Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon green_Phil » Fr 25. Apr 2014, 12:42

Hallo! Hier hatte ich es schon erwähnt, was nun folgt:
infrastruktur/reise-muenchen-gardasee-geeignete-ladesaeulen-t4118-10.html?hilit=gardasee#p81222

Und hier mein Reisebereicht. Sobald ich die Fotos durchgeschaut habe, kommt vielleicht auch noch ein bisschen was Optisches dazu. Und LOS:

Eins vorweg: Eine gute Planung der Strecke, der Ladesäulen und vorherige (aktuelle!) Abklärung der Funktionsfähigkeit der Säulen und Ladepunkte sind unabdingbar für Fernreisen mit einem i3 ohne Rex. Und wie gut, dass ich das gemacht hatte – denn es passieren noch genügend Überraschungen.

Die Reisedaten (geplant):
Hinfahrt: Roding (Start) – Regensburg (CCS) – München (CCS) – Wörgl (Typ2; 7,4kW) – Innsbruck (Typ 2; 7,4 kW) – Rodeneck (CEE32; 7,4 kW) – Bozen (Typ2; 3,6 kW) – Limone sul Garda (Ankunft, Schuko; 1,4kW)
Während des 4-tägigen Aufenthalts werden abends nach den Tagesausflügen die Akkuzellen an der Schuko wieder aufgeladen.
Rückfahrt: Limone – Trento (CEE32; 7,4 kW) – Bozen (Schuko, 3 kW) – Rodeneck… und wie oben nur rückwärts.

Ich werde mich bei diesem Beitrag in den Ladeszenarien verlieren, und nur wenige Eindrücke vom „Urlaub“ hinterlassen. Das werde ich nun umso mehr tun, nachdem ich jetzt mitbekommen habe, wie eine weniger gut geplante Reise (in die Niederlande) verlief.

Vorbereitend habe ich die gesamte Route (one way immerhin 600 km) in einer Excel-Tabelle geplant, mit Zeitenberechnung und allen Infos die ich bekommen konnte. Gesamte Zeit bis zur Ankunft: jeweils gut 16 Stunden. Da kam eine sehr anstrengende Fahrt auf uns zu. Wir reisten zu zweit, hinten waren die Lehnen umgeklappt und alles voller Kletter- und Wanderausrüstung, einiges zu Essen und eine Klappbox voll Adapter und Kabel. Außerdem fand die Wall-be to go noch darin Platz.

