Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon green_Phil » Do 23. Mai 2013, 13:41

helmutnn hat geschrieben:
Alu Haube und Kotflügel, Magnesium Heckklappe, Sitzgestelle aus Aluminium, Fahrwerk aus Aluminium etc.). Da lassen sich beim Up vielleicht nochmal 100 Kilo rausholen, ohne ein Gramm Karbon. Dann ist er sogar 150 Kilo leichter als der BMW :-).

Ich weiß nicht recht, Du willst Magnesium beim Autobau verwenden? Das ist ja kein Fahhrad oder Skateboard, ich meine, wenn Magnesium brennt, dann bekommt das die Feuerwehr nicht mehr gelöscht. Verwendet irgend ein Autobauer metallisches Magnesium?? Da müssten sicher extra Sicherheitseinrichtungen herhalten...
Wenn Du das alles gegen Leichtmetalle tauschen willst, musst Du mehr als 2500€ Aufpreis zahlen, versprech ich Dir in die Tasche. Und ich mag nicht in dem Auto sitzen, wenns einen Aufprall gibt. Alu hat auch Nachteile, besonders bei Strukturteilen und bei der Aufnahme von Energie im Falle einer Verformung.
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Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon NotReallyMe » Do 23. Mai 2013, 16:44

pierrot hat geschrieben:
helmutnn hat geschrieben:
Es wird beim Zoe vorne oben knapp im Kopfbereich, und man kann mangels Sitzhöhenverstellung nichts daran ändern indem man z.B. den Sitz nach unten schraubt..

Ich bin 1,90 groß und hatte bei der Probefahrt mit dem Zoe nicht den Eindruck dass es an Kopffreiheit fehlte. Die etwas erhöhte Sitzposition fand ich sogar angenehm, man hat dafurch eine bessere Übersicht ind kann besser ein und austeigen. Zoe ist definitiv vom Raumangebot eine Klasse über dem Up angesiedelt.


Der Up hat vorne 3 Zentimeter mehr Innenbreite und 9 Zentimeter mehr Innenhöhe als der Zoe. Vom Platz für Fahrer und Beifahrer ist der Up also, wenn man diesen unscharfen Begriff überhaupt verwenden will, eine Klasse über dem Zoe angesiedelt. VW hat hier eine ziemlich intelligente Raumaufteilung realisiert. Da wo es im Alltag weniger bis gar nicht weh tut hat es weniger Platz (Motorraum/Kofferraum), aber für die Passagiere steht großzügiger Platz zur Verfügung. Das Ergebnis sind satte 300 Kilo weniger als der Zoe, allerdings wegen weniger Volumen unter dem Wagen im crashsicheren Bereich auch teilweise auf Kosten einer ca. 20 % kleineren Batterie. Renault hätte nicht das Design über den Gebrauchswert stellen und das Dach höher ziehen sollen. Ich bin gespannt, welches Raumgefühl der BMW für die Passagiere bietet.
Zuletzt geändert von NotReallyMe am Do 23. Mai 2013, 18:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon NotReallyMe » Do 23. Mai 2013, 17:24

green_Phil hat geschrieben:
helmutnn hat geschrieben:
Alu Haube und Kotflügel, Magnesium Heckklappe, Sitzgestelle aus Aluminium, Fahrwerk aus Aluminium etc.). Da lassen sich beim Up vielleicht nochmal 100 Kilo rausholen, ohne ein Gramm Karbon. Dann ist er sogar 150 Kilo leichter als der BMW :-).

Ich weiß nicht recht, Du willst Magnesium beim Autobau verwenden? Das ist ja kein Fahhrad oder Skateboard, ich meine, wenn Magnesium brennt, dann bekommt das die Feuerwehr nicht mehr gelöscht. Verwendet irgend ein Autobauer metallisches Magnesium?? Da müssten sicher extra Sicherheitseinrichtungen herhalten...
Wenn Du das alles gegen Leichtmetalle tauschen willst, musst Du mehr als 2500€ Aufpreis zahlen, versprech ich Dir in die Tasche. Und ich mag nicht in dem Auto sitzen, wenns einen Aufprall gibt. Alu hat auch Nachteile, besonders bei Strukturteilen und bei der Aufnahme von Energie im Falle einer Verformung.


