Wie erzielt man die größte Reichweite?

Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon GanslerT » So 11. Dez 2016, 09:43

Hallo zusammen,

wir fahren jetzt seit Juni einen I-MIEV und konnten schon ein bisschen Erfahrungen sammeln. Ich habe auch schon einiges gelesen und würde aber trotzdem gerne mal wissen wie die Profis das so machen.

Mich würde vor allem das gleiten interessieren und mit welcher Rekuperationstufe man die größte Reichweite erzielen kann. Schaltet ihr bei Gefällstrecken wirklich von D auf N umdas Fahrzeug rollen zu lassen und wie viel bringt das eigentlich? Könnte man das nicht einfacher mit dem Gaspedal machen?

Vielen Dank für eure Antworten.

Thomas
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Re: Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon p.hase » So 11. Dez 2016, 12:01

mit C und B
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Re: Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon iOnier » So 11. Dez 2016, 13:05

GanslerT hat geschrieben:
Mich würde vor allem das gleiten interessieren und mit welcher Rekuperationstufe man die größte Reichweite erzielen kann. Schaltet ihr bei Gefällstrecken wirklich von D auf N umdas Fahrzeug rollen zu lassen und wie viel bringt das eigentlich?

Da ich einen iOn fahre (nur Stufe D) kann ich die Frage nur eingeschränkt beantworten.

- Stufe C wird wohl fürs Überlandfahren / Autobahn empfohlen - schwache Rekuperationswirkung, nah am Gleiten (lässt sich natürlich durch leichten Druck aufs Bremspedal wie in jeder anderen Rekuperationsstufe auch jederzeit nach Bedarf verstärken), so dass weniger (verlustbehaftet!) rekuperiert und die kinetische Energie des Fahrzeugs mehr fürs "Ausrollen" verwendet wird.

- Stufe B passt dann in den Stadtverkehr, wo oft stärker abgebremst werden muss. Hier nimmt man die Rekuperationsverluste eh in Kauf, ist allemal besser als in die Reibungsbremse zu steigen. Hat halt den Vorteil, dass man nicht so oft mit dem Fuß vom Fahr- auf das Bremspedal wechseln muss.

Auf längeren und leichten Gefällestrecken schalte ich durchaus mal in "N". Für kürzere Gefälle lohnt sich das IMO nicht. Bei steileren Gefällen wird man in "N" u.U. zu schnell (oder schneller als man möchte, da bei höheren Geschwindigkeiten der Luftwiderstand überproportional zuschlägt). Da ist es dann sinnvoller, zu rekuperieren um die gewünschte Geschwindigkeit zu halten. Bei mit Rekuperation gehaltenen 70 km/h gewinne ich auf derselben Strecke halt mehr Energie zurück als bei 100.

Könnte man das nicht einfacher mit dem Gaspedal machen?

Man kann, ob es einfacher ist ... man muss halt immer passend dosieren. Wenn man in "N" unterwegs ist, ist es gar nicht so einfach, den Zeiger der Energieverbrauchsanzeige auf "0" zu halten (was einem Gleiten entspräche) - man kann natürlich ständig zwischen "N" und "D" wechseln, aber ist halt nicht so komfortabel. Auch in Stellung "C" ist das im Prinzip so, aber man kommt leichter näher dran. Und wenn man mit "C" oder "D" in der Stadt fährt muss man halt öfter aufs Bremspedal als in "B".
Gruß
Werner
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Re: Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon Deef » So 11. Dez 2016, 13:09

erledigt - bitte löschen, danke
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Re: Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon i-MiEVBJ2010 » So 11. Dez 2016, 18:43

Etwas umdenken: die Steuerung (Inverter) des E-Motors benötigt Strom zum beschleunigen als auch (weniger) zum bremsen. Darum ist gleiten auf N der sparsamste Zustand. Dieser kann auch mit dem Fahr(gas)pedal erreicht werden, wenn der Leistungszeiger auf Null steht. Im roten wie im grünen Bereich wird u.a. Energie "verheizt". Rekuperiert in den Akku werden nie 100% der vorhandenen Leistung, weil es immer Verlustleistung (=Wärme) gibt.

