Probefahrt im i3, mein Eindruck

Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon Curio » Mi 8. Jan 2014, 09:04

multipladoc hat geschrieben:
... Natürlich ist die schnellste Ladung irgendwie die beste...aber überleg dir doch nochmal wo und wann du diese Option überhaupt brauchst. Für das Laden zuhause ..da bleibe ich dabei..ists nicht wirklich notwendig und das Reichweitenproblem löst man damit auch nicht wirklich komfortabel...eben noch nicht..und ja, Tesla geht da wirklich mit gutem Beispiel voran und lässt Worten Taten folgen. Aber selbst beim Tesla könnte ich wetten wird zu 95 % zuhause `` getankt ´´ ..und dann eben auch zu 90 % übernacht. Und so sehr Tesla einfach durch schiere Leistung begeistert , so klar muss man doch sehen wie teuer denn ein Tesla ist.


Hallo,
da möchte ich mal einstimmen - und den ersten Satz auch nochmal relativieren, für mich ist keineswegs IMMER die schnellste Ladung die beste. Wenn man jenseits der Batteriereichweite unterwegs ist, dann klar, dann kannes im Zweifel nicht schnell genug gehen. Aber dann ist man per Definition nicht zu Hause. Ok, es gibt ein paar Nutzungsfälle, da kommt es evtl. auch zu Hause drauf an, Freitag Nachmittag von der Arbeit daheim, schnell packen/umziehen/einladen und ins Wochenende starten. Aber bei mir fällt sowas zumindest nicht regelmässig an, und der Arbeitsweg ist jetzt nicht so lang bei mir.

Ansonsten habe ich ein anderes Kriterium, das mir beim Laden wichtig ist, wann immer Zeit vorhanden ist: die Effizienz. Und zu Hause oder beim Laden auf Arbeit spielt Zeit eben aus meiner Sicht eher erstmal keine Rolle. Es gibt auch etliche hier im Forum, die entlang der Leistungskurve ihrer PV Anlage laden wollen, da muss man auch mit geringen Ladeleistungen hinkommen dann.

Und hier bin ich gespannt, wo der i3 sich in Sachen Effizienz platzieren wird in der Praxis, ich meine hier den Unterschied zwischen (Wirk)Leistung beim Laden, "das was auf dem Stromzähler ist" und der Energie in kwH in der Batterie. Ist in der Praxis gar nicht so leicht zu messen, gibts schon Threads hier, aber das ist für mich schon wichtig, ob ich 5-10% oder über 30% beim Laden "durch den Schornstein" jage (auch wenn es denn Ökostrom ist). Und daher sehe ich persönlich zB eine ZOE mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Die 22 kW Ladung ist natürlich Klasse und ich kann verstehen, wenn das viele hier als Standard und "State of the Art" sehen möchten. Aber: Wenn man an Schuko (oder mit 3 kW PV Strom) Ladung dann einen Wirkungsgrad von nur noch 70% oder weniger hat, dann empfinde ich das als spürbaren Nachteil.
Also: Ein Loblied auf das langsame und hoffentlich effiziente Laden beim i3 - schneller ist nicht immer besser.

Und: Ich gehöre zu denen, die auf CCS hoffen und für den Ausbau beten :-)
Denn meiner meinung Nach kann 22kW nicht die Zukunft sein, wenn mal Akkus jenseits der 50 kWh breiter Standard werden. Dann braucht es auch Leistungen jenseits der 50 kW beim schnellen Laden, also 100+ - und ob man dazu die "on bord" e-Technik effizient nutzen kann, wird spannend werden.
Und auch dann wird es die "Schnarchladung" weiter geben, denn auch wenn ich mit der großen Batterie fahre, fällt an vielen Tagen doch wieder nur die "100 km" Strecke an, die ich auch dann bequem (und effizient) über Nacht nachladen will...
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Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon eDEVIL » Mi 8. Jan 2014, 09:46

Die 7,2 KVA Ladeleistung für zu Hause würden in Bezug auf meine PV-Anlage perfekt passen, da die mit knapp 9 KWP durch verschiedene Ausrichtung nur bei kühlem sonnigen Wetter 7KW schafft. Im Sommer sind es in der Spitze eher 6 KW.

Ob das Grundsätzlich ausreicht hängt stark vom Fahrprofil und den Ladealternativen im nahen Umfeld ab. Wenn ich zum Abendessen mit 20% Restakku an kommen und Abends wieder los möchte, reichen ~7KW eben nicht aus.
Es geht ja nicht darum ständig schnell zu Laden, aber die Möglichkeit sollte vorhanden sein.

Schon allein die ganze Verwirrung um die 32A einphasige Ladung zu Hause rechtfertigt es im unteren Premiumsegment in Deutschland dreiphasige Ladung gegen aufpreis anzubieten. 11KVA wären da akzeptabel, da man dann für eine Vollladung ~2h benötigt d.h. mit halbvollem Akku reicht das Abendessen zum auffüllen aus.

