PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon Weanarin » Di 26. Dez 2017, 06:53

Zum letzten Posting zu diesem Thema im PV Thread - wo schon mehr als ein Jahr nichts Neues kam - habe ich keine Antwort bekommen. Meine Frage als e-technischer Laie: haben sich in der Zwischenzeit neue Lösungen für Speicher ergeben?

Ich habe soeben eine Photovoltaikanlage montiert bekommen, die Wallbox von BMW gibt es demnächst, daher frage ich noch: was müsste man zur Installation eines Speichers beachten und zu welchen Kosten ist das machbar?
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Re: PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon kub0815 » Di 26. Dez 2017, 08:13

Ich halte Batteriespeicher noch nicht für wirtschaftlich genug das ich mir einen anschaffen würde. Außerdem ist meiner Meinung nach die Betriebsart zur Eigenverbrauchserhöhung nicht wirklich gut für die Energiewende. Solange sich da nichts an den Tarifen tut macht ein Speicher für mich keinen Sinn.

Es muss sich lohnen dann Energie zu speichern wenn viel Grünstrom im Netz ist und Strom selber zu verbrauchen wenn wir zuwenig davon haben.
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Re: PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon Spüli » Di 26. Dez 2017, 09:36

Moin!
Bevor man einen Speicher anschafft, sollten zwei Bedingungen erfüllt sein:
1) Maximale Belegung aller Dachflächen mit PV. Also auch Carport, Garage und Co unter die Lupe nehmen. Denn Strom aus der PV (oder ggf BHKW) ist die Eingangsgröße für den Speicher.
2) Ermittlung des Stromverbrauchs im Haushalt. In erster Linie zählt dazu der Verbrauch in der Nacht. Laufen evtl. noch Wärmepumpen im Haus als Heizung?

Erst wenn wirklich keine Flächen für die PV mehr da sind, aber immer noch Spielgeld für das Hobby über ist, sollte man an einen Akku Speicher denken. Der Speicher sollte dann mindestens 3kW liefern können, um Haushalt (<500W) und Auto (1~10A) ohne Einschränkungen versorgen zu können. Als Lösungen mit dem derzeit besten Preis-Leistungs-Verhältnis gelten derzeit wohl die PW2 von Tesla und der Speicher von LG. Also von der Größe in etwa 10 kWh und darüber. Preislich liegt das dann bei etwa 7-10k je nach Rahmenbedingungen.
Gruß Ingo
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Re: PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon Weanarin » Di 26. Dez 2017, 09:45

Danke und Gruß nach Gifhorn
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Re: PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon endurance » Di 26. Dez 2017, 10:12

Lohnen ist ein sehr subjektiver Begriff.

Wenn es um das finanzielle geht muss man sich das indiduell ausrechnen. Ich kenne mich in AT zuwenig aus - wieviel Vergütung gibt es für PV, was kostet der Bezug - wie ist der Eigenverbrauch pro Jahr und was produziert die Anlage pro Jahr im Schnitt. Was verbraucht Ihr direkt am Tag und was bezieht ihr in der Nacht, damit kannst Du dann berechnen was Du denn sparen könntest (tags in die Batterie und nacht nutzen).

Generell ist die PW2 von Tesla OK vom Preis her. Was die Kapazität angeht typischerweise sagt man Jahreverbrauch in MWh=PV PeakLeistung kWp=StorageKapa der Batterie in kWh. Also 10.000kWh Verbrauch->10kWp PV -> 10kWh Batterie das ist aber nur ein sehr grober Richtwert. MEINE Meinung: Wenn Vergütung passt und man Süddach ohne Verschattung hat würde ich sagen je mehr desto besser. Speicher an dem Ausrichten was man über Nacht zieht oder wie lange man autark sein möchte.


BTW: das Speicher jetzt kontraproduktiv zur Energiewende sind muss man mir mal genauer erklären - Eigenverbrauchserhöhung heisst ja nicht im Gesamten den Verbrauch zu erhöhen oder weniger Grünstrom zu verwenden.
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Re: PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon DaKienes » Di 26. Dez 2017, 10:38

Bitte nicht außer Acht lassen, dass die Rahmenbedingungen in Österreich und Deutschland gänzlich unterschiedlich sind. In AT sind die Strompreise deutlich niedriger, dafür aber auch die Einspeisevergütungen. In AT betrachte ich die Wirtschaftlichkeit in erster Linie im Bezug auf eine Eigenverbrauchsoptimierung und da rechnet sich ein Speicher bei uns eher als in DE. Der pauschale Tipp der maximale Ausnützung der Dachflächen den Vorrang zu geben ist in AT kein guter Rat, weil wir kein EEG haben.
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Re: PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon Solarmobil Verein » Di 26. Dez 2017, 10:56

Was kub0815 meint, ist, daß die im Speicher gespeichterte Strommenge nicht als Regelenergie zur Verfügung steht.
Für die Energiewende als großes Ganzes wäre es besser, wenn die privaten Hausspeicher auch den überschüssigen Strom von außen aufnehmen könnten.
Können sie, aber dem entgegen stehen die gesetzlichen Regelungen. Man könnte sich fragen: Warum eigentlich? Weil es (noch) nicht gewollt ist?

