Gesamtlebensdauer i3

Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon Hasi16 » Di 20. Okt 2015, 13:37

Mei hat geschrieben:
Hasi16 hat geschrieben:
Hä? Schau dir mal die Preise von vor fünf Jahren an....

da war der Akku vom Leaf deutlich billiger als jetzt.
Was willst du also damit sagen?

Vor fünf Jahren gab es noch keine Ersatzteilpreise für den Leaf:
http://ecomento.tv/2014/07/01/nissan-us ... e-bekannt/
Auch noch was zur Kostenentwicklung:
http://www.autobild.de/artikel/elektroa ... 54690.html

Ich diskutiere mit dir ja gerne im Detail, aber bitte lass jetzt doch diese platten Aussagen.

Viele Grüße
Hasi16
Hasi16
 

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Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon amk » Di 20. Okt 2015, 17:14

Sehr spannendes Thema!
Noch ist keines der aktuellen Großserien-BEV in einem Alter/Laufleistung, in dem wirklich ein Tausch des Akkus fällig wäre. Das wird sicher noch etwas dauern, es scheint sich ja abzuzeichnen, das die Konzepte der Hersteller zur Lebensdauer/Zylken-Maximierung ziemlich gut funktionieren und die Akkus weniger degradieren als befürchtet. Bestimmte Einzelfälle ausgenommen.

Zumindest beim i3 mit seinem äußerst haltbaren Alu/Karbonmaterialmix dürfte neben dem Erlahmen von Nebenaggregaten (Lenkunterstützung, Klimatisierung etc.) vor allem die Leistungselektronik und der Akku selber die wirklich teuren Ausfälle zeitigen. Ich glaube, die übliche Rechnung bei besseren Verbrennern, die davon ausgeht das regelmäßig nach 200-250'Km der Motor als auch parallel der Rest des Fahrzeugs (Kraftübertragung, Abgasanlage, Korrosion des Fahrwerks etc.) an der Abnutzungsgrenze liegen, funktioniert hier nicht da es viel unterschiedlichere Abnutzungsstadien der einzelnen Komponenten geben wird: Sollte bei einem Vielfahrer nach 5-6 Jahren tatsächlich der Akku des BEV an der Nutzbarkeitsgrenze liegen, dürfte nach einem Tausch gegen einen Ersatzakku die tatsächliche Brauchbarkeit des Fahrzeug fast wieder auf "0" gestellt sein: Die Komponenten verschleißen nicht synchron.
Praktisches Beispiel: Ich hab an meinem Boot einen elektrischen Außenborder, der von Marinebatterien (Gel) mit Energie versorgt wird, die wiederum von Solarpanels während der Ruhezeit nachgeladen werden. Nach nunmehr 13 wartungsfreien Jahren (übrigens ohne extern zu laden) ist eine Marinebatterie demnächst zu ersetzen, die übrigen Komponenten sind praktisch im Neuzustand. Das sieht beim Verbrenner-Außenborder nach der Zeit ganz anders aus.

Kurz: Ich glaube, die bisherigen Abschreibungsmodelle von Verbrennungs-KFZ sind ziemlich ungeeignet zur Kalkulation des Wertverlusts von BEVs. Gerade der i3 mit seinen auf Langlebigkeit ausgelegten "übrigen" Komponenten dürfte eher wie ein großes Investitionsgut anzusetzen sein, das planmäßig nach x Km und y Jahren mit überschaubarem Aufwand wieder überholt um es anschließend mit unverändertem Nutzungsprofil weiterzubetreiben. Ähnlich z.B. Eisenbahnfahrzeugen oder - eingeschränkt - Airlinern. Die sicher auch im Laufe der Zeit zu ersetzenden mechanischen Verschleißteile (Radlager, Lenkung, Radführung etc.) dürften kostenseitig nicht so hoch anzusetzen sein, das eine Totalabschreibung (= Verschrottung) wirtschaftlich ist.
Ob das auf konventioneller konstruierte und gefertigte oder zukünftige "kostenoptimierte" i3s auch zutrifft bleibt abzuwarten.
i3 Rex - es funktioniert...
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Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon soho » Di 20. Okt 2015, 17:52