Ich habe nur aufgeführt was VW damals beim Lupo 3L alles gemacht hat und wie groß ausstattungsbereinigt der Mehrpreis zu einem vergleichbaren "normalen" Lupo Diesel war. Es gibt da eine ganz brauchbare Wiki Seite mit Informationen dazu, wenn Dich das interessiert. Weil das Heck zu leicht wurde hat VW aber zwei Gewichte in den Längsträgern hinten untergebracht. Nach einigen Produktionsjahren wurde dann die Magnesium Heckklappe gegen eine aus Stahl ersetzt und eines der Gewichte dann rausgenommen. Ich fahre noch einen 3L aus dem letzten Baujahr mit Magnesium-Klappe. Die macht wie die Alu-Haube ein recht ungewöhnliches Geräusch wenn man sie zuhaut :-). Die Crash-Tests hat der 3L aber damals bestanden. Freunde von uns haben sich in Ihrem 3L auf der Autobahn überschlagen und kamen weitgehend unversehrt aus dem Wrack heraus, und ich bin mit meinem ersten 3L einmal rückwärts mit ca. 50 Sachen in einem Baum eingeschlagen. Dieser Lupo hat die Energie damals schön aufgenommen, mir ist ebenfalls nichts passiert.
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Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon pierrot » Do 23. Mai 2013, 20:28

helmutnn hat geschrieben:
Renault hätte nicht das Design über den Gebrauchswert stellen und das Dach höher ziehen sollen..

Nein danke, Genau das langweilt mich bei VW. Da werden die Auto mit dem Metermaß konstruiert und deswegen sieht der Up aus wie einen Jogurtbecher.
Laut Kraftfahrt-Bundesamt gehört der Up zum Fahrzeugsegment "Minis" und der Polo zu "Kleinwagen". Der Zoe ist größer als ein Polo..
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Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon meta96 » Sa 25. Mai 2013, 17:39

helmutnn hat geschrieben:
meta96 hat geschrieben:
helmutnn hat geschrieben:
... und der BMW wiegt 1250 Kilo und hat eine 130 Kilo schwere Batterie ...


... glaube mit der Reichweite des i3, muss die Batterie deutlich schwerer sein, aber egal, allein für das Premium-Image wird Karbon seinen Teil beitragen ... und BMW wird allen bayrischen Heiligen danken, auf Karbon gesetzt zu haben, spätestens wenn der Tesla Model S in Europa anrollt ...


Die 130 Kilo ist wie geschrieben aus dem Video zitiert.


War keine Kritik, habe mich nur gewundert ;). Vermute es ist ein Marketing-Schmäh und sie "meinen" eventuell nur das Gewicht der Zellen. Diese alleine könnten wirklich nur 130kg ausmachen, es gibt ja Zellen mit 5-6kg/kWh, ob die dann Kfz-tauglich sind, weiss ich aber nicht wirklich ;)
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Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon NotReallyMe » Mo 27. Mai 2013, 20:19

pierrot hat geschrieben:
helmutnn hat geschrieben:
Renault hätte nicht das Design über den Gebrauchswert stellen und das Dach höher ziehen sollen..

Nein danke, Genau das langweilt mich bei VW. Da werden die Auto mit dem Metermaß konstruiert und deswegen sieht der Up aus wie einen Jogurtbecher.
Laut Kraftfahrt-Bundesamt gehört der Up zum Fahrzeugsegment "Minis" und der Polo zu "Kleinwagen". Der Zoe ist größer als ein Polo..