Ob sich ein Speicher (halbwegs) lohnt oder nicht, muß jeder für sich ausrechnen. Eine Pauschalaussage ist nie richtig. Die Randbedinungen sind da für jeden einfach zu unterschiedlich.

Jetzt kenne ich die steuerlichen Gegebenheiten in Österreich nicht, aber für Deutschland wäre es auf jeden Fall besser gewesen, den Speicher zeitgleich mit der PV-Anlage als eine Gesamtanlage in Betrieb zu nehmen. Wird der Speicher nachträglich installiert, ist das Privatvergnügen und der Speicher kann nicht abgeschrieben werden.

Aktuell habe ich eine Tesla Powerwall 1 mit 6.4kWh nutzbarer Kapazität (und eine PV mit 9.81kWp, allerdings Ost-Süd-West-Ausrichtung).
Wenn ich die Powerwall separat betrachte, rentiert sich die nie. Das stand damals bei Installation aber auch nicht so sehr im Vordergrund. Denn bei 5kWh täglichem Durchsatz (im Schnitt) müßte sie etwa 16 Jahre laufen, bis der umgelegte kWh-Preis dem Invest entspricht. Die Intention war so, weil eines unserer E-Fahrzeuge mehrheitlich dann geladen wird, wenn keine Sonne mehr da ist, da es tagsüber eben immer unterwegs ist. Und da sollte der Strom auch möglichst der eigene sein.

Den bisherigen Stand der PV-Anlage und den weiteren Ausbau im kommenden März (so die Planung seitens des Solarteurs) auf insgesamt 19.5kWp mit einer weiteren Powerwall 2 (13.4kWh nutzbare Kapazität; muß bei 10kWh täglichem Durchsatz 7.5 Jahre laufen, bis Preisparität erreicht ist) sehe ich auch als Vorbereitung für die größtmögliche Autarkie, wenn in ca. 3-5 Jahren die Heizung (aktuell Öl) fällig wird.
Da soll dann ein Nano-Brennstoffzellen-BHWK (möglichst mit 1-1.5kW el) rein mit einer dritten Powerwall. Der Netzanschluß ist dann wirklich nur noch ein Backup für absolute Notfälle - und eben zum Einspeisen.
(WP egal welcher Bauart ist nicht sinnvoll möglich bei uns, um diesen Vorschlägen gleich vorzubeugen. Alles schon planerisch und rechnerisch durchexerziert.)

Das BHKW soll nur im Winterhalbjahr laufen, wo es mir auch den Strom produziert, den die PV-Anlage da nicht liefert. Im Sommer soll das Warmwasser simpelst über den PV-Strom erzeugt werden. Nicht unbedingt die effizienteste Methode, aber der Strom ist da.
Mal sehen, ob das so geht, wie ich mir das vorstelle.
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Re: PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon kriton » Di 26. Dez 2017, 11:09

Wenn der Netzbezug in AT wesentlich günstiger ist, dann rechnen sich die Vorteile eines Speichers noch weniger. M.E. gilt, egal wie die Eckdaten sind, alles was ich heute mit einem Speicher machen könnte, ist in drei Jahren deutlich wirtschaftlicher.
warte auf den Sion
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Re: PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon kub0815 » Di 26. Dez 2017, 11:13

endurance hat geschrieben:
BTW: das Speicher jetzt kontraproduktiv zur Energiewende sind muss man mir mal genauer erklären - Eigenverbrauchserhöhung heisst ja nicht im Gesamten den Verbrauch zu erhöhen oder weniger Grünstrom zu verwenden.


Hi,
nachts wird es bald so sein das sie Windräder aus dem Wind drehen müssen weil zu wenig verbraucher da sind. Demgegenüber speichern wir Tagsüber wo der meiste Stromverbrauch stattfindet auch diesen.

Schau dir mal diese Webseite an.
http://mix.stromhaltig.de/gsi/

Viele Grüsse
Jürgen
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Re: PV und Wallbox vorhanden, Speicher sinnvoll?

Beitragvon Toumal » Di 26. Dez 2017, 11:14

Nicht vergessen, ab 2018 gibt es in AT eine sehr interessante Foerderung fuer Stromspeicher: http://www.schuetz-technik.at/photovolt ... sterreich/
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