Schick, sauber, unbeliebt

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Beitragvon christoph_i3 » Mo 31. Jul 2017, 23:39

gemeint ist natürlich das E-Auto in einem Artikel auf Zeit-Online
Link: http://www.zeit.de/wissen/2017-07/e-auto-elektromobilitaet-praemie-umwelt-kosten

Der Artikel ist ganz gut, das eigentlich schockierende sind die Kommentare dazu. Offensichtlich werden wir Fahrer von E-Autos noch eine ganze Weile für uns bleiben in Deutschland.

Ein Auszug:

Ich kann mir kein E-Auto leisten! Ich pendle mit einem alten Mercedes der 9 Liter Super auf 100 km schluckt. Das Fahrzeug kostete mich 3000 euro und ich fahre schon 4 Jahre problemlos damit rum. Ausserdem redet Ihr so in der Öffentlichkeit als wäre der Strom um sonst! Fällt der vom Himmel? Wo soll ich tanken? Die Tankstationen sind unverschämt teuer. Und was ist mit Lithium? Gibt es davon unendlich viel? Alles Träumerei - weit Weg von dem realen Leben.
*
Vorurteile sind doch etwas großartiges.
Und alles ist soooo einfach... das es seit Jahrzehnten mit Milliarden subventioniert wird und trotzdem nicht durchstartet.
Ja, das klingt nach einem wahren Hit!
*
...werden gelöst werden.
Fein, wenn all diese Probleme gelöst sind, dann kaufe sogar ich (14 tägig 500 km Pendler) ein E-Auto. Bis dahin fahre ich weiter was ich habe.
*
"All diese Probleme können gelöst werden"
Jap, so wie die Probleme Krebs oder Aids eine Lösung erfahren haben.
Manchmal sollte man doch die realistische Entwicklungsmöglichkeiten vor Augen halten, als zu optimistisch zu sein.
...
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Beitragvon fweber » Mo 31. Jul 2017, 23:44

Handy ohne Tasten? Wie soll das gehen? Mit nem Stylus?
Konnte sich vor 2007 auch keiner vorstellen, obwohl die Ansätze da waren (Palm, Windows CE)... ;)
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Re: Schick, sauber, unbeliebt

Beitragvon Log » Di 1. Aug 2017, 05:50

Die Kommentare sind jetzt aber nich so abwegig. Jemand der sich ein 3000€ Auto leistet wohnt eventuell in einem Mehrfamilienhaus und ist Laternenparker. Wo sollen all diese Leute laden, was passiert mit unserer Netzspannung wenn alle am Abend ihre Autos laden? Solche grundlegenden Probleme werden gerade durch intelligente Umrichter gelöst aber die brauchen Zeit. Zusätzlich muss sich die Ladeinfrastruktur bessern. Manchmal sind die E-Autofahrer nunmal Träumer.
Wenn für euch ein E-Auto passt ist doch schön aber es muss ja nicht zwingend für alle das beste sein.
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Re: Schick, sauber, unbeliebt

Beitragvon Starmanager » Di 1. Aug 2017, 06:28

Jeder darf denken was er will. Und nicht alle Menschen sind einer Meinung. Und solange es bei einer Meinung bleibt und keiner einen Glaubenskrieg vom Zaun bricht ist alles in Ordnung. Als Vorreiter hat man es nie leicht, egal in welche Richtung. Schauen wir man in 10 Jahren wo wir stehen werden... Die E-Autos haben auch ein gutes von dem die Verbrenner Fahrer auch profitieren... es bleibt mehr von dem schwarzen Gold fuer die uebrig... Erst wenn es hinten rechts wehtut denkt oben der Kopf um... also warten wir mal auf die CO2 Abgabe die den Preis von einem Liter Kraftstoff um 0,50€ hochtreiben soll... dann wird es wieder Klick machen... die Schweiz ist ja gerade an so einem Plan dran...
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Re: Schick, sauber, unbeliebt

Beitragvon Schneemann » Di 1. Aug 2017, 07:31

Was habe ich gestern gelesen: 345000 Pendler fahren täglich nach Hamburg. Durchschnitt einfache Strecke: 17 km. Klar ist ein E-Auto für einen gewissen Teil der Bevölkerung noch unpraktisch/unerschwinglich. Aber den Zoe gibt es für 10000 Euro gebraucht mit wenigen KM und noch nicht sehr alt. Der wäre für zahlreiche Fälle schon vollkommen ausreichend. Mit dem neuen Akku eh. Aber die gibt es ja noch nicht gebraucht.

