Schädigung am Akku

Re: Schädigung am Akku

Beitragvon matthew77 » Di 24. Nov 2015, 15:18

Hallo Thomas,
ich wollte mir einfach die 100,- EUR für so ein Bluetooth Dongle sparen und außerdem habe ich (noch) kein Android Handy (mein Sohn hätte allerdings ein Android Tablet). Wenn es wirklich sinnvoll ist, würde ich mir aber wohl so ein Dongle kaufen.
Jetzt beschäftigen mich nach dem Lesen des Berichts zur Seeumrundung aber unabhängig davon drei Fragen:
1. Wie kann es sein, dass mein Akku noch in Ordnung ist, wenn ich beim Volladen mit meinem 10A Ladekabel gerade mal 15,262kWh Strom aus der Steckdose gezogen habe? Der Seeumrunder hat dafür 17,5 kWh ziehen können. Mit dem Original 16A Ladekabel hat man laut diesem Artikel einen Wirkunsgrad von 83%. Beim 10A Ladekabel dürfte dieser eher schlechter als besser sein, aber vorsichtshalber rechne ich mal mit diesem Wert und komme so auf 12,667kWh Strom, der von ganz leer nach ganz voll in die Batterie geflossen ist. Rechne ich jetzt hinzu, dass bei 0km Reichweite 10% Energie im Akku verbleiben, dann komme ich auf 14,075kWh Gesamtkapazität. Das sind immerhin fast 2kWh weniger als die 16 angegebenen! Meinst Du, mit CanIon könnte ich da zu anderen Erkenntnissen kommen?
2. Ab welchem Kapazitätsverlust kann man denn die Mitsubishi Garantie in Anspruch nehmen?
3. Ich gehe davon aus, dass die Batterie schon leicht beschädigt war, als ich den Wagen gekauft habe (EZ 02/2011, gekauft von mir 04/2014 mit knapp 5000km bei einem Mitsubishi Händler, Laufleistung jetzt: ca. 21.500km). Angesichts der extrem geringen Kilometerleistung in den ersten 3 Jahren würde es mich nicht wundern, wenn der Wagen mal zu lange nicht geladen worden ist oder so etwas. Ich habe bis jetzt nicht das Gefühl, dass sich die Batterie seit dem Kauf weiter verschlechtert hat, aber ist damit zu rechnen, dass sich eine Beschädigung sozusagen "fortpflanzen" kann?
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Re: Schädigung am Akku

Beitragvon Heavendenied » Di 24. Nov 2015, 16:37

1. Du hast den Akku eben nicht ganz leer gefahren, sondern nur bis 0km Restreichweite. Wie du aber auch selbst schreibst sind da noch knappe 10 % nutzbare Kapazität im Akku! Die 16kWh sind die Brutto Kapazität. Um die Lebensdauer der Akkus zu erhöhen schalten aber alle Hersteller nur einen Teil der Brutto-Kapazität auch wirklich frei (das geschieht durch herabsetzen der Ladeschlussspannung und heraufsetzen der Entladeschlusspannung). Wenn dein Akku also 100% anzeigt sind das in Wirklichkeit nur 95% und wenn er ganz leer (also 0%) anzeigt sind in Wirklichkeit immer noch 5% drin (das sind Pseudo Werte, die genauen Werte kenne ich nicht, auch wenn man sie theoretisch berechnen könnte). Mit CanIon kannst du die tatsächlich entnomme Kapaziät sowie die tatsächlich geladene Kapazität ablesen und somit könnte man schon recht genau sehen, wieviel Kapazität dein Akku nun noch hat. Das hochrechnen über die Wirkungsgrade und einen externen Zähler ist schon eher als eine ganz grobe Schätzung anzusehen. Wenn man dieser dennoch folgt hätte dein Akku noch ca 14,1 kWh. Sagen wir mal der Akku hatte neu 15kWh Netto, dann hätte dein Akku also 6% weniger Kapazität.

2. Da kommen nun die Probleme... Das ist nirgendwo genau definiert, vor allem weil ja auch nirgendwo die Netto Kapazität des Akkus bekanntgegeben wird. Normalerweise gehen die Garantien von 75% Restkapazität aus, aber ich meine bei Mitsubishi wird nur von Defekt gesprochen(dann müsste der Akku also quasi ganz hinüber sein). Selbst wenn man jetzt von 75% ausgeht und auch noch von der Bruttokapazität müsste dein Akku also unter 12kWh entnehmbare Kapazität fallen, bevor du eine Chance hättest.

3. Das Problem ist selten der komplette Akku sondern in der Regel eben nur einzelne Zellen. Wenn man die dann trotzdem voll weiter belastet schadet das den Zellen natürlich. Wie oder ob das bei dir aber der Fall ist kann man ohne genaue Diagnose wohl kaum sagen. Da wäre CanIon auf jeden Fall sehr hilfreich, weil du da ganz genau sehen würdest ob eine oder mehrere Zellen "driften".