Und nun zu den realen Reiseerlebnissen.
Abfahrt abends kurz nach 21 Uhr bei nur 4 Grad Celsius – schlecht für die Reichweite.
Bis nach Regensburg lieft alles normal (unseren bisherigen 4500 km Erfahrung nach). Dort bei der Ladung mit CCS verunsichert festgestellt, dass die Ladung bei 90% stagnierte. Und die Strecke nach München sollte mit mind. 95% angetreten werden. Aber was hilft alles grübeln, wenns nicht höher als 90% lädt, dann müssen wir eben losfahren. Eine erneute Aktivierung des Ladevorgangs brachte übrigens keine Abhilfe.
München: Ziel knapp um wenige Kilometer verfehlt, Nothalt in Garching (3,6 kW) initiiert. Ladung dauert super lange, nach einer Stunde fahren wir dann die 10 km nach München. Dort mittels CCS geladen. Anfangs super, bei 90% wieder Stagnation. Und dann die Überraschung: die Kilometeranzeige im Auto läuft rückwärts! Erst ein Kilometer weniger, dann zwei… und es lädt. Sogar der Akkustand geht wieder auf 89% runter. AHHH! Leichte Panik stieg in mir hoch. Das KANN doch gar nicht sein! Wir haben uns gesagt: Einfach weiter laden. Geduldig sein, auch wenn es eigentlich ganz schnell gehen sollte. Vielleicht hat der Akku ein Problem und wird „refreshed“ oder „gelevelt“. Und die Geduld zahlte sich aus: Irgendwann ging die Ladeanzeige über 90%. Abfahrt dann bei 93% SOC. Das nächste Ziel war Wörgl, es war einprogrammiert und die totale Reichweite lag nur bei 110 km. Schon in Regensburg hatten wir uns über eine kleine Reichweite für die 90% SOC gewundert.
Die Fahrt nach Wörgl war ein Graus: Reichweite sinkt schnell, es ist inzwischen 4 Grad unter Null, die Heizung und Sitzheizung sind bereits lange dem EcoPro+-Modus zum Opfer gefallen. Dank guter Vorbereitung sitzen wir in Decken gekuschelt und dennoch durchgefroren (kalte Luft muss rein, denn die Scheiben beschlagen in Rekordzeit) und etwas verärgert und enttäuscht im i3. Wir liegen schon gut 3 Stunden hinter dem Zeitplan!
Ankunft in Wörgl, alles funktioniert dort perfekt. Wir bezahlen sehr gern den Parkobolus und laden in einer langen Aktion (Akku auf 3 km leer, laden mit 7,4 kW) in den frühen Morgenstunden auf. Der mitgeführte Heizlüfter kann durch einen Fensterspalt den Innenraum heizen (er steckt am Schukostecker der Ladestation) und wir schlafen erschöpft ein. (Info: der i3 heizt nicht während des Ladens, unser i3-Agent konnte uns NICHT helfen und empfahl, einfach vorzuklimatisieren. Leider funktioniert das nur ein mal für max. 30 min, dann kommt’s kalt!) Als wir aufwachten, war der Akku zu 97% voll. Restreichweite wieder im normalen Bereich über 130 km. Abreise nach Innsbruck.
Innsbruck: Ladesäule frei, schnell drangestöpselt, über den Touchscreen initiiert und den Heizlüfter wieder installiert. (Danke für diesen Tipp an die diversen E-Fahrer aus dem Forum) Jetzt wünsche ich mir wirklich eine 3-phasige Ladung – wie war das mit dem 12.000€-CCS-Teil aus der Schweiz? ^^
Die Sonne ist schon aufgegangen, der i3 ist so gut wie voll, das nächste Teilstück über den Brenner (alter Pass, nicht die Autobahn) wird einprogrammiert. Und hier erschließt sich uns ein wichtiges, und verwirrendes Element des Navis: Nach der Routenberechnung zeigt es eine Restreichweite an. Nach kurzer Zeit (wenige Minuten) ändert sich diese Restreichweite nochmals, meist deutlich(!!) nach unten. Die Topographieberechnung wird wohl vom Server angefordert, während die reine Distanzberechnung schnell im Wagen selbst erfolgt. Und diese neue Berechnung ändert dann, nachdem es via Funk das Auto erreicht, die Restreichweite. Das wird uns in dieser Form erst jetzt klar. Und das erklärt einiges!
Die Reise über den Brenner beginnt, wir haben ein mulmiges Gefühl im Bauch: Bis jetzt klappte nicht alles so wie gedacht, und jetzt kennt die Straße nur eine Richtung: bergauf! Ob wir das schaffen? Wo war gleich noch mal die Telefonnummer vom BMW Mobility-Serice?...
