Kaufberatung - Drilling

Kaufberatung - Drilling

Beitragvon trekki1990 » Mo 9. Apr 2018, 12:16

Hallo zusammen,

ich fahre seit 11/2016 einen Twizy. Bin damit super zufrieden und habe ihn echt lieb gewonnen. Er war mein erster Kontakt mit der E-Mobilität und Spaß macht er halt auch (Go-Kart Feeling).

Nun ist es so, dass es unsere Situation erfordert doch mal meinen Sohn irgendwo hin mitzunehmen oder etwas mehr zu transportieren (kurzer Einkauf zwischendurch). Da ist mir der Drilling eingefallen. Wollte aber nicht mehr als 10k ausgeben.

Vorteile:
- 4 Sitze
- größerer Kofferraum als der Twizy
- Kindersitz geeignet
- Heizung
- bis zu 120km Reichweite (50 mehr als im Twizy, erhöht die Alltagstauglichkeit ungemein)
- Schnellladefähig (ist aber keine Bedingung)

Gibt es eine Möglichkeit über OBD die Akkuwerte schnell auszulesen? Wenn ich vor Ort mir einen anschauen will, möchte ich schnell im Bilde sein, wie es um den Akku bestellt ist. Denn bei Baujahren um 12 bis 14 ist die kalendarische Alterung ja schon ein Thema. Würde man die Zellspannung der einzelnen Zellen auslesen können? Wenn da welche mit zu viel Drift drin sind, dann weiß ich ja woran ich bin.

Worauf sollte ich noch achten? Gibt's bekannte Probleme beim Drilling? Rückrufaktionen? usw?
Wäre euch für ein paar Ratschläge echt dankbar.

VG
trekki
Gruß
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Re: Kaufberatung - Drilling

Beitragvon iOnier » Mo 9. Apr 2018, 14:25

trekki1990 hat geschrieben:
ich fahre seit 11/2016 einen Twizy.

Dann wäre ein Drilling ja ein echter Aufstieg ...
er halt auch (Go-Kart Feeling).

... so gesehen aber ein kleiner Abstieg. ;-)
Obwohl auch ein Drilling noch nah dran ist am Go-Kart Feeling; sehr wendig und agil!
Da ist mir der Drilling eingefallen. Wollte aber nicht mehr als 10k ausgeben.

In der Größenordnung gibt's schon welche, auch ab BJ 2013 (also Fahrzeuge mit der 80-Zellen-Batterie, die schon die neueren LEV50N-Zellen verbaut haben. Darauf würde ich trotz der geringeren Nennkapazität Wert legen, die LEV50N-Zellen sind deutlich zyklenfester als die vorher verbauten LEV50-Zellen).

Gibt es eine Möglichkeit über OBD die Akkuwerte schnell auszulesen?

Mit CaniOn ist ein Auslesen möglich.
Du brauchst aber einen geeigneten OBD2-Dongle, Empfohlen werden: OBDLink LX Bluetooth, OBDLink MX Bluetooth, OBDLink SX, OBDLink MX WiFi. "Billigadapter" funktionieren nicht, da sie die Daten nicht filtern können und die Datenrate zu groß wird. So habe ich das jedenfalls verstanden.
Vielleicht findest Du hier im Forum jemanden, der in Deiner Nähe (oder Nähe des Verkäufers, oder am Weg dahin) wohnt und Dir seinen Dongle kurz ausleihen würde.
Eine "SoH"-Information gibt der Bordcomputer allerdings nicht heraus, immerhin die Amperestunden (Ah). Da kann dieser Thread weiterhelfen wenn Du wissen willst, was nach Alter und Laufleistung noch als gut anzusehen ist. Speziell kannst Du Dir diese Tabelle mal ansehen, die der user datom aus den Daten erstellt hat. Wertvolle Informationen!
Wenn ich vor Ort mir einen anschauen will, möchte ich schnell im Bilde sein, wie es um den Akku bestellt ist.

"Schnell" findest Du nur den Ah-Wert und die Zellspannungen (die Dir aber ohne weiteres noch nicht viel helfen werden, siehe unten).
Würde man die Zellspannung der einzelnen Zellen auslesen können?

Ja, das kann CaniOn.
Wenn da welche mit zu viel Drift drin sind, dann weiß ich ja woran ich bin.

