Chademo Ladestop bei 80%

Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon Helfried » Do 15. Sep 2016, 12:32

Lisa hat geschrieben:
No 4 hinkt machnmal um 0,005V hinterher

5 Tausendstel Volt sind gar nicht relevant, nicht einmal ein bisschen!
Interessant wird es dann im Bereich der zweiten Nachkommastelle.

Leider ist es technisch wesentlich einfacher wenn auch viel ineffizienter, z.B. 99 von 100 Zellen beim Laden zu bremsen, statt eine nachhinkende Zelle zu pushen. Das ist auch der Grund, warum das Balancieren so extrem langsam geht.

Außerdem neigen schlechte Zellen beim Laden eher zu überhöhter Spannung statt zu tiefer, sodass dann nur 1 Zelle gebremst werden muss.
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Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon bm3 » Do 15. Sep 2016, 13:39

Helfried hat geschrieben:
...Leider ist es technisch wesentlich einfacher wenn auch viel ineffizienter, z.B. 99 von 100 Zellen beim Laden zu bremsen, statt eine nachhinkende Zelle zu pushen. Das ist auch der Grund, warum das Balancieren so extrem langsam geht.


Wäre dann ein "aktives" BMS mit permanenter Ladungsumverteilung und ist wohl etwas aufwendiger aber durchaus machbar.
Auch die technisch wesentlich elegantere Lösung.
Warum die meisten Hersteller das nicht einbauen und da sparen wollen :?:

VG:

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Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon Lisa » Do 15. Sep 2016, 14:28

Wegen der 5mV: Ich denke, das ist (in etwa) das unterste Bit vom A/D Wandler, und damit eher Rauschen als Information:
Ohne die Zelle 4 hätte wohl ich einen Fehler irgendwo vermutet, denn das Schaubild im Canion sieht schon seltsam aus, immer alle gleich, ohne Abweichungen, "Diff = 0.000Volts".

Spannend (und gut für unsere Lisa) finde ich allerdings, dass die Spannungen aller Zellen so gleich sind, sogar inklusive Rauschen: Das Auto ist immerhin gebraucht gekauft. Es hat auch erst(?) 22700km runter. Ein schlechtes Zeichen kann es doch eigentlich nicht sein.

Ich denke, die Effizienz beim Balancieren ist eine Abwägung:
Die Hoffnung ist sicher (vom Hersteller), dass die Zellen alle sehr ähnlich sind und man daher "selten" den Bedarf dafür hat:
Für etwas das nur selten benötigt wird, kann man auch wenig Aufwand in der Entwicklung und im realen Auto spendieren:
Also bremst man eben die anderen Zellen und muss deshalb Pausen machen. Das ist einfach und funktioniert sicher.

Ähnliche Abwägungen gibt es überall.
Bei VW zum Beispiel: niedrige Stickoxid-Werte braucht man nur selten (auf dem Prüfstand für die USA), sonst ja nie.

(Nicht immer sind diese Abwägungen wirklich böse oder schlecht)
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Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon Helfried » Do 15. Sep 2016, 14:34

Lisa hat geschrieben:
Ich denke, die Effizienz beim Balancieren ist eine Abwägung:
Die Hoffnung ist sicher (vom Hersteller), dass die Zellen alle sehr ähnlich sind und man daher "selten" den Bedarf dafür hat:
Für etwas das nur selten benötigt wird, kann man auch wenig Aufwand in der Entwicklung und im realen Auto spendieren:
Also bremst man eben die anderen Zellen und muss deshalb Pausen machen. Das ist einfach und funktioniert sicher.


Da hast du sicherlich recht. Nur im Laufe von 10 Jahren sollte das Balancieren schon mal nötig sein, denk ich, und dann werden alle Autos Probleme bekommen. Man kennt das von E-Bikes, die teils ausschließlich wegen der Balancier-Probleme einen Totalschaden erleiden. Man kann die E-Bike-Akkus zwar mit Know How selber balancieren, aber die übliche Hausfrau mit Hund nicht. Bei Autos fürchte ich Ähnliches. Es wird dann ein sündteures "Refresh Service" angeboten werden. :)

Positiv ist, dass meine arg gestressten Rasenmäher-Akkus (Tesla-ähnliche Zellen) seit vier Jahren nicht ein bisschen driften. Das ist schon sehr erstaunlich. Der Rasenmäher hat übrigens nicht einmal einen Balancer deshalb.
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Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon Lisa » Do 15. Sep 2016, 15:53

Helfried hat geschrieben:
Es wird dann ein sündteures "Refresh Service" angeboten werden. :)


:-)
Oder so:
Wir nehmen ihren alten Akku in Zahlung und sie bekommen von uns einen neuen, überholten Akku zurück!
Total günstig!
Der Spiegel oder so wird dann irgendwann rausfinden, dass die nur die Zellen ausmessen und balancieren und gar keine
Materialkosten haben, was für ein Skandal...

