Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon green_Phil » Sa 26. Apr 2014, 16:57

markusmuellerlv hat geschrieben:
Ein paar Fragen: wieviel km Reichweite (bzw % Ladezustand oder kWh) hat der i3 bei der Fahrt vom Brennerpass bis zur nächsten Ladestation (Rodeneck) zurückgewonnen?
Bist du mit Tempomat gefahren oder normal ? (vielleicht wegen den vielen Ortschaften und kurviger Strasse).
Musstest du bergab bremsen oder ging fast alles nur über Rekuperation?

Was war der Verbrauch in kWh/100km auf der gesamten Strecke ? (hin und retour)


Hallo Markus.
Von der Passhöhe bis zum Tal hat der i3 eigentlich keine Kilometer gewonnen. Also ja, mal standen 5 km mehr auf der Uhr, dann waren es wieder so viel wie oben. Ich habe leider in Sterzing (wo der Brenner auf der italienischen Seite aufhört) bzw. auf der Rückfahrt nicht auf der Passhöhe nach dem Stand geschat (eigentlich habe ich mir das nur nicht gemerkt). Vielleicht hilft Dir diese Tatsache: Brennerpasshöhe bis nach Rodeneck nahezu gleiche Kilometeranzeige. Entfernung rund 55 km. Davon sind knapp 33 von Sterzing nach Rodeneck. Ich wage also zu errechnen, dass der i3 33 km rekuperiert hat (Anzeige steigt um 33 km), 22 km bergab hat er dann praktisch rollend erledigt. Aber wirklich geil war das Feeling ewig bergab zu fahren, und die Kilometeranzeige NICHT SCHRUMPFEN zu sehen. Im Endeffekt waren es 55 km, die mich keinen Kilometer gekostet haben. Crazy. :D

Ich fuhr anfänglich (als ich den i3 neu hatte) viel mit Tempomat, das mache ich auch heute noch auf großen Bundesstraßen und Autobahnen so. Sparsamer kann mein Fuß nicht fahren. Aber auf kleineren Straßen wie dem Brennerpass, da fahre ich per pedes. Ich kann einfach vorausschauend rollen oder rekuperieren, je nach dem. Damit vermeide ich auch den Tempomat ständig rauf und runterzuregeln, wobei der i3 ja beim Raufregeln beschleunigt. Mit dem Fuß regel' ich das bergab dann doch lieber gemächlich über die potentielle Energie...

Da ich ohne Tempomat fuhr ( ;) ) habe ich den ganzen Pass runter nicht ein Mal (!) bremsen müssen. Mechanisch bremsen ist gar nicht gut für Reichweitenhoffnungen...

Der Gesamtverbrauch für die insgesamt 1300 km lag bei 12,6 kWh/100 km laut Anzeige, wobei ich von Regensburg nach Roding dann ziemlich gerast bin. *huch* Vorher stand die Uhr bei 12,5 kWh/100 km. Ladeverluste kommen natürlich extra.
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Beitragvon chris_bonn.de » Sa 26. Apr 2014, 17:15

Sehr guter Bericht, danke.

Hab ihn meiner Frau vorgelesen, die meinte dann: ojee, ich weiss nicht, ob ich da angekommen wäre.

Daß man gut 1h Landstraße (oder Autobahn <120kmh) fahren kann, dann 1/2 oder 3/4h CCS Pause (netto) macht war klar.
Wenns kein CCS gibt, dann ärgert man sich über fehlende Wechselstrom-Lader im i3 (die 22kW ermöglichen würden), war auch klar.
Unvorhersehbarkeiten waren nicht klar, hört man aber leider häufig.

Ein höheres Fahren/Pausenverhältnis wird es ohne REX oder PlugIn-Hybrid nur mit größeren Akkus geben können, sofern nicht jemand etwas erfindet...

Ist ok, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
Reizen tät es mich auch - es hat was öko-archaisches.
Eilig haben ist sowieso ungesund.

Gruß
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon p.hase » So 27. Apr 2014, 10:02

toller bericht! bitte mehr davon!
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon Goingi3 » So 27. Apr 2014, 13:04

Hallo green_Phil!

Deinen Reisebericht an den Gardasee habe ich mit Interesse gelesen.
Finde ich toll, dass Du Deine Erfahrungen in diesem Umfang zur Verfügung stellst.
Und Gratulation zu Deiner Abenteuerlust. Hat sicher großen Spaß gemacht.
Das sind ware Elektromobilisten und Enthusiasten, die so etwas machen.

Ich habe etwas ähnliches bereits geplant.
Ich werde im Juni drei Wochen durch die Toskana fahren und all die geschichtsträchtigen Städte und Dörfer besichtigen.
Die Reise wird bis nach Bolsena hinuntergehen. Also ein richtiger Kulturtripp mit sportlichen Aktionen auf dem Rad gespickt.
Ich bekomme zwei Räder in den i3, die müssen mit.
Die Gesamtstrecke wird ca. 2000 km betragen. Immer von Ort zu Ort und von Hotel zu Hotel.
In den Hotels habe ich überall Lademöglichkeiten. Das wurde mir per Mail jeweils versichert.

Ladestationen anzufahren habe ich nicht im Sinn. Ich rechne dabei nur mit Komplikationen, vor allem im Ausland.
Die einzelnen Etappen betragen zwischen 90 und 180 km. Alles unter 150 km sollte bei entsprechender Fahrweise
kein Problem sein. Das sagen meiner bisherigen Erfahrungen und Berechnungen.
Auf Strecken über 150 km werde ich Ladepunkte suchen. Ein wenig Abenteuer und Spannung möchte auch ich erleben.
Ansonsten rechne ich mit der Hilfsbereitschaft der Menschen in Restaurants, Bars oder Tankstellen. Mal sehen ...

