Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Beitragvon Heavendenied » Mi 5. Nov 2014, 15:36

Ich bin gerade am überlegen ob ich evtl im nächsten halben Jahr vom Twizy auf einen der Drillinge umsteigen soll.
Den Twizy fahre ich jetzt gut 2 Jahre und im Prinzip reicht er mir auch aus. Das Problem ist, dass wir auf unserem "Erstwagen", einem Auris HSD fast 14000km im Jahr fahren. Davon waren jetzt im letzten Jahr gute 4500km "Urlaubsfahrten", der Rest alles Strecken im Bereich bis 100km. Den Twizy können wir dafür leider dennoch nicht nehmen, weil wir eine Tochter haben und somit eigentlich immer zu dritt unterwegs sind. Der Twizy wird also fast ausschließlich für den Weg zur Arbeit und für kleiner Besorgungsfahrten genutzt, so dass ich mit diesem auf ca 6500km pro Jahr komme. Meine Planung wäre jetzt den Twizy abzustoßen und den Drilling für so viele wie möglich Familienfahrten zu nutzen. Bei gutem Wetter würde ich (wie vor dem Twizy) dann wieder mit dem Mopped oder dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Evtl auch noch einen Elektroroller anschaffen.
Soviel zur "Vorgeschichte" und nun zur eigentlichen Frage:
Ich beobachte seit ein paar Wochen die Preise für die gebrauchten Drillinge und habe festgestellt, dass man mittlerweile für 11.000 bis 12.000 oft Angebote für Fahrzeuge aus 2011 mit Laufleistungen zwischen 10.000 und 35.000km findet. Ist die Laufleistung, gerade was den Zustand des Akkus angeht wirklich entscheidend, oder ist es evtl sogar besser, wenn das Fahrzeug viel gefahren wurde (ein örtlicher c-Zero hatte zum Beispiel erst 7000km gelaufen, stand aber 1 Jahr beim Händler ohne bewegt zu werden...
Der Akku sollte ja eigentlich locker 100.000km weit halten, da wäre bei meiner zu erwartenden Laufleistung ein Stand von 30.000km beim Kauf nicht dramatisch.
Was meint ihr dazu?
Gruß,
Jürgen
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Beitragvon imievberlin » Mi 5. Nov 2014, 15:50

Also ich kann dir deine Frage nicht beantworten aber berichten.
Ich fahre seit Januar einen i-MiEV und habe über 15000km gefahren und somit über 31000km auf dem Tacho. Eine Minderung der Batterieleistung konnte ich bis jetzt nicht fühlen.
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Re: Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Beitragvon TeeKay » Mi 5. Nov 2014, 16:50

Das Thema ist komplex - ich stand auch schon dreimal vor der Frage, welchen ich nehmen soll.
Folgende Überlegungen hatte ich:
1. Fahrzeuge mit "hohem" Alter aber geringer Laufleistung bergen das Risiko von Standschäden - sprich dass sie vom Händler längere Zeit in einem ungünstigen SOC-Fenster gehalten wurden.
2. Beim C-Zero und iOn kamen ab Frühjahr 2012 nur noch 14,5kWh-Batterien zum Einsatz. Angeblich sollen sie dank besserer Effizienz genauso weit fahren können wie die 16kWh. Bei uns bemerkten wir aber ziemlich genau 10% weniger Reichweite.
3. Die Batterien altern auch kalendarisch. Nach drei Jahren hätte ein 16kWh i-Miev die gleiche Kapazität wie ein neuer 14,5kWh-iOn (den es aber nicht mehr neu gibt). Wobei hier noch nicht verifiziert ist, ob beim Jahresservice wirklich bislang ungenutzte Kapazität freigeschaltet wird oder nicht. Zum Start sind wohl nur 90% der Kapazität überhaupt nutzbar. Wenn ich auf 10% SOC leerfahre, kann ich bei 16kWh-Batterie inklusive 20% Ladeverlusten nur 15,5kWh nachladen. Damit hätte ich etwa 14kWh nutzbare Gesamtkapazität von 16.

Ergebnis: Ich habe nach möglichst jungen 16kWh-Drillingen von Peugeot und Citroen gesucht. Die jüngsten sind nun aber auch schon mindestens 2,5 Jahre alt. Ein Drilling mit 30.000km hat logischerweise dreimal so viele Zyklen hinter sich wie ein Drilling mit 10.000km. Wenn der 10.000km nicht jahrelang unbesehen herumstand, sondern einfach nur selten genutzt wurde, dann würde ich den nehmen. Mein i-Miev wurde von einer Behörde genutzt und einfach wenig gefahren - das aber die ganze Haltedauer über. Mein C-Zero war auch bis kurz vor dem Verkauf zugelassen und ist damit ebenfalls ein selten aber beständig genutztes Fahrzeug.
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Re: Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Beitragvon eDEVIL » Mi 5. Nov 2014, 17:02

Ists chwer einzuschätzen, wenn man keine Details kennt. Mit am ungüsntigsten wäre es, wenn der Wagen kaum bewegt wurde und immer vollgeladen war. Worst Case wäre, das er gar nicht geladen wurden und evtl. schon länger tiefentladen war.

