Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist ist

Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist ist

Beitragvon gthoele » Mo 10. Okt 2016, 13:02

Moin,

ich kann Lade-Apps nicht mehr ausstehen. Zum Finden von Stationen vorab oder vor Ort ist das ja super. Aber als Einzige Methode zum Aktivieren ist das Schrott. Mit ist folgendes passiert:

Bin zu einer neuen Wallb-Ladestation hingefahren. Die können ja jetzt auch mit Plugsurfing aktiviert werden.
Eine von diesen hier: http://wallb-e.cloud/

Hingefahren, Plugsurfing-Chip rausgeholt, Kabel in die Station rein, Feld für die RFID-Auslesung gesucht um die Station zu aktivieren. Geht nicht. Stellt sich raus: Ist kein offensichtlicher RFID-Leser drin.

Plugsurfing-App aufm Handy gestartet, 'ne Minute ist nix passiert, dann "Passwort eingeben". Wieso, das ist doch gespeichert?
Also gut, Passwort eingegeben. Minute gewartet, "keine Verbindung zum Internet", wieder Passwort eingeben.
Stellt sich raus: Ich bin Telefonica-Kunde. Telefonica hat an diesem Ort (unter Bäumen und die Gegend ist weitgehend umringt von Seehunden) weder UMTS noch LTE. GPRS ist wegen des hohen Urlauberandrangs völlig dicht. Die Plugsurfing-App beantwortet - warum auch immer - fehlende Internetverbindung mit dem Löschen der gespeicherten Zugangsdaten.
So komme ich also nicht an Strom und ich habe frustriert nach minutenlangem Rumbasteln aufgegeben.
Mein Weg nach Hause per Elektroauto soll also allen Ernstes von der Funktion des Mobilfunknetzes vor Ort abhängig gemacht werden? In der Drosselung darf ich möglichst auch nicht sein? Weil das dann ewig dauert bis die App die Kartenkacheln und Stationsdaten geladen hat, obwohl ich nur einschalten will? In Deutschland, wo die Funkversorgung vor Ort schlechter ist als in der Wüste Gobi? (Kein Witz. Habe ich selber ausprobiert. Gobi hat perfekten Mobilfunkempfang. Nordfriesland ist bloß "weitgehend OK")

Mit dem WLAN vor Ort wäre es dann wohl auch gegangen - ich hatte aber keinen Bock mehr und habe stattdessen bei einer Lolo geladen. Kabel rein, TNM-Karte vorhalten, Klack-Klack, Strom. Hat 20 Sekunden gedauert. Damit kann ich leben...
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Beitragvon Tho » Mo 10. Okt 2016, 13:09

Ja hatte ich letztens in Dresden auch. Wollte ein Stromticket bestellen, ewig Sanduhr. Dann Timeout. Wohl Server überlastet.
Mangels alternativer Lademöglichkeit gut 20min probiert. Irgendwann ging es dann und ich konnte laden. :lol:
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon gthoele » Mo 10. Okt 2016, 13:22

Ein großer Energieversorger, der mir seine Stromtankstellen schmackhaft machte, hat mir auch stolz erzählt "Wir lassen auch gerade eine App programmieren". Ich habe der guten Frau auch freundlich erzählt, wie man da leiden kann. Als zusätzliche Option, sicher, warum nicht, ist ja ganz nett wenn man seinen Chip vergessen hat oder so. Aber bitte nicht als alleinige Option. Und wieviele hundert Apps soll ich denn da installieren? Kann man sich nicht irgendwo an Bestehendes anschließen?

Manchmal habe ich den Eindruck, das die Leute die sowas beschließen, alle in Großstädten mit guter Netzabdeckung wohnen und die teuren 24-Monats-Verträge mit Gigabyteweise Datenvolumen haben und keine Kinder die auf dem Handy Pokemon Go spielen.
Wenn das Elektroauto aber in den Massenmarkt soll dann muss das auch mit der Realität aller Autofahrer funktionieren und nicht nur mit einer ausgewählten Klientel.

Ich hätte daher gern RFID-Leser an jeder Station als Mindestausstattung, oder Bargeld oder EC-Karten.
Als Kompromiss könnte ich mir vorstellen, das dann an der Station wenigstens WLAN ist, so wie bei Fastned. WLAN beim Laden ist sowieso gut.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon TeeKay » Mo 10. Okt 2016, 13:26

Das Erlebnis ist doch aber kein Argument contra App, sondern ein Argument contra schlechte App. Mir wäre das norwegische System auch lieber: Ein einziger RFID-Chip mit eindeutiger Kennung. Die Kennung gibt man einfach bei jedem Ladestationsbetreiber an, damit der sie im System hinterlegt. Nun braucht der Norweger also nur einen Chip für alle Säulen.