Im Ernst:
Real ist ja eine Balancierung drin, und die funktioniert auch, denke ich. Sie könnte effizienter (vom Stromverbrauch) sein.
Aber wäre dann wohl auch teurer geworden? Angenommen, man würde im Drilling pro Zelle 5 Euro mehr benötigen, um was Gutes zu bauen, sind das auch schon 400 Euro. Für uns Endkunden also 2000 Euro mehr?
Dann lieber einen besseren AC/DC Wandler mit kW. Wenn der dann manchmal runterschalten muss, ok.
Hauptsache er ist meistens schnell.
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Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon Lisa » Mi 28. Sep 2016, 18:48

Ich habe jetzt mal die letzte Zeit nur mit Chademo geladen:
War zwar nie richtig leer (so 50% oder höher), aber ich wollte da ein wenig beobachten, was die Zellen so machen.
Meine Beobachtung mit den gleichen Spannungen war quatsch, jedenfalls im Sinne von falsch interpretiert:
Wahrscheinlich habe ich immer einen Blick drauf gehabt, wenn die Zellen bereits im "konstante Spannung" Bereich waren, also wo der Strom dann sinkt. Dass die Spannungen alle (fast) gleich sind, ist da wohl kein Wunder.

Ist diese Spannung noch nicht erreicht, ist das Bild auch genau so, wie ich es erwartet hatte:
Bei allen Zellen steigt die Spannung, aber nicht gleichzeitig, sondern verteilt. "Verrauscht" würde ich das nennen.
Was mich beruhigt hat für meinen konkreten Akku: Meistens bleibt der Abstand "min" zu "max" bei 5mV, ganz selten mal kurz 10mV. Mehr war es nie, trotz vielleicht 8x Chademo Ladung, ohne einer Beobachtung eines Balancing.

Das Laden war immer bei Aldi, und daher max etwa 15kW, also nicht wirklich brutal für die Zellen. Auch gefahren wurde das Auto "schonend", so ich das denn beurteilen kann. Aber so in "Balance" wie die Zellen wäre ich selber gerne :-)

Wegen dem 80% Stop:
Den Abschaltzeitpunkt konnte ich tatsächlich ganz gut schätzen, wobei es ja auch kaum Variationen gab.
Es wäre aber auch eine schöne Option für die Canion App, den groben Zeitpunkt zu nennen:
"Ihr Auto wird in 16min wahrscheinlich über 70% sein und ohne Neustart der Ladung in 23min wahrscheinlich dann abschalten".

Ich denke so eine App könnte man auch unabhängig machen mit den Anzeigen der Säulen und kurzem Eintippen der Werte:
Prozentwert eingeben, Taste drücken wenn der Wert umspringt, dann nochmal Taste drücken wenn der erneut umspringt. Damit kennt man die Zeit von 1% und kann eine Schätzung machen. Alternativ kann man auch den Strom, die kW, ... verwenden ein eingeben (so denn vorhanden). Das könnte ja auch für andere Autos interessant sein?!

Fälle wo das nicht hilft:
Die Aldi Säulen haben mich ein paar Mal "geärgert" und gemeint "die maximale Ladezeit wurde erreicht". Einmal kam das nach 29min (bei 72% begonnen und weit über 80% inzwischen, vielleicht war es ja der Sprung auf 30min?), zweimal schon in der ersten Minute. Das ist aber sicher ein Problem bei Aldi und nicht vom Auto.
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Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon AbHotten » Mo 3. Okt 2016, 09:12

Bei den SoC die du beim Chademo laden beschreibst wirst du kein unbalancing zu sehen bekommen... Fahr die Kiste mal leer bis ganz nach unten, dann siehst du sowas:
Bild
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Tesla Model ≡ reserviert am 02.03.2016
Mitubishi i-MiEV seit dem 16.04.2016
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Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon iOnier » Mo 3. Okt 2016, 22:10

Ups, da scheint aber eine Zelle (#27, soweit ich das erkennen kann) nicht mehr so toll zu sein ... und #32 nicht viel besser ... ich hab' letztens mal bei 8% SOC einen Screenshot gemacht, hatte allerdings erst 7.000 km 'runter, Deiner hat halt 29.000 km mehr auf der Uhr. Oder hattest Du bloß länger nicht balanciert?
pict_2016-06-13_10-40-55.png

Upps, letztens mal ist relativ, liegt ja auch schon wieder mehr als 4.000 km zurück :)
Gruß
Werner
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Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon joloeber » Mo 3. Okt 2016, 22:56

Tja Werner, das wird mit der Zeit noch schlimmer...

pict_2016-09-13.png
Nach 9 CHAdeMO-Ladungen in 16 Stunden

Auf der Rückfahrt von Gelting ins Rhein-Main-Gebiet.
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Re: Chademo Ladestop bei 80%

Beitragvon iOnier » Mo 3. Okt 2016, 23:17

118.000 km; das wäre bei einem Verbrenner-Kleinwagen ja schon fast die Verschleißgrenze :-)

Aber was mich etwas beruhigt: dass das alles 88-Zeller sind; mein noch ziemlich neuer iOn mit 80-Zellen-Batterie hat ja die angeblich standfesteren LEV50N-Zellen. Mal abwarten, wie sich das bewahrheitet. Außerdem haben die Zellen bei mir wenig zu leiden: praktisch nur Land-/ Dorfstraßenbetrieb, keine langen schweren Steigungen, wird auch sonst nicht viel "getreten", seit der Überführung nur noch "Normalladung", geringe Ladehübe, ...

Wie sehen Deine Reichweiten denn noch aus?
Gruß
Werner
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