Es gibt ein Interiew mit einen Batterie-Experten, wo behauptet wird, dass der Akku 20 Jahre hält.

https://adacemobility.wordpress.com/201 ... terschied/

Ob das nun stmmt oder nicht. Die Beplankung (Karosserie) besteht aus Thermoplast-Modulen. Die Fahrgastzelle (LifeModul) aus CFK. Das Chassi und die Fahrwerkskomponenten bestehen aus Aluminium. Zumindest das hält ewig (Rost gibt es nicht).

Bei E-Motoren kenne ich mich nicht aus. Beim ZOE gingen sie schon zum Teil kaputt, während Tesla behauptet, dass deren Motoren 500.000km ohne Wartung überstehen.

Bei der Elektrik steckt man nie drin. Hier sehe ich das größte Fehlerpotenzial, so ist es auch schon bei den Verbrennungsfahrzeugem. Elektrikschäden können deutlich mehr als 10.000 € kosten, bei Oberklassefahrzeugen.
Etwa dann, wenn der Kabelbaum neu verlegt werden muss.
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Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon endurance » Di 20. Okt 2015, 18:44

Interessant wird vermutlich seni wie lange auch die Carbon/Alu Klebetechnik hält. Eigentlich sollten da Erfahrungen da sein (Flugzeugbau/F1...) um zu gewährleisten das hier >>20Jahre gehalten werden können. Aber hat man hier auf Langlebigkeit geschaut oder auf Kosten - was war die BMW Vorgabe an die Entwicklung?
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Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon TomZ » Mi 21. Okt 2015, 10:21

endurance hat geschrieben:
Interessant wird vermutlich seni wie lange auch die Carbon/Alu Klebetechnik hält. Eigentlich sollten da Erfahrungen da sein (Flugzeugbau/F1...) um zu gewährleisten das hier >>20Jahre gehalten werden können. Aber hat man hier auf Langlebigkeit geschaut oder auf Kosten - was war die BMW Vorgabe an die Entwicklung?


Ich vermute, dass BMW hier sicher keine Lust auf aufgehende Verbindungen hat und hier eher eine Sicherheitsvariante gefahren ist (um sich Langzeit Imageschäden bei Ihrer Carbon-Kompetenz zu ersparen), wohingegen im klasischen Rohbau mit Stahl/Alu/Hochfeste Stähle Mix es öfter vorkommt das einzelne Verbindungspunkte anfangen abzuweichen und aufzugehen. Hier werden ständige Nachbesserungen (über eine kurz- bis sehr langfristige Meldekette) und Kosteneinsparpotenziale parallel bzw. auch mal gegeneinander geführt.

Zur Gesamtlebensdauer braucht man sich doch nur die Autos der ersten EV Generation (z.B. 205 electrique, EV1, Saxo electrique, usw.) ansehen. Die laufen heute noch und wurden eigentlich immer zu relativ starken Preisen gehandelt (sofern überhaupt am Markt verfügbar). Obwohl diese Fahrzeuge keine wirklich langlebige Technik verbaut haben (Nickel-Cadmium-Blöcke oder Bleiakkus, Motor mit Bürsten), werden diese noch immer betrieben - niemand würde so ein Auto einschrotten, sofern es nicht einen heftigen Unfallschaden erlitten hat oder sonst irgendwie unreparierbar geworden ist. Je älter die Autos werden, desto mehr wird dann abseits des Markenherstellers gebastelt. Großes Thema bei den heutigen Autos ist natürlich die Elektronik bzw. die ganze Fahrzeug-Software - ohne die funktioniert heute nichts mehr. Inweiweit das noch ein Basteln auf einer vergleichbaren Ebene ermöglicht ist faglich.