Die Effizienz bei DC-Laden sollte primär von der Ladesäule abhängen.
Was messen die DC-Ladesäulen eigentlich zu Abrechnung: DC-Strom, oder den AC-Strom bevor er gleichgerichtet wird?
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"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon dkt » Mi 8. Jan 2014, 09:52

eDEVIL hat geschrieben:
Was messen die DC-Ladesäulen eigentlich zu Abrechnung: DC-Strom, oder den AC-Strom bevor er gleichgerichtet wird?


Das hat mich auch schon lange beschäftigt. Falls hier einer Daten liefern könnte, wäre das toll.
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Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon endurance » Mi 8. Jan 2014, 10:55

Kann eigenlich nur DC sein - ich zahlen den Verlust auf der Leitung vom Kraftwerk zur Steckdose ja auch nicht. Ausgeglichen wird so ein Verlust dann schon durch den kWh Preis :(
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Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon agentsmith1612 » Do 9. Jan 2014, 18:18

Heute bin ich auch einmal den i3 Probegefahren,
Bilder gibts hier: http://imageshack.us/g/1/10490716/

Leider wurde mir vom Verkäufer so gut wie gar nichts erklärt und ich durfte auch nur auch wenn 1,5 Stunden im Plan angetzt waren gute 45 min fahren, denn dann kamen schon die nächsten.

Mein erster Eindruck war durchaus positiv. Der i3 sieht Außen wuchtig aus, kommt wahrscheinlich durch die großen Reifen wodurch das Fahrzeug ohnehin schon sehr hoch ist. Beim Einsteigen hatte ich ein Gefühl als wenn ich viel mehr Plätz hätte um mich rum als es eigentlich gab. Alles war aufgeräumt und nichts hat mich auf irgendeiner Höhe eingeengt wie es ansonsten in vielen heutigen Fahrzeugen ist. Es gibt keinen Mitteltunnel und auch die Mittelkonsole ist eher weiter vorne als hinten.
Mir fiel auch auf, dass der Fahrer sehr weit weg von der Frontscheibe sitzt vor einem sich sehr viel Fläche auftut.
Ingesamt sagt mir das Raumgefühl vorne sehr zu.

Kurz habe ich auch einmal das "Stupid Door"-Konzept getestet und es war ähnlich wie in einem normalen 2 Türer bei dem man den Sitz nach vorne klappen muss um hinten einsteigen zu können. Vielleicht sogar etwas bequemer beim Einstieg. Beim Austieg muss man doch etwas beweglich sein.
Sagen wir einfacher als bei einem normalen Zweitürer aber etwas schwieriger als bei einem Viertürer. Wie sich die Türen nun in engen Parklücken verhalten muss sich zeigen. Aber wahrscheinlich dann doch so wie hier: http://www.youtube.com/watch?v=TXZU5UxGmnQ
Hinten sitzt man aber ganz bequem, besser als in einem normalen Kleinwagen.


Die Bedienung der ganzen Instrumente und Menüs war zu erst etwas komisch und aufwendig aber ich denke mit der Zeit kommt man damit klar, Tempomat, Navi, Radio, Bordcomputer habe ich nach ein wenig ausprobieren gefunden.

Die Lenkung ist sehr direkt, schon kleine Lenkeinschläge reichten auf der Autobahn aus um enorme Lenkbewegungen zu erzeugen.
Der i3 beschleunigt natürlich sehr schnell aber er Rekuperiert auch sehr gut. Das maximale was ich auf der Energieanzeige sehen konnte war 55 kW Rekuperationsleistung, das find ich ziemlich viel und erzeugt ein gehöhriges Bremsmoment bis in den Stand. Das Bremsmoment ist wahrscheinlich zusätzlich so stark, weil das Fahrzeug nicht so schwer ist.
Er besitzt auch kein Kriechen, das Gaspedal ließ sich sehr gut dosieren bei Vollgas wird auch im Eco Pro Modus und auch im auf 90km/h begrenzten Eco Pro+ Modus voll Stoff gegeben und man kann auch im letzeren genannten über 90 km/h fahren.
In den beiden Modi ist das Gaspedal aber etwas weniger Empfind und muss für gleiche Beschleunigung weiter durchgedrückt werden, ich fand für mich den Eco Pro Modus für normale Fahrweise eigentlich am besten, ansonsten neigte ich doch im normalen (heißt Comfortmodus) Modus zu stark zu beschleunigen.

Ich bekam das Fahrzeuge vollgeladen mit angezeigten 136 km Reichweite, gefahren bin ich 21 km teilweise davon waren 6 km Autobahn der Rest Stadt.
Danach wurden 96 km angezeigt als verbleibende Reichweite Verbraucht wurden umgerechnet laut Bordcomputer (Siehe Foto 16,7 kWh/100km) wobei der Bordcomputer über den gespeicherten letzten Trip 18,2 kWh/100 km anzeigte. Ob das nun wirklich der Wert für den letzten Trrip über 327 km war oder über die gesamte Distanz von 2600 km kann ich nicht sagen.