Nicht ohne Weiteres. Im voll geladenen Zustand gibt es fast nie relevanten Drift (außer es wurde in der letzten Zeit nur mit CHAdeMO geladen, dann kann es zu Drift auch bei hohem SoC kommen, da bei Schnellladung nicht balanciert wird).
In entladenem Zustand gibt es fast immer Drift (insbesondere wenn schnell entladen wurde: schnelles Fahren und Heizen machen sich da bemerkbar), da muss man halt sehen ob der Drift relevant ist.
Für eine vernünftige Aussage über die Qualität der Batterie anhand des Drifts müsste man:
- den Akku an AC auf 100% SoC laden (kann man ja mit dem Anbieter vereinbaren, dass er das macht)
- das Auto im Rahmen einer ausgiebigen Probefahrt mit geringer bis mäßiger Belastung nah an 0% SoC leerfahren (dabei auf eine nahegelegene Schnellladesäule und Resrtreichweite / Erreichbarkeit achten - oder: mit 2 Personen und Verbrenner angereist sein, Abschleppstange oder -Seil dabei haben)
- dann auslesen und die Differenz der Zellspannungen betrachten.

Leider kann ich Dir keine Zahlenwerte geben, bis zu welcher Spannungsdifferenz man die Batterie noch als "gut" betrachten und ab welcher man von einem Kauf lieber Abstand nehmen sollte.

Ich denke, da muss man auf ein paar Dinge achten:
1.) Ah-Wert. einen 2013er Drilling mit unter 40 Ah würde ich eher nicht in Betracht ziehen, außer:
2.) die Kapazität wird durch wenige Einzelzellen heruntergezogen, die einen deutlichen Drift aufweisen und
3.) Du traust Dir einen Zellentausch zu sowie
4.) der Preis ist sehr günstig.

Ich denke, Du wirst nach 1.) aufhören nachzudenken :mrgreen:

Worauf sollte ich noch achten? Gibt's bekannte Probleme beim Drilling? Rückrufaktionen? usw?

Dazu wurde schon so viel geschrieben ...
Einiges findest Du z.B. hier oder dort und an dieser Stelle habe ich dazu schon mal einiges geschrieben. Ansonsten hier im Drillingsforum mal nach "Rückruf" suchen.
Wäre euch für ein paar Ratschläge echt dankbar
.
Aber gern doch :-)
Gruß
Werner
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Re: Kaufberatung - Drilling

Beitragvon trekki1990 » Mo 9. Apr 2018, 14:49

iOnier... WOW...

Einfach nur "WOW". Danke für deinen äußerst gut geschriebenen Beitrag! Den kann man so eigentlich unverändert in eine Knowledgebase übernehmen. Das hilft mir auf jeden Fall weiter! Danke!

VG trekki
Gruß
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Re: Kaufberatung - Drilling

Beitragvon wp-qwertz » Mo 9. Apr 2018, 16:07

ja, "unser" iOner ist da schon spitze - das ist mir auch schon aufgefallen :D
werde kunde: http://links.naturstrom.de/lm4j und tu gutes: die "Andheri-Hilfe Bonn e.V." bekommt den bonus.
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Re: Kaufberatung - Drilling

Beitragvon Ion-Fahrer seit 2016 » Mo 9. Apr 2018, 19:02

Zwischen dem Drilling und dem Twizy kommt demnächst noch ein neues E-Modell: der Microlino eine elektrische Isetta (im Prinzip ein Twizy mit Türen, Heizung und 2 Sitzen) Für eine kurze Pendelstrecke sicher auch gut geeignet.
http://www.micro-mobility.com/de/micro- ... /microlino
Ansonsten ist der Drilling eine tolle Kiste, macht richtig Spaß den zu fahren. Alltagsreichweite sind bei mir eher 100 km, reicht aber für normalen Gebrauch völlig aus.
Würde den sofort wieder kaufen ;)
Noch ein Tipp, eine isolierte Heizung (nicht serienmäßig aber bei vielen Drillingen nachgerüstet) ist von Vorteil um Energieverluste zu reduzieren.
Peugeot Ion Active, EZ 16.12.2016
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Sion #0433 und Microlino EV reserviert ;)
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Re: Kaufberatung - Drilling

Beitragvon iOnier » Mo 9. Apr 2018, 22:14

Ion-Fahrer seit 2016 hat geschrieben:
Zwischen dem Drilling und dem Twizy kommt demnächst noch ein neues E-Modell: der Microlino eine elektrische Isetta (im Prinzip ein Twizy mit Türen, Heizung und 2 Sitzen)

2 Sitze hat der Twizy auch (wobei ich mir habe sagen lassen, dass hinten nicht jeder Platz nehmen kann; erfordert wohl ein gewisses Minimum an Beweglichkeit).

Ist der Microlino denn im Preis konkurrenzfähig? Und AFAIK sieht das da mit der passiven Sicherheit nicht so toll aus, WIMRET ist das wie der Twizy ein L7e-Fahrzeug, das diesbezüglich kaum Anforderungen erfüllen muss. Käme für mich als Familienvater nicht mehr in Frage, jedenfalls nicht wenn Kind mitfährt.