Abhängig davon glaube ich, dass EVs nie wirklich wertlos werden und zum Schrott müssen. Mit irgendeiner verfügbaren Technik wird man diese immer wirtschaftlich weiter betreiben können, sobald eine Komponente ganz hopps geht. Gerade dem i3 mit seiner alterungsbeständigen Karosseriestruktur sollte hier ein langes Leben beschieden sein.
ex: i3 60 Ah BEV 07/14
neu: i3 94 Ah BEV 10/16
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Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon fred36 » Mi 21. Okt 2015, 22:41

Zur Lebensdauer i3 muss ich wohl wieder mal auf dieses BMW Dokument verweisen (BMW Innovationstage 2013). Ist zwar aus 2013 (also gerade mal ein paar Monate vor Serienstart), beinhaltet aber wirklich eine Fülle an Informationen und ist interessant zu lesen. War übrigens eines der Kaufgründe für den i3.

Beispiel:
"...gut zu wissen, dass die Lithium-Ionen Batterie des BMW i3 mindestens ein ganzes Fahrzeugleben hält..."
"...Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette"

Link: https://www.press.bmwgroup.com/deutschland/download.html?textId=171919&textAttachmentId=213663
lg
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Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon Mei » Do 22. Okt 2015, 04:14

Dann stellt sich jetzt die Frage wie lang so ein Fahrzeugleben ist ;)
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Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon PowerTower » Do 22. Okt 2015, 06:22

Für mich ist der i3 der "neue" A2. Obwohl diese Autos teilweise 15 Jahre auf dem Buckel haben, befinden sich viele davon noch in einem top Zustand. Ich wüsste nicht warum der i3 eher weggammeln sollte, besonders wenn man bedenkt, dass eigentlich nichts dran ist was weggammeln kann. Vermutlich werden zunächst die Sitze nach einigen Jahren durchgescheuert sein oder die Nähte reißen, aber vor diesem Problem bleibt kein Auto verschont.

In Anbetracht der vorhanden Batteriekühlung und optionalen Batterieheizung sollte der Akku im i3 Minimum 10 Jahre halten. Die Strombelastung von bis zu 6C bei Vollstrom ist allerdings grenzwertig. Sie werden sich schon was dabei gedacht haben.

Wenn der Akku an seine Leistungs- und Kapazitätsgrenze kommt, baut man halt einen neuen ein. Mein Wägelchen ist 14 Jahre jung und hat jetzt den dritten Akkusatz drin. Die Wechsel wurden teilweise vorgezogen, weil sich jedes mal die Eigenschaften deutlich verbessert haben. Warum soll ich das Auto dann entsorgen. Die alten Akkus haben PV Besitzer glücklich gemacht. Mit dem nötigen Kleingeld wäre ein Upgrade auf 40 kWh kein Problem, das passt sowohl vom Volumen als auch vom Gewicht. BMW wird sicher nicht extra für den i3 in 10 Jahren weiterhin die alten Zellen produzieren lassen und so gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder man bekommt die dann aktuelle Akkugeneration oder gar keine. Einen Anspruch auf Ersatzteile gibt es nämlich leider nicht. Das würde allerdings dem Nachhaltigkeitsgedanken völlig widersprechen.
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Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon Tho » Do 22. Okt 2015, 07:04

Selbst dann würde sich ein Umrüster finden, der dir die Zellen tauscht.
Die Frage ist nicht wie lange der i3 hält, sondern wie lange man es damit aushält. Irgendwann will man halt was neues.
Und durchgescheuerte Sitze repariert der Autosattler, allemal günstiger als ein neuer Wagen.
Renault Zoe Zen Q210 + Intens R90, S-Pedelec Grace MX,Tesla Model ≡ reserviert
PV, Speicher zu Hause + Bürger Energie Drebach eG http://www.buerger-energie-drebach.de
Wir müssen uns für unseren Wunsch nach Glück nicht rechtfertigen.(Dalai Lama)
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Re: Gesamtlebensdauer i3

Beitragvon Mei » Do 22. Okt 2015, 07:13

Tho hat geschrieben:
Selbst dann würde sich ein Umrüster finden, der dir die Zellen tauscht.
.....


Wer probiert es den als erster aus ;)
Ob man da Zellen tauschen kann ohne dass das BMS den ganzen Akku sperrt?
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