In der Stadt fahre ich meistens mit B, weil die Geschwindigkeiten klein sind und immer wieder gebremst werden muss. Die Fussbremse brauche ich nur zum festhalten des Fahrzeugs vor einer Ampel u.a.m.
Auf Landstrassen mit Gefälle schalte ich auf N - mit dem Nachteil, dass bei allfälligem bremsen immer zuerst die Hand agieren muss statt der Fuss, denn auf N gibt es keine Rekuperation, auch nicht durch antippen des Bremspedals.
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Re: Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon iOnier » So 11. Dez 2016, 19:57

i-MiEVBJ2010 hat geschrieben:
Etwas umdenken: die Steuerung (Inverter) des E-Motors benötigt Strom zum beschleunigen als auch (weniger) zum bremsen. Darum ist gleiten auf N der sparsamste Zustand.

Ganz genau. Deswegen schrieb ich ja auch "(verlustbehaftet!)" beim Thema Rekuperation.
Dieser kann auch mit dem Fahr(gas)pedal erreicht werden, wenn der Leistungszeiger auf Null steht.

Jupp, ist aber "fummelig", weshalb ich bei absehbar längeren Rollstrecken auf "N" schalte. Mit einer "C"ruise-Stellung dürfte es aber etwas leichter sein (hab' ich halt nicht, deswegen kann ich das nur mutmaßen).
Aber: minimal zu rekuperieren oder zu "beschleunigen" dürfte den Kohl kaum fett machen.

Nebenbei: ist beim i-MiEV der "Charge" Bereich (Rekuperation) auf der Anzeige rot? Bei iOn und C-Zero ist er blau ...
Auf Landstrassen mit Gefälle schalte ich auf N - mit dem Nachteil, dass bei allfälligem bremsen immer zuerst die Hand agieren muss statt der Fuss, denn auf N gibt es keine Rekuperation, auch nicht durch antippen des Bremspedals.

Genau, deswegen mache ich es nur wenn es sich auch "lohnt", die absehbare Rollstrecke also "lang" ist, wie oben gesagt.
Gruß
Werner
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Re: Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon Helfried » So 11. Dez 2016, 20:04

iOnier hat geschrieben:
Aber: minimal zu rekuperieren oder zu "beschleunigen" dürfte den Kohl kaum fett machen.


Eben, drum nutzt es auf der Autobahn bergab auch nichts, extra auf den elektrischen "Leerlauf" zu schalten. Die meisten Berge lassen den segelnden Wagen die Geschwindigkeit fast halten. Deshalb, Tempomat rein, und gut iss. Der Tempomat lässt einen dann auch fast segeln, er hat nicht viel zu regeln, da der Wagen fast von selber die Geschwindigkeit hält.
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Re: Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon iOnier » So 11. Dez 2016, 21:25

Genau. Dafür müsste man dann aber einen Tempomaten nachrüsten :-)
Gruß
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Re: Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon Semi » Mo 12. Dez 2016, 00:05

GanslerT hat geschrieben:
Hallo zusammen,

wir fahren jetzt seit Juni einen I-MIEV und konnten schon ein bisschen Erfahrungen sammeln. Ich habe auch schon einiges gelesen und würde aber trotzdem gerne mal wissen wie die Profis das so machen.

Mich würde vor allem das gleiten interessieren und mit welcher Rekuperationstufe man die größte Reichweite erzielen kann. Schaltet ihr bei Gefällstrecken wirklich von D auf N umdas Fahrzeug rollen zu lassen und wie viel bringt das eigentlich? Könnte man das nicht einfacher mit dem Gaspedal machen?

Vielen Dank für eure Antworten.

Thomas


Guten Abend Thomas

Das Rekuperieren ist aus meiner Sicht im flachen Terrain vernachlässigbar. Ich fahre z.B immer im C und versuche so wenig wie möglich zu rekuperieren indem ich die Nadel per Strompedal immer im 0-er Bereich halte. Wenn ich stark rekuperieren muss (Berg runterfahren), schalte ich auf B oder Bremse sanft. Beim Bremsen hast du den Vorteil das die Bremslichter angehen, das ist bei Schlechtwetter für den hinteren Autofahrer sicherer, da er sieht dass du verlangsamst.

Im Allgemeinen hilft aus meiner Sicht für grössere Reichweiten (grösstenteils auch auf andere Elektroautos anwendbar)
- Geschwindigkeit nach Möglichkeit auf 60 bis 80 begrenzen, (wenn Reichweite knapp wird, so langsam wie möglich fahren)
- Überland fahren, der I-M(i)ev ist leider nicht wirklich für die Autobahn geeignet, da gewichtstechnisch zu leicht zum "Segeln" bei grösseren Geschwindigkeiten (Abbremsung durch Wind).
- Sitzheizung benutzen und/oder sparsam Heizen (Am Anfang voll und danach runterschalten) A/C kann man immer nutzen, braucht gefühlt kaum Strom.
- Reifendruck auf trockener Fahrbahn zwischen 2,6 und 3,0.
- Vorausschauend Fahren mit Abstand zum Vordermann, im Verkehrsflow mitfliessen, statt Stop and Go.
- Auto im Winter nach Möglichkeit immer in einer beheizten Garage parkieren, damit die Akkutemperatur "warm" bleibt.
- Beim Berghochfahren Beschleunigungsorgien vermeiden

Dann geht min. 80km (Winter) - 120km (Sommer) eigentlich immer.

