1000 km e-Golf

1000 km e-Golf

Beitragvon eCar » Fr 22. Aug 2014, 18:19

Hallo,

nach genau einer Woche e-Golf habe ich heute die ersten 1000 km voll. Zeit für ein kleines Fazit. Im Grunde gibt es allerdings wenig zu schreiben, der e-Golf fährt absolut problemlos.

Fangen wir mal bei einem der wichtigsten Themen an, dem Verbrauch. Dieser liegt nach 1000 km laut Anzeige (d.h. ab Batterie) bei 15,8 kWh/100 km. Die Bandbreite der möglichen Verbräuche ist erwartungsgemäß sehr groß. In den 1000 km sind auch die unterschiedlichsten Fahrprofile enthalten. Von 20 km Dauervollstrom (Tacho 145) bis zu Sparfahrten mit max. 100 km/h im ECO-Modus ist alles dabei. Den größeren Teil der Strecken bin ich natürlich im Verkehr "mitgeschwommen".

Mein täglicher Arbeitsweg beträgt 45 km einfach und besteht aus 75% Autobahn. Der Rest ist vorwiegend Überland mit einem ganz kleinen Stadtanteil. Bei sparsamer Fahrweise (kein Verkehrshindernis) schaffe ich eine einfache Wegstrecke im ECO-Modus dabei mit 1/4 Batterie. Mit meiner bisherigen (Verbrenner-gewohnten) Fahrweise, d.h. 130 km/h wo erlaubt, verbrauche ich etwa 3/8 Batterie. Ich bin allerdings ziemlich sicher, dass ich auf den 45 km auch 1/2 Batterie verbraten könnte, vor allem im Winter.

Die Heizung hatte übrigens trotz Hochsommer teilweise auch schon einiges zu tun (Außentemperatur bei 5°C). Die Vorklimatisierung habe ich bislang noch nicht verwendet, das Auto stand nachts draußen und war durchgekühlt.

Verarbeitung, Komfort und Ausstattung sind auf sehr hohem Niveau, da gibt es fast nichts auszusetzen. Das Auto ist unglaublich leise. Nicht nur der Antrieb, sondern auch das Fahrwerk ist deutlich leiser als bei einem Verbrenner. Und ich vergleiche den e-Golf hier nicht mit irgendwelchen Klapperkisten, sondern durchaus mit Autos der gehobenen Mittelklasse (Audi A6).

Der Abstandsregeltempomat funktioniert erstaunlich gut, hier kann man sich wirklich über die Autobahn "ziehen" lassen. Allerdings fürchte ich, dass man damit etwas ineffizienter unterwegs ist. Der Abstand zum Vordermann wird eben relativ strikt eingehalten. Wenn der leicht bremst, bremst der Tempomat auch. Das tut er zwar per Rekuperation, trotzdem wäre es wahrscheinlich effizienter, das Auto segeln zu lassen und den Abstand dabei kurzzeitig etwas zu reduzieren. So mache ich es jedenfalls ohne Tempomat. Fährt der Vordermann jedoch vorausschauend ohne Bremse, so hat auch der Abstandsregeltempomat keine Probleme.

Kommen wir zum ewigen Streitthema, dem Laden. Der e-Golf lädt mit Wechselstrom maximal 3,6 kW, das wissen wir. Ich persönlich habe eine schnellere AC-Ladung bislang (!) nicht vermisst. Im Gegenteil: ich leiste mir momentan den Luxus, das Auto überwiegend an kostenlosen öffentlichen Ladesäulen aufzuladen, obwohl ich es auch über Nacht zu Hause laden könnte. Direkt vor meiner Firma gibt es eine solche Säule, die ich wahrscheinlich "eingeweiht" habe. In über 6 Monaten habe ich dort niemals ein Auto stehen sehen. Ich bin jetzt mittlerweile Dauergast. :D Und mir ist es ziemlich egal, ob der e-Golf schon morgens um 10 Uhr oder erst mittags um 2 Uhr voll geladen ist.

Zu Hause lade ich den e-Golf nach Bedarf mit dem 16A ICCB von Volvo, das bietet den gleichen Komfort wie eine feste Wallbox. Laut Wechselstromzähler (den ich für die CEE-Steckdose extra installiert habe) zieht das Ladegerät dabei etwa 15 bis 15,5A. Optimal, wie ich finde, da ist die 16A-Sicherung nicht in Gefahr. Diese Leistung zieht der e-Golf auch fast über die komplette Ladedauer. Wenige Minuten vor Ende wird der Strom reduziert, dann ist die Ladung beendet.

