Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Beitragvon matthew77 » Fr 13. Nov 2015, 14:47

Hallo,
ich wollte mein Original 16A Ladegerät vom i-Miev verkaufen, weil ich wegen meiner alten 1,5mm² Stromleitungen im Haus vorsichtshalber immer schon mit einem 10A Ladegerät von Renault lade. Jetzt hat ein potentieller Käufer mich darauf hingewiesen, dass es bei Ebay schon für 399,- EUR neue Ladegeräte für i-Miev und Co zum Laden an Schukosteckdosen gibt. Das Tolle: bei denen kann man sogar die Stromstärke einstellen. Was mich aber sehr wundert ist: da ist gar nicht dieser schwarze Kasten (im Forum "Ziegelstein" genannt)im Kabel drin. Warum braucht man den eigentlich nicht? Ist das Originalkabel vielleicht doch besser als dieser "Billig-Nachbau"?
Wäre für fundierte Infos dankbar!
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Beitragvon Michael_Ohl » Fr 13. Nov 2015, 15:11

Falls Du den im Bild gezeigten Ranault Kernschrott meinst kannst Du erkennen das da ein Haufen Technik verbaut ist, den man mit Mitteln des 21ten Jahrhunderts sehr viele kleiner bekommt.
Wenn man das auf die Spitze treibt und das Netzteil, die Relais und die Fehlerüberwachung weglässt passt das Ganze in den Type 1 oder Type 2 Stecker.
Bei wählbarer Stromstärke kann man dann vom unerträglich auf den problematischen Modus wechseln. Man sollte dabei aber einigermaßen sicher sein das nicht noch eine Kaffeemaschine dranhängt und die Elektroinstallation nicht von suizidgefährdeten Personen errichtet und betrieben wird.

12 Stunden Ladezeit bei 10A sind einfach nicht zu gebrauchen. 8 Stunden sind nur unerträglich.

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Re: Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Beitragvon Heavendenied » Fr 13. Nov 2015, 15:18

Naja, der Ziegel hat eben schon noch zusätzliche Sicherheitseinrichtungen drin, die diese einstellbaren Kabel in aller Regel nicht haben.
Dennoch reicht in den meisten Fällen eben auch dieses "billige" Kabel und es hat zusätzlich die einstellbare Ladeleistung.
Die für 399€ bei eBay seinen allerdings von einem "Privatmann" zusammengelötete zu sein, da wäre ich ehrlich gesagt etwas vorsichtig... Die guten Kabel bei denen die Elektronik im Stecker sitzt kosten auch 500€ aufwärts.

Wolltest du für deinen alten Ziegel deutlich mehr haben oder wieso der Hinweis eines potentiellen Käufers auf diese anderen Kabel? Ich denke man sollte dann schon immer mit einem identischen Artikel vergleichen und die Original Ziegelsteine sind ja neu schon deutlich teurer.
Gruß,
Jürgen
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Re: Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Beitragvon matthew77 » Fr 13. Nov 2015, 15:21

Na ja, ich wollte eigentlich zufällig auch 399,- EUR für das Ding. Und dann wollte ich mir so ein Typ2<->Typ1 Kabel kaufen (gibts bei Ebay auch für unter 200,- EUR) damit ich unterwegs mehr Ladesäulen Kompatibilität habe (gibt tatsächlich Säulen ohne Schuko, NUR mit Typ2). Ist das empfehlenswert, oder eher nicht?
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Re: Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Beitragvon PowerTower » Fr 13. Nov 2015, 15:31

Wenn du ein Typ2 Kabel für Ladesäulen kaufst dann achte darauf, dass dieses für 32 A geeignet ist. Manche Ladesäulen lehnen 20 A Ladekabel ab, weil sie dafür keinen eigenen Sicherheitskreis haben.
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Re: Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Beitragvon matthew77 » Fr 13. Nov 2015, 15:33

Oh, guter Tipp! Damit wird das Kabel dann wohl doch etwas teurer! Ich hätte gedacht, das ist total oversized wegen 1-phasig und so...
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Re: Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Beitragvon Michael_Ohl » Fr 13. Nov 2015, 15:42

Im Ziegel ist lediglich ein Stromwandler zur Differenzstromerkennung drin. Dieser scheint ein einfacher Wechselstromkern mit Wicklung zu sein. Also werden hier keine Gleichstromanteile im Fehlerstrom gemessen oder ausgewertet. Ein Type B RCD ist hier sicher die bessere Wahl.
Hier noch mit den Bildern, die eigentlich beim ersten Beitrag sein sollten.

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Re: Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Beitragvon matthew77 » Fr 13. Nov 2015, 15:47

Aha! Ich verstehe zwar leider nix von Deinem Elektronik-Chinesisch, aber trotzdem danke für Deine Mühe!
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Re: Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Beitragvon Cavaron » Fr 13. Nov 2015, 16:09

Bei dem eBay-Ding dürfte es sich wohl um dieses Kabel handeln, dass man in Tschechien günstig kaufen kann und nur noch einen Schuko oder CEE am Ende anschrauben muss:
http://www.ev-power.eu/Electric-Cars/Assembly-kit-Charging-plug-J1772-with-cable-16-Amp-5m-incl-electronics.html?cur=1
Wie man sehen kann, ist die EVSE-Elektronik auf einem mini-Board im Stecker integriert. 399 Euro würde ich dafür sicher nicht ausgeben...
Kannst ja mal den Interessenten fragen, ob er diesen China-Kram vom Hobby-Bastler will, oder lieber den original Ziegel ;)
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Re: Was ist das besondere am "Ziegelstein" im Ladekabel?

Beitragvon Michael_Ohl » Fr 13. Nov 2015, 16:36

Um es noch einmal einfacher zu sagen, in dem 2Kg Ziegel ist kaum Technik zur Fehlererkennung dafür ist das Ding aber auf 2,2kW limitiert.
Da Du in jedem Baumarkt aber auch Geräte mit über 3kW Anschluss Leistung für Dauerbetrieb findest schein hier eine gewisse Übervorsicht der E-Auto Hersteller zu herrschen.
Ich lade seit 9 Monaten regelmäßig an verschiedenen Schuko Steckdosen die selten mehr als 1,5mm² Anschluss Leitung haben
die Erwärmung guter und neuer Steckdosen ist minimal, die älterer Steckdosen ist fühlbar.
In der Renaultbox ist kein Temperaturfühler für den Schuko Stecker vorhanden.
Der Glaube, das 8 Stunden Laden etwas anderes sind als 2 Stunden Ölradiator oder Bautrockner, sollte sich vor Augen führen das bei solch kleinen Massen der Gleichgewichtszustand zwischen wärmezufuhr und Konvektion nach wenigen Minuten erreicht ist. Danach wird es nicht mehr wärmer.
Einstecken schauen ob was kokelt und nach einer halben Stunde kontrollieren recht auch bei 16A aus der Schukosteckdose nach meiner Erfahrung aus.

mfG
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