Ich werde dann ebenfalls gerne davon berichten.
Jedenfalls war Deine Reiseschilderung für mich sehr interessant.
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon markusmuellerlv » So 27. Apr 2014, 13:05

Hallo Philipp,
wirklich beachtlich der niedrige Verbrauch, wenn man bedenkt wie groß die Höhenunterschiede sind, wieviel Ortschaften dazwischen liegen und wie Kurvig die Strecke teilweise ist! Respekt!
Und dass man so gut wie nie bremsen muss, selbst wenn man den Brenner hinunter rollt ist sehr erfreulich.
Nach wieviel km müssen laut Handbuch die Bremsbeläge ersetzt werden?

Solche Berichte wie deiner sind gut, weil du damit beweist dass man effektiv sehr weit mit Elektroautos reisen kann, zudem auch noch sehr billig ( ca 50 EUR für deine 1200km, äquivalente Kosten zu einem Verbrenner welcher 2.5l/100km verbraucht)

Ich denke, bei genügender Schnellladesäulendichte würden viele Leute längere Strecken mit dem Elektroauto fahren, selbst wenn man alle 100km eine 20-30minütige Pause einlegen muss.
Geiz ist geil, selbst bei den Reichen :) Bei 1/2 - 1/3 der Kilometerkosten gegenüber Benzinern ist die Gardaseereise in 9-10h statt in 7h ein guter Deal. Eine Kaffeepause müssen ja auch die Verbrennerfahrer einlegen, spätestens wenn die Blase drückt,
d.h. die Zeit für 1-2 Schnellladevorgänge würde nicht auf die Gesamtreisezeit erhöhen.

ABB hat ja diese schönen CSS (50kW)/Chademo(50kW)/Typ2 (43kW) Säulen (Terra 53), Strom für jedermann.
http://www.abb.com/product/seitp332/5d5 ... a35b2.aspx
Wieso können die europäischen Autohersteller zusammen mit den verschiedenen Regierungen einigen, dass zumindest die Hauptverkehrsadern mit solchen Dingern bestückt werden.
Tesla macht es ja vor mit den Superchargern, die Strategie funktioniert, in ein paar Monaten kann man durch ganz DE und AT ohne Reichweitenangst düsen, und das mit einer Handvoll von Superchargern.
Wenn alle Autohersteller, welche Elektroautos herstellen, die Kosten für die Installation Ladestationen aufteilen würden, dann wäre es meiner Meinung nacht nicht eine Rieseninvestition und die ganze E-Industrie würde davon profitieren.
Schade dass es diesen "Lade-Apartheid" gibt, bei BMW Händler dürfen teilweise nur BMWs laden, bei Nissan Händler nur Nissan Autos usw. Sie sollten "fremde" E-Autos auf Bezahlung laden lassen.
Es ist ja nicht so, dass alle E-Fahrer gratis laden wollen, sie zahlen gerne, aber der Zugang zur Ladesäule muss ihnen erlaubt werden.

Markus

green_Phil hat geschrieben:
....
Ich fuhr anfänglich (als ich den i3 neu hatte) viel mit Tempomat, das mache ich auch heute noch auf großen Bundesstraßen und Autobahnen so. Sparsamer kann mein Fuß nicht fahren. Aber auf kleineren Straßen wie dem Brennerpass, da fahre ich per pedes. Ich kann einfach vorausschauend rollen oder rekuperieren, je nach dem. Damit vermeide ich auch den Tempomat ständig rauf und runterzuregeln, wobei der i3 ja beim Raufregeln beschleunigt. Mit dem Fuß regel' ich das bergab dann doch lieber gemächlich über die potentielle Energie...

Da ich ohne Tempomat fuhr ( ;) ) habe ich den ganzen Pass runter nicht ein Mal (!) bremsen müssen. Mechanisch bremsen ist gar nicht gut für Reichweitenhoffnungen...

Der Gesamtverbrauch für die insgesamt 1300 km lag bei 12,6 kWh/100 km laut Anzeige, wobei ich von Regensburg nach Roding dann ziemlich gerast bin. *huch* Vorher stand die Uhr bei 12,5 kWh/100 km. Ladeverluste kommen natürlich extra.
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon chris_bonn.de » So 27. Apr 2014, 14:43

markusmuellerlv hat geschrieben:
Wieso können die europäischen Autohersteller zusammen mit den verschiedenen Regierungen einigen, dass zumindest die Hauptverkehrsadern mit solchen Dingern bestückt werden.


Siehe http://zoepionierin.de/auslandische-ele ... erwunscht/
MS 2015, i3 ohne REX 2014, 22kW Ladehalt 2014 für DSK-Mitglieder und Leute, die nett fragen, K100RT 1986
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon green_Phil » Mo 28. Apr 2014, 08:49

Vielen Dank für Euer doch so positives Feedback. Ich dachte schon, das ist viel zu lang. (Ich glaube das war mein längstes Posting hier im Forum bisher :lol: )
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon LocutusB » Mo 28. Apr 2014, 09:27

Hallo Philipp,

vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Finde es toll, dass ihr die Reise mit dem i3 angetreten habt und uns auch noch teilhaben läßt :-).

Viele Grüße
Philipp
BMW i3 - EZ 02/14 - 80tkm - 13,3kWh/100km (App), 15,5kWh/100km (Zähler) - Entwicklungsstand I001-17-07-500 - Stand 08/17
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Re: Mein Reisebereicht: Oberpfalz-Gardasee und zurück

Beitragvon Parklückenzähler » Mo 28. Apr 2014, 11:28

Respekt!
Und vielen Dank für den Bericht.
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