Gruss
Semi
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Re: Wie erzielt man die größte Reichweite?

Beitragvon iOnier » Mo 12. Dez 2016, 01:50

Semi hat geschrieben:
Das Rekuperieren ist aus meiner Sicht im flachen Terrain vernachlässigbar.

Bei mir ist's hügelig, aber immer nur kurze Strecken 'rauf und 'runter (Ostholstein / "holsteinische Schweiz"). Ich vermisse die Stufen "B" und "C" daher eigentlich nicht ... wenn ich "C" brauchen könnte lasse ich den Fuss halt etwas auf dem Fahrpedal und wenn ich "B" brauchen könnte gehe ich halt etwas auf die Bremse ...
Ich fahre z.B immer im C und versuche so wenig wie möglich zu rekuperieren indem ich die Nadel per Strompedal immer im 0-er Bereich halte.

Jupp, mach' ich halt in "D", immer wenn ich nicht "Strom geben" oder stärker abbremsen muss. Geht auch. Allemal besser als ständig hin und her zu schalten.
- Geschwindigkeit nach Möglichkeit auf 60 bis 80 begrenzen, (wenn Reichweite knapp wird, so langsam wie möglich fahren)
- Überland fahren, der I-M(i)ev ist leider nicht wirklich für die Autobahn geeignet, da gewichtstechnisch zu leicht zum "Segeln" bei grösseren Geschwindigkeiten (Abbremsung durch Wind).
- Sitzheizung benutzen und/oder sparsam Heizen (Am Anfang voll und danach runterschalten)

Bis dahin alles richtig, aber ein Hinweis sei erlaubt:
A/C kann man immer nutzen, braucht gefühlt kaum Strom.

Zum Stromfresser wird die Kombination aus A/C und Heizung. Nicht sinnvoll? Doch, eventuell schon: mit Klima angesaugte Luft 'runterkühlen (Feuchtigkeit kondensiert) und dann mit Heizung erwärmen (=> Luft wird getrocknet). Das passiert, wenn man die Luftführung ganz auf "oben" (Defog) stellt und die Heizung an hat ... habe ich auf meiner Überführungsfahrt nicht gewusst und deutlich zu spüren bekommen - die Restreichweitenkilometer purzelten nur so, und ich wusste nicht, woran's lag und was ich machen sollte ... irgendwann habe ich dann auf die Kontrollleuchten geschaut und gemerkt, was da passiert war ...
Und vielleicht noch:
- Reifendruck auf trockener Fahrbahn zwischen 2,6 und 3,0.

Bringt nach meiner Erfahrung einen Reichweitengewinn im untersten Prozentbereich. Würde ich nur empfehlen, wenn es wirklich auf den letzten Kilometer ankommt. Ansonsten ist der Verlust an Fahrkomfort (Wagen wird auf unebenen Straßen unangenehm polterig) und Sicherheit (Bodenhaftung lässt nach) IMO das größere Übel. Und das Fahrwerk wird durch härtere Stöße mehr belastet ... wenn man sehr gute Straßen hat, vielleicht kein Thema. Ich habe hier täglich eine kleine Strecke grobes Kopfsteinpflaster :-)

Der Rest passt. Wobei ich die 80km im Winter auch mit dem iOn (80-Zellen-Akku) packe, wenn ich nicht flott Bindesstraße fahre und die 120km im Sommer leicht toppen kann (134 angezeigte Reichweite, auf den ersten 44 km ganze 30 davon verbraucht, 140 wären locker drin gewesen - plus "Schildkröte"). Aber auch sehr zahm gefahren :-)

Übrigens: die jüngeren Drillinge machen die Bremsleuchte auch an, wenn man stark rekuperiert ohne auf die Bremse zu treten. Mein 2015er iOn tut's (und das steht auch so in der Bedienungsanleitung). Ältere tun's nicht (wurde hier im Forum auch schon mal diskutiert). Ich weiß aber nicht, wann genau das Feature eingeführt wurde.
Gruß
Werner
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