Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Re: Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Beitragvon bash_m » Mi 15. Mär 2017, 09:02

Die Preise sind eine absolute Unverschämtheit, sofern ich sie richtig Verstehe:

Preisangabe pro 15min: AC1 = 2€/h

AC1 (3,7kW) = 54 Cent/kWh
AC2 (11kW) = 27 Cent/kWh
AC3 (22kW) = 23 Cent/kWh

zuzüglich Parkgebühren in den extrem teuren Parkhäusern.

Man darf nicht vergessen, der Großteil des derzeitigen eAuto Bestandes lädt noch einphasig (70-80%), die werden hier schön zur Kasse gebeten (oder Dieseln eben in die Stadt).

Wenn man mit Amsterdam vergleicht (Ladeplätze/Einwohnerzahl), müsste Würzburg aktuell 320 Ladeplätze haben.
Es gibt aber nur 2 (jetzt 3?) öffentliche Ladesäulen, die von der Stadt/WVV Betrieben werden.

Gibt es keinen Würzburger eMobility Verein/Stammtisch, der endlich mal Druck ausüben kann, dass hier massiv nachholbedarf an Ladesäulen herrscht und dass man mit solchen AC1 Tarifen die eMobiltät massiv schädigt?
Mail an grünen Stadtrat und WVV meinerseits waren in der Vergangenheit erfolglos.
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Beitragvon mweisEl » Mi 15. Mär 2017, 09:08

drilling hat geschrieben:
Auch der AC1 Tarif ist immer noch etwas zu hoch, trotz angepaßter Abrechnungslogik

Er ist sogar deutlich zu hoch für eine regelmäßige Nutzung. Für z.B. 1,1 Stunden Ladedauer (man kann ja nicht immer mit der Stoppuhr Erledigung machen und exakt pünktlich 15 Sekunden vor einem 15-Minuten-Intervall an der Ladesäule zurück sein) oder 4 kWh wären 2,50 € zu zahlen, das sind über 60 Cent/kWh. Bei den anderen Tarifen wird auch nur ab 23 Cent/kWh verlangt.
Zuletzt geändert von mweisEl am Mi 15. Mär 2017, 09:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Beitragvon Helfried » Mi 15. Mär 2017, 09:11

Volt hat geschrieben:
aus der sicht eines schnarchladers finde ich das unfair.
erst einmal die rechnung wenn dort ein auto rund um die uhr ein jahr steht.
das ergibt dann 8760 Euro, finde ich zuviel.
stefan


Mit Groß- und Kleinschreibung und wenn du nicht wie ein Kind nach jedem Satz eine neue Zeile anfangen würdest, wäre der Text richtig schön lesbar.
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Re: Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Beitragvon rollo.martins » Mi 15. Mär 2017, 09:13

Volt hat geschrieben:
aus der sicht eines schnarchladers finde ich das unfair.

es muss die möglichkeit geben mit dem auto zur arbeit zu fahren und dort während der arbeitszeit das auto zu laden.

aber es muss preislich akzeptabel sein.


Da haben wir drei widersprüchliche Ziele, also ein Optimierungsproblem...

In einer idealen Welt gibt es bei jedem Parkplatz eine Säule. Dann mag das gehen.

In der Realität haben wir pro Quartier einzwei Säulen, wenn überhaupt. Wenn die Preise zu tief sind, womöglich gar per kWh abgerechnet, lassen die Leute ihre Autos nach dem Laden einfach stehen.

Wenn wir unendlich viele Säulen haben, sind die Preise auch unendlich hoch.

Und wenn wir eine realistische Zahl von Säulen haben, müssen wir einen Mechanismus finden, die frei zu bekommen von Leuten, die nicht laden. Sonst hängst du deinen Schnarchlader nämlich auch nicht an während der Arbeit, weil da schon ein anderer ohne laden parkiert ist.


