Laden an der Steckdose

Re: Laden an der Steckdose

Beitragvon AndiH » Do 18. Jan 2018, 09:17

Im Prinzip seid Ihr ja alle der gleichen Ansicht, es wird nur anderst formuliert und jeder sieht den *kritischsten* Punkt an einer anderen Stelle. Fakt ist das man an Schuko laden *kann* wenn man das Wissen und die Vorsicht hat um den Zustand der Installation zu beurteilen, falls nicht sollte man eine Typ2 Lösung installieren lassen.
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Re: Laden an der Steckdose

Beitragvon Horse » Do 18. Jan 2018, 14:41

energieingenieur hat geschrieben:
Ich installiere beruflich Ladesysteme. Sowohl für zu Hause, als auch große auf öffentlichen Flächen. Es mag hier hinreichend Menschen geben, bei denen an der eigenen Schuko-Dose zu hause NOCH nichts passiert ist. Man muss aber ganz klar sagen: Schuko ist keine sichere Lademöglichkeit! Ich habe schon 3 geschmolzene Schukos gesehen. Das ging monatelang und im längsten Fall sogar 3 Jahre lang gut mit der Schuko-Ladung, bis die Dose dann geschmolzen, bzw. wortwörtlich abgefackelt ist. Zum Glück ist in allen drei Fällen nicht mehr als ein Totalschaden des ICCB, der Schuko und des Wandbereiches passiert.

Fakt ist: Schukoladung kann unter angemessenen Umständen funktionieren. Es gibt aber auch auch Umstände, die zu gefährlichen Situationen führen: Dies können alte Schukodosen, spröde oder ausgeleierte Dosen sein, schlecht aufgelegte Leiter, schlechte Kontaktierungen, sowie externe thermische Effekt (Sonneneinstrahlung auf die Ladende Schukodose), uvm. sein. Kurzum: Ein Laie kann diese Faktoren nicht mit letzter Sicherheit ausschließen. Und auch wenn die Schukoladung 2 Jahre problemlos funktioniert hat, ist das kein Garant dafür, dass es weitere 2 Jahre gefahrlos klappt. Insbesondere durch die thermische und auch mechanische Belastung der Dose unterliegt diese einem Alterungsprozess. Dies kann dazu führen, dass die Kontaktierung mit der Zeit nachlässt und die Dose dann wärmer wird - bis es irgendwann zu einer Überhitzung kommt.

Wer elektrotechnisches Verständnis hat und diese Faktoren regelmäßig kontrolliert, der kann durchaus mit recht geringem Risiko per Schuko laden. Aber der größte Teil der Bevölkerung hat dieses technische Verständnis eben nicht und deshalb halte ich es für grob Fahrlässig zu sagen: "Schuko laden ist sicher."

Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, der kauft sich eine Typ2-Wallbox. Und damit jetzt nicht jeder sagt: "Klar, dass der das sagt, der will ja Ladesysteme verkaufen"... Nein... ich sage im gleichen Atemzug: Eine CEE-Verbindung ist elektrotechnisch genauso sicher, wie Typ2 - nur nicht ganz so komfortabel. Aber in beiden Fällen, sind die Stecker bzw. deren Kontaktflächen wirklich für eine lange und hohe Strombelastung ausgelegt. Diese Verbindungen kann man über Jahre hinweg absolut sicher benutzen. Für die Schukoladung gilt das nicht.

Wer nach wie vor von Schuko überzeugt ist, dem rate ich dringend, zumindest regelmäßig den Zustand der Dose und die Temperaturentwicklung beim Laden zu beobachten, damit es keine Böse Überraschung gibt. Und wenn eure Garage mit im Gebäude liegt, baut euch wenigstens einen Rauchmelder ein. Im Notfall verhindert der zumindest einen Personenschaden.
Danke für die Warnung.
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Re: Laden an der Steckdose

Beitragvon energieingenieur » Do 18. Jan 2018, 15:49

mimikri hat geschrieben:
Die Absicherung für eine Schuko-Steckdose beträgt normalerweise 16A. Für diesen Strom ist eine ordnungsgemäß installierte Schucko-Steckdose zugelassen.


Völlig unabhängig davon, ist eine Schuko dennoch keinesfalls für eine Dauerbelastung von 16A konstruiert. Auch ein Staubsauger kann 16A erreichen. Fön und Wasserkocher ziehen auch mal hohe Ströme, aber das sind Belastungen, die nur wenige Minuten anliegen. Danach kann sich die Steckdose wieder abkühlen. Eine Schukoladung dauert mehrere Stunden. Das war bei der Konstruktion so absolut nicht vorgesehen.
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Re: Laden an der Steckdose

Beitragvon rolandk » Do 18. Jan 2018, 16:33

Eine Kleinigkeit sollte auch nicht übersehen werden:

Der Weg von der Verteilung bis zum Stromanschluß (völlig unabhängig ob Schuko oder CEE).

