Der Kampf der zwei Förderungen

Förderprogramme für den Kauf und Betrieb von Elektroautos

Re: Der Kampf der zwei Förderungen

Beitragvon Derpostler » Fr 12. Feb 2016, 21:44

Nik hat geschrieben:
Ich habe Herrn Gabriel angeschrieben und meine Meinung zu einer Möglichen Förderung mitgeteilt.
.

Warum Gabriel? Wünsche sind direkt an die Vorsitzende des Politbüros Frau Merkel zu richten. Wenn es ihrer Durchlaucht (und ihrem Schergen) belieben wird die Tasche geöffnet (oder eben nicht).

Aber im Ernst: Warum ist eine Förderung von Fahrzeugen zum jetzigen Zeitpunkt dumm? Weil die Autos auch mit Förderung zu teuer sind, oder wollt ihr die Autos geschenkt haben? Es ist nun mal eine neue und damit teure Technologie. Der Markt muss von oben nach unten erschlossen werden, erst die Luxuskarossen für die Leute, denen Geld egal ist, dann die Mittelklasse für den gut situierten Angestellten, und erst ganz zum Schluss gibt's ein EV für den Hilfsarbeiter. Wenn der Staat was machen will dann soll er die Republik mit Schnellladern pflastern, weil die nämlich der Schwachpunkt in der ganzen Angelegenheit sind. Kein Autohersteller fühlt sich zuständig, und die "Versorger" sprich E.ON und Konsorten haben keine Lust, weil sie damit kein Geld verdienen können. Außerdem ist Infrastruktur eine typische öffentliche Aufgabe.
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Re: Der Kampf der zwei Förderungen

Beitragvon Nik » Fr 12. Feb 2016, 21:52

Derpostler hat geschrieben:
Nik hat geschrieben:
Ich habe Herrn Gabriel angeschrieben und meine Meinung zu einer Möglichen Förderung mitgeteilt.
.

Warum Gabriel? Wünsche sind direkt an die Vorsitzende des Politbüros Frau Merkel zu richten. Wenn es ihrer Durchlaucht (und ihrem Schergen) belieben wird die Tasche geöffnet (oder eben nicht).


An wen hast Du geschrieben?
Ich wohne in Gabriels Wahlkreis. Deswegen.
Gruß Nik
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Re: Der Kampf der zwei Förderungen

Beitragvon PowerTower » Sa 13. Feb 2016, 09:37

umberto hat geschrieben:
Die 1%-Regel bringt halt den Privatleuten nichts, aber die kaufen eh kaum noch Autos. Es müßte halt was nachhaltiges sein.

Zumindest indirekt würde auch der kleine Private davon profitieren, allerdings erst in drei Jahren, wenn der Markt mit den gebrauchten Leasingfahrzeugen überschwemmt wird. In Anbetracht der technischen Weiterentwicklung sollte es die dann sogar recht günstig geben.

Derpostler hat geschrieben:
Aber im Ernst: Warum ist eine Förderung von Fahrzeugen zum jetzigen Zeitpunkt dumm? Weil die Autos auch mit Förderung zu teuer sind, oder wollt ihr die Autos geschenkt haben?

Also ein Peugeot iOn bzw. Citroen C-Zero würden mit 5.000 Euro Förderung noch 12.850 Euro kosten. Da ist der Akku mit 8 Jahren Garantie bereits inbegriffen. Ich finde das ist dann schon durchaus die Region, wo auch der Normalbürger dies vielleicht als Option für sich sieht. Es gibt ja nicht nur Fahrzeuge die mehr als 30.000 Euro kosten.

Und: Wenn es eine Förderung für Neuwagen gibt, dann sinken natürlich zwangsläufig auch die Preise der Gebrauchten. Bedeutet aber für den Verkäufer, dass er einen größeren Wertverlust hinnehmen muss, als ursprünglich einkalkuliert.
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Re: Der Kampf der zwei Förderungen

Beitragvon Jack76 » Sa 13. Feb 2016, 11:10

PowerTower hat geschrieben:
...Zumindest indirekt würde auch der kleine Private davon profitieren, allerdings erst in drei Jahren, wenn der Markt mit den gebrauchten Leasingfahrzeugen überschwemmt wird. In Anbetracht der technischen Weiterentwicklung sollte es die dann sogar recht günstig geben.
...
Und: Wenn es eine Förderung für Neuwagen gibt, dann sinken natürlich zwangsläufig auch die Preise der Gebrauchten. Bedeutet aber für den Verkäufer, dass er einen größeren Wertverlust hinnehmen muss, als ursprünglich einkalkuliert.