Wir fahren gemütlich den Berg hinauf. Die Restreichweite sinkt fast genauso schnell, wie die Zielentfernung. Manchmal kommt ein Kilometer mehr auf die Restweite hinzu. Oben angekommen haben wir noch 87 km im Akku! WAHNSINN, wir sind noch immer müde, aber auch erleichtert und froh. Der i3 kann’s und hat’s geschafft! Erleichterung und Freude steigt wärmend in uns auf, das Auto wird aber auch durch die Bergsonne schön gemütlich warm. Die Abfahrt wird zum Freudentaumel: Der Akku wird geladen, andere Autofahrer drängeln nicht und sind sehr kooperativ (warum kann Verkehr nicht immer so entspannend sein?). Unten noch ein paar Kilometer nach Rodeneck/Mühlbach und noch immer über 80 km Reserve! *goil*
In Rodeneck hilft uns eine Firma aus und lässt uns an einer Drehstromsteckdose laden. Ich darf hier ausdrücklich Werbung machen! Die Firma Schwer Präzision plant und baut dort gerade eine Typ2-Ladesäule mit 22 kW mit Münzeinwurf!!! Wir haben uns lange mit dem Chef unterhalten, er ist sehr begeisterter E-Fahrer (Ampera, fährt fast alles elektrisch) und hilft gerne anderen. (Ich werde dafür Sorge tragen, dass die Säule, sobald sie steht, auch im GE-Verzeichnis eingetragen ist). Dem noch völlig im Verbrennerzeitalter feststeckende Italien – ich hatte einige Gespräche mit Einheimischen – wird hoffentlich nach und nach bewusst, was E-Mobilität bedeutet. Diese Drehteile herstellende Firma hat es jedenfalls erkannt. Von deren netten Geschäftsführer habe ich auch den Kontakt zu einer Firma in Trento bekommen, die mir am Ostermontag (Familienbetrieb) die Rückreise ermöglichen wird.
Bozen: Mit erstaunlich geringem Verbrauch kommen wir in Bozen an. Wir müssen nur noch 21 km laden, damit wir inklusive Puffer bis nach Limone kommen. Die Messe in Bozen hat eine Ladestation, 2 Typ2 (11 kW) Stecker und mehrere Schukos. Die Schukos sind nach kurzem Test auch ohne RFID-Karte stromabgebend (sogar bei geschlossener Messe, wie wir auf der Rückfahrt erleichtert festellen). Die Typ2-Anschlüsse bedürfen einer Karte aus der Verwaltung. Im Vorfeld erkundigte ich mich persönlich, ob ich so eine RFID-Karte ausleihen dürfe. „Ja natürlich, während der Öffnungszeiten sind wir die richtige Anlaufstelle. Sie müssen nur einen Pfand – z.B. Perso – hinterlegen“. Und nun vor Ort: Die Frau in der Rezeption ist ganz neu, sie hat keine Ahnung von nichts. Sie ruft irgendwo an, spricht italienisch und kommt nicht weiter. Sie reicht mir den Hörer, ich soll das selbst klären. Mit meinen noch sehr kleinen Kenntnissen der italienischen Sprache stelle ich mir vor und versuche zu erklären, was ich benötige. Ich werde weitergereicht und soll warten. Kurz darauf kommt eine Frau ins Büro – voilà! Alles gut, mein Personalausweis wird gegen eine Ladekarte getauscht. Einmal initiiert gebe ich die Karte wieder ab, denn die Ladung kann am Auto abgebrochen werden und die Ladesäule entriegelt dann ihrerseits ebenfalls den Typ2-Stecker. So kann man auch kurz vor dem Ende der Öffnungszeiten noch schnell die bis zu 11 kW (3phasig) abgreifen.
In der Sonne genießen wir kühle Getränke und fahren dann weiter nach Limone. Kurzer Zwischenstopp in Trento, kurz vorstellig werden und bekannt machen wo man Montag gerne Strom laden möchte. Wie eben in Rodeneck wollen wir den Strom unbedingt(!) bezahlen, aber auch hier wird gemauert. Der Strom wird uns geschenkt, man will bloß kein Geld dafür! Stattdessen erwartet man (so schätze ich das im Nachhinein ein), dass man die Ladepause mit den Gastgebern verbringt und für interessante Gespräche zur Verfügung steht. Nun, wir tun da gern was wir können.
Die Fahrt nach Limone gelingt völlig stressfrei. Die Sonne neigt sich dem Horizont zu, wir sind noch immer 3 Stunden hinter der berechneten Zeit, denn wirklich etwas Herausfahren kann man nicht und die einberechneten Puffer verschwinden durch RFID-Kartensuchgespräche am Empfang und andere unvorhergesehene Zwangspausen.