Bei CEE ist es in der Regel ungewöhnlich (wenn nicht gerade auf 'nem Bauernhof >50 Jahre), wenn auf dem Weg noch Verteiler stecken. Bei Schuko sieht das meist ganz anders aus. Und diese "Dosen" mit ihren "Lüsterklemmen" können auch für viel Spaß und Temperaturen sorgen.

Und wer jetzt meint, das seine Ladung über Jahre an Schuko sicher funktioniert hat, kann sich evtl. auch ganz gewaltig irren. Denn es kann ohne weiteres sein, das der ICCB während der Ladung bei Übertemperatur erst abschaltet und später wieder einschaltet. Wer seinen Wagen dann abends anschließt, wird davon in der Regel morgens nichts mehr sehen. Der sieht nur das Ergebnis: der Wagen ist voll.

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Re: Laden an der Steckdose

Beitragvon mimikri » Do 18. Jan 2018, 17:50

energieingenieur hat geschrieben:
mimikri hat geschrieben:
Die Absicherung für eine Schuko-Steckdose beträgt normalerweise 16A. Für diesen Strom ist eine ordnungsgemäß installierte Schucko-Steckdose zugelassen.


Völlig unabhängig davon, ist eine Schuko dennoch keinesfalls für eine Dauerbelastung von 16A konstruiert.......


Aber sicher ist die das! Schaut doch einfach mal in die entsprechenden Normen. Mir ist im Laufe meines (Berufs)Lebens noch NIE eine Schuko-Steckdose "abgefackelt". NIE!
Gruß, Jürgen
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Re: Laden an der Steckdose

Beitragvon rolandk » Do 18. Jan 2018, 17:55

mimikri hat geschrieben:
Aber sicher ist die das! Schaut doch einfach mal in die entsprechenden Normen. Mir ist im Laufe meines (Berufs)Lebens noch NIE eine Schuko-Steckdose "abgefackelt". NIE!


Das Problem dabei: Du hast sicher nicht alle Schukosteckdosen verbaut. Es gibt zahlreiche Beispiele, die genau das Gegenteil beweisen.

Da mag die Norm noch so eindeutig sein.

QED

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Re: Laden an der Steckdose

Beitragvon DaKienes » So 21. Jan 2018, 08:45

Aber sicher ist die das! Schaut doch einfach mal in die entsprechenden Normen. Mir ist im Laufe meines (Berufs)Lebens noch NIE eine Schuko-Steckdose "abgefackelt". NIE!


Es sind auch noch nie Elektroinstallationen oder -geräte die Ursache für Brände gewesen, weil sich immer alle an die Norm gehalten haben und weil immer alles fehlerfrei hergestellt und installiert wurde. Es gibt immer unglückliche Fälle, die zu einer verherenden Katastrophe geführt haben.

Wie schon zuvor jemand festgestellt hat. Die Schuko Ladung als sichere Dauerlösung zu propagieren ist einfach nur grob fahrlässig. Jeder der ein bisschen Vernunft, Einsicht und Hausverstand mitbringt, wird sich um eine ordentliche alltagstaugliche Lademöglichkeit umsehen und das ist keine Schuko-Steckdose!!!

Es ist außerordentlich gut und wichtig, dass es diese Normen gibt, sonst wären sicher schon mehr von uns abgebrannt. Aber wenn nur wenige der Normbedingungen nicht erfüllt sind und die Steckverbindung über mehrere Stunden mit Strom belastet wird, kann es zur Katastrophe kommen. Mit nicht erfüllt meine ich nicht unbedingt eine nicht fachgerechte Ausführung, sondern Temperaturschwankungen, Alterung der Federkontakte, Korrosion an den Kontaktflächen, Zuglasten am Stecker, unwissenheit des Verbrauchers.

Hier ein Auszug aus einer österreichischen Norm zur Temperaturfestigkeit: "Der Stecker wird in die Steckdose gesteckt und ein Wechselstrom gemäß Tabellen 20-1 und 20-2 fließt 1 Stunde."
Quelle: ÖVE/ÖNORM IEC 60884-1, Seite 45
https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Bundesnormen/NOR40164799/I_72_OeVE_OeNORM_IEC_60884-1_2005-09-01.pdf
Der Prüfstrom beträgt übrigens 22A, wenn ich es richtig herausgelesen habe.

Diese Norm umfasst 109 Seiten und ich bezweifle, dass die Professionisten alle darin genannten Bedingungen bei der Installation zu 100% berücksichtigen. In unseren Häusern arbeiten auch Hilfkräfte, Lehrlinge, Gesellen und nicht nur Meister ihres Faches mit 45 Jahren Berufserfahrung.

Ich bin kein Elektrotechniker, aber ich würde niemandem empfehlen die Schukosteckdose als Standardlademöglichkeit zu betrachten.
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