Am besten ist gleichmäßige Nutzung und mittlerer Akkustand, aber ob man soviel Details erfahren wird?
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Re: Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Beitragvon Heavendenied » Mi 5. Nov 2014, 17:08

Danke erstmal für die Antworten.
Also ein relativ neuer (also alles ab 2012) kommt für mich eigentlich nicht in Frage, weil die gleich mal 2-3 tsd € mehr kosten würden.
Mein Problem (und auch mit Hintergrund der Frage) ist hauptsächlich, dass ich eher zu einem i-Miev tendiere, als zu einem der anderen Drillinge. Das liegt zum einen an den Kleinigkeiten aus der "Unterschiede Liste" hier im Forum, zum anderen an dem Thema Versteuerung. Da es ein Firmenwagen werden soll muss ich über die 1% Regelung ja den Brutto Listenpreis versteuern und der ist bei den beiden anderen nunmal derzeit um 5000€ teurer...
Und wenn ich dann bei den Fahrzeugen um 12-13tsd Euro schaue bekommt man da relativ leicht einen c-Zero oder Ion mit 10 bis 15 tsd Kilometern, aber nen i-Miev eher mit 30tsd Kilometern.
Gruß,
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Re: Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Beitragvon TeeKay » Mi 5. Nov 2014, 17:13

Es gilt der Bruttolistenpreis am Tag der Erstzulassung.
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Re: Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Beitragvon Heavendenied » Mi 5. Nov 2014, 17:34

TeeKay hat geschrieben:
Es gilt der Bruttolistenpreis am Tag der Erstzulassung.


Oh, na dann hat sich das Thema glaube ich ohnehin erledigt. Das wären ja dann mal eben 10k€ mehr die ich zu versteuern hätte...
Bist du dir da ganz sicher oder ist das evtl auch ne Auslegungssache. Der Fall ist ja schon besonders, weil die Neupreise der Fahrzeuge ja in der Regel mit den Jahren nicht so massiv sinken wie das nun bei diesen Fahrzeugen der Fall ist.
Gruß,
Jürgen
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Re: Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Beitragvon TeeKay » Mi 5. Nov 2014, 17:38

Da bin ich mir ganz sicher und das Finanzamt lässt auch nicht mit sich reden. Da Preissenkungen absolut unüblich sind, könntest du es aber auf einen Musterprozess ankommen lassen. Bislang werden Autos ja jährlich teurer und nicht um ein Viertel günstiger.

Du kannst aber 8000 Euro vom zu versteuernden Listenpreis abziehen (Neuzulassung bis 31.12.2013, danach sinkt der Betrag pro kWh um jährlich 50 Euro).
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Re: Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Beitragvon Heavendenied » Mi 5. Nov 2014, 17:48

Ja, das hatte ich mir wohl etwas schön gerechnet.... Ich bin von den derzeitigen 25.000€ Neupreis ausgegangen, habe davon dann eben nur 7200€ statt der 8000€ abgezogen und dachte mir, dass ich dann eben nur knappe 18.000€ versteuern müsste. So wären es dann ja ca 27.000€...
Ich muss das wohl erst nochmal mit meinem Vater durchsprechen, der macht bei uns die Steuer. Wobei ich fürchte, dass der Fall eben tatsächlich ziemlich einmalig ist, weil wie du sagst die Neuwagenpreise normalerweise nicht so stark fallen....
Nen Prozess wollte ich deswegen aber nicht gleich führen müssen...
Gruß,
Jürgen
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Re: Laufleistung ausschlaggebend beim Gebrauchtkauf?

Beitragvon TeeKay » Mi 5. Nov 2014, 18:27

Ich rechne auch keine großen Chancen dabei aus. Schließlich urteilten die Finanzgerichte ja nun schon mehrmals, dass auch bei extremen Unterschieden zwischen Neupreis und Kaufpreis (bei mir z.B. 60.000 Euro Differenz) trotzdem der Neupreis zu versteuern ist. Weshalb sollte das hier anders sein?

Ab Ende Mai 2012 kostete der i-Miev nur noch rund 29.500 Euro, die beiden von PSA seit Anfang 2012.
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