Ansonsten ist der Drilling eine tolle Kiste, macht richtig Spaß den zu fahren. Alltagsreichweite sind bei mir eher 100 km, reicht aber für normalen Gebrauch völlig aus.
Würde den sofort wieder kaufen ;)

Dito :-)
Sommerreichweite auf meiner ländlichen Pendelstrecke eher bei 120-130 km, je nachdem wie scharf man sich an die 0% SoC heran traut :-)
Wenn ich es mit der Sparsamkeit übertreibe schaffe ich sogar die 150 km NEFZ, aber dann macht das Fahren keinen Spaß mehr.
Winterreichweite bei 75-80 km, ich muss endlich die Heizung isolierten lassen ...
Gruß
Werner
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Re: Kaufberatung - Drilling

Beitragvon drilling » Mo 9. Apr 2018, 22:54

Bald gibt es ja auch noch den e.Go wobei der auch vom Preis/Leistungsverhältnis nicht mit den Drillingen mithalten kann (keine Schnelladung, nur 2 Türen, weniger Platz im Innenraum).
http://www.e-go-mobile.com/de/modelle/e.go-life/
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Re: Kaufberatung - Drilling

Beitragvon AndreR » Di 10. Apr 2018, 13:21

iOnier hat geschrieben:
Du brauchst aber einen geeigneten OBD2-Dongle, Empfohlen werden: OBDLink LX Bluetooth, OBDLink MX Bluetooth, OBDLink SX, OBDLink MX WiFi. "Billigadapter" funktionieren nicht, da sie die Daten nicht filtern können und die Datenrate zu groß wird.

Wo bekommt man so einen Dongle denn her und was darf der maximal kosten?
Erstfahrzeug: Mégane 4 GT 165 PS 1.6 Diesel (*17) Zweitfahrzeug: Nissan Leaf ZE1 Zero Edition (*18)
Sonst so gefahren: Hyundai i30 (*09, 10–12); Smart Fortwo (11–12); Renault Mégane III Dynamique (*09, 12–16); Mégane 4 BOSE Edition EDC (*16, 16–17)
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Re: Kaufberatung - Drilling

Beitragvon iOnier » Di 10. Apr 2018, 14:54

AndreR hat geschrieben:
Wo bekommt man so einen Dongle denn her und was darf der maximal kosten?

am günstigsten dürfte der OBDLink LX Bluetooth sein und den bekommst Du um 70-80 €, was ich eben mal schnell ergugelt habe (hättest Du aber auch selbst können). Ich hab' vor 2,5 Jahren noch was bei 100 € bezahlt ... deswegen ja auch mein Verweis, sich den evtl. auszuleihen. Nur für 'ne Probefahrt mag man sich sowas ja kaum kaufen. Wobei - falls Du Dich im Prinzip schon für einen Drilling entschieden hättest wäre das durchaus eine Option, Du könntest den Dongle ja weiter verwenden (bei mir steckt er immer im OBD-Port).
Gruß
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Re: Kaufberatung - Drilling

Beitragvon trekki1990 » Di 10. Apr 2018, 15:08

iOnier hat geschrieben:

Ist der Microlino denn im Preis konkurrenzfähig? Und AFAIK sieht das da mit der passiven Sicherheit nicht so toll aus, WIMRET ist das wie der Twizy ein L7e-Fahrzeug, das diesbezüglich kaum Anforderungen erfüllen muss. Käme für mich als Familienvater nicht mehr in Frage, jedenfalls nicht wenn Kind mitfährt.


Genau deswegen will ich ja von Twizy weg, um den Knirps mal mitnehmen zu können. So muss ich jedes Mal nach Hause, Twizy abstellen und dann zu Fuß den Kleinen von der Kita abholen, wenn ich mal eher als meine Frau zu Hause bin. Außerdem können wir kleinere Fahrten mal schnell mit dem Drilling dann erledigen.

Eine ZOE hatte ich zuerst ins Auge gefasst (hätte ich meiner Frau auch besser verkaufen können, sieht halt richtig schick aus) aber ich habe absolut kein Bock auf Batteriemiete. Der Zweitwagen soll so wenig wie möglich laufende Kosten verursachen. Der wird dann gefahren bis er auseinanderfällt.

Stick ausleihen... Wenn wir einmal dabei sind: Würde mir den jemand ausleihen wenn bei mir eine Probefahrt anstünde?
Einen Händler habe ich gestern gefragt nach einem technischen Ausdruck der Citroen Werkstatt. Er hat extra für nächste Woche einen Termin mit Citroen vereinbart um eine Messung machen zu lassen.

Geht speziell um dieses Angebot:

http://suchen.mobile.de/fahrzeuge/detai ... =260152205

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