Zu Testzwecken habe ich zwei CCS-Ladungen an einer 50 kW Säule durchgeführt und hier im Forum dokumentiert. Kurz gesagt: bis 80% geht es quasi ungedrosselt mit fast 40 kW. Aber auch von 80-100% läuft die Ladung deutlich schneller als mit Wechselstrom. Details können im entsprechenden Thread nachgelesen werden. Während der gesamten CCS-Ladung hat der e-Golf übrigens keinen Mucks von sich gegeben. Auch die AC-Ladung erfolgt nahezu lautlos.

Zum Schluss noch ein kleines Detail aus der Praxis:
Die automatisch anklappbaren Außenspiegel (optionales Spiegelpaket) sind beim Verlegen des Ladekabels an öffentlichen Ladesäulen richtig praktisch. Ich lege das Kabel über den rechten Außenspiegel zum Ladeanschluss. Beim Abschließen des Fahrzeugs klappen die Außenspiegel nach oben und schließen dabei das Kabel zwischen Auto und Außenspiegel ein. Den Rest des Kabels hänge ich aufgerollt über den "Tankdeckel". Somit hat das Kabel keinen Bodenkontakt und wird dadurch hoffentlich auch nicht dreckig. Der ganze Prozess geht mittlerweile sogar relativ flott. :D

Ich würde mich freuen, in diesem Thread weitere Langzeiterfahrungen mit dem e-Golf auszutauschen!

Gruß
eCar
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Re: 1000 km e-Golf

Beitragvon Derpostler » Fr 22. Aug 2014, 19:00

Hallo eCar, vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht!

Ich bin jetzt bei rund 1.500 km Gesamtfahrleistung angekommen. Ich freue mich auf jede Fahrt mit dem e-Golf, noch nie hat mich ein Auto so begeistert (und ich hatte immerhin mal einen BMW Z3 ...). Die Qualität, die Ruhe beim Fahren, alles klasse!

Was mich am meisten begeistert ist die Rekuperationstechnik. Ich finde die 3 Rekuperationsmodi und den starken B Bremsmodus sind eine echte Meisterleistung. Sie bieten für alle möglichen Streckenprofile immer die optimale Einstellung, man kann unglaublich feinfühlig fahren. Vor allem wenn man immer wieder die gleichen Strecken fährt, weiss man schon genau: Auf diesem Abschnitt mit D1 fahren, dann hier D2 usw. Da haben wir dem i3 was voraus, finde ich.

Mein Gesamtverbrauch ist mit 11.6 kWh/100 km allerdings deutlich niedriger als Deiner. Ich schätze, das liegt an Deinem großen Autobahnanteil. Ich fahre fast nur Landstrasse, wobei selten mehr als 70 km/h erlaubt sind. Also krieche ich nur so herum.

Wenn ich den e-Golf noch mal bestellen könnte, hätte ich ihn mit Tempomat genommen. Ich hätte nicht gedacht, dass der e-Golf ganz klar unser Erstfahrzeug werden wird. Unser Verbrenner steht fast nur noch herum und wurde nur für die Urlaubsreise verwendet. Ausserdem hätte ich ihn mit infrarotbeheizbarer Frontscheibe genommen und nicht mit den Drähtchen in der Scheibe. Man sieht sie zwar nicht direkt, wenn man rausschaut, aber man nimmt sie doch wahr. Das stört mich ein bisschen.

Die Ladetechnik des e-Golf ist ja mit großem Abstand das meist kritisierteste am Fahrzeug. Ich habe erst ein einziges Mal "fremdgeladen". Sonst immer in der heimischen Garage mit 3.6 kW an der Walli 4.16 Wallbox, und da vermisse ich keine höhere Ladegeschwindigkeit. Aber: Ich bin doch stark angefixt vom e-Golf-fahren, und will zunehmend alle Strecken damit fahren. Ich habe eine Strecke, die ich alle 6 Wochen fahre: Von meinem Zuhause (Modautal bei Bensheim) nach Reutlingen, das sind 200 km. Und das geht nicht ohne Nachladen. Da ärgert es mich schon, dass ich das nicht vernünftig machen kann mit dem e-Golf. Ich muss aber auch sagen: Eine Schnell-Ladelösung würde mir hier auch nicht viel bringen. Denn mitentscheidend ist doch der Standort der Ladesäule. Was nützt es mir, wenn ich bei Karlsruhe von der A5 runterfahren muss, in den Stau der Stadt stellen bis zur Ladesäule, die ist dann zugeparkt und ich suche die nächste usw. bis ich dann endlich laden kann. Selbst wenn das Laden dann nach 30 Minuten erledigt wäre, hätte mich die ganze Prozedur mehr als 1 Stunde gekostet. Ich finde das kann man vergessen. Da nehme ich dann doch lieber meinen Verbrenner. Entweder die Ladesäulen stehen direkt neben der Autobahntanke (oder von mir aus direkt an der Abfahrt), oder man kann Fernreisen abhaken, finde ich. Leider ist der gesamte Rhein-Main-Neckar-Raum, wo Millionen von Menschen leben, eine CCS-Wüste. Ich kann es nicht mal spasseshalber ausprobieren. An welcher CCS Ladesäule hast Du geladen, eCar?
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Re: 1000 km e-Golf

