Elektroautos sollen auf die Busspur

Förderprogramme für den Kauf und Betrieb von Elektroautos

Re: Dobrindts Chaos-Pläne

Beitragvon Spürmeise » Fr 4. Jul 2014, 12:50

stimmt, kann gerne verschoben werden.

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Re: Elektroautos sollen auf die Busspur

Beitragvon TeeKay » Sa 5. Jul 2014, 11:43

Die Idee zeigt, dass Dobrindt mit seinem i3 nicht allzu oft in Berlin fährt. Hier fahren auf den Busspuren schon so viele Radfahrer und Taxis, dass die Busse entweder langsam hinterherfahren oder gefährliche Überholmanöver starten müssen.

Das Gesetz wäre noch halbwegs OK und würde die Elektromobilität fördern, wenn es eine andere Einschränkung enthielte: Taxis dürfen Busspuren nur noch nutzen, wenn sie elektrisch fahren. Dazu kommt dann an jeden dritten Taxistand ein Schnelllader. In Berlin wären das 150 Lader, die dann eben auch mal ein paar Mio Euro kosten dürfen. Das wäre auch nicht viel teurer als der Preis, den Berlin nun für 800 neue AC-Ladepunkte zahlen will, die außer den bald wieder verschwindenden elektrischen Carsharern von Citroen kaum jemand nutzt.
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Re: Elektroautos sollen auf die Busspur

Beitragvon imievberlin » Sa 5. Jul 2014, 11:48

MC verschwindet aus Berlin ? Ist das sicher oder nur eine Vermutung deinerseits ?
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Re: Elektroautos sollen auf die Busspur

Beitragvon eDEVIL » Sa 5. Jul 2014, 12:28

TeeKay hat geschrieben:
Taxis dürfen Busspuren nur noch nutzen, wenn sie elektrisch fahren. Dazu kommt dann an jeden dritten Taxistand ein Schnelllader. In Berlin wären das 150 Lader, die dann eben auch mal ein paar Mio Euro kosten dürfen.

Gute Idee. Man kann das ja Stufenweise einführen ab 2015 nur noch Hybride auf den Busspuren, aber 2017 nur noch PHEV und ab 2019 dann nur noch rein Elektrisch bzw. Hybride mit min 80 km NEFZ.
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Re: Elektroautos sollen auf die Busspur

Beitragvon TeeKay » Sa 5. Jul 2014, 12:31

Das ist die logische Folge der Produktionseinstellung des C-Zero. Den gibts seit fast zwei Jahren nicht mehr. Zwei Jahre Laufzeit sind für das Carsharing schon sehr lange. Lass es bei Citroen von mir aus drei oder vier sein - aber dann ist Schluss. Nachfolger gibts nicht, PSA hat nach eigener Aussage andere Sorgen als Elektroautos.

Zudem läuft die Förderung der Schaufenster in etwas mehr als einem Jahr aus. Dann kriegen die auch kein Geld mehr für das Carsharing. Bei der geringen Nutzungsfrequenz der C-Zeros lohnt das ohne Subvention nie und nimmer. Selbst bei komplett abgeschriebenen Autos wäre es aus Citroens Sicht sinnvoller, sie zu verschleudern, als 1000km im Jahr fahren zu lassen.

Vielleicht switchen sie auf Verbrenner um. Aber ob für einen vierten Anbieter ohne Alleinstellungsmerkmal mit schlechterer App Platz ist, wage ich zu bezweifeln.
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Re: Elektroautos sollen auf die Busspur

Beitragvon Spürmeise » Sa 5. Jul 2014, 17:15

Nenneswert Busspuren gibt es aber nur in einem Teil der deutschen Großstädte - in solchen mit Straßen-, Stadt- und/oder U-Bahntrassen fahren Busse oft nur als Ergänzung ohne besondere Infrastruktur. Von daher kann das Gesetz außer dem kalkuliertem Ärger schon nur etwas bei ausgewählten "Bus-"Städten bringen.

Aber den Leuten ist freilich klar, dass die wenigen übrig bleibenden Kommunen das gar nicht haben wollen, und sagen selbst:
Ob und wie umfangreich sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machten, sei jedoch der freien Entscheidung jeder Kommune selbst überlassen.