In Limone sul Garda am Campingplatz angekommen beziehen wir unser Basislager „mobile Home“ und fragen nach einer Möglichkeit unser Auto zu laden. Versuche, dies im Vorfeld zu klären, scheiterten an der Vermittlung des Campingplatzes (man kann ihn nicht einfach selbst anrufen) die uns mitteilen, dass dies nicht möglich sei. Auch ein Einschalten von Freunden in Limone bringt ein wenig positiveres Ergebnis: Der Zeltplatzbetreiber scheint überrascht von der Anfrage und meint, man müsse das testen. Die Steckdosen auf dem Zeltplatz für Camper, Caravane und ähnliches seien mit nur 3 A abgesichert und zu schwach! *schock* 3 Ampere?!? Nun waren wir ja vor Ort und die vergangene Zeit seit der Anfrage unserer Freunde scheint gefruchtet zu haben: Wir dürfen uns an eine Schukodose im Waschraum hängen, diese sei gut abgesichert und wir dürfen davor Parken. DANKE!!! Wir laden dort aber sicherheitshalber mit nur 6 A mittels unserer Wall be to go, die wir dankenswerter Weise gleich mit Zähler bestellt haben. So können wir dem Zeltplatzbetreiber bei unserer Abreise fast 5 Tage später einen 10€-Schein in die Hand drücken. Wenngleich das eigentlich etwas zu viel war für die 30 kWh die wir geladen haben, freuen wir uns, dass somit sicher auch die nächsten EV-Fahrer dort bereitwillig einen Partner zum Laden finden werden. Eine Rechnung/Quittung für den Strom haben wir natürlich nicht erhalten… ^^ (was uns aber ziemlich egal ist).