Beitragvon egolf38 » Fr 22. Aug 2014, 20:50

Hallo, auch meinerseits ein paar Erfahrungswerte.. Bin den eGolf jetzt in knapp 4 Wochen 5038 km gefahren. Überwiegend im Raum Mühldorf auf Kurzstrecken, aber auch etliche Langstrecken in die Voralpen, München, Ingolstadt uvm. Langzeitverbrauch liegt bei meiner Fahrweise und Umweltbedingungen bei 12,4 kWh/100km, die effektiv erzielbare Reichweite bewegte sich bei moderater Fahrweise fast immer im Bereich von 200km oder sogar mehr. Hoher Verbrauch lediglich in der "Kaltstartphase" und bei schnellen Autobahnfahrten.
Kann mich meinen Vorgängern im Thread nur anschliessen: der eGolf ist für mich ein rundum gelungenes Auto, sehr hochwertige Verarbeitung, angenehm ruhig und stressfrei zu fahren, bei Bedarf aber auch richtig spritzig und sportlich.. ein echter Spassmacher! Rekuperation funktioniert perfekt! Chic: die Ferninfos zu Fahrzeugdaten und Parkposition und die Möglichkeit der Fernsteuerung von Ladung und Klimaanlage via CarNet.
Das alte Ladethema: ich persönlich empfinde die Begrenzung auf 3.6kW schon als sehr lästig und va von seiten VW vermeidbar, man hätte den eGolf hier sicherlich mit einem besseren fahrzeugseitigen Lader erheblich alltags- und vor allem langstreckentauglicher machen können. Genial und völlig problemlos die Schnelladung via CCS; leider gibts hier viel zu wenig entsprechende Ladesäulen. Ein dickes Lob an dieser Stelle an BMW, die an vielen Standorten diese Säulen bereitgestellt und -bis jetzt zumindest- auch allgemein unbürokratisch zugänglich gehalten haben!
Ansonsten kann ich ebenfalls nur jedem eGolf-Besitzer neben dem bei VW für €140.- bestellbaren Typ2-Ladekabel wärmstens das Volvo-Ladekabel empfehlen (siehe entsprechender Thread hierzu), funktioniert bestens und erlaubt mit in jedem Baumarkt erhältlichen Adaptern die volle 16A-Ladung an sämtlichen öffentlichen Steckertypen (Schuko, CEE rot, Cee blau). Sehr gute Verarbeitung (Mennekes) und voll einstellbare Ladestärke bis 16A. Erhältlich bei Teile-Profis.de für ca. €440.- und man kann sich getrost die deutlich teurere Wallbox damit sparen.
Alles in allem: der eGolf hat sich auch für mich als so überraschend alltagstauglich erwiesen, dass mein Erstfahrzeug (Vw Multivan) seit vier Wochen nicht mehr angelassen wurde und für mich persönlich auch ein Verbrennerauto nicht mehr so viel Fahrfreude bieten kann wie der golf-Stromer.. Kompliment an VW, ein wirklich tolles EV!
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Re: 1000 km e-Golf

Beitragvon fbitc » Fr 22. Aug 2014, 21:25

Grüße aus Mühldorf :)
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Re: 1000 km e-Golf

Beitragvon eCar » Fr 22. Aug 2014, 22:19

Die Rekuperation finde ich beim e-Golf auch extrem gut gelöst. Als ehemaliger Schaltgetriebefahrer macht es mir auch Spaß, mit den verschiedenen Stufen zu arbeiten. Wobei ich sagen muss, dass ich bestimmt zu 90% in D fahre, d.h. ohne Rekuperation. Auf Landstraße und Autobahn ist das Segeln einfach am effizientesten. In der Stadt oder im Stau fahre ich dann auch mal permanent in B, um nicht ständig umschalten zu müssen. Ich könnte mich aber nicht daran gewöhnen, zwangsweise in B zu fahren (wie z.B. im i3).