Gebt den Leuten Zeit, das kommt nicht von heute auf morgen. Erst wenn sich folgende Dinge verinnerlicht haben, wir der Durchbruch kommen:

- E-Autos sind vielleicht insgesamt auf dem jetzigen Stand noch nicht die Klimarettung, aber sie sind eines der Konzepte für die Zukunft.
- E-Autos haben schon heute eine alltagstaugliche Reichweite für viele Anwendungen und das Aufladen ist kein umständlicher Akt.
- Bei Bedarf ist ein E-Auto erstaunlich schnell wieder aufgeladen.
- Im Idealfall lädt ein E-Auto, wenn es nicht gebraucht wird (Einkauf, Arbeit, Freizeitaktivität...). Kein autarker Ladevorgang.
- E-Autos sind im Unterhalt unkompliziert und günstig.
- E-Auto sind leise, bieten viel Fahrkomfort und machen Spaß.
- E-Autos sind kein Sondermüll, sondern sehr gut recyclebar

Wenn wir diese Punkte immer wieder kommunizieren, dann wird sich auch das E-Auto verbreiten. Es braucht halt immer Vorreiter, die zeigen, dass es geht. Und es braucht Zeit.
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Re: Schick, sauber, unbeliebt

Beitragvon JuergenII » Di 1. Aug 2017, 07:42

Ich denke dass 80% der Post in den Foren gegen E-Mobile gefakt sind. Und es werden immer und immer wieder nur Extrembeispiele genannt.

Der durchschnittliche Pendler fährt - auch bundesweit - unter 17 km zum Arbeitsplatz. Alleine die Zahl bedeutet, dass 50% weniger km zum Arbeitsplatz haben. Die Pendlerquote über 50 km liegt im tiefen einstelligen Bereich. Und selbst die könnten wahrscheinlich im hohen Prozentbereich auf E-Mobile umsteigen.Dass es Wochenendpendler gibt, die dann wirklich Strecke machen, steht außer Frage, nur die Zahl ist im Gegensatz zu "normalen" Pendlern relativ gering. Die können doch auch weiter mit fossilen Fahrzeugen fahren.

Dass es noch ungelöste Probleme gibt, liegt doch mehr am (nicht vorhandenen) politischen Willen, und entsprechenden Lobbyvertretern. Seit die > 300 km Fahrzeuge aufschlagen ist doch ein viel stärkeres Interesse vorhanden. Alleine beim Bolt waren es knapp 5-stellige Käuferwünsche alleine in Deutschland. Geliefert werden nur 200! Dafür stehen sich die Fahrzeuge bei US-Händlern die Füße platt und die eh schon geringe Produktion wird zurückgefahren. Der wirkliche Blockierer ist die Autoindustrie, die sich weigert vernünftige langstreckentaugliche Fahrzeuge auf den Markt zu werfen. Auch wenn da noch kein Gewinn generiert wird, es werden aber zahlungswillige Käuferschichten gebunden.

Da warten eine halbe Million Menschen auf einen amerikanischen Mittelklassewagen und die dt. Autoindustrie hat mit den Marken Mercedes und Audi überhaupt kein EV im Angebot! Einzig BMW hat mit dem i3 ein EV auf dem Markt, dass einigermaßen hohe Stückzahlen liefert. Ich behaupte hier mal, das viele Fuhrparkmanager sich ein Mittelklasse-EV mit rund 400 km Reichweite wünschen. Kommt sowas, selbst zu den mittleren Preisen eines Model 3, werden die Fahrzeuge angeschafft. Denn rechnen können die.
i3 REX - der einzige BEV Ableger ohne Reichweitenangst und Ladestress
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Re: Schick, sauber, unbeliebt

Beitragvon Tigger » Di 1. Aug 2017, 07:56

Also an so eine große Zahl Fakes mag ich nicht glauben.