Die Rückreise beginnt im Dauerregen.
Bis nach Trento schaffen wir es bequem, dort hilft man uns ja gern und wir werden in ein 4-stündiges Dauergespräch verwickelt. Uns war ja eine CEE32er Dose angekündigt worden, aber es war nur eine 16er. Und selbst für diese 16 A hat das Auto gefühlt viel zu langsam geladen. Deshalb schleichen wir dann – geistig durch das lange und intensive Gespräch sehr erschöpft – nach Bozen, dort noch etwas Schuko laden. Wir hätten es nicht nach Rodeneck geschafft. Die Bozener Messe-Ladestation kann unserem Test nach auch per Schuko echte 16 A liefern ohne dass die Sicherung fliegt. Dann geht’s nach
Rodeneck: Bisheriger Zeitverlust: etwa 2 Stunden. Die Ladung hier klappt, doch auf dem Display steht etwas vom Ladeende in 5 Stunden – bei 7,4 kW?? Alles ist korrekt eingestellt. Ein Rätsel. Und der Grund, warum es vorher bei 3,6 kW so ausgesprochen „geschnarcht“ hat. Um diesem Mysterium den Gar aus zu machen, entscheide ich mich, alles abzuschalten, auszumachen, neu einzustellen, hochzufahren, und die Ladung erneut zu initiieren. Also alle Stecker raus, Auto aus. Auto an, Ladegeschwindigkeit am AC-Schnellladekabel auf Minimal und zurück auf Maximal gestellt, den Drehschalter in der Ladebox hin und her gedreht um möglichen Dreck aus den Kontakten zu bekommen. Und Stecker wieder ran. Ladung initiiert. Bingo: Ladedauer: 2:45h. Diese Zeit nutzen wir um mit Freunden im benachbarten Ort Pizza zu essen…
Und die Fahrt über den Brenner beginnt von neuem. Es ist schon dunkel, dumm, dass wir schon 2 Stunden hinterher sind, wir wollten die Alpen im Hellen „besteigen“. Also schön gemächlich den Berg rauf und drüben wieder runter. Wir kennen das von der Hinfahrt, alles klappt vorzüglich, wir kommen mit über 50 km im „Tank“ in
Innsbruck an. Dort entscheiden wir uns, nicht über Wörgl zu fahren, sondern „direkt“ nach München über Garmisch-Patenkirchen. Diese Route ist kürzer und erspart einmal Laden, allerdings ist dieses Stück auch sehr lang, was wir uns auf der Hinfahrt – bergauf – nicht trauten. Einen Zugang zu den Ladesäulen um Garmisch haben wir nicht, blöde Kleinstaaterei. Doch der i3 fährt sparsam und so können wir die angepeilte 22kW-Station ignorieren und gleich bis zum CCS-Lader in München fahren. Restreichweite: 6 km. Puh. 
In München und im deutschen Handynetz fällt mir auf, dass in
Schweitenkirchen eine neue CCS-Ladestation ist! RFID gibt’s bei Mc D. Da das extrem gut auf der Strecke liegt, würde das unsere Reise sehr beschleunigen. Doch das Gegenteil sollte eintreten. Das superextreme Gegenteil. Im Mc Doof wurde kurz vor uns ein Buss ausgekippt – früh um 5 Uhr. 20 Minuten warten, eigentlich könnten wir jetzt schon weiter. Dann die Ansage vom Chef: Nicht bei uns, bei der Tankstelle! Ich renne quer über den Parkplatz zur recht weit entfernten Tanke: „Nein, auf keinen Fall haben wir eine RFID-Karte für eine Elektroladestation“. Zurück zu Mc: „Ah, ja warten Sie bitte kurz“ – und schon kommt der Schichtleiter (wie ich annehme) mit einer Karte raus. Das war ja mal Schikane. Und als ob das noch nicht genug Zumutung wäre, reicht er mir die Karte, ich danke und nehme sie entgegen. Doch er lässt nicht los und zieht sie wieder zu sich! „Was denken Sie, ich möchte einen Pfand!“ Na das hätte er ja auch freundlicher und vor allem eher sagen können. Ist doch kein Problem! Ja, er habe mal 2 Karten gehabt, aber eine ist jetzt geklaut…. Puff Polter unfreundlich sei. (Als könnte man RFIDs nicht sperren und eine neue kaufen…) Ausweis hin, Ladekarte an die Säule. Nix. Die CCS-Ladung wird nicht initiiert. Typ2 versucht: geht. Nach einigen Versuchen die E-On Störungsstelle, deren Nummer auf der Säule steht, angerufen. Sie nehmen die Störung auf und rufen mich kurz drauf zurück: Sie benötigen eine genaue Beschreibung des Fehlers. Also schön. Erledigt. Es wird jetzt per Mail(!) weitergeleitet. Man meldet sich bei mir, aber man weiß nicht wann. (Am nächsten Abend rufe ich dort nochmal an, da kein Rückruf erfolgte. „Es ist korrekt weitergeleitet, man schaue nach, wie weit es ist und man ruft mich in 15 Minuten wieder an“. Das war vor 3 Tagen. Ich stehe also schon 5 Tage sinnlos am McDoof in Schweitenkirchen rum – mit einem leeren Auto. Und E.On interessiert es einfach nicht.)
Der BMW Mobility-Service möchte, dass ich mit ChargeNow telefoniere und mich dann wieder melde. Man sei gern bereit mich kostenlos abzuschleppen. Das Dumme bloß: Seit um 5 Uhr stehe ich dort rum, jetzt ist es um 7, aber ChargeNow ist erst ab 8 Uhr zu erreichen! (Typ2-Ladung läuft natürlich.)
Eine Alternative fällt uns ein: CCS in Ingolstadt, nich sehr weit entfernt. Jawoll. Also rein ins Auto und hingefahren. Dort lässt sich aber die Säule nicht aktivieren. Die passende RFID bekommt man erst ab 10 Uhr wenn das Village öffnet, die BMW ChargeNow-Karte hilft mir nichts. Genausowenig wie der Mensch von der ChargeNow-Hotline: „Diese Ladesäulen an der A9 sind erst ab Sommer für die Öffentlichkeit nutzbar. Derzeit nur für BMW-Testfahrer. Natürlich kann er die Säule nicht aktivieren, das KANN er nicht. ChargeNow ist der Abrechnungsbeauftragte, nicht der Besitzer oder Betreiber. Er wünscht mir einen schönen Tag. Tut Tut Tut“ Aha. BMW stellt also eine Säule auf, gefördert von der Regierung, und dann gehört sich nicht mehr BMW. Aber E-On gehört sie auch nicht, die betreiben sie nur. Und dem Village gehört sie auch nicht, die sind froh, überhaupt von BMW nach zähen Verhandlungen 5 Ladekarten für deren Gäste bekommen zu haben. Und der Bundesregierung gehört sie auch nicht. WAS IST DENN HIER LOS???
Wie sehr wünsche ich mir jetzt dieses 12.000€-teure Traumprodukt! Völlig müde, erschöpft und enttäuscht fahren wir schließlich nach Regensburg. Und dort hängt ein i3 am CCS-Schlauch! Oh nein, schon wieder warten! Aber aus der Nähe betrachtet war seine Ladung nicht aktiv, ich konnte den Rüssel einfach auf meine Kontakte aufstecken und schon ging’s los. Die Heimankunft nach nicht 16 Stunden wie gedacht, sondern trotz Abkürzung über Garmisch nun nach 24 Stunden!

