Vergleich E Motoren vs. i3 Motor

Vergleich E Motoren vs. i3 Motor

Beitragvon Hamburger Jung » Mi 19. Nov 2014, 11:19

Hallo,

vorab, dieses soll kein schlecht machen der Zoe sein. Dort tauchen ja ein paar Motorschäden auf.
Ich Interesse mich nur für das warum. Ist der Motor nicht ganz so gut?

Wie ist der Motor vom i3? Ein Unterschied zur Zoe? Zu anderen Herstellern?
Kann man überhaupt hier von qualitativen Unterschieden sprechen?

Ich dachte, dass ich mir über die Motoren am wenigsten Gedanken machen sollte. Einzelfälle, wie beim Zoe, natürlich ausgenommen. Das wird überall passieren.

LG HH Jung
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Re: Vergleich E Motoren vs. i3 Motor

Beitragvon AbRiNgOi » Mi 19. Nov 2014, 11:59

Die Motoren der beiden genannten Fahrzeuge sind sehr unterschiedlich, auch wenn es beide Synchron Maschinen sind. Hat BMW auf einen "Hybrid" Synchron Maschine gesetzt (HSM) war bei Renault die Fremderregte (Stromerregte) Synchron Maschine (SSM) die bessere Wahl.

Nachteile der HSM: diese ist eine Mischung von Konzepten, aber im Prinzip eine Permanenterregte SM (PSM) und daher mit Kilogramms seltenen Erden.
Nachteil der SSM: Der Strom muss in den Rotor gelangen um dort die Magnetisierung dar zu stellen. Dazu werden zwei Kohlen verwendet, welche den Erregerstrom auf zwei Kupferschienen leitet. Auch ist der Wirkungsgrad ein wenig schlechter bei Volllast.

Nun zu den hier angedeuteten Fehler der ZOE Motoren: Wenn wir im ZOE Forum die Antworten der Werkstätten richtig deuten, handelt es sich um Kohlenstaub der die Hochvoltüberwachung aktiviert. Dagegen spricht aber ein Geräusch welches vor dem Hochvoltfehler allen Fahrern aufgefallen ist. Ich denke aber es liegt an den Kohlen. Und die hat BMW Konzept bedingt nicht drinnen. Ich würde daher mal sagen: Entwarnung für i3 Fahrer.
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Re: Vergleich E Motoren vs. i3 Motor

Beitragvon molab » Mi 19. Nov 2014, 18:17

Ok, Du möchtest den i3-Motor vergleichen. Das ist nicht einfach, weil er konzeptionell ein Mischling ist. Vergleichen musst Du eigentlich erstmal die beiden "reinen" Konzepte Permanentmagnetmotor vs. fremderregter Motor. Dazu gibt es schon einen Thread irgendwo im allgemeinen Technikbereich.
Mit Permanentmotoren kann kein Problem mit den Kohlen auftreten, weil sie keine Kohlen und keine sonstigen schleifenden Teile haben. Daher haben Permanentmotoren keine Verschleißteile, sind dadurch wartungsfrei halten im Prinzip ewig. Nachteil: Es sind seltene Erden drin und die sind teuer (wirklich selten sind sie eigentlich nicht...). Autos mit Permanentmagnetmotoren sind u.a. Leaf, Smart, Daimler, VW, Mitsubishi. i3 ist recht nah dran, kann man wohl auch grob dort mitzählen.
Fremderregte Motoren haben Schleifer/Kohlen und damit Verschleißteile. Dafür sind keine Neodymmagnete und damit auch keine seltenen Erden verbaut. Der Motor wird viel billiger und zumindest auch theoretisch ein wenig effizienter, weil man das Magnetfeld nicht von Permanentmagneten, sondern elektrisch erzeugt und der Situation anpassen kann (praktisch hat glaube ich noch keiner einen mehr als nur messbaren Effekt erzielt). Continental und damit Renault (alle) haben fremderregte Motoren. Und noch ein paar weitere Autos. Halten können die übrigens trotzdem, denn man kann Kohlen mit langen Wechselintervallen konstruieren. So beim Zoe. Dass der Motor ein Problem hat, ist weniger prinzipbedingt als ein Problem in der Serie. Dürfte in der Serie auch gefixed werden. Es gibt übrigens alte Peugeot 106 etc mit Kohlenmotoren, die mit ein wenig Kohlenpflege noch ganz gut laufen.
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Re: Vergleich E Motoren vs. i3 Motor

Beitragvon bm3 » Mi 19. Nov 2014, 19:26

Lass mich dich bitte noch etwas korrigieren zu "Renault (alle)", molab, der Twizy hat keinen fremderregten Motor sondern einen Induktionsmotor (asynchron) genau wie auch alle Teslas und somit jetzt auch die B-Klasse. Hier wird der Erregerstrom in den Rotor induziert und der läuft mit Schlupf gegenüber dem anliegenden Drehfeld. Der Motor hat ebenfalls weder Schleifbürsten noch eine Erregerwicklung nach Außen geführt.

Im Prinzip kann man sagen dass bürstenlose Motoren etwas im Vorteil sind bei der Qualität. Wobei dort bei Renault ja auch nur der geringe Erregerstrom über die Kohlebürsten fließt, sie werden also eigentlich sehr gering belastet.
Es gibt aber noch andere Qualitätsdinge die eigentlich alle E-Motoren gleich betreffen. Hier gibt es auch Unterschiede bei der Präzison der Fertigung die sich auf die Lebensdauer auswirken können.Wer wie präzise fertigt lässt sich aber jetzt schwer sagen.

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Vergleich E Motoren vs. i3 Motor

Beitragvon molab » Mi 19. Nov 2014, 19:57

Gerne, stimmt :-)
Und klar - auch ein Brushless-Motor kann sterben, wenn z.B. schlechte Lager verbaut sind. Aber das ist ja ein bauartunabhängiges Thema, Lager haben sie alle. Allerdings nicht viele. Und Lager für ziemlich gleichförmige Drehbewegungen wie die der Motorwelle sind recht leicht in den Griff zu kriegen. Kein Vergleich z.B. mit Kurbelwellenlagern eines Verbrenners, an denen Pleuelkräfte wirken und die von aggressivem Dreck umgeben sind.
Ich würde mich übrigens sehr wundern, wenn ein Hersteller einerseits den Motor mit z.B. Permanentmagneten nach einem langlebigen aber deutlich teureren Konzept budgetiert (für das im Endkundenmarkt übrigens keiner einen müden EUR mehr zahlt, weil's nicht vermittelbar ist) und dann ausgerechnet an Dingen wie Lagern spart. Sowas machen Ingenieure nicht - und Marketingleute würden von vornherein schon nie Neodym verbauen ;)
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Re: Vergleich E Motoren vs. i3 Motor

Beitragvon umberto » Mi 19. Nov 2014, 20:09

Und da es, wenn man die Foren (D und F) anschaut, sich nur um Motoren der ersten Serie handelt, ist das kein prinzipielles Problem des Zoe-Motors, sondern vermutlich ein längst abgestellter Produktionsbug.

Es würde Renault allerdings gut zu Gesicht stehen, wenn sie die fraglichen Motoren auf Kulanz tauschen würden, statt dem Kunden das Risiko anzuhängen, irgendwo liegenzubleiben. Soviele können das eh nicht sein.

Gruss
Umbi
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