Das deutsche System mit tausend RFID ist hingegen Schrott. Da hab ich lieber 1000 Apps auf dem Handy. Wenn die datensparsam gemacht sind und die Logindaten nicht löschen, gibts auch keine Probleme mit GPRS. Die RWE-App tut sich hier wieder erfreulich positiv hervor.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon eDEVIL » Mo 10. Okt 2016, 13:31

ja, sowas nervt. Schön wäre es, wenn die Box per wlan hotspot direkt erreichbar wäre und man über deren verbindung die säule frei schaltet.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon Tho » Mo 10. Okt 2016, 13:31

Der RFID Leser verteuert eine Ladestation kaum. (siehe KEBA P30 Serie). Insofern sehe ich auch RFID + App, anstatt nur App.
Meinen Eltern z.B. drücke ich auch lieber eine RFID in die Hand, als eine neue App Schritt für Schritt zu erklären. :lol:
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon mweisEl » Mo 10. Okt 2016, 13:37

gthoele hat geschrieben:
Plugsurfing-App aufm Handy gestartet, 'ne Minute ist nix passiert, dann "Passwort eingeben". Wieso, das ist doch gespeichert? Also gut, Passwort eingegeben. Minute gewartet, "keine Verbindung zum Internet", wieder Passwort eingeben.

Das kommt daher, dass diese Apps immer nur vom warmen Bürosessel aus mit ausgezeichneter WLAN-Verbindung, und nicht real an Ladesäulen mit oft miserabler Mobilfunkdatenverbindung, welches Netz man auch immer hat, entwickelt und getestet werden. Mit den Latenzen kommen die Apps dann nicht klar.

Es ist eine reine Schönwettertechnologie - Hauptsache, staatliche Förderung für die Entwicklung der Apps wurde kassiert. Ob das dann in der Praxis funktioniert, ist völlig egal (Elektromobilität machen eh nur Idioten). Kommt noch ein Regentropfen auf das Display, oder hat man etwas "fettende" Finger, kann man die Sache komplett vergessen.

Es stimmt, so ein RFID-Leser (solche mit einfacher Standard-Geschwindigkeit bis 106 kbit/s), der aus einem NVC-Chip, der auf der Platine gedruckten Nahfeldantenne, und noch dem USB-Kommunikations-Chip besteht, kostet nur einen einstelligen Eurobetrag.
Zuletzt geändert von mweisEl am Mo 10. Okt 2016, 13:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon TeeKay » Mo 10. Okt 2016, 13:38

Ich hoffe darauf, dass T&R Apple Pay Leadpartner zur Markteinführung wird.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon EVduck » Mo 10. Okt 2016, 14:33

TeeKay hat geschrieben:
Ich hoffe darauf, dass T&R Apple Pay Leadpartner zur Markteinführung wird.

Ich auch. Dann habe ich wenigstens (fast) immer eine freie Ladesäule...
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon gthoele » Mo 10. Okt 2016, 15:23

Ja, das wäre - finde ich - ganz gut. Diese NFC-Kreditkarten und Wallet-Apps akzeptieren. (Apple Pay ist Produktanbieterseitig wie eine NFC-Kreditkarte abrechenbar habe ich gehört, stimmt das?)

Das mit der norwegischen Lösung kannte ich noch gar nicht, das ich einen Chip anlernen kann. Ist doch prima.
Nur TNM kann das, und auch nur in Berlin, Auto mit VBB-fahrcard laden:
https://www.thenewmotion.com/de/produkte/e-ticket/

Noch ein Problem mit "nur-App" ist ja, das man dabei statt der RFID-Karte einfach die Zugangsdaten weitergeben kann, an Mietwagennutzer, an Carsharer, an Mitarbeiter in Firmenflotten wo jetzt eine physische Tankkarte drinliegt, an die Tochter wenn sie mit Muttis Auto loswill und laden muss, ... - soweit geht das schon irgendwie, aber man kann die Zugangsdaten nicht zurückgeben.
Wie wird verhindert, das ein Mietwagennutzer einmal einen Wagen mit "Strom ist dabei" mietet, und anschließend sein eigenes Auto auch mit diesen Zugangsdaten auflädt? Oder Mitarbeiter die Zugangsdaten vom Firmenautostromvertrag privat nutzen?
Mit einer RFID-Karte ist das weniger ein Problem, weil man die ja zurückgeben kann. Da muss dann schon jemand die Karte klonen, und das ist zwar nicht unmöglich, aber wenigstens nicht frei jeglichen Aufwands.
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