Eigenes Ladekabel an Chademo-Säule?

Eigenes Ladekabel an Chademo-Säule?

Beitragvon gesatesa » Sa 11. Feb 2017, 12:15

Liebe Forum-Mitglieder,
ich oute mich gleich zu Anfang als völlige Null in elektronischen Belangen- daher bitte ich um Nachsehen, wenn meine Frage merkwürdig ist.
Wir fahren einen Citroen C-Zero, Bj. 1/2011 und laden diesen ganz schlicht und einfach an einer Steckdose auf, die wir zu unserem privaten Parkplatz verlegt haben.
Es hat sich bisher bei uns in Kiel nur eine öffentliche Ladestation angeboten, die für uns nützlich ist, wo wir auch unseren normalen Stecker (wie sagt Ihr hier: mit Ziegel??) einstöpseln und tanken.
Nun interessiert mich aber doch die Schnellladung irgendwie. Ich würde die gerne mal testen und frage Euch: braucht man dafür ein eigenes Kabel oder sind die Kabel in den Ladesäulen vorhanden?
Wenn nicht, was würde die Anschaffung eines solchen Kabels kosten und worauf hätten wir zu achten?
Vielleicht kann mir jemand ja auch noch mal diese Typ1/Typ2 Unterscheidung erläutern... Ich als Frau nutze die Technik, aber verstehe sie nicht ;-))
Vielen Dank!!
gesatesa
 
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Re: Eigenes Ladekabel an Chademo-Säule?

Beitragvon rolandk » Sa 11. Feb 2017, 12:21

CHAdeMO Ladepunkte haben immer ein Kabel. Ein "eigenes Kabel", das Dir gehört, wirst Du auch gar nicht kaufen können.

Solche eigenen Kabel gibt es bei Typ2-Ladeanschlüssen.

Roland
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Re: Eigenes Ladekabel an Chademo-Säule?

Beitragvon Spüli » Sa 11. Feb 2017, 13:04

Moin!

Um von Kiel aus mal einen Chademo-lader zu sehen (und zu testen) mußt Du Dich auf den Weg nach Rendsburg machen. Dort steht ein Schnelllader mit allen Anschlüssen. Die Kiste ist wohl auch noch kostenlos nutzbar:

http://www.goingelectric.de/stromtankst ... -19/11667/
Gruß Ingo
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Re: Eigenes Ladekabel an Chademo-Säule?

Beitragvon gesatesa » Sa 11. Feb 2017, 14:10

Das sind doch schon mal hilfreiche Antworten, vielen Dank!!
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Re: Eigenes Ladekabel an Chademo-Säule?

Beitragvon iOnier » Sa 11. Feb 2017, 23:47

gesatesa hat geschrieben:
Es hat sich bisher bei uns in Kiel nur eine öffentliche Ladestation angeboten, die für uns nützlich ist, wo wir auch unseren normalen Stecker (wie sagt Ihr hier: mit Ziegel??) einstöpseln und tanken.

Fürs unbeobachtete öffentliche Laden sind Typ1-Schuko-Ladekabel schlecht geeignet. Am Auto kann man sie vielleicht noch mit einem Schloss gegen Diebstahl sichern (viele der Typ1-Stecker haben an der Drucktaste zur Entriegelung ein Loch, durch das man ein Vorhängeschloss ziehen und damit die Betätigung verhindern kann), aber gegen ein Ziehen des Steckers aus der Schuko-Steckdose (und damit ärgerlichen Ladeabbruch) ist meist keine Sicherung vorhanden. Und das wäre noch eine vergleichsweise milde Form von in Kiel selbst erlebtem Vandalismus ...
Ich habe mir dann einen Lufty gekauft. Und ein Typ1-Typ2-Ladekabel, das ich jetzt sichern kann, indem ich es durch den damit einen Spalt offenen und dennoch verriegelten Kofferraum ziehe. Dummerweise hat das Kabel das Loch am Drucktaster nicht, so dass man es mir autoseitig immer noch ziehen könnte (woraufhin dann auch die Ladesäule entriegeln würde), aber immerhin kann es so nicht mehr einfach geklaut werden.
Vielleicht kann mir jemand ja auch noch mal diese Typ1/Typ2 Unterscheidung erläutern... Ich als Frau nutze die Technik, aber verstehe sie nicht ;-))

Das tun auch (selbst hier ;-)) viele Männer nicht ...
Damit Dein Haus nicht abbrennt, wenn ein elektrisches Gerät (oder mehrere z.B. an einem Steckdosenverteiler) mehr Strom ziehen, als die Leitung verträgt ohne zu warm zu werden, hast Du einen Sicherungskasten im Haus, in dem mehrere Sicherungen jede Leitung gemäß ihrer Belastbarkeit absichern.

- Bei Ladestationen soll aber möglichst keine Sicherung fliegen, sie sollen zuverlässig funktionieren.