Sehe ich ähnlich, der Knackpunkt sind die Fahrzeugflotten der Firmen. Sehen wir es realistisch stellen die Firmen-Leasingfahrzeuge einen nicht unerheblichen Anteil der Neufahrzeugzulassungen dar. Diese Fahrzeuge werden als 3-jährige "junge Gebrauchte" dann vom Privatkundenmarkt absorbiert. Das haben unsere großen Drei schon vor Jahren begriffen, dementsprechend werden A4, A5, 3er, 5er, C- und E-Klassen mit entsprechend hohen Rabatten etc. über die Leasinggesellschaften rausgeprügelt. Auch so "Kleinigkeiten" wie 3 Jahre bis zum ersten TÜV, zur ersten Inspektion, Garantie etc. fallen da alle mit rein, das macht die Kalkulation der Fuhrparkmanager einfacher und viel berechenbarer. Ab Jahr 4 darf man dann mit variableren Wartungskosten rechnen, mag der Controller gar nicht, für den Privatmann ist es halt "Normalität"...
In diesem Bereich könnte man mit entsprechenden Anreizen schon sehr gut Wildern gehen und auch auf Stückzahlen kommen. Einzig fehlt es nun mal aktuell an passenden Fahrzeugen in den o.g. Klassen. Und ich zähle die unsäglichen Compliance-PHEVs ausdrücklich nicht dazu!
Die großen Autofirmen werden aktuell einen Teufel tun, in diesem Bereich (Mittelklasse, gehobene MK) selbst zu wildern. Die kompakteren Fahrzeuge (up, Golf, i3, Zoe, Leaf, Drilling etc.) sind nun mal der Bereich in dem klassisch das Privatkundengeschäft die Masse macht, mit Preisen >30kEUR vermeidet man in diesem Bereich natürlich auch signifikante "Massen" wie man an den immer wieder auftauchenden Preisdiskussionen und Vergleichen mit Verbrennern leicht nachvollziehen kann.
Die Ankündigungen der "Tesla-fighter" beziehen sich dagegen wieder auf den Oberklasse Bereich um dem Model S/X Paroli zu bieten. Dies sind dann aber auch wieder Fahrzeuge ab vermutlich 80kEUR aufwärts, und damit auch in homöopathischen Dosen zu finden. Man umgeht damit auch wieder ganz geschickt den großen Massenbereich "in der Mitte". Model 3 könnte daher tatsächlich in diesem Bereich ein Game-Changer werden. Fahrzeuggröße passt, Preis ist vermutlich konkurrenzfähig, schaffen sie es noch über die Leasinggesellschaften einen Fuß in die Büros der Fuhrparkmanager zu bekommen, dann werdet ihr mal erleben, wie bei unseren großen Drei das Hauen, Stechen, Beißen und Kratzen erst richtig los gehen wird, denn das kann denen an Stückzahlen richtig weh tun! Ich denke wir können jetzt schon Sammelmappen über Medienberichte zum Model 3 anlegen da werden die bezahlten Journalien schwer zu tun bekommen um uns zu erzählen, wie schlecht, minderwertig, teuer im Unterhalt, höchst gefährlich und unsicher etc. dieser komische Ami-Wagen doch ist... Das gibt Krieg!!! :twisted:

mal so meine 2ct's zu dem Thema...

Grüße
Jack
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Re: Der Kampf der zwei Förderungen

Beitragvon Nik » Sa 13. Feb 2016, 15:07

Aber ganz schön viel dran an Deinen 2ct :D
Gruß Nik
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Re: Der Kampf der zwei Förderungen

Beitragvon Spüli » Sa 13. Feb 2016, 17:01

Hmm,
ich denke das Kfw und auch die 1%Regelung nur wenig ändern werden.
An die Kfw Kredite kommt man schon bei der PV-Speicher Förderung kaum heran. Das wird beim Auto nicht anders sein. Die Masse der privat genutzten Firmenwagen wird im Bereich über 30k zu Finden sein. Also Kompaktklasse und untere Mittelklasse. Da zielen die Budgets hin. Aber was gibt's da mit Elektroantrieb? Schon mal nichts mit Kombiheck. Bleibt nur der Blick nach ganz weit oben...Tesla liegt dann aber derzeit bei dem Faktor 2 mit dem kleinsten Model. Der klassische Außendienstler ist mit Astra/Golf/Oktavia/Passat/A4 unterwegs. Da bieten derzeit Leaf, Golf und Co zu wenig Reichweite, der Tesla ist preislich zu weit entrückt. Bei TCO-Kosten von 700-900€ ist der Weg zum Tesla einfach zu weit.

Ich denke es geht nur über Lademöglichkeiten, Parkplätze, Strombezug und so weiter. Das ganze dann plakativ mit einem Steuerbonus in die Öffentlichkeit tragen. So kann man zumindest die Pendler und ihre AG auf den richtigen Weg bringen. Es geht dabei ja in erster Linie um die Wirtschaftlichkeit. Da wird auch weiterhin mit Benzin oder Diesel verglichen. Erst wenn wir da eine sichtbare Parität erreichen, wird man die Masse bewegen können.
Gruß Ingo
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Re: Der Kampf der zwei Förderungen

Beitragvon umberto » Sa 13. Feb 2016, 18:15

PowerTower hat geschrieben:
Zumindest indirekt würde auch der kleine Private davon profitieren, allerdings erst in drei Jahren, wenn der Markt mit den gebrauchten Leasingfahrzeugen überschwemmt wird. In Anbetracht der technischen Weiterentwicklung sollte es die dann sogar recht günstig geben.


Ja, sicherlich. Aber auch wieder eingeschränkt. Wenn alle aktuellen Fahrzeuge dann mit 50 kWh+ Akkus unterwegs sind, kannst Du diese E-Autos auch nur verschenken. Das freut die Geförderten dann auch nicht, günstigere Anschaffung durch Förderung wiegt den Restwertverlust leider wieder auf.

Nachhaltig ist eigentlich nur was, was in 10 Jahren auch noch Sinn macht. Ok, 22 kW an einer Raststätte sind in 10 Jahren eher Spielzeug, aber flächendeckend Ladeplätze zu haben, um mal eben ein-zwei Stunden mit Nachladen überbrücken zu können, ist auch in 10 Jahren noch attraktiv.

Gruss
Umbi
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Re: Der Kampf der zwei Förderungen

Beitragvon Thansau » Do 3. Mär 2016, 09:17

Aussage eines Renaulthändler in Grenzgebiet zu Österreich: Wir verkaufen viele Zoes nach Österreich, weil die dort eine Förderung haben und das Auto deshalb dort 3000 Eur teurer ist.
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