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Re: Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Beitragvon Volt » Mi 15. Mär 2017, 09:16

bash_m hat geschrieben:
AC1 (3,7kW) = 54 Cent/kWh

falsch, du lädst nicht mit 3,7 KW, sondern so wie ich mit ungefähr 3,25kw, das macht dann:
0,62 Euro/kwh.
Aber wesentlich billiger und besser als an den neuen Säulen in Berlin,
die Hauptstadt der Elektromobilität.
Ohne laden zu Hause wird der Ampera-e ein totaler flop in deutschland.
einfach nicht zu gebrauchen bei den ladepreisen und Randbedingungen.
In Zukunft weder AC noch DC.
Stefan
These:
Beim laden sind alle E-Autos gleich zu behandeln.
Bei Destination Ladesäulen (bis 22KW) wird solange gestanden wie der Fahrer es für Richtig erachtet,
bzw. halt maximal solange wie beschildert. Oh, schon voll? egal. Ladescheibe ist Sinnvoll.
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Re: Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Beitragvon bash_m » Mi 15. Mär 2017, 09:26

Mein Ampera zieht effektiv ~3340W, klar damit ist es noch teuer als mit den 3,7kW.

Man könnte noch einen Schritt weiter gehen. Auf dem Bild ist die Ladesäule mit einer Schuko zu sehen, hier kann/darf man nur mit 10A laden:

AC1 (Schuko, 2,3kW) = 87 Cent/kWh
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Re: Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Beitragvon beckslash » Mi 15. Mär 2017, 09:48

Ich denke, dass man (noch) keine Lösung finden kann, die allen Anforderungen gerecht wird - und dann auch noch funktioniert und verständlich ist. Vielleicht ist einfach etwas Geduld angesagt. Woher kommt denn eigentlich immer der Anspruch, dass jedem die individuell angenehmste Lösung zusteht? Und zwar sofort!

Die Kombination aus relativ kleinen Akkus, relativ langsam an AC ladenden Autos, teuren Gleichstromladern und der insgesamt sehr niedrigen Anzahl von E-Autos verhindert natürlich noch eine ganze Weile einen lukrativen Lademarkt. Alles zwar eine Frage der Zeit, im Moment aber eine Tatsache.

Auch weiterhin wird ein bestimmtes Abrechnungsverfahren einer Gruppe gefallen, weil es für sie günstig ist, und von der anderen als unfair angesehen werden, weil es aus ihrer Sicht Nachteile bietet. Der Mittelweg ist in diesem Fall sogar für alle irgendwie nicht zufriedenstellend. Und daher kommt es auch zu solchen, leider sinnlosen Diskussionen. Ob nun Würzburg oder Berlin, Zeit oder kWh, die Absicht ist doch, erst einmal ein Angebot zu machen, das angenommen und genutzt werden kann. Dazu müssen die (Lade)Technik und die Bedingungen grundsätzlich funktionieren und der Preis halbwegs akzeptabel sein.

Darauf lässt sich dann eine persönliche Lösung aufbauen und anpassen. Das Angebot wird mit der Zeit breiter werden und irgendwann für alle Anforderungen passen. Aber bis dahin gibt es meines Erachtens kein Verfahren, das alle zufriedenstellen kann.
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Re: Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Beitragvon bash_m » Mi 15. Mär 2017, 10:28

beckslash hat geschrieben:
Ich denke, dass man (noch) keine Lösung finden kann, die allen Anforderungen gerecht wird - und dann auch noch funktioniert und verständlich ist.


Längst gelöst, dazu muss man aber ins Ausland schauen (Amsterdam, Oslo)

beckslash hat geschrieben:
Vielleicht ist einfach etwas Geduld angesagt. Woher kommt denn eigentlich immer der Anspruch, dass jedem die individuell angenehmste Lösung zusteht? Und zwar sofort!

Das sofoft dauert im Falle Würzburg nun mehrere Jahre an. Es reicht langsam.

beckslash hat geschrieben:
Ob nun Würzburg oder Berlin, Zeit oder kWh, die Absicht ist doch, erst einmal ein Angebot zu machen, das angenommen und genutzt werden kann. Dazu müssen die (Lade)Technik und die Bedingungen grundsätzlich funktionieren und der Preis halbwegs akzeptabel sein.