Nun, was soll ich sagen. Die Reise hat uns sehr viel Erfahrung gebracht. Und die Gewissheit, dass EV-Fahren, gerade bei weiteren Stecken, sehr sehr gründliche Planung benötigt – und verlässliche Partner. Dann geht es ganz wunderbar!
Und dieses Fazit stelle ich auch jener Reise nach Niederlanden entgegen. Denn die Situation ist bekannt! Ich habe ja schließlich nicht umsonst VOR der Reise tagelang durch die Weltgeschichte telefoniert und Ladesäulenverzeichnisse durchgrast.
Und schließlich möchte ich mich noch bei all den netten Menschen bedanken, die ich unterwegs treffen durfte, die mich unterstütz und mir geholfen haben, mit denen ich mein gerade erst erlerntes Italienisch ausprobieren konnte und jene, die freundlich und entspannt aufgetreten sind. Dabei möchte ich mich ausdrücklich auch bei einer McDonalds-Mitarbeiterin bedanken, die völlig anders als ihr Schichtleiter sogar mit raus an die Ladesäule kam, sich auf ein kurzes Gespräch eingelassen hat und einfach aus Freundlichkeit um uns die gestrandete Zeit zu erleichtern einen Kaffee ausgegeben hat – einfach so.

Beste Grüße

Philipp.
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon Nichtraucher » Fr 25. Apr 2014, 13:04

Danke. Schöner ausführlicher Bericht.
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon endurance » Fr 25. Apr 2014, 13:26

Guter Bericht - Du hast recht mit der Planung - sagt aber auch ganz klar wer nicht planen will oder kann darf mit einem reinen EV mit kleiner Kapa eben auch nicht auf große Fahrt.
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon JuergenII » Fr 25. Apr 2014, 14:08

Hallo Philipp,

klasse Bericht, und wirklich mutig diese Strecke mit den heutigen EV-Voraussetzungen zu fahren. Habe dazu noch zwei Fragen.

Einmal zur Wall-be to go, die will ich als mobile Ladestation in meiner Garage unterbringen um bei Fahrten auch immer eine Drehstromladestation zur Verfügung zu haben. Wie bist Du mit ihr zufrieden? Passt sie in den Frunk mit dem "Backstein und dem Typ 2 Kabel?

Du schreibst, dass Ihr von Innsbruck via Partenkirchen nach München gekommen seit. Respekt, da ist ja immerhin der Zirler-Berg - der auch nicht ganz ohne ist - dazwischen, bis man in Seefeld ankommt. Mit welcher Geschwindigkeit habt Ihr den Weg zurückgelegt und habt Ihr dabei die Autobahn benutzt? Ich wäre da wohl eher in Krün Richtung Walchensee abgebogen und hätte dann die B11 bis Wolfratshausen genommen.

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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon dkt » Fr 25. Apr 2014, 14:34

Die Freiheit des Verbrauchers dort zu laden, wo er möchte, hat natürlich ihre Schattenseite.

Aber, das wird sich organisieren. Jetzt sind es noch die Ladepioniere, die die Fahne der Freiheit von den Ölkonzernen hochhalten. Bald wird die Mehrheit mit den Füßen (E-Autos) abstimmen, dann wird vielleicht mehrheitlich die Tankstellen, McDonalds übernehmen. Burger statt Spritt. Auch keine schlechte Idee, ist damit zumindest in der Regel auch eine Ladesäule verbunden. :D
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon green_Phil » Fr 25. Apr 2014, 17:02

JuergenII hat geschrieben:
Einmal zur Wall-be to go, die will ich als mobile Ladestation in meiner Garage unterbringen um bei Fahrten auch immer eine Drehstromladestation zur Verfügung zu haben. Wie bist Du mit ihr zufrieden? Passt sie in den Frunk mit dem "Backstein und dem Typ 2 Kabel?

Du schreibst, dass Ihr von Innsbruck via Partenkirchen nach München gekommen seit. Respekt, da ist ja immerhin der Zirler-Berg - der auch nicht ganz ohne ist - dazwischen, bis man in Seefeld ankommt. Mit welcher Geschwindigkeit habt Ihr den Weg zurückgelegt und habt Ihr dabei die Autobahn benutzt? Ich wäre da wohl eher in Krün Richtung Walchensee abgebogen und hätte dann die B11 bis Wolfratshausen genommen.


Hallo Jürgen. Also mit der Wallbe bin ich ziemlich zufrieden. Ich habe die Version mit Zähler und FI Typ B (für befreundete ZOEs). Im Frunk habe ich immer das 10 m Typ2-Kabel und den Backstein. Ich habe noch nicht probiert, die Wallbe da reinzuquetschen, aber das würde wahrscheinlich auch nicht gehen, da sie auf Sonderwunsch 10 m Eingangskabel und 4 m Ausgangskabel hat. Passt also nicht vorn rein, aber ich habe kein Problem mit abgelegeneren Stromdosen. Einen Backstein brauchst Du übrigens nicht mehr, wenn Du die Wallbe hast, die funktioniert auch einphasig bombe. Du brauchst nur einen kleinen Adapter, damit der Strom von Schuko zum CEE-Anschluss der Box fließen kann. Die Phasen-Nullleiterbelegung ist meines Testens nach dabei egal, du kannst also den Schukoadapter sorum oder andersrum in die Schuko-Dose stecken.