Meinen persönlichen Verbrauch für diese Strecke finde ich in anbetracht der Fahrweise gar nicht mal so schlecht, auf der Autobahn um die 120 km/h gefahren und auch insgesamt einige Beschleunigungmanöver gehabt.

Rangeextender wollte ich testen, aber war keiner eingebaut. ;-)

Was mir sehr gefallen hat war die Tatsache, dass Motor egal ob aus dem Stand, bei 30 km/h oder bei 100 km/h fast gleichbleibende schnelle Beschleunigung besaß. Zumindest wurde öfter geschrieben, dass aus dem Stand nicht volle Power gegeben wird sondern erst ab einer gewissen Grenze, aber auch aus dem Stand empfand ich ihn sehr schnell. Es regnete Teilweise und die Straße war nass, beim Abbiegen und ein wenig stärkerem Beschleunigung hat man schon gemerkt das am hinteren kurven innerem Rad die Traktionskontrolle eingreifen musste.

Von der Rundumsicht her empfand ich den i3 durchaus gut. Man kann zu den Seiten viel sehen nach Vorne ohnehin, auch nach schräg hinten saß ich durch das Font Fenster mehr als bei meinem Corsa. Hinten sieht man auch viel leider aber erst ab einer gewissen Höhe weil die Heckklappe sehr hoch ist.
An den Ampel wenn Rot war konnte ich seitlich die anderen Autos betrachten und man saß sehr schön, dass man im i3 höher ist als andere Fahrzeuge aber auch dazu noch höher sitzt.

Den Kofferraum habe ich auch mal ein paar Fotos gemacht, sieht aus wie in einem Kleinwagen vielleicht bisschen kleiner, aber Vorne hat man ja auch noch bisschen was, habe ich aber nicht reingeschaut.

Insgesamt ein tolles Fahrzeug, wenn das der Preis und vorallem diese elend lange teure Aufpreisliste nicht wäre. Über die technischen Aspekte wie den "scharch Lader" kann man sich natürlich streiten, das kommt dann ganz auf den Einsatzzweck an.
Hätte ich die Wahl Zoe, Leaf oder i3 es wäre definitiv der i3.
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Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon ratzfatz » Do 9. Jan 2014, 18:56

Vielen Dank für diesen ausführlichen Testbericht! Einen Blick in den vorderen "Kofferraum" hättest du allerdings nicht auslassen sollen. Weiss jemand, welche Aggregate im Vorderwagen verbaut sind? Das würde erklären, warum das Ladevolumen so gering ist.

Beste Grüße vom ratzfatz.
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Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon agentsmith1612 » Do 9. Jan 2014, 19:49

Die Zeit war knapp und ich wusste auch nicht wie der aufgeht von daher habe ich das vergessen.

Wenn ich mir ein paar Fotos ansehe dann scheint vorne das ABS Modul und die Bremskomponenten (Bremskraftverstärker und Unterdruckpumpe) zu sein auch das ganze Lenkgestände mit Servounterstützung.
In dem Produktionsvideo konnte ich erkennen, dass zusätzlichen ein großer Kühler eingebaut wird (wahrscheinlich für Akku, Regler, Motor, Klima), der Klimakompressor ist wohl auch vorne eingebaut, genau wie die 12V Batterie und der Wischwassertank.
Mehr konnte ich in Bildern und Videos leider nicht erahnen.
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Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon endurance » Do 9. Jan 2014, 20:11

Mehr siehst Du auch nicht wenn Du Ihn aufmachst ;)
Auf gehen tut er BTW u.a. mit der Fernbedienung

Danke für den Bericht - stimmt mit meinen Impressionen überein.
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Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon agentsmith1612 » Do 9. Jan 2014, 21:36

endurance hat geschrieben:
Danke für den Bericht - stimmt mit meinen Impressionen überein.


Man muss halt wie bei fast allen anderen EVs auch wirklich überlegen wofür man das Fahrzeug kauft, Erstwagen, Zweitwagen was auch immer. Ich kann zwar nur für die full EV Version sprechen, aber die ist im Prinzip genau wie ein Zoe, Leaf oder Ion, nur eben von BMW mit BMW Eigenheiten zum BMW Preis.

Der i3 mit Rex spielt dann in einer anderen Liga, wie genau, müssen die Praxisberichte damit zeigen.
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Re: Probefahrt im i3, mein Eindruck

Beitragvon i_Peter » Fr 10. Jan 2014, 20:26

Hasi16 hat geschrieben:
Kann es sein, dass du das Touch Pad auf dem Controller meinst?

Viele Grüße

Au Backe, Du hast recht. Jetzt fällt mir der Unterschied zwischen Touchscreen und dem kleinen Touchpad auf dem iDrive-Controller wie Schuppen von den Augen !
:oops:
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