Beispiel, der erste Kommentar der oben genannt wurde: Benz für 3.000 €, der jetzt seit 4 Jahren genutzt wird. Bei 9 Liter Super tippe ich auf E-Klasse, vielleicht auch noch 'ne C-Klasse. So jemand wird aber ums Verrecken nicht auf eine Zoe umsteigen. "So jemand" an dieser Stelle nicht abwertend gemeint, ich gehöre in die gleiche Kategorie.
Lange Rede, kurzer Sinn: Für die laufenden Kosten, die bei dem genannten Beispiel entstehen, ist ein Umstieg auf's E-Auto in der momentanen Situation wirtschaftlicher Unsinn.

Aktuelle Situation: Wenn Du nicht zufällig sowieso mit einem Neuwagen liebäugelst, oder nach einem gebrauchten Kleinwagen suchst, dann gibt es elektrisch nichts Kaufbares.
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Re: Schick, sauber, unbeliebt

Beitragvon Nils07 » Di 1. Aug 2017, 08:54

Also das sind auch die Reaktionen die mir öfter begegnen. Vielleicht nicht so krass formuliert aber in der Aussage das selbe.

"Für das Geld kriegt man ja auch ein Auto"

"Was ? Nur 160 Kilometer Reichweite, das geht ja gar nicht"

"Die Ökobilanz der Herstellung ist schlecht und Stromerzeugung ist auch dreckig"


Es gibt aber auch ne ganze Menge positiver Feedbacks. Der i3 gefällt auf ganzer Linie. Aber wenn dann Rückfrage zu Preis, Reichweite etc. kommen, dann siehe Gegenargumente oben.
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Re: Schick, sauber, unbeliebt

Beitragvon franmedia » Di 1. Aug 2017, 08:55

Die hier beschriebene Diskussion ist leider typisch für viele aktuelle gesellschaftliche Diskussionen. Es werden gerne zwei unterschiedliche Ebenen munter vermischt, so auch hier. Die individuelle, ich hab nur 3000€ für ein Auto, ich muss 500kg Pferdefutter in den Kofferraum bekommen (ist mir passiert) usw. Und die durchschnittliche, nur 17km tägliche Strecke usw.

Solange die eine Ebene mit der anderen beantwortet wird, gibt es die, auch in Fernsehtalkshows, beliebten Endlosdiskussionen ohne Ergebnis.

Auf der individuellen Ebene hilft nur klare Kante. Ja, 50km zur Arbeit sind kein Problem. Nein, 500kg Pferdefutter gehen nicht.

Die durchschnittliche Ebene ist dagegen sehr wichtig für die gesellschaftliche Diskussion. Da müssen wir politischen Druck ausüben. An Verbände spenden, die die Lügen entlarven. Parteien wählen, die ganzheitlich denken können.

Vielleicht hilft es ja, wenn mal wieder einer die politische Lösung mit individuellen Problemen abwürgen will, ihn oder sie daran zu erinnern nicht der Nabel der Welt zu sein und andere da schon weiter sind. Wenn man zeigt, dass man die Ebenen auseinander halten kann, hat man schon einen Vorteil, denke ich.
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Re: Schick, sauber, unbeliebt

Beitragvon HeinHH » Di 1. Aug 2017, 08:57

Schneemann hat geschrieben:
Was habe ich gestern gelesen: 345000 Pendler fahren täglich nach Hamburg. Durchschnitt einfache Strecke: 17 km. Klar ist ein E-Auto für einen gewissen Teil der Bevölkerung noch unpraktisch/unerschwinglich.

Na, da hoffe ich doch als HHler, dass diese überwiegend die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen - was ja Gott sei Dank auch der Fall ist. E-Autos sind für die zunehmende Verkehrsdichte leider keine Hilfe ...

Bye Thomas
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