in den Wechselrichter integriert und der kostet wohl um 2.000 €. Wenn die 12-V-Batterie leer ist und nicht nachgeladen werden kann steht die Karre auch, weil die ganzen Steuergeräte am 12V-Strang hängen.
Gruß
Werner
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Re: Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon kub0815 » Mo 5. Feb 2018, 01:32

Wenn du dein Budget um 2 bis 3 tausend erhöhst bekommst du eine. Nissan leaf

Wenn dein Budget wirklich so knapp ist würde ich mir einen neuen. Twingo intens mit 5jahre Garantie holen aber wahrscheinlich wird man für so eine. Tip gesteinigt ...
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, PlugIn-PV Anlage
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Re: Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon iOnier » Mo 5. Feb 2018, 02:11

Niels wird sein Budget schon kennen. Und elektrisch fahren wollen.
Gruß
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Re: Kaufempfehlung Pendlerwagen

Beitragvon niehof » Di 6. Feb 2018, 00:52

Vielen lieben Dank iOnier für deine detaillierten Antworten.
Da sind wirklich interessante Punkte dabei, die ich vorher nicht kannte.
Würde es der dem Akku merklich schaden, wenn ich täglich ca. 20 Minuten nur per CHADeMO die laden würde?

Über einen Leaf habe ich mir auch bereits Gedanken gemacht, da bin ich dann aber eher bei 15k. Das sprengt den Rahmen für mein kleines Pendlerauto. Wir haben auch noch einen Volvo V70 für meine Frau und die Kinder.



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