Mein hoher Verbrauch liegt ganz sicher an den langen Autobahn-Strecken. Mir war allerdings vorher klar, dass ich mit einer Verbrenner-typischen Fahrweise dabei nie den angegebenen Verbrauch erreichen würde. Trotzdem macht der e-Golf auch auf der Autobahn eine gute Figur und fährt sich total entspannt. Auch bergauf erreicht er die vmax (145 Tacho) spielend und läuft dann in den Begrenzer. Dann kann man der Tanknadel allerdings beim Fallen zuschauen. ;)

Die CCS-Ladung habe ich bei der BMW-Niederlassung in Saarbrücken durchgeführt. Die hat die Ladesäule frei zugänglich vorm Haus stehen (steht auch hier im Verzeichnis) und bietet 24/7 kostenlose Ladungen an. Hat bei mir absolut problemlos funktioniert. Auch wenn ich mir einen i3 nie kaufen würde, muss ich BMW hier ein großes Lob aussprechen. Die VW-Händler stellen sich leider deutlich ungeschickter an. Saarlouis wird nun auch VW E-Standort und bekommt eine CCS-Säule. Die wird allerdings auf dem (nach Geschäftsschluss abgesperrten) Gelände des Autohauses aufgestellt und soll nur für Kunden zugänglich sein. :x

Bei der Langstreckentauglichkeit der Elektroautos mache ich mir persönlich nichts vor. Im Juli bin ich mit meinem Golf GTD 850 km nach Frankreich in Urlaub gefahren. Ein Großteil der Strecke mit Tempomat bei 135 km/h, in Frankreich ist das tatsächlich möglich, da es kaum Baustellen gibt. Die Strecke habe ich problemlos mit einer Tankfüllung zurückgelegt. Der e-Golf schafft unter diesen Bedingungen vielleicht 100-120 km mit einer Ladung. Da würde ich mir die Strecke nicht mal antun, wenn es alle 10 km CCS-Säulen auf der Autobahn gäbe. Auf absehbare Zeit wird sich daran in der Preisklasse des e-Golf auch nichts ändern. Selbst ein Tesla Model S würde auf solchen Langstrecken keine gute Figur machen. Mittelstrecken bis max. 400 km lasse ich mir mit einem E-Auto noch gefallen, sofern das Schnellladenetz ausreichend ausgebaut ist - mehr aber auch nicht.

@Derpostler:
Hast du mal bei deinem Händler gefragt, ob du den Tempomat evtl. nachrüsten kannst? Zumindest bei der einfachen Version (ohne Abstandsregelung) sollte das doch normalerweise problemlos möglich sein.

@egolf38:
Respekt, behältst du die aktuelle Fahrleistung bei? Das wären ja 60.000 e-Golf Kilometer im Jahr!
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Re: 1000 km e-Golf

Beitragvon egolf38 » Sa 23. Aug 2014, 06:49

@ecar: nein, aber 35000 km werden wohl schon zusammenkommen..
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Re: 1000 km e-Golf

Beitragvon Manfred Heck » So 24. Aug 2014, 17:45

Mit meinem i3 gehöre ich zwar nicht hierher. Dennoch: Bin jetzt rd. 1.400 km gefahren, total begeistert und für Verbrennerautos versaut. Das wäre mir sicher auch mit dem e-Golf so passiert. Das ist die Zukunft, aber nur mit dem Ausbau der Schnellladesäulen entlang der Autobahnen, größeren Reichweiten und günstigeren Preisen.

Ich habe am Freitag in der BMW-Niederlassung Frankfurt erstmals fremdgeladen (CCS 50 kW). In ca. 20 min. war der Wagen fast wieder voll, die Kaffepause genügte, alles war kostenlos. Ich gäbe dann vom Flughafen einen Gast abgeholt und bin wegen meiner Reichweitenangst unnötig langsam nach Mannheim zurück gefahren (nur mit Tempomat aushaltbar), Restreichweite 65 km, ich hätte also ruhig schneller fahren können. Muß wohl noch Erfahrungen sammeln und mehr Vertrauen entwickeln.

Insgesamt nehmen sich die beiden Kontrahenten e-Golf und i3 wohl nichts, siehe auch diverse Testberichte, sodass es wohl eher auf den persönlichen Geschmack ankommt. Ich mag allerdings die größere, bequeme Einstiegshöhe, den GO Kart-ähnlich kleinen Wendekreis und das Strompedal sehr, mit dem ich Strom geben, segeln und fast immer ausreichend und rekuperierend bremsen kann. Naja, und dann ist der i3 zumindest zur Zeit noch ein deutlicher "Hingucker".