P.S: Bei allen Überlegungen muss aber auch immer die Temperatur berücksichtigt werden! Die angegeben Kapazität bezieht sich in der Regel auf 25°C Akkutemperatur. Bei den aktuellen Temperaturen hat auch ein Nagelneuer Akku eine deutlich geringere Kapazität. Wie stark diese Abweichung ist kann man teilweise in den Datenblättern nachlesen. Die neuen LEV50 Zellen die aktuell verbaut werden sollen da weniger empfindlich sein, aber bei einem EZ 2/2011, also wahrscheinlich Baujahr 2010 sollte noch die erste Generation drin sein.
Zuletzt geändert von Heavendenied am Di 24. Nov 2015, 16:48, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß,
Jürgen
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Re: Schädigung am Akku

Beitragvon Elko » Di 24. Nov 2015, 16:46

Jetzt im Winter wird es bei mir grässlich, unter schlechtwn bedingungen sind knappe 11kWh nutzbar,

Habb ggestern mit meinem Freundlichen telefoniert Mitsu hatt 3Jahre Garantie auf 50.000km mit zusatzversicherung sind es 5Jahre 100.00km....sollte man auch mal ggesagt haben

Ansonsten kannn ich meinem Vorredner nicht hinzufügen

elektrische Grüße
Thomas (Elko)
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Re: Schädigung am Akku

Beitragvon matthew77 » Di 24. Nov 2015, 17:13

Hallo Heavendenied,
vielen Dank für Deine sehr ausführliche Antwort (und natürlich an an Thomas für das aufschlussreiche Bekenntnis mit den 11kWh, das tröstet ein wenig).
Trotzdem noch mal zu meinem Verständnis, zu dem was Du unter Punkt 3 geschrieben hast:
was bedeutet die Erkenntnis, das vielleicht eine oder mehrere Zellen "driften" in der Praxis für mich? Heißt das, ich sollte niemals unter eine gewisse "Restreichweite" fahren? Und wenn ich es doch tue, gehen dann nur die "driftenden" Zellen ganz kaputt und der Rest bleibt wie er ist, oder kann das meine Batterie komplett zerstören? Sollte ich also auf jeden Fall dieses Bluetooth Dongle besorgen (ich müsste diese Ausgabe vor meiner Frau rechtfertigen ;) )?

Viele Grüße,
Matthias
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Re: Schädigung am Akku

Beitragvon imievberlin » Di 24. Nov 2015, 17:44

Hi Matthias.

Das einfachste für dich wäre einfach das Auto so leer zu fahren das es quasi stehen bleibt.
Du merkst das wenn das Symbol "Schildkröte" kommt die Leistung reduziert wird. Erst gibt es nur eine leichte Leistungsreduzierung und dann eine sehr starke. Wenn du bei der zweiten Stufe der Leistungsreduzierung zum Ladekabel fährst sollte es reichen um besser "messen" zu können.
Bedenke aber auch das jetzt bei den kühlen Temperaturen ggf. differierende Werte zustande kommen könnten.

Hast du Zugriff auf ein 16A Ladeziegel oder eine Wallbox ?
Mit 10A würde ich irre werden :)

Viel Erfolg und schöne Grüße aus Berlin

René
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Re: Schädigung am Akku

Beitragvon Elko » Di 24. Nov 2015, 17:45

matthew77 hat geschrieben:
Hallo Heavendenied,
vielen Dank für Deine sehr ausführliche Antwort (und natürlich an an Thomas für das aufschlussreiche Bekenntnis mit den 11kWh, das tröstet ein wenig).
Trotzdem noch mal zu meinem Verständnis, zu dem was Du unter Punkt 3 geschrieben hast:
was bedeutet die Erkenntnis, das vielleicht eine oder mehrere Zellen "driften" in der Praxis für mich? Heißt das, ich sollte niemals unter eine gewisse "Restreichweite" fahren? Und wenn ich es doch tue, gehen dann nur die "driftenden" Zellen ganz kaputt und der Rest bleibt wie er ist, oder kann das meine Batterie komplett zerstören? Sollte ich also auf jeden Fall dieses Bluetooth Dongle besorgen (ich müsste diese Ausgabe vor meiner Frau rechtfertigen ;) )?

Viele Grüße,
Matthias



Unter Driften.bersteht man das ingleiche Entladen der einzelnen Zellen das kann verschiedene Gründe haben, Innenwiderstand, Temperatur permanenntes Schnellladen ohne AC ausgleich
Und heißt das die Tellenspannungen abweichen

(Foto folgt)

Das BMS Schaltet bee eiineer Zellenspannung vom.2,75V ab das ist weit über dem Tiefentladepunkt.