Auf Reisen im Zoe, Stimme von hinten: "Mann, warum sind meine Stiefel hier untem Sitz so eingeklemmt? Stell den mal was höher bitte!"
Antwort von vorn: "Sorry, geht nicht. Aber schau hier die Bescheinigung vom KBA, wir haben mehr Platz als im Polo ... eigentlich :-/"

Die Frontscheibe was steiler zu machen heisst nicht schlechtes Design. Der I3 folgt übrigens dem gleichen Konzept ;-).
Bisher I001-17-07-500 Max.Kapa. 29.1 kWh, jetzt I001-17-11-520 Max.Kapa. 28.6 kWh
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Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon dkt » Mi 5. Jun 2013, 18:11

Der Einsatz von Carbon in der i3 Karosserie wird gerne auf die Gewichtsreduzierung allein fokussiert. Das ist aber nur ein Teil der Gründe für den Carbon Einsatz.

Mindestens ebenso wichtig sind die Veränderungen (Vereinfachungen) im Herstellungsprozess. Das beginnt bei den sonst üblichen schweren – nun entbehrlichen - Blechpressen, geht weiter über den Verzicht auf Schweißarbeiten und endet in einer vereinfachten Farbgebung. Der aufwendige mehrschichtige Lackierprozess ist damit auch Vergangenheit.

Demgegenüber stehen der höhere Energiebedarf in der Carbonfadenfertigung, bzw. noch die Kosten der Herstellung insgesamt.

Aber – ich glaube, dass die Veränderungen im Fertigungsprozess des Autos zukünftig mehr ausmachen, als die Mehrkosten noch heute ahnen lassen. Mit anderen Worten. BMW betritt Neuland für den gesamten Produktionsprozess alle Fahrzeuge und damit verschlankt BMW den Fertigungsprozess erheblich.

Das wird sich - so glaube ich - zukünftig auszahlen, abgesehen vom Gewichtsvorteil.
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Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon Desti » Fr 7. Jun 2013, 00:08

Eberhard hat geschrieben:
Die 7104 Zellen vom Model S wiegen kaum 45 Gramm insgesamt also knapp 320kg. Da frage ich mich auch wo das ganze Gewicht her kommt. Am 17Zoll Display kann es nicht allein liegen.

lg

Eberhard



Die nackten Zellen machen aber noch keine gebrauchsfertige Batterie. Die 85 kWh Batterie im Model S wiegt mit Verkabelung, BMS Elektronik und Gehäuse dann auch 544 kg.
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Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon dkt » Fr 7. Jun 2013, 09:14

Desti hat geschrieben:
Die nackten Zellen machen aber noch keine gebrauchsfertige Batterie. Die 85 kWh Batterie im Model S wiegt mit Verkabelung, BMS Elektronik und Gehäuse dann auch 544 kg.


Darin enthalten ist auch die Klimatisierung der Batterie. Soweit ich es überblicke, ist das Verhältnis von gespeicherte nutzbarer kWh zum Gewicht, das beste, das ich kenne, oder weiss jemand mehr?
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Re: Warum Karbon und trotzdem so schwer?

Beitragvon meta96 » Sa 8. Jun 2013, 06:44

dkt hat geschrieben:
Desti hat geschrieben:
Die nackten Zellen machen aber noch keine gebrauchsfertige Batterie. Die 85 kWh Batterie im Model S wiegt mit Verkabelung, BMS Elektronik und Gehäuse dann auch 544 kg.


Darin enthalten ist auch die Klimatisierung der Batterie. Soweit ich es überblicke, ist das Verhältnis von gespeicherte nutzbarer kWh zum Gewicht, das beste, das ich kenne, oder weiss jemand mehr?


Hi, würde mich auch einmal interessieren. Eine kleine Tabelle mit dem Gewicht und Leistung der Batterie oder besser gesagt der Batterie-Einheit (inkl. Klimatisierung ...) für den i3, ZOE, Leaf, Smart ED und Model S. Kennt wer so was?

... best c.
meta96
 
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