Absolut richtig, der Preis muss halbwegs akzeptabel sein. Wenn ich aber doppelt so teuer, oder sogar 3x so teuer komme, als wenn ich mit dem Verbrenner in die Stadt fahre, dann stimmt hier etwas nicht! Das ist hier der Fall, und das noch dazu jetzt "frisch" eingeführt.

beckslash hat geschrieben:
Darauf lässt sich dann eine persönliche Lösung aufbauen und anpassen. Das Angebot wird mit der Zeit breiter werden und irgendwann für alle Anforderungen passen. Aber bis dahin gibt es meines Erachtens kein Verfahren, das alle zufriedenstellen kann.

Ich denke schon, das Verfahren heisst: Gieskannnenprinzip, je mehr Ladesäulen, desto besser, besonders Typ2 Destination Charger. Die können auch gerne nur 3,7kW liefern, hauptsache viele.
Wieso hat Amsterdam aktuell 2000 Ladepunkte, Ende 2018 sollen es 4000 sein? Wieso tut sich in Deutschland so wenig, hier feiert man sich, wenn man im Jahr 1 Ladesäule zusätzlich aufstellt, die dann aber für den Großteil der Fahrer zu teuer ist. Diese Zustände waren für 2013 ok, man hat aber mittlerweile jahrelang Erfahrung sammeln können, und nun dieser erneute "Schlag ins Gesicht". Furchtbar!
(Entschuldigung fürs auskotzen, aber es ist einfach extremst frustrierend, dass sich hier einfach nichts tut und keinerlei Besserung in Sicht ist)
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Re: Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Beitragvon rollo.martins » Mi 15. Mär 2017, 10:33

Das mit dem "die Masse machts" ist wohl schon die beste Lösung. Es sollte möglichst so viele Lader haben wie Autos in der Stadt laden möchten. Das heisst aber wohl nicht für jeden jede Nacht, sondern wenn man zweimal wöchentlich an die Zapfe muss, zweimal wöchentlich eine freie Zapfe an der Strasse. Heisst bei 10 E-Autos an der Strasse vielleicht drei Säulen. Vermutlich wird man damit leben müssen, das Auto morgens umzuparken. Tagelang stehen lassen wird schwierig.

PS. Wo hast du die Zahlen aus Amsterdam her?


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Re: Würzburger Stadtwerke rechnen jetzt nach Ladeleistung ab

Beitragvon drilling » Mi 15. Mär 2017, 10:38

bash_m hat geschrieben:
Längst gelöst, dazu muss man aber ins Ausland schauen (Amsterdam, Oslo)

Weiß nicht wie es in Amsterdam und Oslo ist aber ich finde es am besten wie es in Italien ist wo grundsätzlich nach KWh abgerechnet wird da anscheindend so gesetzlich vorgeschrieben.


Obwohl die Tarife in Würzburg wie ich schon anfänglich sagte noch verbesserungswürdig sind finde folgendes schon sehr bemerkenswert und ein Schritt in die richtige Richtung:
Die Ladesäule messe permanent die vom Auto angeforderte Leistung. Der Tarif werde dann anhand des Maximal-Ladewertes innerhalb des 15-Minuten-Intervalles festgelegt.


Mir ist keine andere Säule bekannt die nach effektiv angeforderter Leistung abrechnet und den Tarif dann flexibel daran anpasst (außer natürlich Säulen die gleich nach KWh abrechnen).

In anderen Worten auch eine Zoe mit eiskaltem Akku zahlt hier nicht stur für 22KW sondern nur für was sie effektiv zieht, also wohl eher den 11KW Tarif. Im Vergleich zu den Abrechnungsmethoden der meisten anderen Säulen in Deutschland wo stur nach maximal möglicher Leistung des Steckers abgerechnet wird ist dies schon ein Schritt in die richtige Richtung der zeigt das so etwas technisch ohne probleme machbar ist.
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