Gruß, Manfred
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Re: 1000 km e-Golf

Beitragvon eCar » So 24. Aug 2014, 20:18

Hallo,

nachdem ich mich nicht getraut hatte, mit meinem e-Golf in Hilden zum Reichweitentest anzutreten, hat mich nun doch der Ehrgeiz gepackt. Mit Tempo 80 auf der Autobahn wollte ich es den Teslafahrern nachmachen und die NEFZ-Reichweite (190 km) übertreffen. Drum habe ich mir eine 195 km Strecke rausgesucht (mit Option, auf dem Rückweg ein wenig abzukürzen) und hab mich heute morgen im ECO+ Modus auf die Reise gemacht.

Kurz gesagt: es hat nicht geklappt. Bereits am Umkehrpunkt hatte ich mehr als die Hälfte der Batterie verbraucht und der Golf beschwerte sich, dass er ohne Ladung nicht mehr nach Hause kommt. Auch für den kürzesten Rückweg (insgesamt etwa 190 km) fehlten mir etwa 5-10 km Reichweite. Auf dem Heimweg habe ich sogar noch versucht, teilweise auf 78 km/h zu reduzieren um die paar Kilometer noch rauszuholen. Trotzdem war keine Besserung in Sicht.

Nach 161 km bin ich dann mit 19 km Restreichweite an der rettenden CCS-Säule angekommen. Bis nach Hause hätten 10 km Reichweite gefehlt. Da der restliche Weg etwas verbrauchsgünstiger gewesen wäre, hätte ich die 19 km bestimmt gepackt, vielleicht sogar ein paar wenige Kilometer mehr. Trotzdem: die 190 km NEFZ-Reichweite war definitiv nicht drin.

An der CCS-Säule gab es die nächste Überraschung: von 10-90% lud der e-Golf in gerade mal 28:30 min. Eigentlich zu schnell, wird doch für eine 0-80% Ladung (bei der die Leistung eigentlich weniger gedrosselt wird) eine Ladezeit von 30 min angegeben. Was mich vor allem beunruhigt: rechne ich die dabei geladenen 15,34 kWh hoch, so ergeben sich für einen 100% Ladehub gerade mal 19,2 kWh! Bei der angegebenen Nennkapazität von 24,2 kWh hätte ich eigentlich schon mit einer nutzbaren Nettokapazität von 21-22 kWh gerechnet. Hier wäre ich extrem an den Erfahrungen anderer e-Golf Fahrer interessiert. Ebenfalls frage ich mich, wie zuverlassig die Angaben (Ladezustand, geladene Energie) der ABB-Säulen sind. Hat hier jemand Erfahrungen?

Insgesamt bin ich mit meiner Reichweitenfahrt nur bedingt zufrieden. Ein paar Gründe für das Nicht-Erreichen der angegebenen Reichweite könnte ich mir aus den Fingern ziehen:
- 3 Personen im Auto, daher Gewichtspotential vorhanden
- Strecke leicht hügelig (von "bergig" kann allerdings keinesfalls die Rede sein!)
- Auto wurde abends vollgeladen und die Testfahrt fand am nächsten Morgen statt. Evtl. wäre es besser gewesen, die Batterie exakt zum Abfahrtszeitpunkt vollzuladen.

Trotzdem: ich bin wirklich maximal 80 km/h nach Tacho gefahren. Ich hätte erwartet, dass damit 200 km erreichbar sind. Der angezeigte Verbrauch lag nach 161 km übrigens bei 11,9 kWh. Reichweitenpotential gab es nie (wie gesagt, ECO+ d.h. nur Lüftung). Ich hoffe, mit meinem Auto ist alles in Ordnung. :roll:

Gruß
eCar
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Re: 1000 km e-Golf

Beitragvon redvienna » So 24. Aug 2014, 21:20

Habe zwar den Ford Focus Electric, aber habe mit Deiner Batteriekapazität in der (fast) Ebene jedoch 1 Erwachsener und 2 Kinder die 190 km geschafft. (Siehe Foto)

Denke Dein Auto ist in Ordnung. (Du liegst ja nur 5% unter der Norm)

Hügelig und 3 Personen braucht sicherlich einige Prozente mehr !


Reifendruck ?
Hat es geregnet ? Feuchte Straße ?
Außentemperatur ?

Bei einem Durchschnitt von 11,9 hättest Du zumindest rechnerisch die 200 km geschafft !
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Re: 1000 km e-Golf

Beitragvon egolf38 » So 24. Aug 2014, 22:25

ich glaub das schaffst du nur mit Windschattenfahren auf der Autobahn, bei Temperaturen um die 25 Grad und -wie Du schon angedeutet hast- optimierter Anfangsladung
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