Aber:
- E-Autos können über sehr unterschiedlich leistungsfähige Ladegeräte verfügen
- Ladestationen können sehr unterschiedliche Ladeleistungen ermöglichen

Damit das also zusammenspielt und nicht ständig Sicherungen fliegen (und man sich eine leistungsfähigere Ladestation suchen muss, die es in Reichweite womöglich dann gar nicht gibt) hat man sich überlegt, dass Auto und Ladestation sich miteinander unterhalten können sollten. Dafür hat man sich dann Stecksysteme ausgedacht, die neben den Kontakten für die Leistungsübertragung auch Kontakte für einen minimalen (dem Zweck aber genügenden) Datenaustausch vorsehen.

So ist für einphasige Ladung der Stecker Typ1 entstanden, für dreiphasige Ladung der Stecker Typ2.

Japan und die USA haben ein (überwiegend) einphasiges öffentliches Stromnetz, so dass dort der Stecker Typ1 üblich ist. Somit auch bei E-Autos, die aus Japan importiert werden.

In Europa ist ein dreiphasiges öffentliches Stromnetz Standard, so dass sich hier der Stecker Typ2 durchgesetzt hat.

Da es technisch kein Problem ist, von drei "angebotenen" Phasen nur eine zu nutzen (nichts anderes tust Du, wenn Du zu Hause an Deinem wahrscheinlich dreiphasig angeschlossenen Herd nur eine Platte einschaltest), kann man auch mit einem Typ1-Typ2-Adapterkabel an einer Typ2-Ladestation laden. Insofern ist der Typ1-Stecker an unseren Drillingen ein gewisser, aber kein katastrophaler Nachteil.

Das mitgelieferte Ladekabel enthält übrigens eine sogenannte ICCB (In-Cable-Control-Box oder In-Kabel-Kontrollbox, hier im Forum auch gerne "Ziegelstein" oder kurz "Ziegel" genannt). Das ist im Grunde nichts anderes als eine "Minimal-Ladestation", die dem Auto sagt, dass es hier bitte schön nicht mehr als z.B. 8 oder 10 Ampere Ladestrom ziehen darf. Was eine handelsübliche Schuko- (Schutzkontakt, das ist der freiliegende Kontakt, den Du in jeder Steckdose zu Hause sehen kannst) Steckdose halt vertragen können sollte. Typische Typ2-Ladestationen erlauben aber 11 oder 22 kW Leistungsentnahme, also pro Phase 16 oder 32 Ampere. An einer Typ2-Ladestation kann unser Drilling also ganz locker die vollen etwa 13,5 Ampere ziehen, die sein Ladegerät bei voller Ladeleistung aufnimmt. Mit einem Ladekabel, das über einen einstellbaren ICCB verfügt, kannst Du das zwar auch am häuslichen Stromnetz tun, solltest Dir dann aber eine blaue CEE-Steckdose ("Campingsteckdose") oder eine Drehstromsteckdose "CEE rot") montieren lassen. Solche vertragen diese Stromstärke als Dauerlast, eine normale Schuko-Steckdose eben nicht.

Wenn Du also auf öffentliches Laden angewiesen bist, kaufe Dir unbedingt ein Typ1-Typ2-Ladekabel. Und achte darauf, dass der autoseitige Stecker mit einem Vorhängeschloss gesichert werden kann. Und wenn Du sicher sein willst, dass es auch wirklich an jeder Ladestation eingesetzt werden kann, dann besorge Dir eins, das auf 32 Ampere kodiert ist (bei Typ2 "sagt" auch das Kabel der Ladestation, wie viel Strom es verträgt). Manche Ladestationen haben nur 32 Ampere-Sicherungen und verweigern bei einem auf 16A kodierten Kabel das Laden (weil bei einem Defekt oder Fehleinsatz an einem Auto, das mehr als 16A ziehen kann theoretisch das Kabel überhitzen und in Brand geraten könnte). Das gilt zwar nur für die älteren Ladestationen, die moderneren (und das sind inzwischen die meisten) haben zusätzlich 16A-Sicherungen, auf die sie bei Erkennung eines 16A-Ladekabels umschalten. Aber man kann immer noch an eine Ladestation geraten, die das nicht kann und dann das Laden verweigert. Und nach Mc Murphy ist das genau dann der Fall, wenn man auf die Ladung dringend angewiesen ist ...

Dein Auto ist übrigens an Typ2 (oder am Hausnetz mit einem 16A-Ladeziegel) auch deutlich schneller geladen als an Schuko (so etwa 5 Stunden von 0-100% statt etwa 9 Stunden). Und es ist auch nicht teurer; der Momentan-Stromverbrauch ist zwar höher, die entnommene Energiemenge aber praktisch gleich.
Gruß
Werner
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Re: Eigenes Ladekabel an Chademo-Säule?

Beitragvon gesatesa » So 12. Feb 2017, 12:33

Hallo Werner,
das ist eine wirklich ausführliche Beschreibung, mit der ich absolut was anfangen kann.
Vielen herzlichen Dank für Deine guten und hilfreichen Infos!!
Viele Grüsse
Gesa
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Re: Eigenes Ladekabel an Chademo-Säule?

Beitragvon iOnier » So 12. Feb 2017, 21:10

Gern geschehen!

Vielleicht trifft man sich ja mal in Kiel beim Laden; ich bin gelegentlich da.
Gruß
Werner
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