Zur zweiten Frage, da reitest Du mich jetzt rein. Ich habe nämlich nur grob die Richtung mittels größeren Orten beschrieben. Natürlich hat uns das kluge BMW-Navi am Walchensee langgeschickt. :oops: Unsere Geschwindigkeit lag bei dieser Strecke oft bei 60 km/h, es ging auch durch die ganzen Kurven und das schlechte Wetter (Regen und Nebel) sowie die vielen kleinen Ortschaften nicht anders. Und um den Walchensee rum bin ich noch ein ticken langsamer gefahren, denn dort waren viele Kröten unterwegs und ich habe KEINE totgefahren. :D Durchschnitts-km/h lagen bei etwa 55. Autobahnen haben wir generell vermieden, das hat zwar eine längere Fahrzeit zur Folge, aber erstens haben wir keine Vignette und keine Italienische Autobahnmaut bezahlen müssen und die Ladeintervalle konnten so größer gewählt werden, was deutlich Ladezeit erspart. Man ist also nur etwas langsamer, zumindest wenn man nur mit 7,4 kW laden kann. (Von München nach Norden sind wir wieder Autobahn gefahren, waren doch CCS-Lader in der Theorie erreichbar.)
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon Knobi » Fr 25. Apr 2014, 17:27

Hallo Jürgen auch ich habe die Wallb-e ToGo. Bin sehr zufrieden damit, bis auf die Lieferzeit. Habs zwar noch nicht ausprobiert, aber ich glaub nicht das du die Vorne reinkriegst.
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon goldhamster » Fr 25. Apr 2014, 19:18

Respekt für die Fahrt und vielen Dank für den Bericht!
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon eMarkus » Sa 26. Apr 2014, 01:34

green_Phil hat geschrieben:
Die Messe in Bozen hat eine Ladestation, 2 Typ2 (11 kW) Stecker und mehrere Schukos. Die Schukos sind nach kurzem Test auch ohne RFID-Karte stromabgebend (...). Die Typ2-Anschlüsse bedürfen einer Karte aus der Verwaltung. Im Vorfeld erkundigte ich mich persönlich, ob ich so eine RFID-Karte ausleihen dürfe. ... Und nun vor Ort: Die Frau in der Rezeption ist ganz neu, sie hat keine Ahnung von nichts. Sie ruft irgendwo an, spricht italienisch und kommt nicht weiter. Sie reicht mir den Hörer, ich soll das selbst klären. Mit meinen noch sehr kleinen Kenntnissen der italienischen Sprache stelle ich mir vor und versuche zu erklären, was ich benötige. Ich werde weitergereicht und soll warten. Kurz darauf kommt eine Frau ins Büro – voilà! Alles gut, mein Personalausweis wird gegen eine Ladekarte getauscht. Einmal initiiert gebe ich die Karte wieder ab, denn die Ladung kann am Auto abgebrochen werden und die Ladesäule entriegelt dann ihrerseits ebenfalls den Typ2-Stecker. So kann man auch kurz vor dem Ende der Öffnungszeiten noch schnell die bis zu 11 kW (3phasig) abgreifen.


ATLAN hat geschrieben:
Habe das Zitat gekürzt. Bitte auf Vollzitate in Zukunft verzichten.Danke.


Unbemannte Tankstellen fuer Stinker in Europa: Zahlung per EC-Karte
Unbemannte Tankstellen fuer Stromer in Europa: 50 verschiedene Kartensysteme, die nur teilweise funktionieren

Warum ?
Wollen wir mit den Stinker- Leuten nichts zu tun haben ?
Oder wollen wir sagen dass wir besser sind als die ?

Ich beschäftige mich seit drei Jahren mit der eMobilitaet, aber bis heute verstehe ich diese Dummheit nicht.
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon fdl1409 » Sa 26. Apr 2014, 07:07

Ich bin nach solchen Berichten echt froh, daß ich den i3 mit REx bestellt habe. Tagelange Recherche und nervige Komplikationen auf einer Fahrt möchte ich mir nicht antun. Erst wenn wir mit besseren Akkus 300km Reichweite bekommen und auf wirklich jeder Autobahnraststätte und zusätzlich im 20-30km Raster auf Bundesstrassen einheitliche Ladestationen verfügbar sind, können wir aus meiner Sicht auf einen REx verzichten.

Grüße
Frank
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