Die schwächste Zelle bestimmt die kWh die abgegeben werden können
Wenn 1ne Zelle nur mehr 11kWh abgeben kann bekommt. Man nur 11kWh raus obwohl die anderen Zellen 15kWh speichern können.

elektrische Grüße
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Re: Schädigung am Akku

Beitragvon Heavendenied » Di 24. Nov 2015, 20:15

Also ich bin ja auch kein wirklicher Akku Experte, habe mich aber wegen massiven Problemen mit den Zellen in meinem Vectrix zwangsläufig schon recht intensiv damit beschäftigt...

Was Elko schreibt war wohl schon richtig gemeint, aber falsch formuliert.
Das Problem bei einzelnen schwachen Zellen ist dann, dass diese einzelnen Zellen ihre volle Ladung nicht mehr abgeben können. Im Falle der LEV Zellen die ja 50 Ah haben sind wohl bei nem neuen Akku um die 46Ah (das Pack hat also eine Kapazität von 46Ahx88(Zellen)x3,7V=14977,6Wh) entnehmbar. Bei einer schlechten Zelle sind dann evtl aber nur noch 40Ah entnehmbar. Weil die schwächste Zelle nun dafür sorgt, dass das BMS entsprechend früh abschaltet hat dies zur Folge, dass das Pack nur noch eine Kapazität von 13024Wh hat.
So zumindest habe ich das verstanden, bin aber wie gesagt auch nur "angelesen".
Wie genau das BMS da reagiert ist mir auch nicht ganz klar. Mein Vectrix z.B. lässt sich noch voll laden und zeigt dann auch 100% an. Wenn ich dann aber fahre bricht irgendwann eine Zelle komplett ein und sorgt dafür, dass der Ladestand im Display plötzlich von 5 (von 17) Balken auf Null bricht und der Vectrix kurz danach stehen bleibt. Evtl sind die Drillinge so schlau eine schwächere Zelle direkt mit einzuberechnen?

Den Test der Kapazität würde ich aber nicht jetzt bei den Temperaturen machen, denn das hätte wenig Aussagekraft, wenn nicht zeitgleich jemand mit einem "guten Akku" den selben Test macht.
Auch der Entladestrom hat einen Einfluss auf die entnehmbare Kapazität.
Soweit ich das in den Grafiken des Datenblatts erkennen kann sind die 50Ah bei 25°C und bei 0°C wären es nur noch etwa 46Ah. Durch die Begrenzung des BMS dürften eben bei 25°C wohl um die 46Ah entnehmbar sein und bei 0°C schon nur noch um die 40Ah (wenn ich die Entladekurve richtig deute). Bei Temperaturen dazwischen kann man sich das ja dann auch entsprechend ausrechnen...

Ich hoffe das war halbwegs verständlich und richtig...
Gruß,
Jürgen
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Re: Schädigung am Akku

Beitragvon matthew77 » Mi 25. Nov 2015, 00:43

Hallo zusammen,
ich möchte mich abschließend einfach noch mal ganz artig bedanken, für die vielen langen Beiträge, die auf meine Fragen hier von Euch Experten verfasst wurden.
Was meinen I-Miev angeht bin ich jetzt ganz positiv gestimmt, dass ich im Frühjahr bei milderen Temperaturen (und Sommerreifen!!) dann doch wieder eine deutlich bessere Reichweite erzielen kann...
Ich bin ja ansonsten mit dem Miev wirklich sehr zufrieden. Seitdem ich einmal vor ca. 4 Jahren einen Peugeot iOn probefahren durfte, war ich von dem Teil begeistert, konnte mir nur damals noch nicht vorstellen, mir den irgendwann mal leisten zu können (Listenpreis war glaub ich um 35.000€).
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Re: Schädigung am Akku

Beitragvon rolandp » Di 23. Feb 2016, 15:07

Hallo matthew77,

wie ist den momentan deine Akkukapazität bei den warmen Temperaturen ?

Und zum Thema das der i-miev (Drillinge) zu teuer waren, wenn der Ampere-e da sein sollte...dann werden die Preise für e-Autos unter 30KWh Akku sowas von purzeln...deshalb gibt ja z.b. die teile neu schon mit ca. 17000,-€...da werden die Hersteller einen Sonderabverkauf machen und die Gebrauchten werden schwer zu verkaufen sein.


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Re: Schädigung am Akku

Beitragvon matthew77 » Fr 26. Feb 2016, 01:53

Hi Roland,
welche "warmen Temperaturen" meinst Du? Bei uns ist es leider ziemlich kalt im Moment. Wenn ich wieder die Sommerreifen drauf hab, werde ich noch mal Ladetests bzw. Reichweitentests machen...
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