Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März 2017

Förderprogramme für den Kauf und Betrieb von Elektroautos

Re: Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März

Beitragvon elektrozauber » Do 14. Sep 2017, 13:30

Eben, allzu viele Anbieter gibt's da nicht. Und vor allem steht gar nicht überall die notwendige Anschlussleistung zur Verfügung.

Das heißt aber wirklich dass die Strategie jetzt lautet, qua Gießkanne 22 kW Anschlüsse übers Land zu verteilen und vereinzelt 150 kW. Dazwischen wird's nix geben, zumindest nicht mit Förderung.
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Beitragvon mweisEl » Do 14. Sep 2017, 13:55

elektrozauber hat geschrieben:
Vergabe nicht mehr nach Windhundprinzip sondern nach Wirtschaftlichkeit. Vereinfacht gesagt: Gefördert werden nur die billigsten.


Und zwar:

"Nach Ablauf der Antragsfrist wird die Bewilligungsbehörde unter Berücksichtigung aller fristgerecht und vollständig eingegangenen Anträge ein Ranking innerhalb des jeweiligen Bundeslandes entsprechend der geringsten beantragten Fördermittel pro Kilowatt Gesamtladeleistung vornehmen.

Es wird darauf hingewiesen, dass für das Ranking die geringsten beantragten Fördermittel pro Kilowatt Gesamtladeleistung entscheidend sind. Die Höhe der beantragten Fördermittel legt der Antragsteller nach eigenem Ermessen [...] fest."

https://www.bav.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Foerderung_Ladeinfrastruktur/Zweiter_Aufruf_zur_Antragseinreichung.pdf?__blob=publicationFile&v=6

Danach kommen tolle Beispiele, wie Anträge etwa für "echte" Destinations (etwa P&R-Parkplätze, Zoos) sinnvolle Ladeleistungen mit z.B. 7 kW pro Ladepunkt "gewinnen" könnten. Das ist natürlich Verarschung und führt zu den hirnlos in die Gegend gesetzten 22 kW AC Ladepunkten, statt mit den 100 Mio Euro gleich eine vielfache Anzahl von nachhaltig nutzbaren Ladepunkten zu generieren.

Im übrigen ist im Fördergesetz von einer Förderhöhe von 60% die Rede, sobald die Anträge (nach dem 1. Aufruf) nach Wirtschaftlichkeit vergeben werden. Die jetzigen Förderbedinungen verstoßen schonwieder gegen die Verordnung.
Zuletzt geändert von mweisEl am Do 14. Sep 2017, 14:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März

Beitragvon elektrozauber » Do 14. Sep 2017, 14:16

Ich hab mal kurz geschaut, wer 150 kW Säulen überhaupt anbieten kann. Bisher finde ich evtec, efacec, Siemens, Porsche.

Nicht fündig wurde ich bei ABB, ebg compleo, DBT, circontrol, Schrack, tritium veefil.

Aus meiner Sicht ist diese Regelung der Hammer, da etliche Anbieter im Augenblick nackt da stehen.
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Re: Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März

Beitragvon Tho » Do 14. Sep 2017, 17:06

Läuft beim RWE: „Rekordzusage“: Innogy erhält Förderung für 2490 neue Elektroauto-Ladepunkte
https://ecomento.de/2017/09/14/innogy-f ... ign=buffer

Zitat aus dem Artikel: "Die neuen Ladesäulen werden in den vier Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz installiert."
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Re: Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März

Beitragvon PowerTower » Do 14. Sep 2017, 18:46

mweisEl hat geschrieben:
Danach kommen tolle Beispiele, wie Anträge etwa für "echte" Destinations (etwa P&R-Parkplätze, Zoos) sinnvolle Ladeleistungen mit z.B. 7 kW pro Ladepunkt "gewinnen" könnten. Das ist natürlich Verarschung und führt zu den hirnlos in die Gegend gesetzten 22 kW AC Ladepunkten, statt mit den 100 Mio Euro gleich eine vielfache Anzahl von nachhaltig nutzbaren Ladepunkten zu generieren.

Genau das befürchte ich auch. In diesem Hinblick finde ich die neue Förderrichtlinie zu wenig durchdacht. Das heißt wenn die beantragen Ladepunkte die Anzahl der förderfähigen Ladepunkte übersteigt, wird eine Ladesäule mit 2x 22 kW in jedem Fall den Vorrang gegenüber einem Projekt mit 12x 3,7 kW Ladepunkten bekommen, auch wenn dieses je nach Einsatzzweck die bessere Lösung wäre.