Also wieder nur etwa für das Papier, wie so immer bei der Elektromobilitätsförderung. Der schwarze Peter ("Rückblick 2017: nur 500 Meter Busspur wurden in Deutschland freigegeben") wird dann den Stadt-/Gemeinderäten zugeschoben werden, in denen sich eigentlich immer ausreichend viele Elektromobilitätsgegner finden - leiser und abgasfreier motorisierter Individualverkehr soll es neben meinem Säufer-SUV nicht geben - und es den anderen Räten egal ist.

Von dem geplanten Gesetz halte ich daher nicht viel.
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Re: Elektroautos sollen auf die Busspur

Beitragvon Spürmeise » Sa 26. Jul 2014, 15:03

Aber hier aus aktuellem Anlass doch mal eine Gegenposition zum bislang gesagten:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz will also "massiv Lobbyarbeit gegen Extrawürste für private Elektroautos" (Werner Leh) machen.

Sie wettern gegen kleinste Anreize für E-Fahrzeuge, inbesondere freigehaltetes Parken an Ladesäulen, weil Sie befürchten, dass der E-Auto Anteil von derzeit 0,03% sich auf 1% oder mehr vervielfachen könnte. Und das bei einem Anteil der Erneuerbaren Energien von derzeit 31% in Deutschland, mit dem, wenn nur 1/10 davon verwendet würde, immerhin 10 Millionen E-Autos ohne konventionelle Energieträger betrieben werden könnten.

Es ist völlig lächerlich, zu glauben, dass ein nennenswerter Anteil der Halter der 43 Millionen fossil betriebenen PKW wegen "mehr Carsharing" oder durch "mehr Busse" auf das eigene Auto verzichtet. Von leisen und elektrisch angetriebenen Bussen träume ich auch, aber Verkehrsbetriebe müssen trotz exorbitant steigender Fahrscheinpreise immer mehr sparen, und werden sich keine höheren Fahrzeugpreise leisten können (und falls es sich wirklich wegen der Auslastung lohnt, könnte man auch gleich eine Sraßenbahnlinie bauen). Es bleibt also so und so bei den bisherigen billigen, lauten, langsamen Bussen mit Auspuff (die elektrischen Busse bleiben auch teuer, weil Sie gegen die Technologie Elektroantrieb massiv Lobbyarbeit machen wollen).

Sie wollen also weiterhin Abgase, Feinstaub, Dieselkrebsruß und Lärmbelastung in den Städten, und wollen weiterhin Kriege für Öl befördern.

Sie sind dagegen, dass endlich mal ein paar Elektroautos im Straßenraum zu sehen sind, damit fossil betriebene A.löcher weiterhin nicht über die von ihnen erzeugten Abgase, Feinstaub, Dieselkrebsruß, Lärmbelastung und Ölabhängigkeit nachdenken müssen.


ABER NICHT MIT MEINEN MITGLIEDSBEITRÄGEN!
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Re: Elektroautos sollen auf die Busspur

Beitragvon TeeKay » Sa 26. Jul 2014, 19:24

Tja, genau dafür gibt der VCD ja jedes Jahr eine neckische Liste mit besonders spritsparenden Verbrennern heraus. Ich würde mir nicht allzu viele Sorgen machen - deren Lobbyarbeit (z.B. pro Carsharing) war bisher ja schon nicht erfolgreich.
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"Wenn die Kommunen mitspielen"

Beitragvon Spürmeise » Di 5. Aug 2014, 09:15

Wenn die Kommunen mitspielen, sollen sie kostenlos parken, Busspuren in den Innenstädten benutzen und in "Sonderzonen", die für normale Autos verschlossen sind, hineinfahren dürfen (Badische Zeitung).

Für die Öko-Mobile sollen Stellplätze reserviert werden können, etwa an Ladesäulen. Sonderrechte beim Parken missfallen dagegen vor allem den Kommunen. „Wir lehnen das ab“, lässt Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) im Tagesspiegel sagen.

Siehe auch: Süddeutsche Zeitung
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Re: Elektroautos sollen auf die Busspur

Beitragvon TeeKay » Di 5. Aug 2014, 11:08

Ja, Berlin sagt seit Jahr und Tag, dass sie Elektroautos keinesfalls kostenlos parken lassen wollen. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wo das Problem ist. Sie könnten das ja befristen, z.B. bis 100.000 EVs in Berlin zugelassen sind.

Solange Elektroautos teurer sind als Verbrenner, profitiert Berlin auch an den höheren Umsatzsteuereinnahmen, von denen sie 44% abbekommen. Bei 10.000 Euro Elektroaufpreis sind das 700 Euro.
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