Eine Chance wäre nur gegeben, wenn man für diesen Ladepark höchstens die Fördermittel beantragt, die man auch für eine 2x 22 kW Ladesäule bekommen würde. Dann wäre beim Thema Wirtschaftlichkeit Gleichstand.
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Re: Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März

Beitragvon Major Tom » Fr 15. Sep 2017, 16:45

Wie interpretiert ihr das:

Es ist mittels Roaming für alle Kunden sicherzustellen, dass Vertragskunden von anderen
Anbietern von Fahrstrom und zusätzlichen Servicedienstleistungen (Electric Mobility Provider–
EMP) den jeweiligen Standort auffinden, den dynamischen Belegungsstatus einsehen,Ladevorgänge starten und bezahlen können


Geht das überhaupt? Es gibt doch keine zentrale Verwaltung?
ciao
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Re: Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März

Beitragvon mweisEl » Mo 18. Sep 2017, 16:11

Ist dieser Aspekt des 2. Förderaufrufs auch neu?

Die geförderte Ladeinfrastruktur muss darüber hinaus auch vertragsbasiertes Laden ermöglichen. Hierbei ist an Ladeinfrastruktur mit einer Ladeleistung ab 3,7 Kilowatt mindestens der Zugang per RFID-Karte (Multi Standard, Mifare und vergleichbare Standards) und Smartphone-Apps zu ermöglichen. Darüber hinaus können zusätzliche Authentifizierungs- und Ab-rechnungsmöglichkeiten [...] angeboten werden.


D.h. als Fördervoraussetzung für diese ca. 13.000 Ladepunkte bei vertragsbasiertem Laden (d.h. wenn man "Dauer-" Kunde eines Energieversorgers ist) muss Authentifizierung über RFID-Karte angeboten werden. Raus wäre damit etwa das Ladesäulenmodell des Ladeverbund Franken+ / Solid , wo die Authentifizierung über RFID-Karte zwar technisch möglich, aber ausschließlich für Fremdkunden (d.h. per Roaming) vorgesehen ist.
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Re: Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März

Beitragvon Tho » Mo 18. Sep 2017, 16:17

Major Tom hat geschrieben:
Wie interpretiert ihr das:
Es ist mittels Roaming für alle Kunden sicherzustellen, dass Vertragskunden von anderen
Anbietern von Fahrstrom und zusätzlichen Servicedienstleistungen (Electric Mobility Provider–
EMP) den jeweiligen Standort auffinden, den dynamischen Belegungsstatus einsehen,Ladevorgänge starten und bezahlen können

Geht das überhaupt? Es gibt doch keine zentrale Verwaltung?

Anderer Anbieter, nicht aller Anbieter.... :lol:
Wenn du NewMotion nimmst können es z.B. auch PlugSurfing Kunden einsehen und freischalten. ;)
Ich würde es als einen Inselbildungsschutz betrachen, du musst dich irgendwo anschließen wo geroamt wird und darfst nicht die 101. neue Insel bauen.
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Re: Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März

Beitragvon Tho » Di 19. Sep 2017, 10:00

Hier mal eine konkrete Auswertung was bisher bewilligt wurde und wer die Empfänger sind:
https://www.electrive.net/2017/09/18/er ... astruktur/
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Re: Förderung Ladeinfrastruktur: Anträge stellen ab 1. März

Beitragvon Derpostler » Di 19. Sep 2017, 10:15

Es ist sehr schade mit ansehen zu müssen, wie die Fördermittel in die falschen Hände und an die falschen Stellen laufen. Die vielen AC-Ladestationen, die die "Versorger" aufstellen, sind alle sinnlos, weil sie a) an der falschen Stelle stehen und b) zu vereinzelt aufgestellt werden. Die m.E. einzigen "richtigen" Lader, für die laut dieser Tabelle Zuschüsse ausgegeben wurden, sind die DC-Lader auf den Autobahnraststätten und die Lader bei Kaufland. Warum? Die DC-Lader werden immer gebraucht werden, egal wie gross die Reichweite der Fahrzeuge einmal sein wird, und Kaufland macht klassische destination charger. Wer müsste die Fördermittel beantragen? Ich denke, dass sind die großen Betreiber von Parkhäusern. Die haben anscheinend noch gar nichts kapiert. Und dann die Supermärkte, Einkaufszentren, alles private Organisationen. Schliesslich sind das sämtliche Firmenparkplätze. Auch die (großen) Firmen haben bis jetzt offensichtlich überhaupt noch keinen Durchblick. Warum beantragen nicht Siemens, BASF, die Telekom Zuschüsse für Ladeinfratruktur? Mit denen steht und fällt die EV-Revolution. Die haben viele Tausend, vielleicht alle zusammen Millionen an Parkplätzen. Um die geht es. Die müssen alle mit Schnarchladern (wegen der Kosten) elektrifiziert werden.
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